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Glasmuseum Hentrich stellt die Manufaktur Gralglas Dürnau vor

Karl Wiedmann und Konrad Habermeier, Vasenobjekt „Corona“

Das Glasmuseum Hentrich am Düsseldorfer Museum Kunst Palast widmet sich aktuell dem Gralglas Dürnau und hat dazu rund 400 Exponate der 1931 im baden-württembergischen Göppingen gegründeten Manufaktur versammelt. Ihre Produkte gehören zu den wichtigen Beiträgen der Designgeschichte Deutschlands. Heute werden am Markt die Erzeugnisse der 1950er und 1960er Jahre am höchsten bewertet. In jenen Jahrzehnten bestand die Glanzzeit der Manufaktur. Sie nehmen daher einen besonderen Platz in der chronologisch geordneten Schau ein. Darüber hinaus dokumentiert das hervorragende Begleitbuch die Leistungen Betriebs und bewahrt ihn vor dem Vergessen.

Gralglas Dürnau war zunächst auf die Veredelung von farblosem Kristallglas durch Schliff spezialisiert. Eine heitere Grundstimmung und Leichtigkeit zeichnen schon die frühren, klaren Ornamentschliffgläser der 1930er Jahre aus. Mit ihrem Rautendekor aus überkreuzenden Schraffuren oder gewippten Gestalten waren die Dekore auf der Höhe der Zeit. Modisch angepasst etwa durch abgeänderte Steigungswinkel, dünnere Wandungen oder Stängel halten sich viele Trinkglasgarnituren bis in die 1960er Jahre; das Modell 733 war als Erfolgsentwicklung der „VW-Käfer“ unter den Glassets. Die auf geometrischen Grundformen basierende unaufdringliche Sachlichkeit überlebte wie auch die unzerstört gebliebene Firma den Krieg. Formal der Vorkriegszeit verpflichtet, produzierte man nun die gefragte Grundausstattung aus Vasen, Schalen, Krügen, Services, Trinkglasgarnituren.

Erst 1952 bis 1959 fand ein Profilwechsel statt: Farbe ersetzte Schliff und Dekor, die Formen wurden betont, die Profile kantiger, Schäfte kraftvoll-kristalliner. Gedeckte, eingetrübte Rauchglastöne gewährleisten weiterhin Transparenz. Moosgrün, Elektro-Grün, Opalfarben, Smaragd, Pink, Indigo kommen in Mode. Likörglassätze, Schalen, Bowlengarnituren, Dosen bis hin zu Blumenvasen oder Aschenbechern geben sich im Sinne von Werkbund und Bauhaus eher unspektakulär. Zylindrische Bechersätze nehmen Ende der 1950er Jahre ein neues, aktuelles Formempfinden auf und treten konstruktivistischer, strengliniger, geradwandiger auf.

Halbkugelige Hohlräume in den Böden werden ab 1965 zum Erkennungszeichen. Oxyd- oder Pulvereinschmelzungen, Luftblasen, brodelnde Brocken oder Einschüsse zeugen dann von technischen Experimenten und gestalterischen, die Oberflächen belebenden Neuerungen. Unikate, Kleinserien, Plastiken wie Tierfiguren sollen den Verkauf anregen. Im Rahmen einer Neuaufstellung erfolgt in den 1970er Jahren eine Abkehr von der klassischen Linie.

Dann läuft die Zeit der auf handwerkliche Arbeit fußenden Manufakturen ab. Eine Maschinelle Produktion ermöglicht hochwertige wie preisgünstige Serien. Der Wandel in der Tischkultur, Billigimporte aus Fernost, fehlende Übereinkunft in geschmacklichen Normen läuten das Ende einer Ära ein. Vorgaben des Marketings, Gruppenarbeit bei der Formulierung neuer Entwicklungen, das Fehlen von Künstler- und Designerpersönlichkeiten, die wie Josef Stadler oder Konrad Habermeier bei Gralglas mit Stolz eigene Werke für die Firma kreierten, tragen zum endgültigen Niedergang bei. 1981 muss Gralglas Dürnau schließen.

Die Ausstellung „Gralglas Dürnau. Deutsches Design 1930-1981“ ist bis zum 29. Mai zu besichtigen. Das Glasmuseum Hentrich im Grünen Gewölbe der Tonhalle in Düsseldorf hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung ist ein umfangreiches Begleitbuch erschienen, das an der Museumskasse 39,80 Euro kostet.

Museum Kunst Palast – Glasmuseum Hentrich
Ehrenhof 1
D-40479 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 – 892 62 60
Telefax: +49 (0)211 – 892 93 07

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Veranstaltung vom:


26.02.2011, Gralglas Dürnau - Deutsches Design 1930-1981

Bei:


Museum Kunst Palast

Variabilder:

Karl Wiedmann und Konrad Habermeier, Vasenobjekt „Corona“
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Künstler:

Gralglas Dürnau








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