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Schweizer Kunst bei Christie’s

Familienidylle



Giovanni Giacometti, Sotto il sambuco (Unter dem Holunder), 1911

Giovanni Giacometti, Sotto il sambuco (Unter dem Holunder), 1911

In schöner Regelmäßigkeit wechseln sich die großen Schweizer Maler der Moderne auf den Spitzenplätzen der wichtigsten Auktion mit Schweizer Kunst ab. Mal steht Ferdinand Hodler auf dem Treppchen ganz oben, mal Cuno Amiet, mal einer der Giacomettis. Auf der kommenden Auktion bei Christie’s in Zürich am 21. März ist es Giovanni Giacometti, der mit 1,8 bis 2,5 Millionen Franken nicht nur das teuerste Kunstwerk, sondern auch den einzigen Millionenwert für ein Gemälde des Abends stellt. „Sotto il sambuco – Unter dem Holunder“ heißt sein Ölbild aus dem Jahr 1911, das die trauliche Familienszene einer Mutter mit ihren vier Kindern im Schatten eines sommerlichen Gartens wiedergibt. Es ist Annetta, die Frau des Künstlers, mit den gemeinsamen Kindern Alberto, Diego, Ottilia und der heute 103 Jahre alte Bruno Giacometti, die der Meister in einem zwanglosen Miteinander dort verewigte. Bereits im Jahr nach seiner Entstehung wurde das farblich lebhafte Gemälde anlässlich einer Ausstellung der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten im Kunsthaus Zürich gezeigt.


Zu den ganz Großen diese Zeit gehört auch Félix Vallotton. Nur drei Jahre älter als Giacometti, schuf er doch eine ganz andere, unverwechselbare Bildsprache, die viel von der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre vorwegnimmt. Ein solches Werk ist die 1918 anlässlich einer Reise nach Berville-sur-Mer in der Haute-Normandie entstandene Ansicht vom „Quai de Berville“ aus über grüne Auen hinweg auf einen fernen Waldrand. Unorthodox mutet die Gestaltung des unteren rechten Viertels der Bildfläche durch eine fast monochrom sandfarbene Fläche an, die dem Maler als Standort dient (Taxe 600.000 bis 800.000 SFR). Ihnen gesellen sich zwei weitere Landschaften Vallottons hinzu, beide jedoch um Gebäude bereichert: ein Blick auf die „Maison au soleil, cailloux bleus“ von 1920 (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR) und mit südfranzösischem Flair „La claire-voie, Menton“ aus dem Todesjahr des Künstlers 1925 (Taxe 300.000 bis 500.000 SFR).

Besonders reichhaltig ist einmal mehr die Auswahl an Werken Cuno Amiets. Sie reichen von frühen Arbeiten des Jugendstil wie der Darstellung von Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis im goldgerahmten „Paradies“ von 1901 über die annähernd pointillistisch aus kurzen pastosen Pinselstrichen aufgebaute „Sommerlandschaft I, Landschaft mit Bäumen und Hügeln“ von 1905 (Taxen je 500.000 bis 700.000 SFR) bis hin zu den expressiven Arbeiten seit den 1920er Jahren mit einem Selbstbildnis von 1921 (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR), mit zwei Studien blühender Bäume von 1922 oder einem „Sommer“ von 1931 für bis zu 250.000 Franken. Thematisch ungewöhnlich ist Amiets Gemälde eines japanischen Malers, der eben im Louvre Ingres’ bekannte Odalisque kopiert. Das Bild vom Bild vom Bild aus dem Jahr 1933 soll 150.000 bis 200.000 Franken einfahren. Nur Freunde Ferdinand Hodlers müssen sich diesmal mit einigen weniger bedeutenden Arbeiten bescheiden, aus denen lediglich das Bildnis des Kunstsammlers Josef Müller aus der Zeit um 1916 für 250.000 bis 350.000 Franken herausragt.

So richtig los geht es mit der Schweizer Kunst stets erst im 19ten Jahrhundert. Auch bei Christie’s lauten die großen Namen wieder Robert Zünd mit einem Ausschnitt vom Vierwaldstättersee samt der mächtigen Rigiflanke von 1857 (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR), Alexandre Calame mit einem dramatischen Bergsturz an der Grimsel um 1841 (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) und natürlich Albert Anker, dessen sachlich-realistisches Aquarell „Die kleine Näherin“ erst 1908, zwei Jahre vor des Künstlers Tod, entstand (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Dem 1858 geborenen Giovanni Segantini war nur ein kurzes Erdendasein beschieden, bereits 1899 starb er infolge einer Bauchfellentzündung in den Bergen des Engadin. Seine Kunst orientiert sich an den Meistern des französischen Impressionismus, jedoch mit einem ganz eigenen, dem Symbolismus nahestehenden Gehalt. Der Titel seines 1891 entstandenen Ölgemäldes „Le due madri“ verweist auf die Einheit von Mensch und Natur: Es sind eine menschliche Mutter und ein Schaf, die hier jeweils die beschützende Rolle gegenüber ihrem Nachwuchs wahrnehmen (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen SFR). Gottardo Segantini setzte später die pointillistische Malweise seines Vaters fort, womit er freilich 1928 im „Novembertag in Soglio“ bereits etwas anachronistisch wirkte (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR).

Daneben präsentiert die Auktion auch weniger bekannte Namen dieser Zeit wie Alexandre Perrier, dessen „Lac de Roy“ um 1910 weit auf dem Weg zu abstrakten Farbflächenkompositionen voranschreitet (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR), Alice Bailly, die 1916 in ihrem „Bouquet de fleur“ Aspekte des Expressionismus und des Kubismus miteinander verschmelzt (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) oder Andreas Walser, der 1930 gerade einmal 21jährig starb und dessen Nachlass erst 1981 in Paris entdeckt wurde. Auch das kubistisch-flächige „Doppelportrait“ seiner Selbst aus dem Jahr 1928 stammt aus diesem Bestand (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Nicht allzu häufig findet sich auch der Name Gustave Buchets in den Listen der teuersten Kunstwerke – zu Unrecht, wie auch die großartige formal reduzierte und farblich attraktive Komposition einer „Landschaft mit Häusern“ aus dem Jahr 1928 beweist (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Adolf Dietrich kann auf einen festen Stamm von begeisterten Anhängern der Neuen Sachlichkeit bauen, die sich auch an der späten Entstehung seines „Marders“ im Jahr 1954 kaum stören werden (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR).

Eine ganz eigene und eigenartige Stellung in der Schweizer Moderne nimmt Louis Soutter ein. 1923 entmündigt in ein Altersheim abgeschoben, schuf er hier eine Reihe höchst stilisierter und auf wesentliche Kürzel beschränkter Figurenmalereien, die wie Schatten über die Bildflächen huschen und den Betrachter durch ihre Drastik regelrecht erschrecken. Mit bis zu 200.000 Franken werden diese oft beidseitig bemalten, „Potentats d’Imfirmetés“ oder „Prêtresses, druides“ betitelten Papierarbeiten gehandelt. Unter den jüngeren Werken stehen nicht zuletzt plastische Arbeiten im Vordergrund. Hier wird für Alberto Giacomettis „Buste d’homme“ seines Bruders Diego aus dem Jahr 1956 mit 900.000 bis 1,2 Millionen Franken vielleicht sogar noch ein siebenstelliger Preis erzielt. Aus der Sammlung Franz Meyers, des ehemaligen Direktors des Kunstmuseums Basel und Schwiegersohns Marc Chagalls, stammt etwa noch Adolf Wölflis großformatige, ornamental aufgebaute „Brotkunst Zeichnung: Riesen-Stadt Lion-Nord“ in Farbe von 1919 (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR) oder Meret Oppenheims „Dunkle Macht“ von 1959, die sich George Lucas scheinbar direkt als Vorlage für seinen Darth Vader hergenommen hat (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Stark wurde die Schweizer Kunst in den 1950er und 1960er Jahren durch die Züricher Konkreten. Max Bills „Zwilling als Viertelkugel“ von 1968 in einer Ausführung aus schwedischem Granit von 1993 für 70.000 bis 90.000 Franken und Camille Graesers geometrische Farbschichtungen „Summand-Konstruktion D“ von 1974 stehen dafür (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), aber auch Hans Hinterreiters dynamische Farbspiele wie sein „Opus 4“ von 1951 lassen sich dieser Richtung zuordnen (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Jean Tinguelys motorisiertes Eisengestell mit einem triptychonartigen Gemälde Milena Palakarkinas von 1990 repräsentiert schließlich eine vollkommen andere Möglichkeit malerischer respektive skulpturaler Gestaltung (Taxe 180.000 bis 250.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 21. März um 18 Uhr im Kunsthaus Zürich. Dort findet auch die Vorbesichtigung am 18. März von 14 bis 18 Uhr sowie am 19. und 20. März von 10 bis 18 Uhr statt.

Kontakt:

Christie's

Steinwiesplatz

CH-8032 Zürich

Telefon:+41 (044) 268 10 23

Telefax:+41 (044) 268 10 11



18.03.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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21.03.2011, Swiss Art

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Christie's

Bericht:


Sonnige Eindrücke

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Andreas Walser, Doppelportrait, 1928
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Alexandre Perrier, Lac de Roy, um 1910
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Félix Vallotton, Maison au soleil, cailloux bleus, 1920
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Robert Zünd, Vierwaldstättersee mit Blick auf die Rigiflanke, 1857
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Félix Vallotton, La claire-voie, Menton, 1925
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Alexandre Calame, L’éboulement (Bergsturz an der Grimsel), um 1841

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Félix Vallotton, La claire-voie, Menton, 1925

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Albert Anker, Die kleine Näherin, 1908

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Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

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Alice Bailly, Bouquet de fleur, 1916

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Taxe: 40.000 - 60.000 SFR

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Robert Zünd, Vierwaldstättersee mit Blick auf die Rigiflanke, 1857

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Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 45.000,- SFR

Losnummer: 7

Félix Vallotton, Quai de Berville, 1918

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Taxe: 600.000 - 800.000 SFR

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Giovanni Segantini, Le due madri, 1891

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Adolf Wölfli, Brotkunst Zeichnung: Riesen-Stadt Lion-Nord, 1919

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Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

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Alexandre Perrier, Lac de Roy, um 1910

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Taxe: 60.000 - 80.000 SFR

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Alexandre Perrier, Coucher de soleil sur le Salève, 1898

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Taxe: 50.000 - 70.000 SFR

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Félix Vallotton, Maison au soleil, cailloux bleus, 1920

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Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

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Losnummer: 63




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