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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Eine Auktion nur mit Sitzgelegenheiten bei Zezschwitz in München

Stühle für die Himmelsrichtungen



Carlo Bugatti, Paar Armlehnsessel, um 1895

Carlo Bugatti, Paar Armlehnsessel, um 1895

Eine Reise durch die Kunstgeschichte des Stuhls ist die kommende Veranstaltung von Zezschwitz in München. Rund 280 Sitzgelegenheiten vom beginnenden 19ten Jahrhundert bis in die Gegenwart hat das Auktionshaus für seine Sonderauktion „seats II“ zusammengetragen. Zu den ältesten Stücken gehört eine eiserne Gartenbank, die 1836 auf Basis eines Entwurfs des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel gegossen wurde. Dieser hatte Stühle in ähnlichen, mit antikisch anmutenden Grotesken unter anderem für die sogenannten Römischen Bäder im Potsdamer Schlosspark Sanssouci entworfen. 7.500 Euro werden für das gut einen Meter breite Stück erwartet. Bereits stark auf den Funktionalismus weist ein bequemer Liegestuhl voraus, den die New Yorker Marks Adjustable Folding Chair Company 1876 nach einem Entwurf Cavedra B. Sheldons herstellte. Das für 3.800 Euro angebotene Stück lässt sich reisepraktisch auf Koffergröße einklappen. Die Firma Thonet macht dann mit einer Reihe ihrer Bugholzstühle, angefangen bei der Nummer 4 um 1859, für bis zu 1.900 Euro auf sich aufmerksam. Und für ein Paar der maurisch-gotischen Armlehnsessel des Italieners Carlo Bugatti aus dem ausgehenden 19ten Jahrhundert werden voraussichtlich 15.000 Euro fällig.


Besonders reich ist am 30. Juni die Jugendstilofferte. Hier glänzen zunächst einige Franzosen, darunter Eugène Gaillard mit einem Ausziehtisch samt zehn Stühlen in floralen Formen, wie man sie auch von Louis Majorelle kennt. Mit einer Schätzung von 40.000 Euro ist das um 1899 hergestellte Ensemble das Hauptlos der Auktion. Auf österreichischer Seite beeindrucken die berühmtesten Entwerfer jener Jahre, allen voran Josef Hoffmann. Von ihm stehen unter anderem ein nobler Armlehnstuhl, der schon 1899 auf der dritten Winterausstellung des Museums für Kunst und Industrie in Wien sowie 1900 auf der Weltausstellung in Paris öffentlich präsentiert wurde, für 19.000 Euro und eine ihm zugeschriebene etwas schlichtere Salongarnitur um 1908 für 8.500 Euro zur Verfügung. Ebenfalls bei 19.000 Euro rangiert ein Exemplar von Otto Wagners sogenanntem Postsparkassenstuhl aus der Zeit um 1905, dessen Arme und Beine mit dem damals modernen Material Aluminium beschlagen sind. Seine Form lässt sich nicht nur mit Hoffmanns Armlehnstuhl, sondern auch mit den Sesseln aus einer fünfteiligen Salongarnitur Gustav Siegels ebenfalls von 1899 in enge Verbindung bringen. Siegels Arbeit ist allerdings schon für 6.000 Euro zu haben.

Bereits regelrecht futuristisch mutet Koloman Mosers dreiteilige Sitzgruppe um 1901 an. Die Seitenwangen der Bank und der beiden Armlehnsessel sind unten geschlossen und ruhen auf runden Messingkufen, was ihnen das Ansehen von Rollstühlen verleiht (Taxe 16.500 EUR). Die deutsche Jugendstilofferte ist nicht ganz so hoch angesetzt. Henry van de Veldes zwei Armlehnstühle um 1897/98, unter anderem für das Lesezimmer des Berliner Galeristen Paul Cassirer hergestellt, die ebenfalls zweimal angebotene Variante eines Stuhles, den Peter Behrens 1902 in der Ausstellung für moderne Wohnungskunst des Warenhauses Wertheim in Berlin präsentierte, Patriz Hubers Paar Armlehnsessel um 1901/02 und ein weiterer Sessel Bruno Pauls von 1904/05, ausgestellt als Teil der Ausstattung eines Musikzimmers auf der Ausstellung für angewandte Kunst 1905 in München, liegen alle um die 4.500 bis 4.800 Euro. Lediglich ein Paar breiter, dafür flacher Armlehnsessel des Norddeutschen Hans Christiansen aus der Zeit um 1908/10 ist mit 10.500 Euro etwas teurer.

Über die Abteilung „Bauhaus und Funktionalismus“ mit einigen Klassikern wie Ludwig Mies van der Rohes Freischwinger von 1931 (Taxe 6.800 EUR), Karel Orts blau bezogenem Stahlrohrstuhl von 1930 (Taxe 1.500 EUR), Bodo und Heinz Raschs Exemplar mit Rohrgeflecht in Buchenholzrahmen von 1927 (Taxe 2.500 EUR) sowie zwei kantigen Holzstühlen Erich Dieckmanns um 1926/27 für 3.000 oder in blauweißer Variante auch 9.000 Euro geht es geschwind zum Design der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Eine Besonderheit ist hier eine unikate Möbelgruppe aus drei Sitzgelegenheiten samt Tisch nach einem Entwurf Rupprecht Geigers. Der Münchner Maler gestaltete die aus- wie einladenden Formen 1953 für Freunde, hergestellt wurde sie in einer Münchner Schreinerei. Die farbigen Bezüge sind im Lauf der Zeit allerdings ein wenig verblasst (Taxe 8.000 EUR). Variabel zu gruppieren ist ein Satz aus vierzehn würfel- oder quaderförmigen, schwarzen Sitz- und Tischelementen, dem sein Schöpfer Mario Bellini 1971 den Titel „Gli Scacchi“ verlieh (Taxe 4.800 EUR). „Die vier Himmelsrichtungen“ soll ein Ensemble aus Tisch und vier Stühlen durch die unterschiedliche Lackierung der Rückenlehnen motivisch symbolisieren. Nach Entwurf des Dänen Bjørn Wiinblad wurde es 1976 in nur dreihundert Exemplaren hergestellt (Taxe 8.000 EUR).

Beim zeitgenössischen Design liefert Zezschwitz großteils bekanntere Positionen wie einen der barocken, buntfarbig gefleckten Sessel „Proust“ Alessandro Mendinis aus dem Jahr 1979 (Taxe 5.500 EUR), Shiro Kuramatas eher kalten, vernickelten Streckmetallsessel „How High the Moon“ von 1986 (Taxe 5.000 EUR) oder Ron Arads „Bad tempered chair“ – im Gegensatz zu seinem Kollegen, dem „Well tempered chair“, ist er schwarz – von 2002 für 6.000 Euro. Ein Musterbeispiel der sogenannten Postmoderne, die sich bewusst wieder an Traditionen wendet, sie aber in souveräner Weise neu anwendet und deutet, ist Michael Graves’ Clubsessel aus dem Jahr 1981 mit einem exquisit anmutenden Vogelahorngestell (Taxe 5.000 EUR). Noch etwas mehr am Funktionalismus orientiert, dabei aber mit einem leicht futuristischen Habitus, ist Reinhard Müllers Armlehnstuhl „D8“ aus dem Jahr 1987. Die Offerte bei Zezschwitz ist einer von drei Prototypen für die Stühle des Café „Casino“ auf der achten Documenta in Kassel, für das die Kölner Design-Galerie Pentagon die Entwürfe lieferte. Auch hierfür werden 5.000 Euro erwartet.

Die Auktion beginnt am 30. Juni um 18 Uhr. Die Besichtigung findet noch am 29. Juni von 11 bis 20 Uhr, am 20. Juni von 11 bis 14 Uhr in den Ring Studios, Frankfurter Ring 247, statt. Der Katalog ist im Internet unter www.von-zezschwitz.de abrufbar.

Kontakt:

Von Zezschwitz - Kunst und Design

Friedrichstraße 1a

DE-80801 München

Telefon:+49 (089) 330 366 46

Telefax:+49 (089) 330 366 47

E-Mail: info@von-zezschwitz.de



29.06.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Ausgesessen

Kunstwerk:

Carlo Bugatti, Paar Armlehnsessel, um 1895
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Kunstwerk:

Stuhl Modell-Nr. 4, Thonet, Wien um 1859
Stuhl Modell-Nr. 4, Thonet, Wien um 1859

Kunstwerk:

Karel Ort, Stuhl,
 1930
Karel Ort, Stuhl, 1930

Kunstwerk:

Erich Dieckmann, Armlehnstuhl, um 1926
Erich Dieckmann, Armlehnstuhl, um 1926

Kunstwerk:

Drehschaukelfauteuil Modell-Nr. 5831, Thonet, Wien um 1885
Drehschaukelfauteuil Modell-Nr. 5831, Thonet, Wien um 1885

Kunstwerk:

Bjørn Wiinblad, Vier Stühle mit Tisch „Die vier Himmelsrichtungen“, 1976
Bjørn Wiinblad, Vier Stühle mit Tisch „Die vier Himmelsrichtungen“, 1976

Kunstwerk:

Michael
 Graves, Clubsessel, 1981
Michael Graves, Clubsessel, 1981







Karl Friedrich Schinkel, Gartenbank, 1836 

Karl Friedrich Schinkel, Gartenbank, 1836

Taxe: 7.500,- EURO

Losnummer: 1

Henry van de Velde, Armlehnstuhl, 1897/98

Henry van de Velde, Armlehnstuhl, 1897/98

Taxe: 4.500,- EURO

Losnummer: 80

Ron Arad, \'Bad Tempered Chair\', 2002

Ron Arad, "Bad Tempered Chair", 2002

Taxe: 6.000,- 

Losnummer: 270

Erich Dieckmann, Armlehnstuhl, um 1927

Erich Dieckmann, Armlehnstuhl, um 1927

Taxe: 9.000,- 

Losnummer: 126

Shiro Kuramata, Sessel „How High the Moon“, 1986

Shiro Kuramata, Sessel „How High the Moon“, 1986

Taxe: 5.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 246

Rupprecht Geiger, Sitzgruppe mit Tisch, 1953

Rupprecht Geiger, Sitzgruppe mit Tisch, 1953

Taxe: 8.000,- 

Losnummer: 180

Bruno Paul, Armlehnsessel, 1904/05

Bruno Paul, Armlehnsessel, 1904/05

Taxe: 4.500,- EURO

Losnummer: 96

Ludwig Mies van der Rohe , Freischwinger, 1931

Ludwig Mies van der Rohe , Freischwinger, 1931

Taxe: 6.800,- 

Losnummer: 118

Koloman Moser, Dreiteilige Sitzgruppe, um 1901

Koloman Moser, Dreiteilige Sitzgruppe, um 1901

Taxe: 16.500,- 

Losnummer: 58

Reinhard Müller, Armlehnstuhl \'D8\', 1987

Reinhard Müller, Armlehnstuhl "D8", 1987

Taxe: 5.000,- 

Losnummer: 253

Drehschaukelfauteuil Modell-Nr. 5831, Thonet, Wien um 1885

Drehschaukelfauteuil Modell-Nr. 5831, Thonet, Wien um 1885

Taxe: 1.900,- EURO

Losnummer: 16

Patriz Huber, Paar Armlehnsessel, um 1901/02

Patriz Huber, Paar Armlehnsessel, um 1901/02

Taxe: 4.800,- EURO

Losnummer: 87

Josef Hoffmann, Armlehnstuhl, 1899

Josef Hoffmann, Armlehnstuhl, 1899

Taxe: 19.000,- 

Losnummer: 37




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