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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

New York feiert Ende Januar wieder die Alten Meister. Sotheby’s kann dabei mit einem besonderen Schmuckstück der venezianischen Renaissance aufwarten

Gold und Silber pinkeln



Tiziano Vecellio, genannt Tizian, Sacra Conversazione: Die Madonna mit dem Kind und den Heiligen Lukas und Katharina von Alexandrien, um 1560

Tiziano Vecellio, genannt Tizian, Sacra Conversazione: Die Madonna mit dem Kind und den Heiligen Lukas und Katharina von Alexandrien, um 1560

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, doch für die ersten Kunstauktionen, die sie Ende dieses Monats mit Alten und Neueren Meistern bestreiten werden, sind Christie’s und Sotheby’s längst gut gerüstet. Bereits im November letzten Jahres stand bei Sotheby’s das Hauptlos der Altmeisterauktion am 27. Januar fest: Tizians sacra conversazione mit den Heiligen Lukas und Katharina von Alexandrien, entstanden in der Reifezeit des Künstlers um 1560 und bei 15 bis 20 Millionen Dollar das mit Abstand teuerste Objekt der New Yorker Old Masters Week. Die aus dem Nachlass des 1987 verstorbenen deutschen Unternehmers Heinz Kisters stammende Leinwand von fast 170 Zentimetern Breite beeindruckt durch die lebendige Wiedergabe des dargestellten Personals, das nicht wie in den Repräsentationsbildern des ausgehenden Mittelalters und der frühen Renaissance, etwa eines Giovanni Bellini, starr um den Thron der Madonna herumsteht, sondern interagiert, ja geradezu „menschelt“. Freilich kommt das ästhetische Element nicht zu kurz: Ein wohlüberlegtes Arrangement der Personen vor einem kleinen, aber in weite Tiefe reichenden Landschaftsausschnitt ist der formale Kern dieser brillanten Bildkomposition.


Seit 1956 befand sich Tiziano Vecellios Gemälde im Besitz der Familie Kisters. Nun kommt der Erlös der im vergangenen Herbst gegründeten Stiftung Heinz Kisters mit Sitz in dessen Wahlheimat Kreuzligen zu, die sich um den reichen Bestand an Gemälden Alter Meister des Sammlers kümmert und in Ausstellungen sowie Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich machen will. Mit diesem Highlight ist Sotheby’s seinem Erzrivalen Christie’s ein schönes Stück voraus, hat zudem deutlich mehr Material zusammengetragen und will mit den einzelnen Versteigerungen vom 25. bis 28. Januar rund 100 Millionen Dollar sehen.

Den Anfang des knapp hundert Lose umfassenden Hauptteils der Auktion bestreitet eine beeindruckend große Anzahl überwiegend italienischer Meister des späten Mittelalters bis circa 1500. Zwei dieser Werke kommen aus der Sammlung des vor gut einem Jahr 96jährig gestorbenen lettischstämmigen Hoteliers Jan Mitchell. Zunächst zwei querformatige Simultandarstellungen von Begebenheiten aus dem Leben des alttestamentlichen Stammvaters Joseph, geschaffen von dem Florentiner Davide Ghirlandaio (Taxe 700.000 bis 900.000 USD), und dann ein Triumph des Scipio Africanus seines Kollegen Apollonio di Giovanni mit einer Reihe figuraler und architektonischer Versatzstücke, im April 1988 durch Sotheby’s in London aus der Sammlung Gustav Raus für 35.000 Pfund verkauft und nun mit 300.000 bis 500.000 Dollar bewertet.

Ein besonders seltenes und mit 1,2 bis 1,5 Millionen Dollar auch entsprechend teures Stück ist ein sogenannter „Geburtsteller“, den Bartolomeo di Fruosino laut Datierung am 28. April 1428 mit einer häuslichen Szene auf der Vorder- und auf der Rückseite mit der Darstellung eines Knaben bemalte, der Gold und Silber pinkelt. Auch hierfür liefert eine Inschrift die Gewähr. Noch weiter Zurück reicht das Angebot mit einer goldgrundierten Heiligentafel samt Katharina und einem Bischof des toskanischen Malers Angelo Puccinelli (Taxe 100.000 bis 150.000 USD) und einer noch strengeren Madonna mit dem segnenden Jesusknaben und zwei Engel von Niccolò di Ser Sozzo Tegliacci (Taxe 40.000 bis 60.000 USD), folgt bekannten Namen der Renaissancekunst wie Lorenzo Lottos Portrait eines Juweliers (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), den beiden kleinen Altarteilen mit dem heiligen Franziskus und dem Kirchenvater Hieronymus von Jacopo Carucci, genannt Pontormo (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), oder Giovanni Pietro Rizzolis inniger Darstellung der Jungfrau Maria mit dem kleinen Jesu in ihrem Schoß vor einem Fensterausblick auf eine Berglandschaft (Taxe 700.000 bis 900.000 USD) und mündet in hochbarocke Schöpfungen, wie etwa Matteo Rossellis Judith, die das abgeschlagene Haupt des Holofernes eben in einen Sack verstaut (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Unter den jüngeren Italienern wird vor allem die Neuentdeckung von Luca Giordanos „Jupiter und Antiope“ aus einer schwedischen Privatsammlung hervorgehoben, bei der der Betrachter mit bemerkenswerter Offenheit in das schlüpfrige Geschehen einbezogen und vom Götterchef lächelnd zum konspirativen Schweigen aufgefordert wird (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Altbekannt ist dagegen eine allegorische Darstellung Kaiser Karls V., in dessen Reich „die Sonne nie unterging“ und das er in Form einer Weltkugel soeben entgegennimmt, wohl von Francesco Mazzola, besser bekannt unter seinem Beinamen Parmigianino, und seiner Schule. Das Gemälde wird nämlich schon von Giorgio Vasari erwähnt und befand sich bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts in englischen Adelsbesitz (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Die alten Niederländer klettern zwar in nicht ganz so hohe Sphären wie die Italiener mit Tizian, besetzen aber einen Gutteil des preislichen Mittelfeldes dieser Auktion, und es sind nicht die bekanntesten Namen, die hier am hellsten glänzen. Willem Willemsz van der Vliet beispielsweise ist nicht gerade Dauergast in der Kunstszene, weder auf dem Markt noch in Ausstellungen. Die jetzt für 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar angebotene, fast anderthalb Meter breite Leinwand mit sechs Personen, die, ohne dass man sie bislang näher zu deuten vermochte, durch aufgesetzte Masken offensichtlich einen allegorischen Inhalt transponieren, wurde im März 1983 bei Sotheby’s in London noch für schlappe 30.000 Pfund versteigert. Die gewaltige Wertsteigerung, die hier vermutet wird, ergibt sich wohl zu etwa gleichen Teilen aus der geheimnisvollen Ikonologie und der stupenden Malweise des 1627 datierten Gemäldes.

Etwas bekannter und in der Öffentlichkeit präsenter, aber auch nicht eben in der allerersten Reihe steht der Leidener Künstler Gerrit Dou. Ihn zeichnet eine fast fotografisch klare Wiedergabekunst aus, die sich meist auf stille, unspektakuläre Motive konzentriert: im vorliegenden Fall auf eine alte, faltenreiche Frau am Spinnrad, die einsam und kurz von ihrer Arbeit lassend in kleinem Kämmerlein ihren Brei löffelt. 2 bis 3 Millionen Dollar erwartet das Auktionshaus für diese eher kleinformatige Tafel, die – auch bei Dou haben die Preise kräftig angezogen – 1979 noch für 110.000 Pfund über den Tresen ging. Zu einem neuen Auktionsrekord könnte es für Osias Beert d.Ä. reichen, der bei 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar das teuerste Stillleben des Tages stellt – auch dies eines der zahlreichen Gemälde, die, vor etwa einer Generation in einem der beiden großen Häuser erworben, jetzt erneut auf dem internationalen Auktionsmarkt landen. Nur einen Besitzerwechsel vermerkt die Provenienzliste dagegen beim Blick über ein am Flussufer gelegenes Dorf von Frans Post. Hoch gehandelt werden Posts Landschaften wegen ihrer exotischen Motive, und mit 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar auch diese, weil sich ihre Entstehung einer Brasilienreise ihres Schöpfers wohl in den späten 1630er Jahren verdankt. Diese Schätzung verlangt außerdem Joachim Anthonisz Wtewaels kleine, bisher unbekannte Kupfertafel mit dem Sündenfall, auf der Eva im Paradies Adam gerade den Apfel vom Baum der Erkenntnis reicht.

Nicht fehlen dürfen natürlich die Werke der Brueghel-Familie. Von Jan Brueghel d.Ä. gibt es eine herrliche saftig-grüne, im Hintergrund verblauende Wald- und Wiesenlandschaft mit viel reisendem Volk aus dem Jahr 1612 für 1 bis 1,5 Millionen Dollar sowie eine etwas düstere Flusslandschaft, in die der Süddeutsche Hans Rottenhammer das Personal von Perseus und Andromeda eingearbeitet hat (Taxe 400.000 bis 600.000 USD), von seinem Sohn Jan Breughel d.J. eine kleine Hügellandschaft mit einigen Mühlen und einer Ortschaft im Hintergrund für 200.000 bis 300.000 Dollar. Eine fast baugleiche, aber etwas größere und farblich brillantere Version desselben Motivs bietet Christie’s in seiner Auktion für 300.000 bis 500.000 Dollar an. Pieter Breughel d.J. stellt einmal mehr ein Sitten(strolch)gemälde par excellence zur Verfügung: Bauernvolk, das tanzend, singend, liebes- und alkoholtrunken, aber auch kackend und raufend von der Dorfkirmes nach Hause kehrt (2 bis 3 Millionen USD). Peter Paul Rubens ist immerhin mit einer kleinen Ölskizze vertreten, die ein rundbogig geschlossenes Altarbild mit dem Martyrium des heiligen Paulus vorbereitet (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD).

Von Rottenhammers Mitwirkung an dem Brueghel-Gemälde abgesehen, bietet Deutschland eigentlich nur ein Gemälde von Belang – dies aber ist ein kapitales Stück: Lucas Cranachs d.J. Halbportrait einer rauschend-festlich gekleideten Dame im Dreiviertelprofil, das alle Merkmale der prallen Renaissancekunst der Wittenberger Cranach-Werkstatt offenbart. Indes war die gut sechzig mal vierzig Zentimeter messende Tafel erst vor vier Jahren bei Christie’s in London und wurde dort zum Rekordpreis von 1,6 Millionen Pfund verkauft. Wenn jetzt 3 bis 4 Millionen Dollar erreicht werden, hat sich das Geschäft für den Einlieferer nicht wirklich gelohnt. Aus der jüngeren Zeit ist noch Angelika Kauffmann zu nennen, die sich in ihrem wohl Mitte der 1760er Jahre, also recht früh in ihrem Leben, entstandenen Bildnis amerikanischen Kaufmanns John Apthorp mit seinen beiden Töchtern wieder einmal als ausgezeichnete, einfühlsame Portraitistin profiliert (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Das 18te Jahrhundert ist dann auch die Zeit, in der künstlerische Traditionen mit rationalistischen Erwägungen zusammentreffen. Eine Wiederaufnahme und zugleich Umdeutung altbewährter Themen und Stoffe war die Folge. Wenige Hervorbringungen dieses Zeitalters sind derart überzeugend wie die ganz klassisch anmutenden und doch in ganz neuem Licht erstrahlenden Landschaften des Franzosen Claude Joseph Vernet. Hochgeschätzt in seiner Zeit, zwischendurch auch viel geschmäht, erfreuen sich seine klaren Natur- und Kulturwiedergaben, die die Diesseitigkeit atmen und doch in weite, unbekannte Fernen ausblicken, heute wieder größter Beliebtheit. 1,5 bis 2 Millionen Dollar für einen mehr als 260 Zentimeter breiten Blick von einem belebten Ufer aus auf die abendliche See mit ruhenden Segelschiffen von 1776 oder 1 bis 1,5 Millionen Dollar für ein kleineres Format mit einer ähnlichen Szene bei Tage von 1761 erscheinen daher keineswegs übertrieben. Eine Nachtstimmung bei Mondschein gibt es schon für 250.000 bis 350.000 Dollar.

Geradezu berechnend geht Luis Egidio Meléndez vor, wenn er sich ebenfalls gegen Mitte des Jahrhunderts auf die hundert Jahre ältere Stilllebenkunst seiner spanischen Landsleute bezieht: Plötzlich erscheint diese Malerei wie ein Reload im modernen Sinne und daher ungeheuer weit vorausweisend (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Wem dabei schwindelt, dem seien die beschaulichen Venedig-Veduten des Michele Marieschi mit Blick auf Dogenpalast und Campanile (Taxe 500.000 bis 700.000 USD) oder in umgekehrter Richtung vom Markusplatz aus mit Blick auf die Piazzetta ans Herz gelegt (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Oder die Landschaftskunst der Engländer wie John Constables kleine abendliche Skizze an einem Sommerabend für 300.000 bis 400.000 Dollar oder William Turners Berglandschaft bei Bonneville in Savoyen, welchen Ort der Künstler 1802 besuchte und mithilfe mehrerer Zeichnungen in sein Gedächtnis heftete (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Erwähnt werden muss noch ein hübsches Bildnis des Franzosen Jean-Baptiste Greuze, das 1804 den damals etwa zwanzigjährigen Florentius Josephus van Ertborn zeigt. Dieser wurde später als Kunstsammler wichtig, vermachte er doch dem Koninklijk Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen zentrale Werke der Altmeistermalerei beispielsweise von Jean Fouquet, Simone Martini und Jan van Eyck. Greuzes unprätentiöses Portrait des jungen Schöngeists soll 400.000 bis 600.000 Dollar kosten.

Vorgeschaltet ist diesmal am 26. Januar eine einzelne Sammlung: Versteigert werden knapp sechzig Werke aus dem Bestand des vor elf Jahren bei einem Brand umgekommenen Bankiers Edmond J. Safra. Auch hier teilen sich Italiener und Flamen zu annähernd gleichen Teilen die Trophäen, etwa die beiden Spitzenstücke. So steht Jacopo Amigonis fast kühle barockklassizistische Darstellung von Venus und Adonis mit dem kleinen Amor für 1,5 bis 2,5 Millionen Dollar beispielsweise Hendrik Martensz Sorghs nicht nur musikalisch ambitionierter Gesellschaft in einem dunklen Interieur von 1661 für 2 bis 3 Millionen Dollar gegenüber. Giovanni Paolo Panini, der schon das Hauptprogramm mit einigen seiner fantasievollen Architekturlandschaften bestückt, erfreut auch hier durch erlesene Arrangements zum Teil mit hohem Wiedererkennungswert wie auf zwei 1739 entstandenen und auch dem Format nach zu schließen zusammengehörigen Gemälden mit einigen Ruinenversatzstücken aus Rom und Tivoli (Taxen je 1 bis 1,5 Millionen USD). Auch Cornelis van Poelenburgh, der mehrere in Italien lebte, schuf schon rund hundert Jahre zuvor solche kunstvoll komponierten Landschaften mit antiken Gebäuden, wie sein Capriccio aus römischen Ruinen, der Engelsburg im Hintergrund und Händlern sowie Wäscherinnen dazwischen (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Dem stellen die „echten“ Niederländer einige Historienszenen entgegen wie Jan Miels Ceres, Bacchus und Venus von 1645 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD), Genrestücke wie Dirck Hals’ Tricktrackspieler von 1626 (Taxe 600.000 bis 800.000 USD) oder erstklassige Stillleben wie Balthasar van der Asts üppigen Früchteberg mit einer Anzahl sauber gezeichneter Muscheln und Schneckenhäuser (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Zu dieser Gattung leistet mit Maria van Oosterwijck auch eine der wenigen Künstlerinnen einen hochwertigen Beitrag: Ihr Blumenstrauß aus dem Jahr 1680 blüht in einer Glasvase prächtig auf (Taxe 600.000 bis 900.000 USD). Dirck de Bray eifert ihr mit seinem Blumenkorb nach, kommt aber nicht an ihren duftigen Glanz heran (Taxe 300.000 bis 400.000 USD). In Quiringh Gerritsz van Brekelenkams Schilderung eines Schusters bei der Arbeit mit seiner Frau am Spinnrad von 1653 treten zudem Stilllebenelemente auf (Taxe 300.000 bis 500.000 USD).

Rembrandt tritt zwar nicht in Erscheinung, doch gruppieren sich um ihn sein Lehrer Pieter Lastman mit der biblischen, gestenreichen Erzählung vom Brandopfer des Manoach aus dem Jahr 1624 (Taxe 400.000 bis 600.000 USD) und sein direktes Umfeld: Jacob van Loo hat seine Danaë mit dem Goldregen Jupiters als seitenverkehrte Schöpfung der etwas älteren Komposition Rembrandts aufgebaut (Taxe 250.000 bis 350.000 USD), und aus Salomon Konincks Tafel „Esther bereitet sich für Ahasver“ spricht die selbe Figurenauffassung (Taxe 300.000 bis 500.000 USD). Winterlandschaften steuern Aert van der Neer mit einem zugefrorenen Fluss samt Kolfspielern (Taxe 300.000 bis 500.000 USD) und Gysbrecht Leytens mit verschneiten, fantasievollen Bäumen bei, um die sich Reisigsammler scharen (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Während Abraham Storck seinen holländischen Hafen mit vielen, auch badenden Menschen in schönsten Farben ausgestaltet (Taxe 125.000 bis 175.000 USD), verzichtet Willem van de Velde d.Ä. in seiner „penschilderij“ auf jegliches Kolorit und hat auf der mit Öl grundierten ein Kriegsschiff zentral mit dem Bleistift ins Bild gerückt (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Für die gleichen Schätzungen bietet Gerrit Adriaensz Berckheyde wieder einen feinen Blick auf Den Haag mit dem Binnenhof, dem Gevangenpoort und einigen Menschen davor.

Im 18ten Jahrhundert wandte sich der Geschmack Safras dann mehr der französischen Kunst zu. Er sammelte etwa Jean Restouts noch barock gedachten Abschied Hectors von Andromache aus dem Jahr 1727 (Taxe 150.000 bis 200.000 USD), folgte der Entwicklung mit den beiden empfindsamen Gegenstücken mit hügeligen Landschaften an Flüssen und Landvolk von Jean-Baptiste Pillement (Taxe 150.000 bis 250.000 USD), interessierte sich für die frühklassizistischen Pendants mit Allegorien auf die Künste von Louis Tessier (Taxe 250.000 bis 350.000 USD) und kam dann mit dem Portrait eines Offiziers von Louis Gauffier auf einer Terrasse vor Florenz (Taxe 150.000 bis 200.000 USD) oder der symbolbeladenen, mythologischen Szene „Das Urteil des Paris“ in weiter mediterraner Gegend von Guillaume Guillon Lethière aus dem Jahr 1812 ganz im Klassizismus an (Taxe 250.000 bis 350.000 USD). Den Abschluss seiner Sammlung bilden indes drei Werke eines schwedischen Künstlers, der schon deutlich in die Moderne fällt: Anders Zorns drei Frauenakte, einmal als Badende an einem schattigen Flussufer, einmal von vorn in einem Wohnzimmer aus dem Jahr 1917 und einmal von hinten vor einer hölzernen Kammertür aus dem Jahr 1905. Veranschlagt sind sie je zwischen 250.000 und 500.000 Dollar.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



17.01.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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26.01.2011, Important Old Master and 19th Century Paintings from the Collection of J. E. Safra

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Venezianische Grandezza

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