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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Wieder auf alter Stärke: Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Erholung auf dem Möbelmarkt



Tapisserie, Tournai, um 1500

Tapisserie, Tournai, um 1500

Es scheint, als wolle sich ein gutes Jahr nach der bildenden Kunst auch der Möbelmarkt von der Talfahrt der letzten Jahre allmählich wieder nach oben schwingen. Nach positiven Entwicklungen bei einigen kleineren Anbietern konnte neuerdings auch das Zürcher Auktionshaus Koller – eines der Besten in diesem Bereich, bei den letzten Terminen jedoch mit eher enttäuschenden Bilanzen – wieder eine hervorragende Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen mit einer deutlich gestiegenen Zuschlagsquote von gut sechzig Prozent sowie einer Reihe hoher Zuschläge in der Firmenchronik verzeichnen. Schon die ersten Losnummern am 31. März kündigten eine neue Bieterfreude an: Einige antike Skulpturenfragmente kletterten hier rasch nach oben, so der Torso einer hellenistischen oder römischen Tänzerin um die Zeitenwende von 20.000 bis 30.000 Franken auf 66.000 Franken und die Büste eines Imperators aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert von 16.000 bis 26.000 Franken auf starke 75.000 Franken. Letztere war Bestandteil einer Tessiner Privatsammlung, die nachträglich ins Programm aufgenommen wurde – zum Glück: Denn sowohl die französische Renaissance-Tapisserie mit der Darstellung edler Herrschaften zu Pferde als auch die spätgotische Kreuztragungsszene aus Tournai um 1500 wurden ihrer hervorragenden Qualität mehr als gerecht und spielten 118.000 Franken und 320.000 Franken ein. Lediglich 40.000 bis 70.000 Franken und 70.000 bis 120.000 Franken hatten auf den Etiketten gestanden.


Ein zweites Mal trieben die Preise bei französischen Möbeln des Barock und Rokoko in die Höhe. André-Charles Boulle, Erfinder der nach ihm benannten Marketerie, konnte zwar keines der hier zu nennenden Stücke zugeschrieben werden, doch mindestens zwei von ihnen gehören unmittelbar in seine Nachfolge: Gilles-Marie Oppenords Louis XIV-Kommode der Zeit um 1700, mit Arabesken überreich verziert und mit maskenartigen Bronzen prächtig beschlagen, bestätigte ihren Rang als eines der beiden Hauptlose der Auktion bei 460.000 Franken, die ein deutscher Privatsammler bewilligte (Taxe 380.000 bis 580.000 SFR), und von 70.000 bis 120.000 Franken auf 220.000 Franken schoss ein Paar Konsolen, das etwa in der gleichen Zeit einer unbekannten Pariser Meisterwerkstatt entstammte. Im Louis XV um 1740/45 entstand in einer ebenfalls unbekannten Werkstatt eine Folge von sechs Fauteuils, deren perfekte Technik und Eleganz für 300.000 Franken wert befunden wurde (Taxe 280.000 bis 480.000 SFR). Das zweite Hauptlos war ein Paar Bergkristalldeckenleuchter um 1750, die neben ihrer Kunstfertigkeit durch das seltene Material beeindruckten. Mit 380.000 Franken landeten sie plangemäß auf Platz zwei (Taxe 360.000 bis 560.000 SFR).

Weniger Erfolg war den überwiegend dekorativen Accessoires beschieden. Insbesondere die teuren Uhren des 18ten Jahrhunderts, für bis zu 280.000 Franken angeboten, mussten meist zurück an ihre Vorbesitzer. Etwas zurückhaltender wurde man auch gegenüber den Arbeiten des fortgeschrittenen 18ten und frühen 19ten Jahrhunderts: Jean-Baptiste Claude Senés klassizistische Sitzgruppe aus zwei Kanapees und sechs Fauteuils (Taxe 160.000 bis 260.000 SFR) blieb ebenso unveräußert wie ein Paar italienische Empire-Konsolen nach Vorlagen des Wiener Architekten Leopoldo Pollack, die allerdings schon vor einem halben Jahr an 160.000 bis 260.000 Franken gescheitert waren und jetzt 120.000 bis 180.000 Franken verfehlten. Immerhin der François Honoré Georges Jacob-Desmalter zugeschriebene runde Prunkmitteltisch aus Paris um 1820/30 konnte für 110.000 Franken innerhalb der Schätzung weitervermittelt werden. Einen regelrechten Einbruch erlitt, verglichen mit dem Boom der Vergangenheit, die Abteilung Historismus. Hier war mit 34.000 Franken für ein Bureau-Plat nach Vorbild Jacques Dubois’ das Ende der Fahnenstange bereits erreicht (Taxe 8.000 bis 14.000 SFR).

Sehr guten Absatz fanden schon drei Tage zuvor die Objekte aus Silber, Porzellan, Fayencen und Glas. Rund zwei Drittel der fast dreihundert Offerten wurden am 28. März übernommen. Dabei kam es schon beim Silber zu zum Teil überraschenden Wendungen. Nach taxgerechten 24.000 Franken für einen Herzpokal des Nürnberger Meisters Simon Lang aus der Mitte des 17ten Jahrhunderts wurde ein Traubenpokal seines Landsmanns Franz Fischer um 1609/29 von 8.000 bis 14.000 Franken auf 28.000 Franken gehoben. Gleich darauf brachte es eine wohl Augsburger Bildplatte etwa der gleichen Zeit mit einer Darstellung der Wandlung des Saulus zum Paulus von 5.000 bis 8.000 Franken auf 34.000 Franken. Hauptlos des Kunsthandwerks war eigentlich eine Salzburger Rokokoprunkkanne mit einer verspielt in Steinbockhorn geschnitzten Steinbockjagd auf der Wandung. Sie erreichte 60.000 Franken im Rahmen der Schätzung, wurde jedoch noch mehrmals übertroffen. So von einer Tasse und zwei Unterschalen Augsburger Provenienz um 1703/05, in Silber gegossen und getrieben und in Email bemalt mit Szenen der antiken Mythologie. Auf nur 4.000 bis 6.000 Franken angesetzt, übernahm ein Kunde aus Deutschland die ebenso seltenen wie bestechenden Kostbarkeiten schließlich für 75.000 Franken.

59.000 Franken kostete eine urbinatische Bildfliese, die vermutlich einem umfangreichen Zyklus ähnlicher Renaissanceplatten der Zeit um 1536 angehört und eine Szene aus der antiken Geschichte Persiens präsentiert (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Aus dem reichen Angebot an Meißner Porzellan wurden insbesondere vier mit chinoisen Darstellungen bemalte Platten einer Serie um 1735, je nach Erhaltungszustand, auf bis zu 70.000 Franken hochgehandelt. Veranschlagt waren höchstens 30.000 Franken. Ein Deckelbecher um 1725/28 mit reichem Akanthusrelief, goldener Spitzenzier und einer umlaufenden Szene mit orientalischen und westlichen Kaufleuten am Ufer eines Gewässers verabschiedete sich erst bei 28.000 Franken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR), eine Teedose um 1740 mit Hausmalereidekor aus der Bayreuther Werkstatt von Johann Friedrich Metzsch bei 16.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Von den Figuren setzte sich ein heiliger Johannes Nepomuk nach Modell von Johann Gottlieb Kirchner um 1731 bei 70.000 Franken an die Spitze (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR), noch vor Peter Reinickes und Johann Joachim Kändlers Elefanten mit Sultan, der an 55.000 Franken leicht unterhalb der Schätzung hängenblieb. Weitere Höhepunkten waren ein Nymphenburger Weihwasserkessel von Franz Anton Bustelli um 1760 für 28.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR), ein Zürcher Tafelaufsatz mit einer von zwei Putten gehaltenen Konfektschale um 1773 für 38.000 Franken (Taxe 25.000 bis 30.000 SFR) oder eine ebenfalls von dort stammende Schlittschuhläuferin als Allegorie des Winters für 16.500 Franken (Taxe 3.000 bis 6.000 SFR). Aus neapolitanischen Manufaktur Capodimonte trat ein rot grundierter Becher samt Unterschale mit weißem Arabeskendekor für 26.000 Franken hinzu (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR), und aus Russland eine Serie von acht Bildtellern des 19ten Jahrhunderts mit Ansichten berühmter Sehenswürdigkeiten für 40.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



19.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


28.03.2011, Kunst und Antiquitäten

Bei:


Koller Auktionen AG

Bericht:


Steinbockjagd in Steinbockhorn

Kunstwerk:

1
 Paar Deckenleuchter, Paris, um 1750
1 Paar Deckenleuchter, Paris, um 1750

Kunstwerk:

Türmchenuhr, wohl Augsburg, frühes 17. Jahrhundert
Türmchenuhr, wohl Augsburg, frühes 17. Jahrhundert

Kunstwerk:

Tapisseriefragment, Paris, 1. Drittel 16. Jahrhundert
Tapisseriefragment, Paris, 1. Drittel 16. Jahrhundert

Kunstwerk:

Folge von sechs Fauteuils, Paris, um 1740/45
Folge von sechs Fauteuils, Paris, um 1740/45

Kunstwerk:

Gilles-Marie Oppenord, Kommode, Paris um 1700
Gilles-Marie Oppenord, Kommode, Paris um 1700

Kunstwerk:

Konfekt Tafelaufsatz, Zürich, um 1773
Konfekt Tafelaufsatz, Zürich, um 1773







 Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Konfekt Tafelaufsatz, Zürich, um 1773

Fayence- und Porzellanmanufaktur Zürich, Konfekt Tafelaufsatz, Zürich, um 1773

Taxe: 25.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 38.000,- SFR

Losnummer: 1708

Tapisseriefragment, Paris, 1. Drittel 16. Jahrhundert

Tapisseriefragment, Paris, 1. Drittel 16. Jahrhundert

Taxe: 40.000 - 70.000 SFR

Zuschlag: 118.000,- SFR

Losnummer: 1003c

Peter Reinicke und Johann Joachim Kändler, Sultan auf einem Elefanten, um 1745

Peter Reinicke und Johann Joachim Kändler, Sultan auf einem Elefanten, um 1745

Taxe: 60.000 - 80.000 SFR

Zuschlag: 55.000,- SFR

Losnummer: 1582

François Honoré Georges Jacob-Desmalter zugeschrieben, Runder Mitteltisch, Paris um 1820/30

François Honoré Georges Jacob-Desmalter zugeschrieben, Runder Mitteltisch, Paris um 1820/30

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Zuschlag: 110.000,- SFR

Losnummer: 1200

Franz Anton Bustelli, Weihwasserkessel, um 1760

Franz Anton Bustelli, Weihwasserkessel, um 1760

Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 28.000,- SFR

Losnummer: 1628

Türmchenuhr, wohl Augsburg, frühes 17. Jahrhundert

Türmchenuhr, wohl Augsburg, frühes 17. Jahrhundert

Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

Zuschlag: 23.000,- SFR

Losnummer: 1009

 Porzellanmanufaktur Meißen, Platte mit Chinoiserien, Meißen, um 1735

Porzellanmanufaktur Meißen, Platte mit Chinoiserien, Meißen, um 1735

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 70.000,- SFR

Losnummer: 1565

Francesco Xanto Avelli Umkreis, Wandfliese, Urbino um 1536

Francesco Xanto Avelli Umkreis, Wandfliese, Urbino um 1536

Taxe: 15.000 - 25.000 SFR

Zuschlag: 59.000,- SFR

Losnummer: 1524

Simon Lang, Herzpokal, Nürnberg 2. Drittel 17. Jahrhundert

Simon Lang, Herzpokal, Nürnberg 2. Drittel 17. Jahrhundert

Taxe: 16.000 - 24.000 SFR

Zuschlag: 24.000,- SFR

Losnummer: 1506

Gilles-Marie Oppenord, Kommode, Paris um 1700

Gilles-Marie Oppenord, Kommode, Paris um 1700

Taxe: 380.000 - 580.000 SFR

Zuschlag: 460.000,- SFR

Losnummer: 1045

Folge von sechs Fauteuils, Paris, um 1740/45

Folge von sechs Fauteuils, Paris, um 1740/45

Taxe: 280.000 - 480.000 SFR

Zuschlag: 300.000,- SFR

Losnummer: 1047

1 Paar Deckenleuchter, Paris, um 1750

1 Paar Deckenleuchter, Paris, um 1750

Taxe: 360.000 - 560.000 SFR

Zuschlag: 380.000,- SFR

Losnummer: 1062

Kanne mit Presentoir aus Steinbockhorn, Salzburg, 1758

Kanne mit Presentoir aus Steinbockhorn, Salzburg, 1758

Taxe: 50.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 60.000,- SFR

Losnummer: 1517




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