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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Karl & Faber

Barock-abstrakter Himmel



In die Versteigerung ausgewählter Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst hat das Münchner Auktionshaus Karl & Faber in diesem Frühjahr rund zweihundert Losnummern überwiegend aus Malerei und Papierarbeiten aufgenommen. Für einen Platz in der allerersten Liga wird zwar auch die Offerte vom 10. Juni noch nicht reichen, doch besonders starke Expressionisten und einige Kostbarkeiten aus dem Ausland machen die Auktion attraktiv. Zu den Höhepunkten der annähernd chronologisch geordneten Auswahl gehört ein kleines Ölgemälde aus dem Nachlass Gabriele Münters, „Dorfstraße mit Fuhrwerk“ betitelt und 1938 in Siglingen an der Jagst entstanden, dem Heimatort des später in die USA ausgewanderten Großvaters der Künstlerin. Wie ein Arrangement aus Spielzeugen ist das idyllische Ensemble aus Häusern und Menschen in Szene gesetzt. Die Schätzung liegt bei 90.000 bis 120.000 Euro. Ein anderes bedeutendes Werk – mit 160.000 bis 180.000 Euro zugleich das teuerste der Auktion – ist Alexander Kanoldts „Stillleben mit Büchern und Krügen“ aus dem Jahr 1920. Die Neue Sachlichkeit ist hier schon vollkommen durchgesetzt, die zahlreichen Gegenstände einer Landschaft gleich hintereinander gruppiert. Die schöne, für die Kunst Kanoldts repräsentative Leinwand wurde schon vor fünf Jahren bei Karl & Faber für 80.000 Euro an eine Privatsammlung in Nordrhein-Westfalen verkauft.


Eröffnet wird die Auktion mit Edgar Degas’ Kohlezeichnung „La toilette après le bain“, die schon einmal 1919 aus dem Nachlass des Künstlers versteigert wurde. Mit 70.000 bis 100.000 Euro haben sich Karl & Faber hier allerdings vielleicht etwas viel vorgenommen. Auf Seiten des deutschen Impressionismus beeindruckt Lovis Corinth mit zwei Arbeiten, zum einen einem weiblichen Halbakt mit großem Busen und auf die Hand gestütztem Kopf um 1907 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), vor allem aber durch das „Stillleben mit Fischen“ aus dem Jahr 1917. Ein Jahr nach seiner Entstehung in Berlin und Düsseldorf ausgestellt, liegt nun eine Leihanfrage für die Ausstellung „Reiselust und Sinnesfreude“ mit Werken des impressionistischen „Dreigestirns“ Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt vor, die im Herbst in Apolda und Aschaffenburg stattfindet. Im November 2006 bereits für 44.000 Euro bei Lempertz in Köln versteigert, ist das mittelgroße Ölbild jetzt wieder für 80.000 bis 90.000 Euro auf dem Markt. Die Auflösung der Form betreibt auch Oskar Moll in seinem Mitte der 1920er Jahre zu datierendem „Hahn auf rotem Grund“. Mit dem idyllischen Motiv wollte der Künstler möglicherweise seine Tochter Brigitte erfreuen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Einige der wichtigsten Papierarbeiten neben Degas’ Badenden stellen wiederum die deutschen Expressionisten, unter anderem mit einem Orchideenblütenaquarell Emil Noldes um 1925 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und einem der tektonisch zerlegten Segelschiffe Lyonel Feiningers bei der „Ankunft der Bark“ von 1932 (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Gut besetzt ist auch das preisliche Mittelfeld mit Anton Faistauers in dunklen Ölfarben aufgelöstes Frühwerk „Badende“ von circa 1911/12, Paul Kleinschmidts gewohnt kraftvoll auf die Leinwand gestrichenen „Garten in Ulm mit Blick auf das Münster“ von 1927, Hans Baluscheks „Anfahrendem Schnellzug“ bei Nacht aus dem Jahr 1909 und Alexandra Exters Gouache einer mittelalterlichen „Begegnung in einer Straße“, um 1942 als Illustration für François Villons Buch „Le Lais“ vorgesehen, jedoch offenbar nie dafür verwendet (Taxen alle zwischen 20.000 und 30.000 EUR). Für die frühe Abstraktion stehen unter anderem Robert Michels aquarellierte „Komposition mit Kreisen“ von 1918 (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR) und Otto Freundlichs unverkennbar buntfarbige „Komposition (Baum)“ aus der Zeit um 1933 für 20.000 bis 25.000 Euro.

Bei den Zeitgenossen herrscht Abstraktion vor mit Emil Schumachers informellem, schrundigem „Zerap“, dessen Titel vielleicht auf die mit viel Fantasie erkennbare Gestalt eines Seraph anspielt (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR), Günter Fruhtrunks nicht so strengem Frühwerk einer überwiegend blauen „Komposition“ um 1955 (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR) und Rupprecht Geigers T-förmigem Rosa-Orange „766/84“ für 30.000 bis 35.000 Euro. Zur Münchner Künstlergruppe „WIR“ zählte der 1937 geborene Heino Naujoks. Wie manche seiner Kollegen wagt er mit seinem „Barockhimmel“ 1964 einen Brückenschlag zwischen den vorderhand eigentlich extrem gegensätzlichen Polen von Abstraktion jeglicher Couleur und süddeutscher Barockkunst (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Der Schotte William Scott arbeitet dann größter Vereinfachung. Doch ist auf seiner Leinwand „Poem for a Jug“ von 1980 der Krug als flaches zweidimensionales Gefäß zu erkennen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Etwas konkreter wird es mit Joseph Beuys’ in eine Filzrolle eingewickeltem „Samurai-Schwert“, 1983 als eines von sechs Exemplaren außerhalb der Auflage von dreißig nummerierten Ausfertigungen herausgegeben (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Vollends in der Wirklichkeit angekommen ist man dann mit Andy Warhols „Dollar Signs“ auf einer Farbserigrafie um 1982 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), während Norbert Biskys blonde Jungs in „Mit uns oder untergehen“ 2002 das übliche Spiel von Illusion und Irreführung spielen (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Bei Uwe Lausens Tuschezeichnung „Hommage à Tizian“ von 1966 scheinen sich die realen Formen wieder aufzulösen (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), und auch Jan Muche überlagert in seinem Acrylgemälde „Deformative“ von 2006 abstrakte Farbbahnen mit dem plakativen Stil der Pop Art und surrealen, erzählerischen Elementen (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 10. Juni um 15 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 8. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr, am 9. Juni von 10 bis 14 Uhr möglich.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



04.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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 1907
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Alexander Kanoldt, Stillleben mit Büchern und Krügen, 1920
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Edgar Degas, La toilette après le bain

Edgar Degas, La toilette après le bain

Taxe: 70.000 - 100.000 EURO

Losnummer: 400

Hans Baluschek, Anfahrender Schnellzug, 1909

Hans Baluschek, Anfahrender Schnellzug, 1909

Taxe: 26.000 - 28.000 EURO

Losnummer: 405

Anton Faistauer, Badende, um 1911/12

Anton Faistauer, Badende, um 1911/12

Taxe: 20.000 - 22.000 EURO

Losnummer: 402

Lovis Corinth, Halbakt einer jungen Frau, den Kopf mit der linken Hand gestützt, um 1907

Lovis Corinth, Halbakt einer jungen Frau, den Kopf mit der linken Hand gestützt, um 1907

Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Losnummer: 415

Lovis Corinth, Stillleben mit Fischen, 1917

Lovis Corinth, Stillleben mit Fischen, 1917

Taxe: 80.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 416

Alexander Kanoldt, Stillleben mit Büchern und Krügen, 1920

Alexander Kanoldt, Stillleben mit Büchern und Krügen, 1920

Taxe: 160.000 - 180.000 EURO

Zuschlag: 145.000,- EURO

Losnummer: 428




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