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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Hauptsächlich mit der alten Kunst taten sich Hauswedell & Nolte schwer. Moderne und Zeitgenossen liefen in Hamburg besser

Sonderbare Preisgestaltung



51 der 96 ausgewählten Werke, also ziemlich genau die Hälfte, konnte das Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte in seiner Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst unter die Leute bringen. Wie schon so manches Mal in der Vergangenheit lagen Erfolg und Misserfolg wieder recht dicht beieinander. Gelegentlich mutete die Preisgestaltung auch etwas merkwürdig an. 80.000 Euro für die hübsche, aber keineswegs bedeutende Farbgrafik „Feeding the ducks“ von Mary Cassatt um 1895 schienen von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Insgesamt war die Grafik, die einen Angebotsschwerpunkt bildete, zu hoch bewertet, so auch die Lithografie „Der Nachhauseweg (Selbstbildnis mit Kriegskrüppel)“ Max Beckmanns aus dem Jahr 1919 für 125.000 Euro. Die 300.000 Euro für Paul Klees „Verlassene Kulturen“ auf einem Tuschfederaquarell von 1924 waren ebenfalls zuviel: Vor fünf Jahren hatte das kleine Blatt bei Kornfeld in Bern nur 330.000 Franken gekostet.


Mehr Erfolg war am 8. Juni solchen Werken beschieden, deren unzweifelhafte Güte mit der Höhe des Schätzpreises in einem angemessenen, durch die bisherigen Markterfahrungen gedeckten Verhältnis stand. Vollkommen berechtigt waren beispielsweise die 180.000 Euro für Willi Baumeisters wunderbar leichte Komposition „Fantom“ in kraftvollen, kontrastreichen Farben von 1953. Der Preis wurde sogar noch übertroffen, und mit 225.000 Euro landete der mittelgroße Karton auf dem ersten Rang der Auktion. Wenig Anlass zum Zweifel boten auch die 100.000 Euro für Kurt Schwitters’ zwar kleine, aber prägnante Collage einer „Merzzeichnung“ aus dem Jahr 1926. Hier kamen 110.000 Euro heraus. Von 50.000 Euro auf 72.000 Euro kletterte eine Tempera mit „Akrobaten“ aus der Hand Marianne von Werefkins, einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Münchner expressionistischen Avantgarde, von circa 1925.

Von einem auch auf anderen Auktionen wie bei Lempertz zu beobachtenden Interesse an späten Arbeiten des Expressionisten Otto Dix profitierte Hauswedell & Nolte bei einem „Blinden Kind in Trümmern“ aus dem Jahr 1948. Von 40.000 Euro schoss die eindrückliche Nachkriegsimpression auf satte 94.000 Euro. 95.000 Euro gab es für Karl Hofers „Kinderbildnis (Zwei Mädchen mit Puppe)“, entstanden 1946 auf Bitten eines amerikanischen Militärkorrespondenten als Portrait seiner beiden Töchter (Taxe 90.000 EUR). Ernst Wilhelm Nay, dessen abstrakte Arbeiten heute zu den teuersten Kunstwerken aus der deutschen Nachkriegszeit zählen, reüssierte mit seinem mittelgroßen Ölbild „Im Gegenspiel“ von 1952 bei noch akzeptablen 135.000 Euro (Taxe 150.000 EUR). Für die etwas kleinere, dunkel-schwere Leinwand „Grün in Blau“ von 1958 waren 140.000 Euro dagegen doch zu viel.

Auch bei den zahlreichen Arbeiten auf Papier war das Interesse geteilt. Gute Preise gab es für Karl Friedrich Schinkels romantische Lithografie „Das Schloß Prediama in Crein XII Stund von Triest“ von 1816 für erwartete 12.000 Euro und James Abbott McNeill Whistlers Radierung mit einer zarten Ansicht von Venedig unter dem Titel „Long Lagoon“ um 1883 mit 16.000 Euro (Taxe 12.000 EUR). Der Impressionismus konnte die Käufer dann doch für sich einnehmen, wenn die Preise nicht zu hoch lagen. Sie spendierten die Schätzungen von 10.000 Euro für Camille Pissarros Monotypie „Jeune fille assis au bord d’un étang et paysanne“ und 40.000 Euro für Max Liebermanns Ölstudie einer Getreideernte, ein Entwurf für das Wandbild im Altonaer Rathaus von 1898. Einen leichten Abschlag auf 25.000 Euro musste Pierre-Auguste Renoirs bewegte Farblithografie „Enfants jouant à la balle“ um 1900 hinnehmen (Taxe 28.000 EUR).

Beim Expressionismus konnte vor allem Emil Noldes Akt „Kniendes Mädchen“ beim Richten der Haare überzeugen. Für die Aquatintaradierung von 1907 kamen 32.000 Euro zusammen (Taxe 30.000 EUR). Ansonsten mussten Hauswedell & Nolte viele Positionen knapp unter den Schätzpreisen zum Limit abgeben, so Erich Heckels Aquarell zweier Frauen am Strand von 1928 bei 12.000 Euro (Taxe 15.000 EUR), Otto Muellers neue Sicht auf „Adam und Eva“ aus den frühen 1920er Jahren bei 7.500 Euro (Taxe 9.000 EUR), Alexej von Jawlenskys zart aquarellierte Bleistiftzeichnung eines „Geneigten Frauenkopfs“ von 1921 bei 38.000 Euro (Taxe 40.000 EUR), Adolf Hölzels Pastell einer sich abstrakt verkapselnden „Anbetung“ der 1920er Jahre bei 15.000 Euro (Taxe 16.000 EUR) oder Käthe Kollwitz’ dichtere Kohlezeichnung „Mutter und Kind“ von 1919 bei 25.000 Euro (Taxe 30.000 EUR). Lediglich ihr hochformatiges Blatt „Stehende Mutter mit Kind auf dem Arm“ sprang über die Schätzung von 10.000 Euro auf 12.000 Euro. Aus einer breiten Pablo Picasso-Offerte pickten sich die Bieter seine farbigen Blätter und zahlten mit 86.000 Euro für eine „Figure au corsage rayé“ von 1949 (Taxe 75.000 EUR) oder 52.000 Euro für einen „Tête de femme (Portrait stylisé de Jacqueline)“ von 1962 dafür auch keine schlechten Preise (Taxe 40.000 EUR).

Teuerstes Werk der Skulptur wurde die einzige existierende Zinkfassung von Ernst Barlachs eigentlich in Bronze gegossenem „Buchleser“ aus dem Jahr 1936, wenngleich mit 70.000 Euro noch 10.000 Euro zum Schätzpreis fehlten. Seine „Lesenden Mönche III“ von 1932 schafften erst im Nachverkauf 54.000 Euro (Taxe 60.000 EUR). Für Stephan Balkenhols farbig gefasste Holz-„Frau auf horizontal gespaltenem Stamm“ von 2003 in dem für den Künstler typischen Größenmissverhältnis zwischen Sockel und Figur kamen 40.000 Euro heraus (Taxe 45.000 EUR), 21.000 Euro für Kenneth Armitages flachgedrückte Bronze „Children playing“ von 1953 (Taxe 25.000 EUR) und taxgerechte 16.000 Euro für Ewald Matarés kleines, eckiges „Zeichen einer Kuh I“ von 1946, während Lynn Chadwicks ebenfalls kantiges „Beast XII“ von 1957 keinen Liebhaber fand (Taxe 40.000 EUR).

Am 8. Juni standen tagsüber zudem die günstigen Arbeiten der Moderne auf dem Programm. Mit gut 54 Prozent lag hier die losbezogene Zuschlagsquote etwas höher als bei ihren Nachfolgern. Teuerstes Werk wurde Christian Rohlfs’ dunkel-geheimnisvolles Ölgemälde „Mondnacht über Soest“ um 1932, die die Käufer mit einem Zuschlag von 24.000 Euro auf das Doppelte der Erwartung hoben, während seine blockhafte Temperamalerei „Rote Dächer“ von 1912 nur 15.000 Euro auf sich vereinigen konnte (Taxe 20.000 EUR). Bei Marc Chagall war es das mystische Blau, das die Bieter bei seiner Farblithografie „Mounting the Ebony Horse“ von 1948 bis auf 13.000 Euro reizte (Taxe 12.000 EUR). „Ein Riese ist der Elefant – Der Fotograf knipst ihn gewandt“ heißt es etwa in Londa und Conrad Felixmüllers lustigem Lehrbuch „ABC – Ein geschütteltes, geknütteltes Alphabet in Bildern und Versen“. Da es neben den 350 regulären Exemplaren nur zehn vom Künstler handkolorierte gibt, ließen sich die Sammler zu 5.600 Euro hinreißen (Taxe 3.500 EUR).

Erfolg hatte auch Rolf Nesch. Fast alle seiner 17 Positionen gingen in neue Hände über, darunter das gruselige Ölbild „Gespenster“ für 10.000 Euro (Taxe 12.000 EUR) oder die Lithografie eines unsicheren Selbstbildnisses von 1922 für 3.800 Euro (Taxe 2.500 EUR). Willem Grimm konnte mit seinem farbigen Holzschnitt einer Kinderfasnacht in Basel bei 2.000 Euro überzeugen (Taxe 500 EUR), bei den Zeichnungen George Grosz mit einem karikierten „Paar“ in einer Straße von 1920 und Ernst Wilhelm Nay mit der schon in geometrische Formen aufgelösten „Sitzenden“ von 1946 jeweils zur Schätzung von 6.000 Euro und bei den Aquarellen Werner Gilles mit einem Stillleben von 1947 für 3.200 Euro sowie mit einer mythologischen Szene von 1950 bei 3.800 Euro (Taxe je 2.000 EUR). Bei Hans Reichel verspielter Nachtträumerei von 1948 gingen die Beiter nur bis 4.600 Euro (Taxe 5.000 EUR).

In der Auktion „Kunst nach ’45“ am 9. Juni konnten Hauswedell & Nolte Horst Janssens eindrucksvolles Autoportrait „Ich, heldisch (Selbst mit Totenkopf)“ aus den Jahren 1982/83 für 30.000 Euro verkaufen (Taxe 35.000 EUR). Besser schnitt da sein farbiger Holzschnitt „Regen“ von 1957 mit beschirmten Menschen in einer Stadtlandschaft bei 6.200 Euro ab (Taxe 6.000 EUR). Jeweils 16.000 Euro kamen noch für Mark Tobeys ungegenständliche Auseinandersetzung mit fernöstlicher Philosophie unter dem Titel „Sumi“ von 1956 (Taxe 7.500 EUR) und für Fritz Winters informelles Aquarell „In den Raum greifend“ aus der Reihe der Formzeichenbilder von 1951 zusammen (Taxe 15.000 EUR). Taxgerecht wurden Francis Bacons Bildwiederholung „Seated Figure“, eine farbige Aquatintaradierung von 1983, für 12.000 Euro und Salomés in einem Blütenmeer Schwimmender unter dem Titel „Summertime“ für 7.500 Euro weitergereicht.

Die Alten Meistern schnitten bei Hauswedell & Nolte am schlechtesten ab. Von den rund dreihundert Losen gingen am 9. Juni nur knapp 30 Prozent weg, darunter wenigstens die beiden Hauptwerke: Albrecht Dürers Kupferstich „Der verlorene Sohn“ von circa 1496 für 15.000 Euro (Taxe 18.000 EUR) und Rembrandts Kaltnadelradierung „Die große Judenbraut“ von 1635 für 35.000 Euro (Taxe 40.000 EUR). Auf 12.000 Euro verdreifachte sich dann noch der Wert von Januarius Zicks Pinsel- und Federzeichnung einer Beweinung Christi. Das auf suggestiv blaugrauem Papier gezeichnete Bild ist der bisher verschollen geglaubte Entwurf zur 13. Station eines Kreuzwegszyklus, den der Künstler 1772 für die Stiftskirche St. Florin in Koblenz schuf. Die übrigen zehn erhaltenen Vorzeichnungen befinden sich heute im Kunstmuseum Düsseldorf.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Hauswedell & Nolte

Pöseldorfer Weg 1

DE-20148 Hamburg

Telefon:+49 (040) 41 32 10 0

Telefax:+49 (040) 41 32 10 10

E-Mail: info@hauswedell-nolte.de



28.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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