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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Ketterer in München

Sperriger Expressionismus



Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt die Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst beim Münchner Auktionshaus Ketterer. Geht man nach der losbezogenen Zuschlagsquote, lässt sich nicht meckern: Bei gut 62 Prozent lag sie für die 119 Modernen, mit knapp 58 Prozent fiel sie bei den Zeitgenossen gegen den Trend niedriger aus. Doch beide Rubriken mussten eine bedenklich lange Liste an Rückgängen im Hochpreissegment hinnehmen. Wladimir Bechtejeffs spätimpressionistischer „Parkweg mit Reiterin“ von 1905 für 150.000 bis 250.000 Euro, Christian Rohlfs’ Blick über die Dächer von Soest auf Petri-, Pauli- und Patroklikirchen von 1916 für 200.000 bis 300.000 Euro sowie die beiden hochgehandelten Bilder „Zerfallenes Haus“ von circa 1906/07 für 300.000 bis 400.000 Euro und „Stillleben mit Fächer“ 1918 für 200.000 bis 300.000 Euro von Hermann Max Pechstein – überall Fehlanzeige. Nicht anders bei den Gegenwartskünstlern: Hier blieben mit Enzo Cucchis zweiteiligem Objektmalerei „Fucile“ von 1982 für 120.000 bis 150.000 Euro und einer ebenfalls zweiteiligen Projektzeichnung für „The Gates“ des Jahres 2003 im New Yorker Central Park von Christo und Jeanne-Claude mit 100.000 bis 120.000 Euro zwei kapitale Stücke liegen. Bei 90.000 bis 120.000 Euro blieb sogar ein Nagelbild des ZERO-Künstlers Günther Uecker unveräußert liegen, die doch sonst weggehen wie warme Semmeln. Vielleicht waren die relativ späte Entstehung im Jahr 1986 oder die dunkle und wilde Struktur des „Energiefelds“ hier hinderlich. Über manche Stücke wird derzeit noch im Nachverkauf verhandelt.


Moderne Kunst

Interesse an dem gewohnt exzeptionellen Programm war am 4. Juni indes durchaus vorhanden, nur eben nicht immer an den Spitzenstücken. Gleich zu Beginn wurde Leo Putz’ junge blaue Dame im „Spiegelbild“ aus dem Jahr 1908 auf 80.000 Euro gesteigert, und noch weit höher kam die mondäne Seite des deutschen Spätimpressionismus mit Edward Cucuels etwa gleichaltriger Schönheit im „Herbstzauber“ um 1912 für 115.000 Euro (Taxen je 60.000 bis 80.000 EUR). Beim deutschen Expressionismus war eine generelle Zurückhaltung der potentiellen Käufer gegenüber den von Ketterer angepriesenen Ölgemälden spürbar. Auch Gabriele Münters „Stillleben mit Madonna“ um 1911 für 250.000 bis 300.000 Euro aus dem Nachlass ihres letzten Lebensgefährten Johannes Eichner konnte nicht restlos überzeugen. Ihr „Schloss Elmau im Winter“ von 1933 schaffte immerhin noch die untere Taxe von 120.000 Euro.

Viel besser stand es um die Papierarbeiten. Ein liegender Frauenakt aus Ernst Ludwig Kirchners hochbegehrter „Brücke“-Zeit 1911 beispielsweise verdoppelte seinen Wert auf 65.000 Euro. Hier fand sich auch der sonst so gescheiterte Hermann Max Pechstein wieder: Bei 135.000 Euro landete sein mit Hilfe von Fettkreide einem druckgrafischen Zustand angenähertes Tuschpinselaquarell „Zwei Mädchen in der Hängematte VIII (mit sitzendem männlichem Akt)“ von 1910, also wie Kirchners Frauenakt aus den Jahren der expressionistischen Hochzeit (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Bereits für einen der ersten Plätze vorgesehen war Emil Noldes aquarellierte „Marschlandschaft mit Bauernhof und Heudiemen“ aus den frühen 1930er Jahren. Mit 235.000 Euro blieb es nur knapp unterhalb der oberen Schätzung. Vollständig übernommen wurden auch die Aquarelle Karl Schmidt-Rottluffs, darunter zur unteren Grenze von 60.000 bis 80.000 Euro ein „Mädchen am Tisch“ von 1921 sowie für 49.000 Euro eines der drei späten Werke mit dem Titel „Blumenstillleben auf dem Balkon“ von 1967 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Gute Preise erzielten auch Werke von Künstlern etwas abseits der großen Kraftzentren. Ein kleines dichtes Blumenstillleben des Schweizers Cuno Amiet von 1947 beispielsweise sprang von 10.000 bis 15.000 Euro auf 65.000 Euro, die drei „Sängerinnen“ samt Geigenspielerin von Paul Kleinschmidt aus dem Jahr 1926 trällerten sich bis auf 107.000 Euro hinauf (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Die Mitte von 40.000 bis 60.000 Euro traf Otto Möllers kubistisch zerlegtes und leuchtend farbiges „Mädchen mit Halskette“ aus dem Jahr 1920. Auch das letztendliche Hauptlos der Auktion war eher ein Außenseiter. Franz Radziwills „Gespräch über einen Paragraphen“ von 1929, um 1960 vom Künstler selbst noch einmal überarbeitet und ergänzt, hatte indes bereits vor zwei Jahren im selben Haus 292.000 Euro erzielt. Die 282.000 Euro, bis zu denen diesmal gerungen wurde, waren also nicht einmal eine Bestätigung des schon festgestellten Wertes (Taxe 250.000 bis 280.000 EUR). Die größte Überraschung der Auktion waren wohl die 225.000 Euro, die Otto Dix’ „Alte Birnbäume in Hemmenhofen“ aus dem Jahr 1940 erzielten. Nun werden die neoromantischen Gemälde aus Dix’ Schaffen während der inneren Emigration im Dritten Reich generell recht hoch gehandelt, doch hatte Ketterer hier nur 60.000 bis 80.000 Euro angesetzt.

Albert Blochs symbolistisches Gemälde „Eine Gruppe – Gethsemane“ aus dem Jahr 1914 bestätigte seine anspruchsvolle Schätzung bei 107.000 Euro, László Moholy-Nagys architekturaffine „Komposition 1921“ konnte die ihre mit 60.000 Euro gerade eben erreichen. Aus den Niederungen von 9.000 bis 12.000 Euro kämpfte sich ein spätes Blumenstillleben Ida Kerkovius’ um 1950 auf 32.000 Euro hinauf. Teuerste Skulptur wurde Hermann Scherers Holzfigur „Mutter“ mit Kind aus dem Jahr 1924 für 85.000 Euro. Dass damit das Drei- bis Vierfachen der Schätzung erreicht wurde, verwundert nicht wirklich, handelt es sich um ein besonders schönes Werk des bereits drei Jahre später verstorbenen Expressionisten aus der Schweiz. Im Fahrwasser einer recht neuen Begeisterung für die kubistischen Skulpturen William Wauers, insbesondere die Portraits, konnte seine Bronzebüste des Publizisten Rudolf Blümner von 1919 gute 30.000 Euro erlösen (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Einen glänzenden Start legten die Gegenwartskünstler hin, als Ernst Wilhelm Nays 1947 datierte Gouache „Drei Männer mit Stier“ von 20.000 Euro auf 62.000 Euro sprang und zwei suggestive Farbfelder Rupprecht Geigers von 1959 und 1961 für 70.000 Euro und 115.000 Euro jeweils deutlich über den Schätzpreisen weggingen. Auch Fritz Winter erwies sich mit seinem „Rot von Unten“ von 1968 für 47.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und „Blau zwischen Rot“ von 1967 für 31.000 Euro als sattelfest (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Und bei 140.000 Euro schließlich bestätigte ein deutscher Händler Gerhard Richters „Abstraktes Bild“ mit der Werknummer 398-5 von 1976 als Favoriten souverän. Doch häuften sich eben dann auch die prominenten Rückgänge, und nur wenige Ausreißer nach oben gab es zu bejubeln. Zu denen gehörte einmal mehr ein Werk des Allroundkünstlers Joseph Beuys. Sein mit Goldfarbe besprühter und 1982 als „Hasenstein“ zum Kunstwerk erhobener Basaltklotz von mehr als siebzig Zentimetern Länge konnte seinen veranschlagten Wert auf 41.000 Euro mehr als verdoppeln.

Dass auf dieser Gegenwartskunstauktion Ausgefallenes ohnehin weniger als Klassisches gefragt war, bewiesen nicht zuletzt die Skulpturen. Markus Lüpertz’ bemalte Bronze „Daphne 1“ von 2002 und Stephan Balkenhols hoch aufgesockelte „Frau mit goldenen Stiefeln“ von 2010 sind Werke von hohem Wiedererkennungswert arrivierter Künstler und konnten ihre Schätzungen mit 63.000 und 50.000 Euro zum Teil klar übersteigen. Eines der zahlreichen bunten Folienstreifenbilder Anselm Reyles aus dem Jahr 2006 wechselte für taxgerechte 45.000 Euro den Besitzer. Die Ehre von ZERO rettete Heinz Mack mit seinem Acrylbild „Sommerzeit (Chromatische Konstellation)“ von 1996 für 30.000 Euro. Die späten Malereien des einstigen Experimentalkünstlers erfreuen sich jüngst steigender Beliebtheit (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Teuerste Grafik wurde wie vorgesehen David Hockneys fast zwei Meter breites Innenhofpanorama des „Hotel Acatlan two weeks later“ auf einer Farblithografie von 1985 zur unteren Grenze von 35.000 bis 40.000 Euro.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



17.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Hermann Scherer, Mutter, 1924

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Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

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