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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London mit einem herausragenden und vielen normalen Ergebnissen

Interesse auch an Jugendsünden



Ihren Meister hatte sie, die Londoner Abendauktion von Impressionisten und Modernen bei Sotheby’s am vergangenen Dienstag. Wenig überraschend sein Name: Pablo Picasso. Angeboten auf der Nummer acht war sein 1932 entstandenes Ölbild „La Lecture“, das seine damalige Geliebte Marie-Thérèse Walter in sanftem, träumerischem Schlummer über einem in den Schoß gesunkenen Buch zeigt. 12 bis 18 Millionen Pfund hatte Sotheby’s für die Leinwand angesetzt, deren Entstehung in unmittelbare zeitliche Nähe zu dem Rekordbild „Nu au plateau de sculpteur (Nude, Green Leaves and Bust)“ fällt, welches im letzten Mai 95 Millionen Dollar erzielt hatte. Vielleicht war es neben der farblich und linear harmonischen Komposition selbst auch dieses schillernde Umfeld, das die Wertentwicklung des Gemäldes während der Auktion noch positiver verlaufen ließ als erwartet. 22,5 Millionen Pfund bewilligte ein anonymer Bieter schließlich für das Gemälde, mit Aufgeld also mehr als 25,2 Millionen Pfund oder umgerechnet rund 30 Millionen Euro. Dafür darf er aber auch ein Bild sein Eigen nennen, das zu den schönsten und besten gehört, die Picasso aus dieser Phase seines Lebens hinterlassen hat.


Dem für Londoner Abendauktionsverhältnisse guten, aber nicht übermäßig exzeptionellen Angebot entsprechend hinterließ die Veranstaltung vom 8. Februar insgesamt einen zufrieden stellenden Eindruck. Von den 42 Stücken wurden 32 verkauft, zehn blieben also unveräußert, worunter die Rückgänge von Alberto Giacomettis Ölgemälde „Diego“ von 1958 und seiner Bronze „Grand Buste de Diego avec bras“ von 1957/58 für jeweils etwa 3 bis 5 Millionen Pfund die schwerwiegendsten waren. Der Bruttoumsatz lag mit knapp 69 Millionen Pfund annähernd in der Mitte der Nettoschätzung von 55 bis 80 Millionen Pfund. Man ist also wieder in der Normalität eines starken Marktes angekommen, der in London immer noch ein wenig ruhiger ist als bei den hektischeren New Yorker Auktionen.

Der französische Impressionismus, stark, aber nicht an der Spitze vertreten, schnitt etwas enttäuschend ab. Claude Monets in sanftem Abendlicht schimmernde Flusslandschaft „Argenteuil. Fin d’après-midi“ aus dem Jahr 1872 etwa blieb bereits an 3 Millionen Pfund hängen (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen GBP). Pierre-Auguste Renoirs vierzehn Jahre vor Picassos „La Lecture“ entstandene Version einer Lesung, „Deux femmes aux corsages rouge et rose“, fand bei 2 bis 3 Millionen Pfund überhaupt keinen Abnehmer. Camille Pissarros heitere Garten- und Wiesenlandschaft „Soleil couchant au Valhermeil, Auvers-sur-Oise“ von 1880 verharrte dann an der unteren Schätzgrenze bei 800.000 Pfund. Paul Signac, der Neoimpressionist, erlöste mit seiner geheimnisvoll schimmernden Vedute „Venise. La Salute. Vert“ aus dem Jahr 1908 wenigstens 2,05 Millionen Pfund (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP).

Einen überzeugenden Auftritt legte die deutsche Kunst hin. Lyonel Feiningers prismatisch in einzelne Farbzacken zerlegter „Raddampfer am Landungssteg“ von 1912 konnte seinen Wert auf von 1 bis 1,2 Millionen Pfund auf 2,8 Millionen Pfund mehr als verdoppeln und landete auf Platz vier der Ergebnisliste. Emil Noldes erfrischendes Blumenbild „Zinnien und Stockrosen“ aus dem Jahr 1938 brachte es auf 1,05 Millionen Pfund (Taxe 900.000 bis 1,4 Millionen GBP), von 500.000 bis 700.000 Pfund auf 800.000 Pfund steigerte sich seine 1950 entstandene Farbsymphonie „Überschleierte Sonne“. Für Max Liebermanns „Gartenlokal an der Havel unter Bäumen“ als einem feinen Vertreter des späten Impressionismus aus den frühen 1920er Jahren reichte es zur oberen Schätzung von 750.000 Pfund. Die rasch hingebürsteten „Chrysanthemen und Rosen im Krug“ seines elf Jahre jüngeren Kollegen Lovis Corinth aus dem Jahr 1917 verbesserten sich leicht auf 520.000 Pfund.

Teuerste Skulptur wurde Marino Marinis annähernd lebensgroße und vom Künstler selbst sparsam bemalte Bronze „L’idea del cavaliere“ aus den Jahren 1955/56. Die untere Grenze der Schätzung von 3,7 bis 4,5 Millionen Pfund wurde hier erreicht. Henry Moores „Reclining connected forms“, 1969 in insgesamt zehn Exemplaren gegossen, war marktgerecht mit 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund bewertet worden und erreichte entsprechende 1,8 Millionen Pfund. Die 1,2 Millionen Pfund, die es für Giorgio Morandis stille Ansammlung von Kannen, Flaschen und Vasen aus dem Jahr 1952 gab, stellten den bisherigen Rekordpreis aus dem Jahr 2007 ein (Taxe 800.000 bis 1.200.000 GBP). Und mit den 1,75 Millionen Pfund für die späte, flotte Malerei „Le peintre et son modèle dans un paysage“ von Pablo Picasso aus dem Jahr 1963 hatten die Experten nicht gerechnet (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP).

In einer kleinen Zwischenabteilung widmete sich die Auktion alter Tradition folgend den Surrealisten, deren Aushängeschild einmal mehr René Magritte war. Seine Gouache „Le maître d’école“ aus dem Jahr 1955 überraschte: Die Rückenansicht eines Mannes, über dessen Melone die schmale Sichel eines abnehmenden Mondes am nachtblauen Himmel steht, spielte mit 2,2 Millionen Pfund den bislang höchsten Betrag für eine Papierarbeit des Belgiers ein (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Das Ölbild „La Joconde“ von 1960 blieb mit seinen im Rahmen der Schätzung verharrenden 2,15 Millionen Pfund ein wenig dahinter zurück. Yves Tanguy, eher der Richtung Salvador Dalís zuzurechnen, schaffte 390.000 Pfund für die ungestaltete Landschaftsszenerie „Lumen“ aus dem Jahr 1949 (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP).

Die rund 270 Werke umfassende Tagesauktion am 9. Februar spielte bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 80 Prozent brutto weitere 21,5 Millionen Pfund ein. Punkten konnten hier noch einmal insbesondere die Franzosen: Edouard Manets tristes Winterbild „La gare du chemin de fer de Sceaux“ vom Pariser Belagerungswinter 1870 erreichte 670.000 Pfund (Taxe 380.000 bis 500.000 GBP), Maximilien Luces sonnige Ansicht von „Saint-Tropez“ aus dem Jahr 1892 sogar 750.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Sein neoimpressionistischer Kollege Henri Edmond Cross wurde für die aus zahllosen kleinen Farbtupfern zusammengesetzte „Paysage de la Chaine des Maures“ aus dem Jahr 1904 mit 350.000 Pfund geehrt (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP).

Auch Théo van Rysselberghe überschritt bei 210.000 Pfund mit seiner sanften „Paysage avec maisons“ von 1894 den Schätzrahmen von 150.000 bis 200.000 Pfund. Für ein Jugendwerk Paul Cézannes, das einen mittelalterlichen bärtigen Mann zeigt, interessierten sich die Kunden besonders: Das um 1862/64 gemalte Bild wurde von 60.000 bis 80.000 Pfund auf 250.000 Pfund katapultiert. An die Spitze setzte sich jedoch ein Kubist: Juan Gris’ in die Fläche gebanntes Stillleben „La mandoline noire“ von 1926 landete bei 790.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP), gefolgt von Georges Braques „Pichet, poire coupée, verre“ von 1929 für taxgerechte 210.000 Pfund. Als Bildhauer dieser Richtung trat Joseph Csaky mit seiner in geometrische Formen aufgelösten Steinarbeit „Enfant“ von 1920 bei 85.000 Pfund in Erscheinung (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP).

Teuerstes Werk der deutschen Kunst wurde eine Schneelandschaft Hermann Max Pechsteins aus dem Jahr 1917 zur oberen Schätzung von 250.000 Pfund, dicht gefolgt bei 240.000 Pfund von einem Strauß „Rosa Rosen“ ebenfalls von 1917 aus einem New Yorker Nachlass von Arbeiten Lovis Corinths (Taxe 180.000 bis 250.000 GBP). Auf 130.000 Pfund verdoppelte sich der Wert von Gabriele Münters naiver Malerei „Der Hafen von Narvik“, auf 140.000 Pfund verdreifachte er sich gar bei Max Liebermanns „Segelbooten am Wannsee“ um 1922. Auch bei den kleinen Preisen gab es manche rasante Steigerung, so für Ernst Ludwig Kirchners Tuschezeichnung „Varietétänzerinnen“ um 1908 auf 24.000 Pfund (Taxe 7.000 bis 10.000 GBP), für Erich Heckels aquarelliertes Blatt „Badende am Teich“ von 1909 auf 45.000 Pfund (Taxe 18.000 bis 25.000 GBP) oder für Karl Schmidt-Rottluffs in gleicher Technik ausgeführte „Mädchen am Tisch“ von 1925 auf 30.000 Pfund (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP).

Ein weiteres Bietgefecht löste ein Ölgemälde der südafrikanischen Künstlerin Irma Stern aus: Sichtlich zeigt ihre schwarze Frau, die sich am 9. Juni 1946 als „Banana carrier“ betätigte, den Einfluss deutscher Expressionisten, hatte die 1894 geborene Künstlerin doch zwischen 1913 und 1926 hierzulande gelebt und unter anderem mit Pechstein zusammen studiert. Von 250.000 bis 350.000 Pfund auf 380.000 Pfund kletterte das Bild einer Künstlerin, die auf den großen Auktionen von Christie’s und Sotheby’s eher selten zur Geltung kommt. Unter den Skulpturen schließlich sind Barbara Hepworths formschöner Alabasterring „Mandala“ von 1960 und Max Ernsts eulenartige Bronze „Dans les rues d’Athènes“ von 1960 zu nennen, die beide weit über ihre Schätzungen 270.000 Pfund erzielten.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



11.02.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Zuschlag: 3.000.000,- GBP

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Juan Gris, La mandoline noire, 1926

Juan Gris, La mandoline noire, 1926

Taxe: 350.000 - 450.000 GBP

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Taxe: 380.000 - 500.000 GBP

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Max Liebermann, Gartenlokal an der Havel unter Bäumen, um 1920/22

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Taxe: 550.000 - 750.000 GBP

Zuschlag: 750.000,- GBP

Losnummer: 4

Camille Pissarro, Soleil couchant au Valhermeil, Auvers-sur-Oise, 1880

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Taxe: 800.000 - 1.000.000 GBP

Zuschlag: 800.000,- GBP

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Max Liebermann, Segelboote am Wannsee, um 1922

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