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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Insgesamt hervorragende Ergebnisse, aber Piero Manzonis „Achrome“ scheitert: Zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln

Erfolge für ZERO und Minimalismus



Kaum eines der hochgehandelten Stücke blieb unveräußert bei der großen Zeitgenossenauktion von Lempertz in Köln am 1. Juni, fast siebzig Prozent wies die losbezogene Zuschlagsquote zum Abschluss aus, und der Bruttoumsatz lag bei guten 3,56 Millionen Euro. Doch das Hauptlos stellte sich quer: Piero Manzonis weißes „Achrome“ von 1961/62 aus wuscheligen Synthetikfasern, mit 450.000 bis 500.000 Euro der eindeutige Favorit der Auktion, konnte niemanden für sich gewinnen. Dennoch: Eine so erfolgreiche Auktion kann auch Lempertz mit seinen Zeitgenossen nicht alle Tage absolvieren. Eine regelrechte Gier herrschte einmal mehr auf ZERO und Umkreis. So konnte, nach dem Scheitern Manzonis, Günther Uecker mit Leichtigkeit den ersten Platz besetzen: Von 120.000 bis 150.000 Euro auf 210.000 Euro sprang sein kreisrunder, regelmäßiger Nagelstrudel „Zero Garden“ aus dem Jahr 1966, und das, obwohl es erst vor anderthalb Jahren am selben Ort noch 135.000 Euro gekostet hatte. Nun wird New Yorker Handel noch mal eins drauflegen. 100.000 Euro, die Mitte der Schätzung, erzielte Ueckers zwei Jahre älteres, deutlich freier gestaltetes „Strukturfeld“ und angemessene 30.000 Euro seine durchnagelte Spiegelfläche von 1971 mit filigranem Sprungmuster.


Fast komplett abgegeben wurde eine hochkarätige Offerte von Heinz Mack zumeist an deutsche Kunden, darunter nicht nur ältere Arbeiten wie ein kinetisches Objekt mit Rotor hinter Wellenglas von 1958/59 für 50.000 Euro (Taxe 30.000 EUR) oder eine strukturelle Wachskreidezeichnung von 1960 für starke 30.000 Euro (Taxe 7.000 EUR), sondern auch eines seiner jüngeren Gemälde in blauem Acryl von 1996, „Licht im Quadrat, chromatische Konstellation“ betitelt und von 8.000 bis 12.000 Euro auf 25.000 Euro gesteigert. Ebenfalls ausnahmslos vermittelt werden konnten die Spiegelobjekte Adolf Luthers, wenngleich es sich um eher kleinere Arbeiten handelte, die entsprechend nicht mehr als 26.000 Euro erreichten. Und in ähnlichem Preisrahmen bewegten sich mehrere Feuerbilder Otto Pienes, die für bis zu 30.000 Euro ebenfalls komplett weggingen. Unerwartete Begierde weckte auch ein kleines graublaues Kissenbild Gotthard Graubners aus dem Jahr 1963. Kaum 13 mal 16 Zentimeter groß, schaffte es doch auf einmal 26.000 Euro, das Drei- bis Vierfache der Schätzung. Noch zwei weitere dieser spielerischen Arbeiten aus dem Jahr 1971 wurden für 14.000 Euro und 23.000 Euro erfolgreich weitergereicht.

Nicht weniger gefragt waren Positionen, die an klassische Traditionen anknüpfen. Joannis Avramidis’ fast mannshohe Bronze „Figur I“ von 1963 ist solch ein Werk, das nun bei 105.000 Euro in einer süddeutschen Sammlung steht (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR), oder Stephan Balkenhols souveräner Holzlöwe von 1992 für 25.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Gewissermaßen gehört auch Ulrich Rückriems in fünf Teile zerschnittener Granitblock aus dem Jahr 1990 hierher, geht er doch der Bildhauerkunst an sich auf den Grund. 37.000 Euro belegen die ungebrochene Aktualität dieser an sich so spröde daherkommenden Kunst (Taxe 25.000 EUR).

Keine Absatzschwierigkeiten hatte Lempertz auch mit den auf moderate 30.000 bis 40.000 Euro angesetzten Fotoviererserien von Industrieanlagen aus dem Atelier Bernd und Hilla Bechers: Bei 32.000 Euro und 46.000 Euro schlug hier der Hammer zugunsten eines südosteuropäischen Sammlers aufs Pult. Bei den älteren Abstrakten, etwa dem Informel, war man dagegen etwas zurückhaltender. Hier fehlte es in den Angeboten von Fritz Winter, Emil Schumacher oder auch Rupprecht Geiger an wirklich prägnanten Werken. Einzig eine wie immer unbetitelte durch breite schwarze Pinselstriche strukturierte Leinwand Peter Brünings von 1958 verschaffte sich bei 38.000 Euro etwas mehr Gehör (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Ein anderer Vertreter der älteren Malerei war Gaston Chaissac. Sein einschließlich des Rahmens in naiven Formen und Farben gestaltetes „Planche à laver“ ging zur unteren Grenze von 80.000 bis 120.000 Euro in eine süddeutsche Sammlung. Von Sigmar Polke blieb ebenfalls nichts liegen. Höhepunkt war hier das ein dem Jahr 1993 stammendes Rasterbild mit Acryl und Dispersion auf einem gemusterten Dekostoff, dessen Reiz wieder einmal in dem Gegensatz zwischen der strengen Form des Bildträgers und der über ihr sich ausbreitenden Farbe liegt. Bei 150.000 Euro verhalf norwegischer Kunsthandel dem mittelgroßen Bild zum zweiten Platz der Auktion (Taxe 130.000 bis 150.000 EUR).

Humor bewiesen Lempertz’ Kunden mit der Übernahme von Franz Wests mit Mischtechnik übermalten Fotografien „Selbiges“ von 1986 für 32.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Paul Theks in Gouache über rosefarbenem Grund gemalten Apfel auf Zeitungspapier circa 1971 für 47.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Punktgenau bei den anvisierten 50.000 Euro landete Donald Judds zehnteilige Holzschnittfolge aus dem Jahr 1988, in denen der Künstler seine minimalistische Kunst auch für weniger begüterte Interessenten erschwinglich machte. Noch mehr Kunst in der Tradition der Konkreten gab es mit einem der zwölf bemalten Aluminiumraster Imi Knoebels unter dem Titel „Alle vier“ von 1998 für 40.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Aurélie Nemours’ strenger Quadratschachtelung von 1973 für 16.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Auch die jüngere Künstlergeneration fand bei Lempertz ihre Freunde, etwa gleich zu Beginn Norbert Biskys jugendlicher „Held 413“ von 2002 einen deutschen Sammler, der die obere Taxe von 30.000 einsetzte, oder Cosima von Bonins Multiple einer Tischrakete unter dem Titel „The petite Miss Riley“ bei 2.200 Euro (Taxe 2.500 EUR). Roni Horns malerische Verdoppelung „Doubles M,M’“ von 1987 folgte bei taxgerechten 7.000 Euro, ebenso wie Stefan Hoenerlohs menschenleere Hinterhoftristesse „Corriolis Plaza“ von 1987 bei 8.000 Euro. Während ein Farbholzschnitt von Gert und Uwe Tobias mit erkennbarem Totenkopf aus dem Jahr 2005 bei 13.000 Euro leicht unter der Schätzung hängenblieb, reüssierte ein größeres, ein Jahr jüngeres Exemplar mit dekorativen Farbmustern bei 26.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR).

Die beiden filigranen Zeichnungen „Die Tochter des Gelehrten“ und „Stalingrad“ von Pavel Pepperstein verabschiedeten sich jeweils zur Taxe von 3.000 Euro, Andreas Hofers um 2006 in Acryl gemalter Stiermensch „Loki“ bei guten 5.400 Euro (Taxe 3.000 EUR) und Thomas Hubers seltsame Dingwelt in den Leinwänden „Das Bild mit den gelben Türen“ von 1980 und „Opus Citrinitas“ von 1988 bei 10.000 Euro und 12.000 Euro im Rahmen der Schätzungen. Schon leicht unterhalb der Erwartungen stoppten die Gebote für Jonathan Meeses materialreiche Collagemalerei „Der geometrische Samengeist ‚Verszahn’ ist am Eagle Tail entsprungen“ bei 15.000 Euro, SEOs „Selbstgespräch“ von 2003 aus der Serie „Meine deutschen Träume“ bei 18.000 Euro und Axel Hüttes sachlich komponierte, zweiteilige Landschaftsfotografie „San Martino alla Palma“ bei 9.000 Euro. Aus der älteren Fotografie wanderte Stephen Shores zwölfteiliges Portfolio amerikanischer Stadtbrachen bei 23.000 Euro in norddeutschen Handel (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Die einzigen wirklich schmerzlichen Rückgänge neben dem Manzoni auf dieser Auktion waren die beiden gruseligen „Hexen“-Figuren Jean Tinguelys von 1985. Indes kann man für solche aus Motoren, Schrott und Knochen gefertigten Skulpturen auch nicht immer ungeteiltes Interesse erwarten (Taxen zwischen 60.000 und 90.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



10.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


01.06.2011, Zeitgenössische Kunst

Bei:


Kunsthaus Lempertz

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