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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Auch Christie’s will mit seiner Auswahl an Gegenwartskunst in New York neue Rekorde sehen

Ohhh… Alright…



Der bisherige Auktionsrekord für Roy Lichtenstein liegt bei 14,5 Millionen Dollar. Das ist, verglichen mit seinem Pop Art-Kollegen Andy Warhol etwa oder anderen Künstlern des 20sten Jahrhunderts, noch ein verhältnismäßig übersichtlicher Wert. Er könnte jedoch bald Geschichte sein, denn Christie’s in New York – dort war besagter Hammerpreis vor fünf Jahren erzielt worden – hat sich für seine kommende Gegenwartsauktion am Abend des 10. November viel vorgenommen: Für die mit 90 mal 96 Zentimeter nicht gerade gewaltige Leinwand „Ohhh… Alright…“ erwartet das Haus „mehr als 40 Millionen Dollar“. Das Gemälde, das in Lichtensteinscher Comicmanier eine junge Frau am Telefon zeigt, die die titelgebenden Worte haucht, hat sicherlich das Zeug zur Ikone. 1964 ist es entstanden, als Lichtenstein mit seinen plakativen Malereien international zum Durchbruch gelangte, war bisher schon häufiger in Galerien, aber noch nicht auf dem Auktionsmarkt zu Gast. Die Akquise dieses Werkes hat sich Christie’s durch die Vergabe einer Gewinngarantie an den unbekannten Einlieferer gesichert.


Ohne Pop Art geht ohnehin nichts auf dieser Auktion. Ihre Repräsentanten stellen den größten Batzen am Gesamtschätzpreis von rund 240 Millionen Dollar. Roy Lichtenstein selbst ist noch mit sechs weiteren Werken vertreten, darunter einem kleinen „Cherry Pie“ von 1962 (Taxe 4 bis 5,5 Millionen USD), dem „Still Life with Palette“ aus dem Jahr 1972 (Taxe 5,5 bis 7,5 Millionen USD) und dem „Girl in Mirror“ von 1964, das aus der Sammlung des im vergangenen Mai verstorbenen Computerpioniers Max Palevsky für 3 bis 4 Millionen Dollar versteigert werden soll. Aus der Werkstatt Andy Warhols kommt die stattliche Anzahl von fünfzehn Losnummern: Ikonen aus frühen und späten Jahren wie die nicht allzu große „Marilyn“ von 1964 in Gelb, Grün, Rot, Lila und Orange (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), das späte „Self-Portrait“ in Blau-Rosa mit abstehender Haarpracht von 1986 für 3,5 bis 4,5 Millionen Dollar oder der graue „Little Electric Chair“ von 1964/65 für 2 bis 3 Millionen Dollar. Außerdem stellt er das zweite Prunkstück der Veranstaltung: 30 bis 50 Millionen Dollar soll „Big Campbell‘s Soup Can with Can Opener (Vegetable)“ aus dem für die Pop Art so wichtigen Jahr 1962 kosten. Der Unternehmer Barney A. Ebsworth lässt das Werk mit dem für Warhol typischen, linkslastigen Bildaufbau zugunsten einer karitativen Organisation versteigern.

Eine andere Version desselben Dosenfutters ebenfalls von 1962, diesmal symmetrisch in der Mittelsenkrechten platziert, wird für 6 bis 8 Millionen Dollar angeboten. Es stammt wie sieben andere Warhols aus der Sammlung Robert Shapazians, des kürzlich gestorbenen Gründungsdirektors der Gagosian Gallery in Beverly Hills. Hinzukommen Marcel Duchamps lustige Roulettecollage „Monte Carlo Bond (No. 1)“, zwar schon 1924 entstanden, aber großzügig unter die Zeitgenossen eingeordnet, dafür mit 400.000 bis 600.000 Dollar aber auch nicht so teuer, sowie zum gleichen Preis Damien Hirsts Punktebild „Cefoperazone“ von 2007. Eine andere bedeutende Einlieferung ist Jeff Koons’ „Balloon Flower (Blue)“ aus den späten 1990er Jahren. Die Berliner Daimler Art Collection, vor deren Gebäude am Potsdamer Platz in Berlin die große blaue Hochglanzblume seit 1999 blühte und Kinder zu Spielen einlud, möchte sich für 12 bis 16 Millionen Dollar davon trennen. Vergleichbar sind die 11,5 Millionen Pfund, die Christie‘s vor zwei Jahren für das gleiche Werk in Rosa erzielte.

Jasper Johns, Zeitgenosse, Vorreiter und Ableger der Pop Art in einem, gelangt mit der bunten Leinwand „0 through 9“ bei 9 bis 12 Millionen Dollar zum Aufruf. Von diesem Zahlenbild, mit dem der Künstler 1961 experimentierte, existieren mehrere Versionen, eine in starken Grautönen brachte Christie’s vor acht Jahren für 9 Millionen Dollar unters Volk. Andere Wege ging der eine Generation jüngere Jean-Michel Basquiat, als er die Street Art ins Atelier holte, ohne dessen expressiven Pinselstrich zu bändigen. Sein Idol war Warhol, mit dem zusammen er sich 1982 in „Dos Cabezas“ verewigte (Taxe 6 bis 10 Millionen USD). Aus der Sammlung des im vergangenen Mai verstorbenen Schauspielers Dennis Hopper stammt eine große Leinwand, auf der Basquiat 1987 gleichsam wie Gedankenimpressionen eine Fülle von bildlichen und textlichen Motiven hinwarf. Die Arbeit ohne Titel ist mit 5 bis 7 Millionen Dollar ausgezeichnet. Auch Andy Warhol kommt hier noch mal zum Zug mit dem Portrait des jungen Hopper aus dessen zweitem Film „The Last Movie“ von 1971 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Ein anderer Schwerpunkt neben der Pop Art ist der abstrakte Expressionismus der ersten drei Nachkriegsjahrzehnte. Mark Rothko steht hier an erster Stelle mit „No. 18 (Brown and Black on Plum)“ von 1958 (Taxe 9 bis 12 Millionen USD) und der grauschwarzen Farbfeldmalerei „Untitled (Black on Gray)“ aus der letzten Lebenszeit des 1970 in den Freitod gegangenen Künstlers. 10 bis 15 Millionen Dollar stehen auf der Preisliste. Etwas wilder geht es auf Richard Diebenkorns Gemälde „Berkeley #39“ von 1955 zu, das für 4 bis 6 Millionen Dollar zugunsten zweier von Julius und Nancy Epstein gegründeter Einrichtungen zur Förderung junger Künstler versteigert wird. Jackson Pollock meldet sich, nach weitgehenden Absenz von den großen New Yorker Abendauktionen, mit der pastos gespachtelten Öl- und Aluminiumfarbmasse „Eyes in the Heat II“ um 1947 für 6 bis 9 Millionen Dollar zurück. Eine unbetitelte, aber unverkennbare heitere Luftschlangenkomposition Willem de Koonings aus dem späten Jahr 1987 steht bei 5 bis 7 Millionen Dollar.

Einer der Höhepunkte der Sammlung Palevsky, die auch schon in der Moderneauktion von Christie's wichtige Lose stellte, ist Frank Stellas strenge braune Kreuzform „Telluride“ von 1960/61 für rekordverdächtige 4 bis 6 Millionen Dollar. Für zwei große Gartenskulpturen Alexander Calders, der auf der Auktion noch mit einer Reihe von Mobiles auftritt, werden ebenfalls bis zu 6 Millionen Dollar erwartet. Eine interessante Offerte der Sammlung sind außerdem drei surrealistische Pop Art-Bildnisse Richard Lindners, darunter eine barbusige Dame mit Trichterhut in der „West 48th Street“ von 1964 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Arbeiten deutscher Künstler sind, wie bei Sotheby’s einen Abend zuvor, so ziemlich Mangelware. Auch von Gerhard Richter nur ein Los, doch immerhin: 12 bis 16 Millionen Dollar für „Zwei Kerzen“, die Werknummer 499-2, aus dem Jahr 1982 kratzen an den alten Höchstpreisen des berühmtesten Deutschen der Gegenwartskunst. Martin Kippenberger sekundiert mit dem Ei-„Portrait Paul Schreber“ aus dem Jahr 1994 bei 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar.

An jüngeren Künstlern ist die Auswahl gegenüber vergangenen Auktionen erheblich eingeschränkt. Mark Grotjahn verfolgt den Ansatz der Farbfeldmalerei weiter, bereichert ihn in „Untitled (Lavender Butterfly Jacaranda over Green)“ aus dem Jahr 2004 aber um den Aspekt eines luxuriös erscheinenden Oberflächenglanzes (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Eine ordentliche Wertsteigerung hat John Currin in den vergangenen Jahren erlebt, wie auch sein „Entertaining Mr. Acker Bilk“ aus dem Jahr 1995 zeigt: 2002 hat das merkwürdige Doppelportrait bei Sotheby’s noch 380.000 Dollar gekostet, jetzt soll es 2,2 bis 2,8 Millionen Dollar einspielen. Relativ selten tritt Mark Tansey auf dem Auktionsmarkt auf. Für seine absurde, filmisch angelegte Szene „On Photography (Homage to Susan Sontag)“ aus dem Jahr 1982 wird mit 3 bis 4 Millionen Dollar ein neuer Rekord erwartet.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



05.11.2010

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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10.11.2010, Post-War and Contemporary Evening Sale

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