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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Nach der impressionistischen und modernen Kunst hat Sotheby’s in London die Auktion einer illustren Privatsammlung anberaumt und schlägt mit ihr die Brücke zur Gegenwartskunst

Bildnis eines Rivalen



Paul Éluard gehört zu den frühesten Mitstreitern der neuen surrealistischen Bewegung. Schon 1919 stieß der Poet zum Künstlerkreis um André Breton, der ihm als Dichter des Surrealismus die größte Nähe zur Malerei bescheinigte. Als „Freund der Maler“ hielt Éluard engen Kontakt mit Pablo Picasso, Man Ray, Joan Miró und Max Ernst. Letzterer malte 1923 sogar Teile von Éluards Wohnhaus in Eaubonne nördlich von Paris aus. 1929 lernt er dann auch den jungen Salvador Dalí kennen, was für ihn folgenreich wird. Denn Éluard verliert kurze Zeit später seine Frau Gala an den spanischen Maler. Sie lässt sich 1932 von ihm scheiden, heiratet 1934 Dalí und kehrt trotz lebenslanger Liebesbriefe von Éluard nicht zu ihrem ersten Ehemann zurück. Doch Dalí hat seinem Rivalen auch ein Denkmal gesetzt: Ein büstenartiges Portrait des Dichters, schwebend über dem Horizont einer Farblandschaft und angefüllt mit allerlei Freudschen Symbolen, die Wesen und Gedankenwelt Éluards spiegeln. Das 1929 entstandene Werk markiert somit einen Wendepunkt in Dalís persönlichem Leben, aber auch in seiner Kunst. Trat er damals doch der Surrealistengruppe bei und wurde einer ihrer Hauptvertreter.


Salvador Dalís „Portrait de Paul Éluard“ ist nun eines der Highlights einer Privatsammlung, die Sotheby’s in einer eigenen Abendauktion unter dem Titel „Looking Closely: A Private Collection“ offeriert. Für 3,5 bis 5 Millionen Pfund soll es am 10. Februar in London den Besitzer wechseln. Die 60 Arbeiten eines ungenannten Sammlers, die direkt auf die Versteigerungen mit Kunst des Impressionismus und der Moderne folgen, sollen nochmals rund 45 Millionen Pfund einfahren und bereiten diesmal den Zeitgenossen den Weg, die in London in der kommenden Woche auf dem Auktionsprogramm stehen. Hinter der über 30 Jahre lang zusammengetragen exquisiten Kollektion vermuten Kenner den Genfer Privatsammler Georges Kostelitz, der im letzten Jahr verstorben ist. So soll er 1965 in Francis Bacons Londoner Hausgalerie Marlborough Fine Art auch dessen fulminantes Triptychon „Three Studies for Portrait of Lucian Freud“ erworben haben. Den Künstlerfreund hat Bacon 1964 als deformierte Gestalt existentiell ins Bild gesetzt. Mit 7 bis 9 Millionen Pfund ist es das teuerste Los der Auktion.

Lucian Freud tritt dann selbst in Erscheinung und zwar in einem „Self Portrait“, das ihn 1952 als nachdenklichen jungen Menschen vor dunklem, unbestimmten Hintergrund zeigt (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Daneben listet der Katalog noch zwei typische seiner auf den menschlichen Körper fixierten realistischen Bilder aus den 1980er Jahren, eine weibliche, nackte, auf dem Sofa „Seated Figure“ für 1 bis 1,5 Millionen Pfund und das dralle Babybildnis seiner Enkelin „Frances Glory“ aus dem Jahr 1988 für 350.000 bis 450.000 Pfund. Zudem ist Alberto Giacometti mit einem kargen, existentialistischen Bildnis zugegen, diesmal mit der strengen Frontalansicht von „Annette“ aus dem Jahr 1961 (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Als weiterer großer Menschenbildner tritt dann noch Amedeo Modigliani in Erscheinung. An der französischen Rivera hielt er 1919 den belgischen Dichter und Kritiker Frans Hellens mit dem schmalen Gesicht und den melancholischen Augen als feinen, gediegenen und anrührenden Mann fest (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP).

Zu Auktion mit den Modernen gibt es noch andere Überschneidungen, etwa eine typische „Natura morta“ mit vier Keramikgefäßen von Giorgio Morandi aus dem Jahr 1946 für 500.000 bis 700.000 Pfund, den Kubismus in Form von Juan Gris’ Zeichnung „Siphon et verre“ von 1916 für 350.000 bis 450.000 Pfund und von drei Masken Julio González’ aus dem späten 1920er Jahren, die bis zu 1,2 Millionen Pfund für seine stark abstrahierte Gesichtsform „Ombre et lumière“ vordringen sollen, oder in der Kunst Paul Klees. Sein stilles Aquarell „tief-Ebene“ von 1932 ist eine Komposition aus vielen kleinen fahlen Farbquadraten (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP), während die abstrakte Landschaft „Freundlicher Ort“ von 1919 in bunten Farben schwelgt (Taxe 650.000 bis 850.000 GBP).

Auch Joan Miró und Max Ernst sind noch mit Arbeiten aus der Vorkriegszeit vertreten. 1924 zeichnete der Spanier in lockerem Gestus auf einem kleinen Blatt seine abstrakten Vorstellungen von Natur, die ihn schon damals als Freund der Lebewesen ausweisen (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Ernsts Bild „La Fleur du désert“ entstand nur ein Jahr später, als er sich erstmals intensiv mit den Techniken der Frottage und Grattage beschäftigte (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP). Für die Verbindung von moderner und zeitgenössischer Kunst steht zudem Alexander Calder. So datiert seine Drahtskulptur „L’Acrobate“, eine vom Zirkus in Paris inspirierte Raumzeichnung, noch in die späten 1920er Jahre (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP), während sein spielerisches Mobile „Deux Ailes Bleues“ mit roten, schwarzen, gelben und weißen Scheiben aus dem Jahr 1966 stammt (Taxe 800.000 bis 1.200.000 GBP).

In der Nachkriegzeit überwiegt dann die ungegenständliche Kunst. So trifft Antoni Tàpies’ von Ritzen durchzogenes „Red Relief No. LXIII“ von 1957 bei 300.000 bis 400.000 Pfund auf Jean Fautriers ebenfalls schrundiges „Corps D’Otage“ von etwa 1943, das schwach an einen verstümmelten Menschenkörper erinnert (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP), Pierre Soulages’ schwer lastende Schwärze in der „Peinture, 10 Août 1961“ bei 600.000 bis 800.000 Pfund auf Serge Poliakoffs verkeilte graue und hellbraune Farbflächen der „Composition Abstraite“ von 1962 bei 80.000 bis 120.000 Pfund. Hans Hartungs Strichbündel und Liniengewirr auf der Leinwand „T1961-35“ lebt genauso vom finsteren Schwarz (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP) wie Alfred Manessiers 1963 gemalter „Jardin des Oliviers ou l’Hommage au Greco“, aus dem die Farben dunkel hervorleuchten (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP).

Der Amerikaner Alfonso Ossorio hat seine „Death Spur“ von 1955/56 aus vielen kleinen Farbschlieren aufgebaut (10.000 bis 15.000 GBP). Ihm eifert Jean Bazaine 1961 mit dem blauweißen Farbteppich „Le Ciel et la Mer“ nach (Taxe 18.000 bis 25.000 GBP). Für die abstrakte Plastik steht dann Hans Arp, der seine elegante amorphe Bronze „Entité ailée“ von 1961 bei 500.000 bis 700.000 in die Auktion entlässt. Um die Schätzpreissumme zu erreichen, bedarf es noch einiger Schwergewichte. Mit mehreren Millionenpreisen tritt dann noch Marc Chagall an, den die Sammlerfamilie in den 1960er Jahren gleich mit einigen Gemälden beauftragte. Die kleineren farbenfrohen Arbeiten „La Danse“ und „La Musique“ von 1967 liegen bei jeweils 2 bis 3 Millionen Pfund, die größeren biblischen Visionen „Bethsabée“ und „David“ bei jeweils 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund. Schließlich ließ sich der Sammler auch von der Kunst Friedensreich Hundertwassers begeistern. Schon in der frühen Arbeit „Five Men Standing“ von 1951 sind wesentliche Merkmale der bunten und heiteren Kunst des Österreichers angelegt (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), die sich dann 1965 in der Häuser- und Gesichtsverschleifung „Contretemps II Berlin – The Promise of Berlin“ weiterentwickelt haben (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



08.02.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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10.02.2011, Looking Closely: A Private Collection

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Die Freuden der Sammler

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Amedeo Modigliani, Frans Hellens, 1919
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Kunstwerk:

Paul
 Klee, teif-Ebene, 1932
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Juan Gris, Siphon et verre, 1916
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Paul Klee, Freundlicher Ort, 1919
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Paul Klee, Freundlicher Ort, 1919

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Taxe: 650.000 - 850.000 GBP

Zuschlag: 880.000,- GBP

Losnummer: 20

Amedeo Modigliani, Frans Hellens, 1919

Amedeo Modigliani, Frans Hellens, 1919

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 3.100.000,- GBP

Losnummer: 16

Paul Klee, teif-Ebene, 1932

Paul Klee, teif-Ebene, 1932

Taxe: 700.000 - 900.000 GBP

Zuschlag: 925.000,- GBP

Losnummer: 3

Juan Gris, Siphon et verre, 1916

Juan Gris, Siphon et verre, 1916

Taxe: 350.000 - 450.000 GBP

Zuschlag: 850.000,- GBP

Losnummer: 4




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