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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Venator & Hanstein warten in ihrer Frühjahrsauktion wieder mit einer reichen Auswahl an Büchern, Grafik und Handschriften auf, darunter auch mit zwei Manuskripten Ludwig van Beethovens

Was man so zum Leben braucht



Ludwig van Beethoven, Besorgungsliste, Wien um 1817

Ludwig van Beethoven, Besorgungsliste, Wien um 1817

Ein Rasiermesser, eine Waschseife aus Bognergasse, eine Zündmaschine und eine Mausefalle stehen auf dem Einkaufszettel. Soweit ist diese Liste für einen Haushalt des frühen 19ten Jahrhunderts in Wien nichts Ungewöhnliches. Doch mit einem Metronom hebt sich der schnell hingekritzelte Zettel aus der Fülle dieser massenhaft produzierten Erinnerungshilfen heraus. Denn auf Anregung Ludwig van Beethovens hin entwickelte Johann Nepomuk Mälzel erst um 1815 diesen Tempomesser für Musik. So weist sich das Blatt auch als Handschrift des großen Klassikers aus, der darauf für sich selbst oder für einen Bediensteten die wichtigen Dinge des täglichen Lebens zusammengestellt hat. Für die Datierung in die Zeit um 1817 gibt neben dem Metronom auch die „Bücher Maschin in der Wohng. des Hr. Bruders“ einen Anhaltspunkt. Damit könnte ein Setzkasten mit Buchstaben gemeint sein, den Beethoven für seinen Neffen benötigt hat. Denn seit dem Tod seines Bruders Kaspar im Jahr 1815 hatte er die Vormundschaft über den damals neunjährigen Karl übernommen.


Die Liste der Besorgungen Beethovens steht nun im Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein zum Verkauf an. 60.000 Euro will der Einlieferer dafür sehen. Wer sich nicht so sehr für solche gewöhnlichen Petitessen des Alltags interessiert und lieber Staatstragendes von Beethoven erwerben möchte, dem sei am kommenden Freitag die Niederschrift zum Goethe-Lied „Neue Liebe, neues Leben“ empfohlen. Der erste Entwurf mit zwölf Notenzeilen und 62 Takten von 1798/99 liegt bei 90.000 Euro. Zudem listet der Katalog noch einige Konvolute mit Schriftstücken, Fotografien und anderen Dokumenten bekannter Komponisten wie Max Bruch, Hans Pfitzner oder Max Reger für bis zu 16.000 Euro.

Die Druckgrafik und Zeichnungen der alten und neueren Meister können diesen Preisvorstelllungen nicht standhalten. An vorderster Stelle rangiert hier Rembrandt, der unter anderem mit seinen Radierungen „Christus als Knabe unter den Schriftgelehrten“ von 1630 und „Die Bettler an der Haustür“ von 1648 für jeweils 5.000 Euro oder mit der Landschaft „Die Hütte und der Heuschober“ von 1641 für 6.000 Euro zugegen ist. Albrecht Dürer bringt es diesmal nur auf 2.000 Euro und zwar für seinen Holzschnitt „Der Tod Mariens“ aus der Folge des „Marienlebens“ von 1510. Preislich liegt der Großteil der Blätter unter diesem Wert, etwa auch die beiden Kupferstiche „Der Südenfall“ und „Adam und Eva beweinen den toten Abel“ seines Renaissancekollegen Lucas van Leyden aus dem Jahr 1529 mit jeweils 1.200 Euro. Mit den beiden römischen, betont muskulösen Helden „Publius Horatius“ und „Marcus Curtius zu Pferde“ von Hendrick Goltzius aus dem Jahr 1586 (Taxen je 1.500 EUR), Jan Harmensz Mullers Wiedergabe von Bartholomäus Sprangers Gemälde „Anbetung der Hirten“ (Taxe 1.000 EUR) und Cornelis Corts Allegorie der „Caritas“ ist dann schon der Manierismus erreicht (Taxe 500 EUR).

Neben Rembrandt treten für die Barockzeit Bartholomeus Breenbergh mit der pittoresken Radierung „Das verfallene Haus“ von 1639/40 (Taxe 800 EUR), Jacques Callot mit der kleinen und doch menschenreichen „Vue du Louvre“ über die Seine von 1629 (Taxe 1.200 EUR) oder Annibale Carracci mit seiner Version der „Anbetung der Hirten“ um 1606 an (Taxe 600 EUR). Zu fantastischen, fast skurrilen Landschaftsschöpfungen ließ sich Jacob van Ruisdael in seinen Radierung „Die kleine Brücke“ und „Die Hütte auf der Anhöhe“ hinreißen (Taxen 750 und 900 EUR), während sich Gillis van Scheyndel d.J. bei seinem Blatt „Fußgänger auf dem Weg rechts neben einem Kanal“ eher an realen Gegebenheiten orientierte (Taxe 450 EUR). Lucas van Uden kreierte in seiner Radierung „Pferde und Kühe an der Flusstränke“, für die ihm ein Gemälde Rubens’ als Vorlage diente, eine Mischung aus beiden Richtungen (Taxe 660 EUR). Für Cornelis de Waels Folge der „Vier Jahreszeiten“, die er recht ungewöhnlich als Gesellschaftsereignisse gestaltete, wird mit 2.000 Euro am Ende der Abteilung wieder ein höherer Preis erreicht.

Giovanni Battista Piranesi bestimmt unangefochten mit seinen Ansichten von Rom die Offerte des 18ten Jahrhunderts, darunter als teuerste Einzelposition die „Veduta del Porto di Ripetta“ von 1753 mit 1.200 Euro. Mit dieser Bewertung können etwa Daniel Nikolaus Chodowieckis drei Radierungen mit Betteljungen (Taxe 300 EUR) oder die beiden Blätter aus Johann Christian Reinharts Folge der „Römischen Grabdenkmäler“ von 1792 nicht mithalten (Taxen je 200 EUR). Erst im 19ten Jahrhundert werden mit Henri de Toulouse-Lautrecs Kreidelithografie „Répétition générale aux Folies-Bergère – Emilienne d’Alençon et Mariquita“ von 1893 für 3.000 Euro und Josef Rebells lavierter Bleistiftzeichnung des malerisch hingeschmiegten römischen Bergdorfes Olevano um 1820 für 1.500 Euro wieder höhere Preise erreicht. Consalvo Carelli und Franz Ludwig Catel sorgen mit einer Küstenlandschaft und einem Gebirgszug samt Kloster ebenfalls für südliches Kolorit. Allerdings sind die 600 und 900 Euro teueren Aquarelle ihnen nur zugeschrieben.

Sicherheit hat der Käufer dann bei Oswald Achenbachs Aquarell einer felsigen Gegend mit einem Reiter und seiner Frau von 1848 (Taxe 750 EUR) oder seiner Studie einer italienischen Kirche (Taxe 500 EUR). Eine Idee für die Ausgestaltung der Loggia im Wiener Opernhaus legte Moritz von Schwind um 1865 mit einer Skizze zum Fresko der Königin der Nacht vor, auf deren Rückseite eine lorbeerbekränzte Frau von Putten und Amoretten umgeben ist (Taxe 1.000 EUR). John Martin illustrierte in den 1820er Jahren John Miltons episches Gedicht „Paradise Lost“ mit fantastischen und visionären wie mystischen Bildern. Eine Sammlung mit 25 Mezzotintodrucken aus verschiedenen Auflagen soll 2.400 Euro einspielen.

Aus der dekorativen Grafik ragen wieder einmal topografische Kartenwerke heraus, wie das „Itinerarium orbis Christiani“, um 1585 in Köln herausgegeben (Taxe 15.000 EUR), oder der Taschenatlas „Miroir du monde“ von Zacharias Heyns aus dem Jahr 1598 (Taxe 27.000 EUR). Die komplette Ausgabe des 1633 von Matthäus Merian begründeten und erst 1738 vollendeten Geschichtswerks „Theatrum Europaeum“ kostet entsprechend hohe 40.000 Euro. Noch tiefer muss man bei einem schönen, unkolorierten Exemplar der neunten deutschen Bibel von 1483 in die Tasche greifen. Die mit 109 Holzschnitten eines unbekannten Künstlers versehene und bei Anton Koberger in Nürnberg verlegte Schrift ist mit 60.000 Euro ausgezeichnet. Spätmittelalterliche Buchmalerei hält die Auktion mit einem reich illuminierten Stundenbuch aus Rouen um 1470/80 für 35.000 Euro bereit. In der klassischen Moderne erlebte die Buchkunst wieder eine neue Blüte. So schuf Otto Gleichmann zehn Lithografien zur Geschichte von Judas Makkabäus (Taxe 1.500 EUR) und Walter Gramatté befasste sich in fünf Lithografien mit Leo Tolstois Drama „Der lebende Leichnam“ (Taxe 1.200 EUR).

Die Auktion beginnt am 25. März um 9 Uhr. Die Besichtigung findet bis zum 24. März täglich von 10 bis 17:30 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.venator-hanstein.de abrufbar.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



22.03.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Albrecht Dürer, Der Tod Mariens, 1510

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Taxe: 2.000,- EURO

Losnummer: 630

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Taxe: 1.500,- EURO

Losnummer: 788

Lucas van Leyden, Der Sündenfall, 1529

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Taxe: 1.200,- EURO

Losnummer: 653

Walter Gramatté, Der lebende Leichnam, 1919

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Taxe: 1.200,- EURO

Losnummer: 1069

Lucas van Uden, Pferde und Kühe an der Flusstränke (Het wed)

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Taxe: 660,- EURO

Losnummer: 721

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Taxe: 500,- EURO

Losnummer: 762

Jacob van Ruisdael, Die Hütte auf der Anhöhe

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Taxe: 900,- EURO

Losnummer: 704

Giovanni Battista Piranesi, Veduta del Porto di Ripetta, 1753

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Taxe: 1.200,- EURO

Losnummer: 747

Cornelis de Wael, Die vier Jahreszeiten

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Taxe: 2.000,- EURO

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Cornelis Cort, Caritas, um 1560/65

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Consalvo Carelli zugeschrieben, Italienische Küstenlandschaft

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Henri de Toulouse-Lautrec, Répétition générale aux Folies-Bergère – Emilienne d’Alençon et Mariquita, 1893

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Taxe: 3.000,- EURO

Losnummer: 805




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