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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Dorotheum versteigerte Jugendstilobjekte und modernes Kunsthandwerk mit durchschnittlichem Ergebnis

Veredelter Schreibtisch



Koloman Moser, Tintenfass, 1903

Koloman Moser, Tintenfass, 1903

Das runde, etwas osmanisch angehauchte Tintenfass aus versilbertem Alpaka mit Hammerschlagdekor führte die Wiener Werkstätte nach einem Entwurf von Koloman Moser 1903 genauso aus wie den dazu passenden Briefbeschwerer mit sechs applizierten Kugeln und den Federwischer. Jetzt zieren diese Utensilien wohl den Schreibtisch eines Bieters, der bei der letzten Jugendstil-Auktion des Dorotheum für das Fässchen den stolzen Preis von 52.000 Euro hinlegte und damit den unteren Schätzpreis mehr als verdoppelte. Für die beiden anderen Lose des edlen Schreibtischsets reichte die untere Bewertung von 15.000 Euro zum Zuschlag. Die Silberware aus dem Hause Otto und Mäda Primavesi bescherte dem Wiener Versteigerer in der Auktion mit Angewandter Kunst des 20sten Jahrhunderts gute Einnahmen. Das war auch nötig, denn insgesamt verlief die Auktion eher gediegen, was die durchschnittliche Zuschlagsquote von knapp 51 Prozent belegt.


Ein weiteres Silberobjekt erzielte am 25. November zwar auf den ersten Blick mit 18.000 Euro einen hohen Preis, allerdings erfüllte der Silbersamowar auf Rechaud mit Brenner nur die unteren Erwartungen. Josef Hoffmann hatte den Samowar 1909/15 mit Malachitcabochons, Ebenholzgriffen und -knauf, ovalem zylindrischen Körper mit Kanneluren und leichtem Hammerschlag entworfen und bei der Wiener Werkstätte, namentlich bei dem Silberschmied Adolf Erbrich, in Auftrag gegebenen. Ein weiteres Objekt von Koloman Moser bot das Dorotheum mit der Gitterschale nach einem Entwurf von 1904 an. Doch die sternförmige quadratisch perforierte Schale enttäuschte bei 8.500 Euro, womit sie die unteren Erwartungen um 1.500 Euro unterbot. Mit Hoffmanns goldener Diamantbrosche samt originalem Etui hatte das Dorotheum überhaupt kein Glück. 60.000 bis 100.000 Euro waren einfach zu teuer. Trotz einiger Erhaltungsmängel ging wenigstens Dagobert Peches Exemplar in Gestalt eines kleinen Blütenbäumchens für 6.000 Euro weg (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR).

Im Jahr 1929 entwarf Gudrun Baudisch den „Doppelkopf“, eine Plastik aus Keramik mit zwei weiblichen Köpfen samt lang gestreckten Hälsen, sinnlichen Lippen und halb geschlossenen Augen. Aber auch dieses Kunstwerk konnte mit seinem Zuschlag von 26.000 Euro nicht überraschen, denn bereits 2007 wurde beim Kinsky ein Objekt dieser Serie für 1.000 Euro mehr versteigert (Taxe 26.000 bis 30.000 EUR). Allgemein fand Figürliches kein überragendes Interesse, so zum Beispiel auch Josef Lorenzls Tänzerin „Aida“ nach einem Entwurf um 1922/23 und von der Wiener Firma Goldscheider in Keramik ausgeführt. Die stolze Pseudoägypterin blieb 1.000 Euro unter den veranschlagten 3.000 Euro zurück.

Überraschend war der Zuschlag bei 13.000 Euro für den Aufsatz mit vier Karyatiden von Friedrich Pollak aus dem Jahr 1912. Das ovale Keramikobjekt in dominantem Weiß, schwarzen Mustern und dezenter grünblauer Bemalung der Fruchtgehänge konnte seine Bewertungen von 3.000 bis 4.000 Euro somit verdreifachen. Der Blumenübertopf Otto Prutschers mit stilisierten Blüten um 1915/20 blieb dann mit 2.200 Euro wieder etwas hinter den Schätzungen zurück, während Eduard Klablenas nachdenklich an einen Tisch gelehntes Mädchen um 1916/18 mit 2.800 Euro und Rudolf Podanys ebenfalls für Goldscheider produzierte, erotische Tänzerin mit 3.000 Euro taxgerecht übernommen wurden.

Meist waren es doch dann die seltenen und ausgefallenen Stücke, die eine Chance auf einen guten Verkauf hatten, wie zum Beispiel die „Vanitas“-Vase von Vilmós Zsolnay aus Pécs um 1900. Gruselig beugt sich ein weiß gewandetes Skelett über eine Urne mit grüngoldener Eosinglasur. Der Hammer fiel für die Porzellan-Fayence bei 15.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Gio Ponti präsentiert seinen Frauenakt auf der Schauseite seiner blau grundierten Keramikschale. Sie hält grazil eine Muschel in der Hand und ist von Seilen und einem hellblauen Tuch umgeben. Der Zuschlag von 22.000 Euro bedeutet eine Verdreifachung des Schätzpreises.

Die Glasabteilung hatte keine spektakulären Erlöse zu verzeichnen. Das meiste konnte grade zum unteren Schätzpreis das Auktionshaus verlassen. Nur außergewöhnliche oder raffinierte Stücke konnten mehrere Bieter für sich einnehmen, wie eine Vase mit Pinguinen von Emile Gallé um 1925, die die obere Schätzung von 4.000 Euro auf 6.000 Euro hochtrieben. Dieselbe Manufaktur aus Nancy stellte auch den höchsten Preis beim französischen Glas: 6.500 Euro für eine orangefarbene Vase mit geschwungenem Blumendekor um 1900 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Ihre kleine Vase „Soliflore mit Libelle“ konnte sich dann um 700 Euro auf 2.200 Euro steigern. Beim großen Konkurrenzunternehmen Daum Frères überzeugte eine Tischlampe in Form einer Blume mit geschwungenem Eisenfuß und rundem Glasschirm samt Blüten um 1925 bei taxgerechten 4.000 Euro, bei René Lalique die bräunlich patinierte Vase „Archer“ mit einem Relief aus Bogenschützen und Vögeln bei 3.400 Euro (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Der Interessent des vierflammigen französischen Mistellüsters um 1900 musste 8.000 Euro hinblättern, um die exklusive Lampe mit weißopaken Glasperlen sein Eigen nennen zu dürfen (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Aus der Werkstatt von J. & J. Kohn stammen drei vergleichbare Tischsets, die Josef Hoffmann um 1905 entworfen hat. Doch nur die erste Nummer in der mittelbraunen Ausführung fand für 3.000 Euro einen Anhänger (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Bei exklusiveren Möbeln wie zum Beispiel seiner „Sitzmaschine“ lief es da schon besser. Hoffmann entwarf den Sessel mit verstellbarer Rückenlehne 1906 in Buche und ließ ihn von derselben Firma mahagonifarben beizen. Das neue Sitzvergnügen hat 12.000 Euro gekostet (Taxe 8.0000 bis 10.000 EUR). Enttäuschend war der Zuschlag des Doppelbettes von Thonet für 800 Euro (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR) und der runden Wandetagere Nr. 11554 mit einem Schranktürchen, Brettern und Stange für 1.800 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Überhaupt keinen Abnehmer fand Marcel Kammerers Ohrenfauteuil von 1906, für den Martha Thonet den floral bestickten Stoff gestaltete (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Die zehn Stühle von Louis Majorelle aus Nancy um 1900 in hellem Nussholz und cremefarbenen Bezügen konnten nur 9.000 Euro einspielen, obwohl sie mit 12.000 bis 15.000 Euro angesetzt waren. 4.000 Euro waren es dann für Emile Gallés Beistelltisch aus geschweiftem Buchenholz mit drei Ablagen und floralen Intarsien um 1900 (Taxe 4.500 bis 6.000 EUR). Teuerstes Stück der Möbelrubrik, eine elegante, etwas exaltierte Vitrine, konnte man keinem Entwerfer zuweisen. Doch legte ihre Gestalt aus Satinholz mit vergoldeten floralen Bronzebeschlägen und seitlich geschweiften Bandintarsien eine Entstehung in der Ecole de Nancy um 1900 nahe. 17.000 Euro waren hier der Lohn (Taxe 10.000 bis 13.000 EUR).

Wohl Franz Hofstötter entwarf für Lötz Witwe um 1900 eine Vase mit verlaufenden grünen Blättern und roten Blumen. Die unteren Erwartungen von 12.000 Euro konnten erfüllt werden. Josef Hoffmanns Flakon mit Stöpsel von 1910/11 mit Rautenmuster und geometrisiertem Blattwerk verdoppelte sich auf 6.000 Euro, 9.000 Euro erzielte Otto Prutschers recht moderne Vase von 1908 in blaugrünem Perlglas mit eingearbeiteten Silberkügelchen (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Für die Tischlampe „Dragonfly“ aus den Tiffany Studios in New York um 1900/20 konnte sich keiner bei 30.000 bis 50.000 Euro begeistern. Bei der modernen Glaskunst war Carlo Scarpas Vase „battuto“ von 1940 in smaragdgrünem Glas und facettiert geschnittener Oberfläche mit 3.800 Euro das teuerste Objekt (Taxe 3.400 bis 4.000 EUR).

Unter den kleinen Skulpturen gab es auch angewandte Kunstwerke, wie die nun 5.000 Euro teuere Tischlampe „Atlas, die Weltkugel tragend“ von Bruno Zach aus dem Jahr 1930 (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Franz und Karl Hagenauer waren mit neun Losen vertreten, doch verkauft werden konnten nur das Hündchen für 600 Euro (Taxe 1.200 bis 1.500) und der elegant geschwungene Windhund für 3.000 Euro (Taxe 2.200 bis 3.000 EUR). Dass Ausgefallenheit nicht ausreicht um verkauft zu werden, zeigt der seltene Tafelaufsatz von Friedrich Pöhlmann, der für 20.000 bis 30.0000 Euro keinen neuen Besitzer fand. Mit Steinbockhörnern, einem heiligen Frauenakt und rosengeschmückten Votivherz war der Fetischcharakter des Stücks doch zu groß.

Da wohl die Zeit der großen Tafeln vorbei ist, gingen auch die Girandolen nicht mehr so gut, was Friedrich Adlers Paar von 1900 mit seinen floral stilisierten Armen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und Vilhelm Oscar Gundlach-Pedersens Paar mit bandförmigen Leuchterarmen und Ringornament auf einem getreppten Rundfuß zeigten (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Besser steht es da um praktische Gegenstände wie einen silbernen Champagnerkühler aus Pest um 1910/15 mit drei hochgezogenen S-förmigen Griffen, die direkt in die Beine übergehen, für 2.800 Euro (Taxe 2.200 bis 3.000 EUR) oder den Weinkühler aus Silber um 1900 mit plastischem Irisdekor für 8.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Erfreulichen Schlusspunkt der Auktion setzte die große blaue und vergoldete Emailjardiniere von Bohumír Cermák aus Brünn um 1910/15 für 3.000 Euro, was eine Verdopplung der Taxe bedeutete.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



14.02.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Lisa Witte

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Emile
 Gallé, Beistelltisch, um 1900
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 Ecole de Nancy, um 1900
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 Zimpel, Anhänger, 1919
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Josef Lorenzl, Tänzerin „Aida“, um 1922/23

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Bruno Zach, Tischlampe „Atlas, die Weltkugel tragend“, um 1930

Bruno Zach, Tischlampe „Atlas, die Weltkugel tragend“, um 1930

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Wandetagere No. 11554, Thonet, Wien vor 1911

Wandetagere No. 11554, Thonet, Wien vor 1911

Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

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Emile Gallé, Beistelltisch, um 1900

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Koloman Moser, Federwischer, 1903

Koloman Moser, Federwischer, 1903

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 761

Julius Zimpel, Anhänger, 1919

Julius Zimpel, Anhänger, 1919

Taxe: 1.600 - 2.000 EURO

Zuschlag: 1.500,- EURO

Losnummer: 765

 Wiener Werkstätte, Dagobert Peche, Brosche, 1919

Wiener Werkstätte, Dagobert Peche, Brosche, 1919

Taxe: 7.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 766

Eduard Klablena, Nachdenkliches Mädchen, um 1916/18

Eduard Klablena, Nachdenkliches Mädchen, um 1916/18

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Zuschlag: 2.800,- EURO

Losnummer: 601

Josef Hoffmann, Samowar auf Rechaud mit Brenner, um 1909/15

Josef Hoffmann, Samowar auf Rechaud mit Brenner, um 1909/15

Taxe: 18.000 - 240.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 769

Koloman Moser, Briefbeschwerer, 1903

Koloman Moser, Briefbeschwerer, 1903

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 760

Louis Majorelle, 10 Stühle, um 1900

Louis Majorelle, 10 Stühle, um 1900

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

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