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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Fernöstliches bei Koller in Zürich

Die Sinnlichkeit der Pfirsichblüten



 China, Figur des Amitayus, tibetochinesisch, 16. Jahrhundert

China, Figur des Amitayus, tibetochinesisch, 16. Jahrhundert

Da sitzt der Amitayus, der Buddha des unendlichen Lebens, in sich versunken und scheint über alles Irdische erhaben. Nichts kann ihn aus seinem inneren Gleichgewicht reißen. Bereits auf formaler Ebene strahlt die tibetochinesische Figur durch den bis in die ornamentalen Details hinein durchgehaltenen achsensymmetrischen Aufbau große Ruhe und Ausgewogenheit aus. Dieser Eindruck wird durch die Rahmung der Sitzfigur in die harmonische Linienführung einer bogigen Aureole noch verstärkt, welche ungewöhnlicherweise in einem Stück zusammen mit der Figur gegossen wurde. Ihre Handstellung Dhyana mudra und ihr Gesichtsausdruck weisen den Buddha, der zugleich Erhabenheit und Wohlwollen verbreitet, auch auf inhaltlicher Ebene als eine eindrucksvolle Verkörperung der inneren Versenkung in die Meditation aus. Die Kupferskulptur des 18ten Jahrhunderts bildet nicht nur durch ihre Feuervergoldung einen Glanzpunkt der Asiatica-Auktion bei Koller in Zürich. Unsterblichkeit ist unbezahlbar. So passt es gut, dass der Buddha des unendlichen Lebens mit 80.000 bis 120.000 Franken auch preislich die Auktion am 4. Mai anführt.


Auch göttliche Barmherzigkeit und ein langes Leben in Glück und Gesundheit lassen sich nicht käuflich erwerben. Die Verkörperungen der beiden Konzepte, die vergoldete Bronzestatue des zehnköpfigen Avalokiteshvara, des Bodhisattva der Barmherzigkeit aus der Ming-Dynastie, und die Holzfigur des alten Shoulao, des chinesischen Gott des langen Lebens, aus dem 17ten Jahrhundert, liefern sich mit 35.000 bis 45.000 Franken bzw. 30.000 bis 40.000 Franken ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Abteilung der chinesischen Kunst, die den größten Teil der Werke stellt. In gesteigerter Detailfülle und dennoch klar strukturierter Linienführung präsentiert sich die Figur des mit vor der Brust aneinander gelegten Handflächen in meditative Ruhe versunkenen Bodhisattva. Sie wird lebhaft von weiteren 22 Armen hinterfangen und umspielt, die in den unterschiedlichsten Winkelungen von den Schultern ausgehen und die verschiedenartigsten Geräte präsentieren, die zur Hilfe von Bedürftigen verwendet werden. Das oberste Armpaar ist deutlich in die Länge gezogen und erhebt, eine Rahmung nach Art einer Mandorla ausbildend, eine weitere betende Figur auf einem Lotosthron über die steile Pyramide der zehn Köpfe der Hauptfigur.

Während hier Arme in großer Zahl vorhanden sind, sind die Hände der Holzfigur des Shoulao verloren. Bei ausdrucksvoll gearbeitetem Gesicht und detailliert gestalteter Vorderseite des göttlichen Gewandes, steht die Schlichtheit des naturfarbenen, rückseitig sogar weitgehend naturbelassenen Materials in deutlichem Kontrast zu der Pracht der weiteren hoch dotierten chinesischen Werke. So strahlt in eleganter Farbenpracht die Cloisonné-Mondflasche mit Qianglong-Marke aus der gleichnamigen Periode mit üppigen Phonienmotiven auf tükisfarbenem Grund. Der schmale bauchige Hals wird von zierlichen Volutenspangen in Drachenform gestützt, welche durch ihre Vergoldung in Zusammenklang mit den breiten Goldstreifen an Fuß und Mund der Flasche den reichen Gesamteindruck noch unterstreichen (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR).

In die selbe Preisklasse werden zwei weißgrundige Porzellanvasen eingeordnet, die gedrungene Meiping-Vase, ebenfalls mit Qianglong-Marke mit unterglasblauem Drachen-, Wellen- und Blütendekor in geschwungener Linienführung sowie die Neun-Pfirsich-Vase aus der Guangxu-Periode. Eine Frontalansicht definierend, bilden hier drei der zu einer Dreipassform zusammengefügten vollreifen Früchte das Zentrum des Gesamtmotivs. Der Stamm und drei Äste des knorrigen Baumes gehen in mit Blüten besetzten Schwüngen einer Kreuzform davon aus. Die Äste tragen an ihren Spitzen wiederum überdimensioniert erscheinende Früchte, die das Motiv ausponderieren und meisterhaft mit der Bauchung der Vase und der Linienführung des schlanken Halses in formalen Zusammenhang gebracht wurden. Auf symbolischer Ebene kann der Pfirsich für die Unsterblichkeit und die Sehnsucht nach einer idealen Zivilisation stehen oder auch sinnlich-sexuelle Konnotation tragen (Taxen je 25.000 bis 35.000 SFR). Weiterhin listet der Katalog aus China umfangreiche Bestände an Jade- und Elfenbeinschnitzereien, die durch Schnitzlackobjekte, Räuchergefäße, Holzmöbel, Terrakotten und bemalte Hängerollen vervollständigt werden.

Die mit knapp 50 Positionen in wesentlich geringerem Umfang vertretene japanische Kunst führt den Betrachter mit einem durch lebhaftes Gewimmel charakterisierten Theaterplakat aus der Meiji-Zeit eindeutig in weltliche Sphären. Zeigt doch die mit 10.000 bis 15.000 Franken dotierte Gouache die Festnahme eines Kriminellen inmitten einer Gruppe von prächtig gekleideten und ausstaffierten Schauspielern. Das dramatische Geschehen gibt Anlass, die die Fläche beherrschenden Figuren, welche durch die Anlage des Hintergrundes wie auf einer Bühne präsentiert werden, in ihren unterschiedlichen Reaktionen auf das Ereignis darzustellen. Die individuell verschiedenen emotionalen Zustände zwischen Überraschung, Schreck und Erregung kommen in Körperhaltung, Gestik und Mimik variantenreich zum Ausdruck.

Spiegelbildlich exakt aufeinander bezogene Pendants bilden hingegen die beiden Geishas, welche als Knäufe eines Paars um 1700 entstandener prächtiger Deckelvasen fungieren. Den kleineiligen, brokatartig dichten Blumendekor dominieren satte Farbtöne und großzügige goldene Einlassungen (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). In den Kakemono von Tani Bunchô (1763-1841) kommt hingegen lediglich schwarze Tusche in verschiedenen Verdünnungsgraden zum Einsatz, um Berglandschaften darzustellen, in denen der Mensch entweder gar keinen Platz findet oder sich mit seiner körperlichen Gestalt und seinen Bauten als winziges Detail in die dominierende Naturkulisse einfügt (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Unter den Elfenbeinschnitzereien, mehrheitlich menschliche oder animalische Netsuke, fällt das mit großer Liebe zum Detail aufwändig gearbeitete Okimono eines Gelehrten aus der Meiji-Periode auch durch die humorvoll und fast karikaturhaft überzeichneten Gesichtszüge des bebrillten Bücherwurms auf (Taxe 800 bis 1.200 SFR). Die Südostasien-Abteilung präsentiert sich als ein Kaleidoskop von Herkunftsländern, Gattungen, Materialien und religiösen wie weltlichen Inhalten. Neben Sandsteinplastik der Khmer, wie der monumentalen Standfigur der buddhistischen Göttin Prajnaparamita aus der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), stehen eine große Sammlung indischer Miniaturen sowie islamische Kalligraphie und für den arabischen Markt entworfenes chinesisches Porzellan zu Gebot.

Die Auktion beginnt am 4. Mai um 10 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 2. Mai täglich von 10 bis 19 Uhr, am 3. Mai von 10 bis 14 Uhr möglich.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



29.04.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Susanne Prein

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04.05.2011, Asiatica

Bei:


Koller Auktionen AG

Bericht:


China im Aufwind

Kunstwerk:

Figur des zehnköpfigen Avalokiteshvara, China, Ming-Dynastie, 16.
 oder 17. Jahrhundert
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Kunstwerk:

Stehende Prajnaparamita, Khmer, 1. Hälfte 12. Jahrhundert
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Kunstwerk:

Paar Deckelvasen, Japan, Arita um 1700
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Kunstwerk:

Theaterplakat, Japan, Meiji-Periode
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Kunstwerk:

Tani
 Bunchô, Paar Kakemono, Japan
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Kunstwerk:

Okimono eines Gelehrten, Japan, Meiji-Periode
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Paar Deckelvasen, Japan, Arita um 1700

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Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Losnummer: 392

Meiping-Vase, China, Qianlong-Periode

Meiping-Vase, China, Qianlong-Periode

Taxe: 25.000 - 35.000 SFR

Zuschlag: 180.000,- SFR

Losnummer: 315

Okimono eines Gelehrten, Japan, Meiji-Periode

Okimono eines Gelehrten, Japan, Meiji-Periode

Taxe: 800 - 1.200 SFR

Zuschlag: 1.000,- SFR

Losnummer: 361

Figur des Shoulao, China, 17. Jahrhundert

Figur des Shoulao, China, 17. Jahrhundert

Taxe: 30.000 - 40.000 SFR

Zuschlag: 30.000,- SFR

Losnummer: 149

Mondflasche, China, Qianlong-Periode

Mondflasche, China, Qianlong-Periode

Taxe: 25.000 - 35.000 SFR

Zuschlag: 50.000,- SFR

Losnummer: 163

Tani Bunchô, Paar Kakemono, Japan

Tani Bunchô, Paar Kakemono, Japan

Taxe: 7.000 - 9.000 SFR

Losnummer: 383

Figur des zehnköpfigen Avalokiteshvara, China, Ming-Dynastie, 16. oder 17. Jahrhundert

Figur des zehnköpfigen Avalokiteshvara, China, Ming-Dynastie, 16. oder 17. Jahrhundert

Taxe: 35.000 - 45.000 SFR

Zuschlag: 55.000,- SFR

Losnummer: 148

Neun-Pfirsich-Vase, China, Guangxu-Periode

Neun-Pfirsich-Vase, China, Guangxu-Periode

Taxe: 25.000 - 35.000 SFR

Zuschlag: 26.000,- SFR

Losnummer: 339

Stehende Prajnaparamita, Khmer, 1. Hälfte 12. Jahrhundert

Stehende Prajnaparamita, Khmer, 1. Hälfte 12. Jahrhundert

Taxe: 25.000 - 35.000 SFR

Zuschlag: 26.000,- SFR

Losnummer: 424

Theaterplakat, Japan, Meiji-Periode

Theaterplakat, Japan, Meiji-Periode

Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

Losnummer: 384




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