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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Sotheby’s setzt bei der Auktion „Contemporary Art“ in London auf die Sammlung Dürckheim

Die besten Deutschen auf einen Streich



Einmal mehr weisen die beiden Londoner Abendauktionen von Christie’s und Sotheby’s am 28. und 29. Juni viele Parallelen auf. Wie beim Erzrivalen einen Tag zuvor steht auch bei Sotheby’s ein fast zwei Meter hohes Gemälde Francis Bacons an der Spitze der Preisliste: 7 bis 9 Millionen Pfund soll seine „Crouching Nude“, ein körperlich entstellter Frauenakt vor einem klaustrophobischen, grünen Hintergrund von 1961, kosten. In beiden Häusern führt Andy Warhol zahlenmäßig die Künstlerriege an. Sieben Losnummern sind es bei Sotheby’s, allen voran sein ikonisches Portrait der amerikanischen Sängerin Deborah „Debbie“ Harry, Frontstar der New Wave-Band „Blondie“, aus dem Jahr 1980 für 3,5 bis 5,5 Millionen Pfund und eine mittelgroße Leinwand seiner „Campbell’s Soup Can (Tomato)“-Bilder von 1962 für 3,5 bis 4,5 Millionen Pfund. Wichtigster deutscher Künstler schließlich ist Gerhard Richter, wobei sein in Rot getränktes, nur kleine andere Farbschlieren zulassendes „Abstraktes Bild“ mit der Nummer 748-2 von 1991 für 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund und sein grauschwarzes, umrisshaftes „Stadtbild“ von 1969 für 500.000 bis 700.000 Pfund mit den Richter-Bildern bei Christie’s nicht ganz mithalten können.


Die Gesamtschätzung von Sotheby’s liegt mit 74 bis 105 Millionen Pfund dennoch erheblich höher als bei der Konkurrenz. Die 54 Losnummern des Hauptprogramms tragen dazu knapp zwei Drittel bei. Ein weiteres Hauptlos ist ein „Untitled“ Jean-Michel Basquiats von 1981 mit der Figur eines händeringenden und -ballenden Mannes für 5 bis 7 Millionen Pfund, unterstützt von seiner etwas milderen, fast lustigen Collage namens „Harlem Paper“ aus dem Jahr 1987 für 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund. Bei 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund rangiert Christopher Wools Schriftbild „Cats in Bag“ von 1991, von ihm selbst als „Untitled (P 137)“ geführt. Ein weiteres Werk dieser Art mit einem etwas längeren, rosafarbenen Text auf himmelblauem Grund unter dem Titel „The House Wife and the Grocer“ von Richard Prince aus dem Jahr 1987 soll 400.000 bis 600.000 Pfund kosten. Großmeister Jeff Koons, noch im Mai bei Sotheby’s in New York mit seinem „Pink Panther“ etwas gescheitert, ist mit einer sauber gestapelten Ansammlung von sechs mal drei Basketbällen in einer Glasvitrine von 1983/98 bescheiden bei 600.000 bis 1 Million Pfund vertreten.

Prominentester Spanier ist Miquel Barceló, der auch bei Christie’s mehrmals auftaucht. Sotheby’s erwartet für die pastos aufgetragene Arena mit Stier und kleinem Torero „Muletero“ bei 1,5 bis 2 Millionen Pfund ebenfalls einen neuen Barceló-Auktionsrekord. Kunst britischer Meister der älteren und jüngeren Generation findet sich vor allem im preislichen Mittelfeld, so Frank Auerbachs expressives Stadtbild „‚Koko’, Morning Crescent, Summer Morning“ von 2006 für 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund und Glenn Browns zu Farbschlieren verwischtes Portrait „Secondary Modern“ von 1998 für 500.000 bis 700.000 Pfund. Neben Richter tritt aus Deutschland Neo Rauch mit seiner surrealen, aber deutungsoffenen Szene „Kuchenwunder“ aus dem Jahr 2005 auf. Mit einer Schätzung von 600.000 bis 800.000 Pfund wird es für einen neuen Auktionsrekord wohl aber nicht reichen. Andreas Gurskys nachbearbeiteter, recht abstrakter Blick durch das winterverschneite „Engadin II“ von 2006 mit winzigen Langläufern führt bei 500.000 bis 700.000 Pfund die Fotoofferte an.

Den eigentlichen Trumpf des Abends hält Sotheby’s mit der Sammlung Dürckheim in der Hand. Die zum Teil kapitalen Meisterwerke von Georg Baselitz, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Jörg Immendorff und anderen prominenten Deutschen der zweiten Nachkriegsgeneration hat der in London lebende Finanzfachmann Christian Graf Dürckheim-Ketelhodt im Laufe der 1970er und frühen 1980er Jahre zusammengetragen. Die 34 Losnummern, die auf der Abendauktion versteigert werden sollen, sind mit einer Gesamtschätzung von etwa 32 bis 46 Millionen Pfund versehen – ohne eine Versteigerungsgarantie entgegengenommen zu haben, wie angesichts der brillanten Qualität und Geschlossenheit der Sammlung erstaunt festgestellt wird.

Zu großen Erwartungen berechtigt vor allem die Baselitz-Offerte, mit elf Werken neben derjenigen Richters auch zahlenmäßig die umfangreichste der Sammlung. Seine auf 2 bis 3 Millionen Pfund angesetzte „Große Nacht“ von 1962/63 mit dem schemenhaften Abbild eines Mannes, der seine Hand am Geschlecht hat, ist die erste Fassung des Gemäldes „Die große Nacht im Eimer“, die 1963 in der Berliner Galerie Werner als angeblich pornografisch von der Polizei wenige Tage nach Ausstellungseröffnung beschlagnahmt wurde. Von einem Gericht wurden Künstler und Galerist ein Jahr später zu einer Geldstrafe von 400 D-Mark verurteilt. Zwischen 1993 und 2007, als man nicht mehr ganz so prüde war, hing das knapp anderthalb Meter hohe Gemälde als Dauerleihgabe in der Staatsgalerie moderner Kunst, heute Pinakothek der Moderne, in München. Daselbst fand sich in derselben Zeit auch Baselitz’ „Spekulatius“ von 1965, das pseudoheroische Bildnis eines jungen Mannes ebenfalls mit etwas nachlässiger Bekleidung um die heiklen Körperteile. Auch hier sind 2 bis 3 Millionen Pfund veranschlagt.

Von Gerhard Richter gibt es mehrere verschwommen fotorealistische Bilder in Schwarz-Weiß, wie einen „Telefonierenden“ von 1965 (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP) oder die ein Jahr ältere Strandszene „Mädchen im Liegestuhl“ (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP), und eine unbekannte schöne „Evelyn (Blau)“ von 1964, die stark an die Kunst Warhols erinnert (Taxe 1,8 bis 2,5 Millionen GBP), sowie das 1962 ein Jahr nach der Flucht aus Dresden nach Westdeutschland entstandene und noch unter dem Einfluss der DDR-Dogmatik stehende Gemälde „Eisläuferin“ (Taxen je 2 bis 3 Millionen GBP). Die Bandbreite früher malerischer Erkundungen Richters machen zudem seine abgeknickte „Wellblech“-Struktur von 1967, die ebenfalls rein in Grau gemalten „Wolken“ von 1969, die gleichaltrige schemenhafte Abendlandschaft „Korsika (Feuer)“ und die Untersuchung von „1024 Farben“ im Quadrat von 1974 deutlich (Taxen zwischen 1 bis 1,8 Millionen GBP).

Für Sigmar Polke steht ein neuer Rekord zu erwarten, wenn sein großformatiges, für die frühe Zeit des 1941 geborenen Künstlers höchst repräsentatives Rasterbild „Dschungel“ aus dem Jahr 1967 nur die untere Schätzung von 3 bis 4 Millionen Pfund erreicht. 2 bis 3 Millionen Pfund sollen es für ein ein Jahr jüngeres, bunt flirrendes, nächtliches „Stadtbild II“ sein, das die Ansicht in linearem Schwung der Pop Art annähert. Selten genug, sind durch diese Sammlung auch ein Blinky Palermo mit zwei unbetitelten Stoffbildern aus den späten 1960er Jahren (Taxen zwischen 500.000 und 800.000 GBP), ein Eugen Schönebeck, der die Malerei bereits 1967 an den Nagel hängte, mit einem deformierten Menschen-„Bildnis“ von 1964 für rekordträchtige 300.000 bis 400.000 Pfund und ein Konrad Lueg, der das gleiche 1968 tat, mit einem in mehrere Muster aufgelösten „Mann am Tisch“ von 1965 für 200.000 bis 300.000 Pfund auf der großen Abendauktionen vertreten.

Auch die Tagesauktion am 30. Juni startet prominent mit einer Suite aus der Dürckheim Collection teils mit den selben Künstlern, die schon am Abend zuvor beteiligt waren. Dazu treten noch Imi Knoebel mit seiner rein weißen shaped canvas „Weißer Drache“ von 1971 für 30.000 bis 40.000 Pfund oder seiner roten 136teiligen Skulpturspielerei „Raum“ von 1967 für 80.000 bis 120.000 Pfund, Markus Lüpertz mit zwei frühen, fast quadratischen „Dithyramben“ um 1965 für je 80.000 bis 120.000 Pfund, und A.R. Penck mit zwei seiner monochromen Strichmännchenmalereien aus den frühen 1970er Jahren für jeweils 120.000 bis 150.000 Pfund auf. Jörg Immendorff und seine an der Horizontalen gespiegelten Leinwand „Blaue Punkte/Grüne Punkte“ von 1965 (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP), Norbert Tadeusz und seine schlafende Frau „Im Bett“ von 1964 (Taxe 25.000 bis 35.000 GBP) oder Antonius Höckelmann und sein wirr-veschlungenes Portrait des Schauspielers „Udo Kier“ von 1977/79 runden diese exquisite Sammlung deutscher Gegenwartskunst ab (Taxe 30.000 bis 40.000 GBP).

Zwei weitere geschlossene Folgen bereichern die Auktion, die kleinere stammt von Dave Stewart, dem Musiker und Komponisten von Eurythmics. Schon in der Abendauktion kann er mit dem Bild seines Freundes Damien Hirst aufwarten, der ihm gewidmeten, pharmazeutischen Punkteanordnung „Being God (for Dave)“ aus dem Jahr 1994 (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Auch die bunt komponierte Stadtwelt „Mouth“ von Gilbert & George aus dem Jahr 1983 (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP), Cindy Shermans gruselige Selbstinszenierung mit gehörnter Tiermaske „Untitled #174“ von 1987 (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP), Angus Fairhursts Fototrilogie „Man Abandoned“ von 1996 mit einem nackt im Stadtraum umherspringenden Mann (Taxe 12.000 bis 18.000 GBP) und Andres Serranos triefendes „Blood Cross“ von 1987 lassen Stewarts Vorliebe für das Individuelle und Absonderliche aufscheinen (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP).

Und dann legt sich noch eine Reihe wichtiger Gegenwartskünstler für die Serpentine Gallery in Zeug, die im kommenden Jahr einen neuen Ausstellungsraum eröffnen will. Für die dann umbenannte Serpentine Sackler Gallery wird Zaha Hadid ein 1805 errichtetes Munitionslager in Kensington Gardens adaptieren. Zum Umbau braucht man noch Geld, und 46 Künstler haben aktuelle Arbeiten gespendet, angefangen bei Gabriel Orozcos konzeptueller Fotografie „Tree Guard“ (Taxe 6.000 bis 8.000 GBP), über Cecily Browns abstrakte Farbschlacht „I’ Left, You’re Right, She’s Gone“ (Taxe 40.000 bis 60.000 GBP) und Yayoi Kusamas rotblaues Punktebild „Infinitiy Nets LNXA“ (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP) bis zu John Currins unschuldiger Schönheit „Edwadian“ für 300.000 bis 400.000 Pfund. Yang Fudong steuert seine schwarzweiße Erzählfotografie „Seven Intellectuals in Bamboo Forest, Part III (Zhu Lin Qi Xian)“ für 3.000 bis 5.000 Pfund bei, Annie Leibovitz ihr staatstragendes Portrait von „Queen Elizabeth II, Buckingham Palace, London, 2007“ für 8.000 bis 12.000 Pfund, Subodh Gupta seinen Madonnen-Jesus-Verschnitt unter dem Titel „Et tu, Duchamp“ als schwarze Bronzebüste für 30.000 bis 40.000 Pfund und Olafur Eliasson seine lichtkünstlerischen „Serpentine Pavilion Lamps“ für 100.000 bis 150.000 Pfund.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



27.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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