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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Impressionisten und Moderne mit einem bedeutenden Schiele-Gemälde bei Sotheby’s in London

Nicht ganz billig



Egon Schiele, Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II), 1914

Egon Schiele, Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II), 1914

Umfangreich ist sie nicht, die kommende Suite von Impressionisten und Modernen bei Sotheby’s in London. Lediglich 35 Losnummern listet der Katalog. Selbst der sonst so umtriebige Pablo Picasso ist nur mit drei Arbeiten zugegen, darunter dem erotisch knisternden Spätwerk „Couple, le baiser“, gemalt am 28. November 1969, für 6 bis 8 Millionen Pfund. So bietet sich ein schwächeres Bild als bei der knapp dreimal stärker besetzten Christie’s-Auktion einen Tag zuvor, auf der immerhin Werke aus dem Nachlass des Schweizer Galeristen Ernst Beyeler prangen. In einem entscheidenden Rennen aber konnte Sotheby’s über den Erzkonkurrenten den Sieg davontragen: Egon Schieles Ölgemälde „Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II)“, entstanden 1914 in Krumau, sicherte sich das Auktionshaus durch die Abgabe einer Gewinngarantie. Der Einlieferer: das Leopold Museum in Wien. Mit dem Verkauf sollen Finanzlücken, die durch jüngste Restitutionsfälle wie um das „Bildnis Wally“ entstanden oder noch zu erwarten sind, gestopft werden. Leopold hatte das Gemälde schon 1952 von der Witwe seines ersten Besitzers Heinrich Böhler erworben. 22 bis 30 Millionen Pfund hat Sotheby’s für das künstlerisch und provenienzmäßig in jeder Hinsicht bedeutende Stück veranschlagt. Ein neuer Schiele-Rekord ist damit so gut wie sicher.


77 Millionen Pfund beträgt die Gesamtschätzung für das abendliche Defilee am 22. Juni. Die Klassiker der französischen Moderne haben daran einen eher geringen Anteil. Henri de Toulouse-Lautrecs „La liseuse“ – ein braves Sujet, aber in der fast fauvistischen Farbgebung ungeheuer progressiv – von 1889 steht hier mit 5 bis 8 Millionen Pfund an erster Stelle, gefolgt von einigen (Neo-)Impressionisten wie Paul Signacs Hafenansicht „Les Tours vertes, La Rochelle“ von 1913 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP), Edgar Degas’ zuletzt 1934 auf dem Markt gewesenes und noch nie öffentlich ausgestelltes, farbintensives Pastell „Danseuses russes“ von circa 1899 (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP) und Paul Cézannes schlichte Uferlandschaft „La rivière“ um 1881, auch dies ein Werk, das lange in Familienbesitz und selten ausgestellt war (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP). Selten auf Abendauktionen, hat sich auch einmal Théo van Rysselberghe hierher verirrt. Sein pointillistisches „Vallée de la Sambre“ im warmen Sommerlicht von 1890, vor sieben Jahren in New York um 650.000 Dollar versteigert, ist denn mit 450.000 bis 650.000 Pfund immer noch etwas bescheidener taxiert.

Eines der anmutigsten Kunstwerke dieser Auktion ist wohl Paul Klees „Stadtburg Kr.“ aus dem Jahr 1932. Die einst zum Besitz des frühen Klee-Sammlers Richard Doetsch-Benziger gehörige Holztafel misst nur 36 mal 30,5 Zentimeter, entfaltet aber in ihrer teppichartigen Gestaltung aus rastartig gegliederten Farbflächen eine nahezu suggestive Wirkung (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Weitgehend abstrakt bleibt es auch mit Joan Mirós spielerisch heiterer „Femme à la voix de rossignol dans la nuit“ von 1971 (Taxe 4,5 bis 6 Millionen GBP), Juan Gris’ kleinem kubistischem Stillleben „Le broc“ aus dem September des Jahres 1920 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP) und Max Ernsts schwebenden Farbformen der „Dormeuse en coup de vent“ von 1950 ebenfalls für 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund. Dagegen stehen einige sehr nahe Portraits, allen voran Tamara de Lempickas herbe, kantig gezeichnete Frauenfigur „La dormeuse“ von 1930 für 2,2 bis 3,2 Millionen Pfund. Den zuletzt so erfolgreichen Surrealismus vertritt einzig René Magritte mit drei Werken, darunter der 1953 unter strahlend blauem Himmel nächtlich verdunkelten Vorstadtlandschaft „L’Empire de lumières“ für 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund.

Bei den Skulpturen hat einmal mehr Alberto Giacometti die Nase vorn: 10 bis 15 Millionen Pfund sollen seine verschwindend dünnen „Trois hommes qui marchent II“ aus dem Jahr 1948 kosten. Seine drei öffentlichen Ausstellungen absolvierte die filigrane Bronzegruppr jeweils in New Yorker Galerien, zuletzt 2008 bei Larry Gagosian und im vergangenen Jahr bei Eykyn Maclean. An Nummer zwei der Preisliste steht mit Auguste Rodins „Ève, petit modèle“ von 1913 nach dem Erstentwurf von 1883 für 1,3 bis 2,2 Millionen Pfund wiederum ein Klassiker der Moderne. Marino Marinis „Piccolo cavallo“ als handziselierte Bronze von 1950 für 1 bis 1,5 Millionen Pfund, Hans Arps glänzend polierte amorphe Gestalt „Évocation d’une forme humaine lunaire spectrale“ für 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund und ein möglicherweise noch zu Lebzeiten des Künstlers entstandener Kunststeinguss von Wilhelm Lehmbrucks „Torso eines jungen Weibes“ von 1910 für 400.000 bis 600.000 Pfund komplettieren die nicht sehr große, aber recht ansprechende Skulpturenofferte.

Gibt es einen australischen Impressionismus? Diese Frage beantwortet Sotheby’s einen Tag später in der Tagesauktion. Dort hat sich Rupert Bunny mit seiner „Femme lisant“ prominent platziert. Der 1864 in St Kilda bei Melbourne geborene Maler ließ sich 1886 freilich in Paris nieder, heiratete eine Französin und wurde von der Kunst Edouard Manets und Berthe Morisots beeinflusst, was man auch bei der seiner auf einem grünen Sofa liegenden, in ihrem Buch vertieften Frau im großbürgerlichen Salon auch gut erkennen kann (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Die Klassiker der französischen Kunst legen sich darüber hinaus ins Zeug. Aus den nachimpressionistischen Richtungen ragen Henri Le Sidaners abendliche Gartenstimmung „Le Pavillon, Gerberoy“ von 1909 (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), Gustave Loiseaus geschäftige Stadtansicht „La Place de L’Etoile“ von 1931 (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), Odilon Redons zartes Blumenbild „Flore sous marine“ (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP) oder Jean-Baptiste Armand Guillaumins Dorflandschaft „La route tournante“ heraus, die er zeitgleich mit seinem Künstlerfreund Cézanne um 1877 auf die Leinwand brachte (Taxe 35.000 bis 45.000 GBP).

Stärker ist die französische Moderne vertreten. Henri Lebasque schickt die heitere Strandszene „Le Bar sur la plage“ von 1923/25 für 120.000 bis 180.000 Pfund ins Rennen, Albert Marquet die etwas nüchterne Vedute „Venise, l’éte“ von 1936 für 250.000 bis 350.000 Pfund, Maurice de Vlaminck die farblich schon beruhigte, abgedunkelte Landschaft „La rivière normande“ um 1912 für 120.000 bis 180.000 Pfund, Fernand Léger das flächige Stillleben „Le vase noir“ von 1947 für 300.000 bis 400.000 Pfund und Henri Matisse eine auf wenige Striche beschränkte und dennoch ausdrucksvolle Zeichnung eines weiblichen Gesichts von 1951 für 150.000 bis 200.000 Pfund. Ein beliebtes Thema bei den Franzosen ist der 14. Juli, der französische Nationalfeiertag, den sie oft in farbenfrohen, von Fahnen durchwehten Bildern feiern, wie auch 1913/14 André Lhote in seinem Ölgemälde „14 Juillet, Port de Bordeaux-Poincré“ (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Thematisch verwandt sind seine leicht kubistischen Tänzerinnen in einer Hafenszene unter dem Titel „Escale“. Die ungewöhnlich großformatige Papierarbeit schlägt mit 300.000 bis 400.000 Pfund zu Buche.

Insgesamt bilden die Kubisten in der Tagesauktion eine gewichtige Fraktion, was vor allem auf die Einlieferung einer europäischen Privatsammlung zurückzuführen ist. Hier tummeln sich etwa Louis Marcoussis’ „Nature morte à l’As de Pique“ von 1921 oder seine etwas monochromere „Nature morte au pain et au couteau“ um 1928/29 (Taxen je 50.000 bis 70.000 GBP), Marcelle Cahns Straßenausschnitt „Le dirigeable“ von 1926 (Taxe 45.000 bis 60.000 GBP) oder Georges Valmiers in ein Oval eingeschriebene, zackige Landschaft „Les bœufs dans la montagne“ von 1922 (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP) und über die Sammlung hinaus noch Georges Braques kleines Arrangement einer „Nature morte à la poire et aux pommes“ um 1935 (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP) sowie Henri Haydens recht buntes Stillleben „L’As de Trèfle“ von 1917 (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP). Auch Ben Nicholson ist ein Freund des Stilllebens, nur dass er die Umrisse seiner Objekte lediglich in die Farbschicht einritzt und einzelne Partien farblich betont. Herauskommt so eine fast abstrakte, schemenhafte Komposition wie in „Still Life (Romeo & Juliet)“ von 1949 (Taxe 90.000 bis 120.000 GBP).

Hatten die deutschen Künstler für die Abendauktion nicht viel beizusteuern, treten sie am 23. Juni dann doch in Erscheinung. Teuerste Werke sind hier mit jeweils 300.000 bis 500.000 Pfund Alexej von Jawlenskys frühe, noch pointillistisch geprägte „Landschaft mit rotem Dach – Wasserburg“ um 1906 und die von Hermann Max Pechstein diagonal ins Bild gerückte „Rauchende“ von 1921 in einem starken Farbkontrast von Gelb und Blau. Den späten, schon recht expressiven Malstil Lovis Corinths vertritt der „Flieder im Glaskrug“ von 1923 (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Wie extrem die Expressionisten die Farbe betont haben, lässt sich gut an Georg Tapperts „Sängerin“ um 1917 (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP) oder Conrad Felixmüllers Profilbildnis des Pianisten Erich Winkler ablesen (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). Auf den Rückseiten beider Bilder gibt es eine gemäßigte Landschaft kostenlos dazu. Von österreichischer Seite tritt Gustav Klimt mit einigen Figurenstudien für Schätzungen bis zu 70.000 Pfund hinzu.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



17.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander und Ulrich Raphael Firsching

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Zuschlag: 2.300.000,- GBP

Losnummer: 3

Théo van Rysselberghe, La vallée de la Sambre, 1890

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Taxe: 450.000 - 650.000 GBP

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Zuschlag: 5.000.000,- GBP

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