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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Geteiltes Interesse bei den Zeichnungen und Druckgrafiken alter und neuerer Meister im Wiener Dorotheum

Jägerpech und Sammlerglück



Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Die gejagten Tiere nehmen Rache

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Die gejagten Tiere nehmen Rache

Des einen Leid ist des anderen Freud. Eine typische Jagdszene ist es nicht, was Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, der sogenannte „Goethe-Tischbein“, da aufs Papier gebracht hat. Denn nicht die Tiere sind die Gejagten, sondern der Jäger, an dem sie grausame Rache nehmen. Er liegt gerade auf einem Rost und wird von einer Ziege und einem Eber am Spieß gebraten; ein Elefant schleppt dazu Brennholz herbei. Auch die Jagdhunde, die abtrünnigen Begleiter des Jägers, kommen nicht gut weg und müssen an einem abgestorbenen Baumstumpf baumelnd ihr Leben aushauchen. Daneben führen Hasen, Rotwild, Kühe, selbst Affen und Geparden einen makabren Freudentanz auf. Die Szene, die an eine Fabel erinnert, begeisterte in der Auktion von Zeichnungen, Druckgrafik, Aquarellen und Miniaturen alter und neuerer Meister des Wiener Dorotheum die Sammler. Erst bei 18.000 Euro endete die Jagd nach dem gut erhaltenen Aquarell, das mit 12.000 bis 15.000 Euro ins Rennen gegangen war.


Eigentlicher Favorit war das Portrait eines Mannes mit Schnurrbart, gezeichnet in Farbkreiden auf braunem Papier von Federico Barocci. Aber der hohen Schätzung von 60.000 bis 80.000 Euro und vielleicht auch der erst vor kurzem abgegeben Zuordnung an den Frühbarockmaler wollten die Kunden am 24. März nicht folgen. Das Blatt blieb liegen. Auch die Susanna im Bade mit den beiden zudringlichen Alten, deren Urheber wohl Jan Gossaert, genannt Mabuse, ist, ereilte das gleiche Schicksal (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Dafür reüssierten andere feine Zeichnungen aus einer nicht näher benannten „Europäischen Privatsammlung“, die die wichtigsten und schönsten Positionen der Auktion stellte: Lodovico Carraccis sich zurücklehnender männlicher Akt in roter Kreide und Daniel Dumonstiers edles Bildnis einer jungen Dame mit Halskrause bei jeweils 15.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder Giovanni Antonio Soglianis Rötelzeichnung eines stehenden Mannes mit christusartigem Ausdruck bei 10.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Zudem ging der Kopf eines bärtigen Mannes, vielleicht einer Gottheit, der Michel Corneille d.Ä. zugeschrieben wurde, taxgerecht bei 4.000 Euro weg.

In die vordersten Ränge der Versteigerung, aus der sich die Sammler bei einer losbezogen Zuschlagsquote von durchschnittlichen 46 Prozent ihre Lieblinge herauspickten, mischte sich noch die Druckgrafik alter Meister ein, und hier vor allem Rembrandt. Sein „Selbstbildnis an einem Fenster, zeichnend“ in melancholischem Gestus von 1648 erreichte die erhofften 12.000 Euro, jeweils 4.000 Euro gab es für das Portrait des prominenten Reformators Johannes Uytenbogaert sowie für das Porträt eines alten Mannes mit Bart, Pelzmütze und weitem Samtmantel (Taxen zwischen 3.500 und 6.000 EUR), und der figurenreiche Tod Mariens verbesserte sich von 1.600 Euro auf 3.600 Euro. Für Albrecht Dürer lief es diesmal nicht so gut. Sein teuerstes Blatt, der 1520 datierte Kupferstich „Maria, von einem Engel gekrönt“, fand bei 8.000 bis 10.000 Euro keine Anhänger. Seine Eisenradierung „Die Landschaft mit der Kanone“ von 1518 kam wenigstens auf 2.600 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), während sein etwas schwacher Holzschnitt „Das Martyrium der heiligen Katharina“ auf 2.400 Euro gehoben wurde (Taxe 900 bis 1.200 EUR).

Einige Wiederläufer im Dorotheum gingen diesmal in neue Sammlungen ein. Dazu zählen die beiden 1639 datierten Federzeichnungen Christus am Ölberg und die Dornenkrönung des wenig bekannten Zeichners Gabriel Hornstain, der sich mit ihnen als später Manierist offenbart. Geschätzt auf jeweils 1.000 bis 1.200 Euro, spielten sie 1.300 Euro und 1.400 Euro ein. Auch die in Gouache ausgeführten Tierschilderungen eines Kuckuck und einer Blauralle des Prager Hofmalers Hans Hoffmann wurden diesmal bei 5.000 Euro erlöst (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Einträgliche Preise gab es noch bei einer Himmelfahrt Mariens mit 2.800 Euro, einer quadrierten Studie für das Deckenfresko im Apisgewölbe von Sant’ Angelo in Mailand, die sich daher Camillo Procaccini zuweisen lässt (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), bei Francesco Simoninis figurenreicher Reiterschlacht mit 3.200 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), Filippo Juvarras schnell hingestricheltem Palastinterieur mit 1.000 Euro (Taxe 700 bis 900 EUR) oder Christian Hilfgott Brands idealisierter Flusslandschaft mit Booten und Händlern samt pittoresker Burg auf einem Hügel mit 2.600 Euro (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR). Regen Zuspruch fanden in der alten Abteilung schließlich noch die Venedig-Veduten eines Nachahmers von Francesco Guardi. Alle sechs Positionen wurden für bis zu 1.300 Euro übernommen (Taxen je 1.000 bis 1.500 EUR).

Moritz Michael Daffinger und Rudolf von Alt hießen mit jeweils 12.000 Euro die Spitzenreiter bei der Kunst des 19ten Jahrhundert, Daffinger typischerweise mit der exquisiten feinmalerischen Miniatur einer jungen Dame im weißem Kleid vor einer Landschaft (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR), Alt ebenfalls charakteristisch mit einem gezeichneten Blick in den Wiener Graben Richtung Singerstraße (Taxe 12.000 und 18.000 EUR). Sein Aquarell vom Vierwaldstättersee mit Sägewerk aus dem Jahr 1868 musste dagegen einen gewaltigen Abschlag von 16.000 Euro auf 8.000 Euro hinnehmen. Auch bei der jüngeren Kunst verhielten sich die Käufer selektiv. Während Eduard Gurks schillernde Pracht der Schatzkammer in der steiermärkischen Wallfahrtskirche Mariazell von 1835 oder Thomas Enders landschaftlich reizvolle Partie an der Küste in Süditalien mit einfachem Landvolk bei jeweils 10.000 bis 15.000 Euro auf keine Gegenliebe stießen, verdoppelte sich Enders Sicht vom ruinösen Pantheon in Athen mit einigen beflissenen Bildungsreisenden auf 6.000 Euro.

Auch Johann Nepomuk Enders Bildnis der Erzherzogin Henriette von Österreich in reicher Stofffülle freute sich über reichlich Gebote, die den Wert auf 7.000 Euro stiegen ließen, wohingegen Alphonse Muchas Bildnis der eigenen Tochter Jaroslava im tschechischen Nationalkostüm bei 13.000 bis 16.000 Euro unbeachtet blieb. Zur Schätzung kamen Franz von Defreggers dichtes Blatt mit einem nach oben blickenden Mönch bei 2.000 Euro und Maximilian Liebenweins Profilportrait einer mondänen Dame im Museum mit Ausstellungsführer bei 1.500 Euro ans Ziel. Von den zahlreichen Landschaftsschilderungen reüssierten Leopold Kerpels Ansicht von Ariccia in den Albaner Bergen mit der mächtig thronenden Kirche Santa Maria Assunta bei 3.000 Euro (Taxe 2.500 bis 2.800 EUR) oder Robert Russ’ Kirchenruine „Aus Dürnstein“ bei 2.000 Euro (Taxe 1.600 bis 1.800 EUR).

Bleiben dann noch die vielen detailfreudigen aquarellierten Stadtveduten vor allem aus Wien, bei denen wieder einmal zahlreiche Anhänger fündig wurden, so bei Richard Mosers Blick auf Elisabethbrücke, Karlskirche und Technische Universität von 1911 für 7.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder seinem retrospektiv gemalten „Stephansplatz um 1860“ für 5.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), bei Ernst Graners Kaiserlicher Kutsche vor dem Schweizertor für 7.000 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) sowie bei Carl Wenzel Zajiceks Café Dommayer in Hietzing für 2.000 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Eines der interessantesten Blätter aber, Marie Egners ungewöhnlicher Blick aus dem Atelierfenster in der Klagbaumgasse über die Dächer und Schornsteine des vierten Wiener Bezirks, verschmähten die Bieter (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



31.03.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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24.03.2011, Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen

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Dorotheum

Bericht:


Jägerglück und Jägerpech

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Rudolf von Alt, Blick auf den Graben in Richtung Singerstraße
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Camillo Procaccini zugeschrieben, Himmelfahrt Mariens, um 1590/1600
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Francesco Simonini, Eine Reiterschlacht
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Hans
 Hoffmann, Kuckuck und Blauralle
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Filippo Juvarra, Ein Palastinterieur
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Franz von Defregger, Nach oben blickender Mann
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Rembrandt, Der Tod Mariens, 1639

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Gabriel Hornstain, Christus am Ölberg, 1639

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Rudolf von Alt, Blick auf den Graben in Richtung Singerstraße

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