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Alte Meister bei Christie’s in London

Very British



George Stubbs, Gimcrack on Newmarket Heath, with a trainer, a jockey and a stable lad, um 1765

George Stubbs, Gimcrack on Newmarket Heath, with a trainer, a jockey and a stable lad, um 1765

Unübersehbar ist der England-Schwerpunkt auf der Londoner Frühsommerauktion von Altmeistern bei Christie’s. Über ein Viertel der Künstler – weit mehr also sonst üblich – lebte und arbeitete auf der Insel, und auch einige der Hauptlose stammen von Engländern. Allen voran mit weitem Abstand steht ein fast zwei Meter breites Gemälde George Stubbs’. Es bietet eine Szene auf der berühmten britischen Pferderennbahn Newmarket Heath mit einem der seinerzeit wohl berühmtesten und erfolgreichsten Rennpferde, Gimcrack. Dem jugendlichen Jockey, der gerade auf das von einem erfahrenen Trainer am Zaum gehaltene schwarze Ross zugeht, ist der Respekt vor dem schlanken muskulösen Tier sichtlich anzumerken. Entstanden ist das Gemälde um 1765, als der Lebemann, Spieler, Trinker und Kunstfreund Frederick St. John, 2nd Viscount Bolingbroke, Gimcrack erwarb. Bis 1943 war das Gemälde im Besitz der Bolingbrokes, 1951 ging es für 12.000 Guineen an die auf Sportgemälde spezialisierte Woolavington Collection. Diese möchte es jetzt für 20 bis 30 Millionen Pfund wieder verkaufen.


Der starke britische Auftritt am 5. Juli verdankt sich auch der Einlieferung von fünf Gemälden aus dem Besitz von Cowdray Park, einem Zentrum des englischen Polospiels, zusammengetragen in den 1910er bis frühen 1930er Jahren von Weetman Pearson und seinem Sohn Harold, 1st und 2nd Viscount Cowdray. Höhepunkt dieser Reihe ist Thomas Gainsboroughs rauschendes Portrait der Mrs. William Villebois, einer Enkeltochter des angesehenen Bierbrauers Benjamin Truman. Entstanden gegen Mitte der 1770er Jahre, markiert das lebensgroße Bildnis einen künstlerischen Höhepunkt im Werk des Meisters (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP). Zum Bestand aus Cowdray Park gehören ferner zwei weitere Adelsportraits des spätelisabethianischen Zeitalters von Marcus Gheeraerts II. und Robert Peake für jeweils 1 bis 1,5 Millionen Pfund sowie Sir William Beecheys Freiluftbildnis des George Douglas, 16th Earl of Morton in der Uniform der Royal Company of Archers, der zeremoniellen Leibwache des britischen Monarchen in Schottland (Taxe 500.000 bis 800.000 GBP). Für alle diese englischen Künstler einschließlich des Stubbs erwartet Christie’s neue Auktionsrekorde.

Mit der Abkonterfaktur eines Araberpferdes vor einer Ruinenarchitektur von John Wootton, einem der ersten bedeutenden britischen Pferdemaler (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP), Sir Joshua Reynolds’ vielleicht etwas unvorteilhaftem Portrait von Prince William Augustus, Duke of Cumberland (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP), und einem weiteren Bildnis Gainsboroughs mit Colonel John Bullock samt Hund in einer Parklandschaft für 3,5 bis 5 Millionen Pfund ist die britische Kunst noch mit weiteren hochkarätigen Arbeiten vertreten. Der gebürtige Schweizer Jacques-Laurent Agasse lebte und arbeitete ebenfalls viele Jahre lang in England, wo er 1849 auch starb. Von ihm stehen zwei Pferde- und ein Hundeportrait aus dem Nachlass des 1997 verstorbenen Schweizer Bankiers Edouard Pictet zur Verfügung, für Schätzpreise zwischen 250.000 und 600.000 Pfund. Auch Johann Heinrich Füssli stammte aus der Alpenrepublik, machte sich jedoch in England einen Namen. Seine Verbildlichung einer Szene aus Shakespeares „King John“ weist schon weit in die Malerei des Historismus und Symbolismus voraus, zeigt aber auch die malerischen Schwächen des Künstlers (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Gegen diese britische Übermacht sehen die Künstler anderer Länder fast alt aus. Die Niederländer etwa werden über 500.000 bis 800.000 Pfund für Dirk van Delens vielbevölkerte fantastische Renaissancearchitektur mit zwei prächtigen Palästen an einem Platz von 1634 oder jeweils 400.000 bis 600.000 Pfund für einen klassischen Frühstückstisch Willem Claesz Hedas oder Simon de Vliegers Segelschiffe am ruhigen Meerestrand wohl nicht hinausgelangen. Einzig die Italiener können einigermaßen mithalten, nicht nur mit einem kleinen Triptychon samt einer thronenden Muttergottes in der Mitte und Szenen aus ihrem Leben auf den Außentafeln von Taddeo Gaddi aus dem 14ten Jahrhundert (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP) und einer Renaissance-Madonna mit Jesusknaben von Andrea del Sarto (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP), sondern vor allem mit Michelangelo Buonarrotis Zeichnungen mehrerer männlicher Rückenakte auf einem Blatt um 1504/05. Es entstand als Detailstudie zum geplanten Fresko der Schlacht von Cascina im Palazzo Vecchio in Florenz, dessen Ausführung allerdings unterblieb. Für das hinsichtlich seiner Authentizität in der Forschung weitgehend unumstrittene Blatt sind 3 bis 5 Millionen Pfund veranschlagt.

Deutsche Künstler machen sich erst in der Tagesauktion am 6. Juli bemerkbar, als ältester unter ihnen Hans Dürer, der jüngere Bruder Albrecht Dürers. Von ihm soll sollen die zwei Altartafeln mit den beiden Heiligen Katharina von Alexandrien und Barbara stammen, die die Schulung am Stil des größeren Bruders deutlich machen. Hans von Aachen ist mit der kleinen Kupfertafel einer wundervoll manieristischen Götterversammlung vertreten, die er vielleicht ein wenig ironisch in einer Ruinenarchitektur spielen lässt (Taxen je 100.000 bis 150.000 GBP). Auch Anton Raphael Mengs’ Portrait von Don Luis de Borbón, dem Infanten von Spanien, kann man einen Zug in Karikaturhafte nicht absprechen (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Ansonsten dominieren hier Niederländer und Italiener, etwa Adriaen Hannemans energisches Selbstportrait von 1657 (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP), Salomon van Ruysdaels unspektakuläre Hügellandschaft mit einigen Bauern auf dem Weg von 1626 (Taxe 70.000 bis 100.000 GBP), Adam Willaerts’ figurenreiches Seestück, das die Heirat Friedrich V. mit Prinzessin Elisabeth im Jahr 1613 symbolisiert (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), oder Bernardo Canals Pendants mit den römischen Antiken des Kolosseums und des Triumphbogens von Septimius Severus (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP).

Höhepunkt der „Exceptional Sale“ dekorativer Kunst mit Skulpturen am 7. Juli ist eine mehr als einen Meter hohe Bronze des deutsch-niederländischen Manieristen Adriaen de Vries. Über dreihundert Jahre lang hat die mythologische Figur, die eine Weltkugel über ihrer Schulter balanciert, in einem österreichischen Schlossgarten unentdeckt vor sich hingeschlummert. Möglicherweise handelt es sich bei dem kraftvollen Männerakt, der die großartige, bei dem Florentiner Giambologna geschulte Darstellungskunst de Vries’ eindrucksvoll unter Beweis stellt, um eine Auftragsarbeit des österreichischen Generals Albrecht von Wallenstein aus dem Jahr 1626, dem letzten Lebensjahr des Künstlers. 5 bis 8 Millionen Pfund hat Christie’s für dieses Werk angesetzt, das eine der bedeutendsten frühneuzeitlichen Skulpturen ist, die jeweils auf dem Auktionsmarkt zu kriegen waren.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



04.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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