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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem die neuen Kunstströmungen der 1960er Jahre fanden bei der Auktion „Zeitgenössische Kunst“ im Wiener Dorotheum ihre Anhänger

Malerei erobert den Raum



Gegen die starke Stellung der modernen Kunst hatten es die Zeitgenossen im Wiener Dorotheum diesmal besonders schwer. Doch die Auktion am 19. Mai kann ebenfalls eine beeindruckende Liste von Erfolgen vorweisen: Mit knapp 60 Prozent wurde auch hier, wo hundert Lose mehr angeboten wurden, eine hohe Zuschlagsquote erzielt, und mit 400.000 Euro konnte zumindest Enrico Castellanis plastisch strukturierte weiße Leinwand „Superficie bianca n. 22“ von 1963/64 einen den Ergebnissen von Walde und Jawlensky vergleichbaren Wert erzielen. Indes fielen die Bietgefechte hier doch nicht ganz so spannend aus wie bei den Modernen: Schon die Schätzung für Castellani hatte bereits bei 300.000 bis 400.000 Euro gelegen. Auch die anderen Toplose hielten sich meist an die vorgegebenen Preisrahmen: Konrad Klaphecks 1960 dinghaftes, erlassenes „Gesetz des Alltags“ schaffte mit 110.000 Euro etwa die Mitte der Taxe, Agostino Bonalumis tief in den Raum gebogene Leinwand „Rosso“ von 1968 mit 120.000 Euro die obere Grenze, und ein unbetiteltes freudvoll-gestisches Gemälde des jung verstorbenen Tancredi aus dem Jahr 1955 blieb mit 170.000 Euro sogar etwas unterhalb der Erwartungen hängen. Allein Asger Jorns rasch in die bunten Farbschlieren gegossener Männerkopf von 1956 stieg kräftig von 65.000 bis 85.000 Euro auf 110.000 Euro, doch blieb seine expressive Malerei „HUOM-SOUK“ von 1970/72 dafür bei 70.000 bis 100.000 Euro ohne Abnehmer.


Das gleiche Schicksal wiederfuhr auch einem Exemplar aus Anselm Kiefers überarbeiteter Fotoserie „die Ungeborenen“, aus der das Dorotheum erst im vergangenen November ein weiteres Werk für 90.000 Euro veräußern konnte, und Georges Mathieus markantes Spätwerk „L’Adversité Joyeuse“ von 1989, mit Schätzungen zwischen 90.000 und 130.000 Euro zwei weiteren Toplosen der Auktion. Als gefragt erwiesen sich dagegen multiple oder kleinere Arbeiten international renommierter Künstler, deren Hauptwerke sich auch besserverdienende Sammler gar nicht leisten können, so zum Beispiel einer der dreihundert blauen „Venus“-Torsi Yves Kleins aus der Auflage von 1982 für 50.000 Euro und seine insgesamt 175 mal hergestellte „Victoire de Samothrace“ von 1962/73 für 55.000 Euro (Taxen je 30.000 bis 40.000 EUR), ein Exemplar aus Damien Hirsts Serie der in ihrer konkreten Gestalt dem Zufall überlassenen „Spin paintings“ für 50.000 Euro (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR) sowie Lucio Fontanas kleines „Concetto spaziale“ aus bemalter und durchlöcherter Terrakotta von 1955/60 für 70.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Dazu gehört auch Peter Doigs kleiner, in Aquarell und Öl gemalter „High-Way 2“, der bei ebenfalls angemessenen 70.000 Euro einen Freund surrealer Bildwelten aus der Wirklichkeit fand. Christo und Jeanne-Claudes New Yorker Central Park-Projekt „The Gates“ findet sechs Jahre nach seiner Darbietung immer noch Anhänger. Beide farbigen Entwurfscollagen und -malereien von 2004 konnten sich über taxgerechte 45.000 Euro und 42.000 Euro freuen. Eine sexuell konnotierte Strichzeichnung Keith Harings von 1983 ging zur oberen Schätzung von 40.000 Euro weg, Sol LeWitts minimalistische, bergartige „Irregular Form“ von 1997 lag mit 19.000 Euro leicht über der ihrigen (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Gefallen fanden zudem die zuckenden Menschengestalten Robert Longos, einmal die Fotografie einer schwarz gekleideten Frau auf einem Hausdach in „Men in the Citites/Untitled (Gretchen)“ für 6.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), das andere Mal ein Trio aus „Jules, Gretchen, Mark“ auf einer Lithografie aus dem Jahr 1983 für 13.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Im preislichen Mittelfeld, da jedoch mit einer gewissen Dichte bewegte sich die österreichische Kunst. Erstaunlich stark beboten wurde etwa Hermann Nitsch: Sein 1963 erstelltes, mit 106 mal 80 Zentimeter keinesfalls großes rotes Schüttbild konnte seinen Wert von 14.000 bis 22.000 Euro auf 65.000 Euro etwa verdreifachen, von 32.000 bis 40.000 Euro auf 55.000 Euro verbesserte sich seine ebenfalls, aber diesmal in Violett, auf zwei Mal drei Metern geschüttete „Kreuzwegstation“ mit Malhemd von 1990. Ähnliche Erfolgsmeldungen gab es für Jürgen Messensees halb gemaltes, halb gezeichnetes und halb collagiertes Großformat „Die schöne Negerin tanzt Coco Loco“ von 1983, dessen Wert sich auf 35.000 Euro verdoppelte, Franz Grabmayrs pastose und kaum mehr als solche erkennbare „Landschaft mit Baum“ von 1981 für 32.000 Euro (Taxe 16.000 bis 25.000 EUR) und Otto Muehls bunt geschmierte Kopulationsszene von 1983 für 30.000 Euro (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR).

Unter den Klassikern der Gegenwartskunst reüssierten auch Josef Mikl mit dem großen abstrakt aufgefassten Ölbild „Der blaue Anker“ von 1960 bei 45.000 Euro (Taxe 35.000 bis 55.000 EUR) sowie mehrere Arbeiten Markus Prachenskys und Arnulf Rainers zu marktüblichen Preisen bis zu 36.000 Euro. Franz Wests materialreiche Mischtechnik „Die Sonne“ von 1996 enttäuschte dagegen mit 38.000 Euro ein wenig (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR). Die kleinerer Preisvorstellungen hielten manche Überraschung bereit, so die frühe Zeichnung „Gefahren lauern überall“ von Birgit Jürgenssen aus dem Jahr 1976 für 5.000 Euro (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR), Walter Pichlers Aquarell „Weinender Mann“ von 1974 für 6.000 Euro (Taxe 3.500 bis 6.000 EUR), Othmar Zechyrs dicht schraffierte Federzeichnung einer Landschaft „Aus dem Zyklus das wildromantische Höllental“ von 1982 für 8.500 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder Walter Vopavas dunkle, von einzelnen hellen Farbpunkten durchzogene, schwarze Acrylkomposition von 1993 für 14.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Die Bildhauer brachten es auf bis zu 55.000 Euro für Joannis Avramidis’ goldfarbenen Bronze-„Kopf mit tiefenräumlichen Flächen“ von 1969 aus einer Fünferauflage von 1982 (Taxe 60.000 bis 100.0000 EUR).

Auf deutscher Seite sollte eigentlich Jörg Immendorffs „Café Deutschland (Hörerwunsch)“ von 1983 mit ebenso reicher Motivik wie opulenter Farbigkeit für Furore sorgen, doch schaffte das anderthalb mal zwei Meter große Acrylbild nicht die anvisierten 140.000 bis 180.000 Euro. So konnte sich Günther Förgs „Bleibild GF88“ mit großer monochromer Farbfläche in Türkisgrün bei 35.000 Euro an die Spitze setzen, allerdings auch mindestens 5.000 Euro unterhalb der Schätzung. Immendorff positionierte sich mit seiner Bronzeplastik „Malervogel“ zur unteren Erwartung von 26.000 Euro dahinter, Markus Lüpertz folgte ihm mit seinem Mythologiegemälde „Apollo (after Poussin)“ von 1989 bei 22.000 Euro (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR).

Auch Italien rangierte, abgesehen von Castellani und Bonalumi, noch einige Male im preislichen Mittelfeld, unter anderem mit Mattia Morenis wolkiger Abkonterfaktur eines weiblichen Geschlechtsorgans als „l’eros come un paesaggio“ von 1973 für 36.000 Euro (Taxe 38.000 bis 45.000 EUR), Sandro Chias symbolhafte „Figure arrampicate“ von 1987 für 35.000 Euro (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR) und Piero Pizzi Cannellas „Nero Ferro battuto“ mit einer zaunartigen Lanzenreihung von 1986/87 für 32.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Mirko Basaldella stieß mit einer unikaten, aufgerissenen Stele aus Kupferblech unter dem Titel „Totem“ von 1953/54 bei 17.000 Euro zu ihnen, Giuseppe Spagnulo mit der schrundigen Bronze „Guerriero“ von 1982 bei 8.000 Euro (Taxen je 8.000 bis 12.000 EUR).

Die Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



01.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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19.05.2011, Zeitgenössische Kunst

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