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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Auktionshaus Fischer in Heilbronn fährt wieder 2000 Jahre europäischer Glaskunst auf

Spezialistenfest



Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Silhouette of the town III, 1989

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Silhouette of the town III, 1989

In schöner Regelmäßigkeit können Freunde und Sammler seltener Gläser aller Art und Verarbeitung auf ein reichhaltiges Angebot im Trappensee-Schlösschen am östlichen Rand von Heilbronn rechnen, wenn das Auktionshaus Jürgen Fischer zur Versteigerung in den anmutigen Barockbau bittet. Am 19. März ist es wieder so weit: Fast tausend Losnummern umfasst das Angebot, hinzu kommen rund 170 Positionen aus einer Privatsammlung. Auf die Hauptwerke muss man, der Ordnung nach technischen und chronologischen Gesichtspunkten folgend, bis gegen Ende der auf den ganzen Tag anberaumten Veranstaltung warten, wenn es nämlich um einige Arbeiten tschechischer Glaskünstler geht, und hier besonders des Künstlerpaares Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová. Der Abstand zwischen dem Schätzwert ihrer Stücke und denen der übrigen ist diesmal besonders groß: Jeweils 48.000 Euro sollen ihre wie aus großen Glasbergen gebrochenen Skulpturen „Space III“ von 1991 und „Silhouette of the town III“ von 1989 kosten. Fünfstellige Preise sind sonst in der ganzen Auktion kaum vorhanden.


Was sich ja auch selten anders verhält und daher nicht weiter verwundert in dieser Sparte für Spezialisten, denen Schönheit und Besonderheit des Einzelobjekts wohl ebenso viel gelten wie dessen Erschwinglichkeit. 3.500 Euro für eine kobaltblau alpenländische Schnapsflasche des 17ten oder 18ten Jahrhunderts mit Zinnschraubverschluss oder 3.300 Euro für eine in Email mit einer erotischen Szene bemalten Vierkantflasche aus dem mittel- oder süddeutschen Raum der ersten Hälfte des 18ten Jahrhunderts, die zusätzlich noch ein Eingericht samt Himmelbett und Liebespaar enthält, sind da schon viel. Beim Schnittglas reichen die Schätzungen nicht über 2.000 Euro hinaus. In einen Pokal der Fürstlichen Glashütte Altmünden von etwa 1715 mit der ausladenden Gestalt Kaiser Karls VI. muss man etwa 1.600 Euro investieren, jeweils 1.900 Euro in eine rund 15 Jahre jüngere, schlesische Konfektschale aus dem Hirschberger Tal, die über und über mit Bordüren, Rankenwerk, Engelsköpfen und Blütengehängen verziert ist, und in einen vergleichbar gestalteten, etwa gleichaltrigen Pokal aus dem Riesengebirge.

Mit 1.300 Euro geht eine runde Glasflasche aus Böhmen an den Start, in deren zentralen, geschliffenen Sternornament ein Zwischengoldmedaillon mit einem Jagdtreiber samt Horn und Lanze platziert ist. Tiefer in die Tasche greifen muss man bei einer Goldrubinflasche mit vertikalen Rippen und Vermeilmontierung, die um 1700 in Potsdam oder Süddeutschland entstand. Hier liegen die preislichen Vorstellungen bei 2.800 Euro. Das reichhaltige, aber auch massenhaft hergestellte böhmische Glas des mittleren 19ten Jahrhunderts ist, seiner technischen Perfektion zum Trotz, meist noch im dreistelligen Preisbereich zu haben und erklimmt selten Höhen wie 2.300 Euro für großen Deckelpokal mit röhrenden Hirschen in einer Waldlandschaft aus der Gräflich Schaffgotsch’schen Josephinenhütte um 1860. Selten genug, ist hier mit Franz Pohl sogar ein Entwerfer angegeben, wenn auch mit der Vorsicht einer nicht völlig gesicherten Zuschreibung. Ein Glasfenster von mehr als anderthalb Metern Höhe und gefüllt mit einer shamisenspielenden Japanerin ist vielleicht für 4.500 Euro zu haben.

Insgesamt teurer wird es dann erst im Jugendstil und Art Déco. Neben Produkten von Emile Gallé und Daum Frères, darunter eine pilzförmige Tischlampe aus den frühen 1910er Jahren mit gelbschwarz schimmernder Flusslandschaft (Taxe 7.000 EUR) und eine von Henri Bergé mit impressionistischen Kirschzweigen entworfene Zierhenkelschale um 1904 (Taxe 9.800 EUR), sind hier zwei Vasen Gabriel Argy-Rousseaus zu nennen, die gegenüber den perfektionistisch geglätteten Arbeiten der anderen sichtbarer den Touch des infinito tragen: „Faun und Nymphe“ von 1923 (Taxe 8.000 EUR) und eine bauchige Vase von 1927 mit einem mäanderartigen Fries, der an Archaisch-Griechisches erinnert (Taxe 6.000 EUR). Lässt man bei den französischen Produkten dann aber die bekannten Namen hinter sich, wird es auch hier günstiger, was eine eisglasartige Vase von André Delatte mit grünem Ätzdekor um 1925 für 550 Euro oder die violette Vase mit einer melancholischen Frau unter einer Pinie von Paul Nicolas aus Nancy für 1.700 Euro zeigen.

Auf österreichischer Seite war die Firma Lötz Witwe aus Klostermühle der Großlieferant für Jugendstilglas. Insgesamt liegen die Preise hier günstiger: Mehr als 2.400 Euro für die Phänomen-Vase GRE 1/4 mit rotbraunen Tropfen auf der silbergelb gekämmten Wandung um 1901 sind hier für kein Stück angesetzt. Sogar eine von Chris Lebeau entworfene und 1927 von Ludwig Moser in Karlsbad offenbar als Unikat ausgeführte Langhalsvase in schlichten Bauhausformen ist mit 3.800 Euro teurer, ebenso ein hohes Weinglas mit schlichtem rotem Hohlschaft nach Entwurf Peter Behrens’ aus den Jahren 1900/01 für 5.000 Euro oder Georg Carl von Reichenbachs Stängelglas aus der Serie „Byzantinische Gläser“ um 1906 für 3.500 Euro.

Auf Jugendstil folgen das Muranoglas und damit eine nächsthöhere Preisstufe, die mit den Entwürfen der üblichen Künstler besetzt sind. Ermanno Tosos „Kiku Sparse“ aus den späten 1950er Jahren mit stilisierten Blüten auf rotem Fond für 14.500 Euro, Pollio Pereldas etwa gleichzeitige „Cattedrale“ in suggestiv schimmernden Blautönen für 12.000 Euro und Carlo Scarpas schlichte, ganz auf die regelmäßige gerundete Form konzentrierte „Corroso iridescente“ von 1936 für 7.500 Euro sind hier einige der reizvollsten Angebote. Auf ähnlichem Niveau rangieren auch die besten tschechischen Arbeiten neben den Skulpturen Libenskys und Brychtovás, darunter eine abstrakt bunte Vase Vladimír Kopeckýs aus dem Jahr 1960 für 13.500 Euro und René Roubíceks durch ein horizontales Farbstreifenmuster gekennzeichneter „Kopf“ von 1982 für 12.000 Euro.

Die Sammlung aus nicht genanntem Privatbesitz umfasst ebenfalls vor allem Italienisches und ergänzt mit Dino Martens’ schräger und schrill bemalter Vase „Oriente“ von 1952, Fulvio Bianconis dunkelgrüne Meerjungfrau „Sirena“ aus der Zeit um 1950 (Taxen je 3.500 EUR) oder weiteren Arbeiten Pereldas und Tosos für bis zu 7.000 Euro. Daneben gelangen einige jüngere Arbeiten zum Aufruf, darunter einige der spacigen Objekte Jon Kuhns wie sein Würfel „Autumn Valley“ von 2000 oder der rautenförmige Block „Hidden Melody“ von 2005 für jeweils 3.300 Euro. Für Harvey K. Littletons zweiteilige Plastik „Blue sliced descending form“ von 1987 sind 6.500 Euro angesetzt – was auf einen Lockpreis schließen lässt: Vor drei Jahren hatte Fischer für das gleiche Stück nicht weniger als 16.000 Euro erzielt.

Die Auktion beginnt am 19. März um 10 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft vom 14. bis zum 17. März von 11 bis 17 Uhr, am 18. März von 9 bis 16 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.auctions-fischer.de abrufbar.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



03.03.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Silhouette of the town III, 1989
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Kunstwerk:

Georg Carl von Reichenbach, Stängelglas aus der Serie
 „Byzantinische Gläser“, um 1906
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Kunstwerk:

Ermanno Toso, Vase „Kiku Sparse“, um 1955/60
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René Roubícek,
 Kopf, 1982
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 Lebeau, Langhalsvase, 1927
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Kunstwerk:

Pollio Perelda, Vase „Cattedrale“, 1957
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Harvey K. Littleton, Blue Sliced Descending Form, 1987
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Jon Kuhn, Würfelobjekt „Autumn Valley“, 2000

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Taxe: 3.300,- EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 1011

Jon Kuhn, Hidden Melody, 2005

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Taxe: 3.300,- EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 1071

Vase „Opal Phänomen GRE 1/4“, Lötz Witwe, Klostermühle um 1901

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Taxe: 2.400,- EURO

Zuschlag: 2.200,- EURO

Losnummer: 510

Henri Bergé, Henkelschale, um 1904

Henri Bergé, Henkelschale, um 1904

Taxe: 9.800,- EURO

Losnummer: 418

Chris Lebeau, Langhalsvase, 1927

Chris Lebeau, Langhalsvase, 1927

Taxe: 3.800,- EURO

Losnummer: 544

Georg Carl von Reichenbach, Stängelglas aus der Serie „Byzantinische Gläser“, um 1906

Georg Carl von Reichenbach, Stängelglas aus der Serie „Byzantinische Gläser“, um 1906

Taxe: 3.500,- EURO

Zuschlag: 3.500,- EURO

Losnummer: 655

Schnapsflasche, Alpenländisch, 17. oder 18. Jahrhundert

Schnapsflasche, Alpenländisch, 17. oder 18. Jahrhundert

Taxe: 3.500,- EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 42

Pokal mit Kaiser Karl VI., Fürstliche Glashütte zu Altmünden, um 1715

Pokal mit Kaiser Karl VI., Fürstliche Glashütte zu Altmünden, um 1715

Taxe: 1.600,- EURO

Zuschlag: 1.300,- EURO

Losnummer: 91

 Mitteldeutschland, Flasche mit erotischer Darstellung und Eingericht, Mittel- oder Süddeutschland, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Mitteldeutschland, Flasche mit erotischer Darstellung und Eingericht, Mittel- oder Süddeutschland, 1. Hälfte 18. Jahrhundert

Taxe: 3.300,- EURO

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Losnummer: 162

Pollio Perelda, Vase „Cattedrale“, 1957

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Taxe: 6.500,- EURO

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Losnummer: 1025

Harvey K. Littleton, Blue Sliced Descending Form, 1987

Harvey K. Littleton, Blue Sliced Descending Form, 1987

Taxe: 6.500,- EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

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Pollio Perelda, Vase „Cattedrale“, um 1955/60

Pollio Perelda, Vase „Cattedrale“, um 1955/60

Taxe: 12.000,- EURO

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Losnummer: 787




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