Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.01.2020 Auktion 1147: Art of Africa, the Pacific and the Americas

© Kunsthaus Lempertz

Anzeige

Enten am Wehr / Alexander Koester

Enten am Wehr / Alexander Koester
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

spring swing, 2012 / Heinz Mack

spring swing, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Das Berner Auktionshaus Kornfeld konnte mit der modernen und zeitgenössischen Kunst nicht an den Vorjahreserfolg anknüpfen

Erfolg für Hodler, Pech für Munch



Ferdinand Hodler, Vue de Montana vers le Val d’Hérens et le Val d’Hérémence, 1915

Ferdinand Hodler, Vue de Montana vers le Val d’Hérens et le Val d’Hérémence, 1915

Nicht zu den ganz großen in der Geschichte des Berner Auktionshauses Kornfeld gehörte die 253. Versteigerung von 170 ausgewählten Werken. Der Nettoumsatz von knapp 17,4 Millionen Franken, zu denen man noch rund 720.000 Franken aus einer Sonderauktion mit Grafiken Max Beckmanns rechnen kann, lag doch deutlich unter den 37 Millionen Franken des vergangenen Jahres. Auch die Zuschlagsquote von 65,3 Prozent zeigte, dass die Kundschaft von dem Angebot Eberhard W. Kornfelds, des 87jährigen Grand Seigneurs unter den Kunsthändlern, diesmal nicht durchwegs angetan war. Nur einmal wurde die Millionenmarke erklommen, wenn auch mit 4 Millionen Franken für Ferdinand Hodlers „Vue de Montana vers le Val d’Hérens et le Val d‘Hérémence“ ein durchaus beachtlicher. 3,5 Millionen Franken hatten auf dem Etikett der stilisierten Bergwelt aus dem Jahr 1915 gestanden. Hodlers Frühwerk „Müller, Sohn und Esel“ von 1881/82 indes, angeboten für 450.000 Franken, fand ebenso wie Edvard Munchs späte „Landschaft in Skøyen“ von 1920/28 bei 2,4 Millionen Franken keinen Abnehmer. Zwei Versionen der Lithografie „Madonna – Liebendes Weib“ von Munch wurden mit 230.000 Franken und 290.000 Franken zum Teil deutlich unterhalb der Schätzungen zugewiesen.


Dabei hatte die Auktion am 17. Juni recht gut mit mehreren hohen Zuschläge für Werke Cuno Amiets begonnen, darunter das frühe freundliche Ölbild „Mädchen in Coltura im Bergell“ von 1890 für 180.000 Franken (Taxe 100.000 SFR), eine stimmungsvolle „Kleine Mondlandschaft“ von 1910 für 380.000 Franken (Taxe 225.000 SFR) und expressionistische „Blühende Bäume“ von 1926 für 310.000 Franken (Taxe 60.000 SFR). Doch schon Albert Anker zeigte erste Schwächen. Statt der anvisierten 600.000 Franken erzielte sein melancholischer „Schnapstrinker III“ von 1900 nur 410.000 Franken. Von den sechs Gemälden Marc Chagalls wurde allein das Tuschpinselaquarell „Amoureux au coq“ aus dem Jahr 1950 für 145.000 Franken übernommen (Taxe 125.000 SFR). Von Giovanni Giacometti ging eine sonnige Winterlandschaft in der Oberalpina von 1913 für 350.000 Franken weg (Taxe 400.000 SFR), die mit 750.000 Franken deutlich höher eingeschätzte Impression „Capolago im Winter mit Blick auf Piz Lagrev“ aus dem Jahr 1928 indes blieb liegen. Sohn Alberto Giacometti reüssierte mit der Bronzebüste „Tête d’homme (Lothar I)“ von 1964/65 in einer Ausfertigung von 1981 bei 530.000 Franken (Taxe 400.000 SFR), ebenso mit den Tuschezeichnung „Bildnis Lucas Liechtenhahn“ von 1918 bei 65.000 Franken (Taxe 20.000 SFR) und einem Blatt mit zwei Stillleben in der Küche von Stampa aus dem Jahr 1955 bei 100.000 Franken (75.000 SFR).

Deutlicher erfolgreicher agierte Kornfeld mit seiner breiten Offerte von Grafiken Ernst Ludwig Kirchners. Während sein um 1920 datiertes Ölbild „Junger Bauer aus einer Quelle im Wald trinkend“ bei 500.000 Franken ebenfalls liegenblieb, gab es bei dem breitformatigen Farbholzschnitt „Junkerboden“ von 1919 kein Halten mehr. Von 300.000 Franken verdreifachte sich der Wert des vielleicht einmaligen Blattes auf 900.000 Franken, zumal auf der Rückseite noch das Portrait „Frau in der Nacht“ prangt, das die Psychiaterwitwe Marie-Luise Binswanger darstellt. Auf 240.000 Franken vervierfachte sich eine 1914 in Berlin radierte „Straßenszene mit Hündchen“, eine weitere, mit größter Eile in schwarzer Tusche gezeichnete Straßenszene am „Potsdamer Platz“ von 1913 wurde von 300.000 Franken auf 680.000 Franken gehoben, auf 350.000 Franken brachte es ein sitzender weiblicher Akt auf einem Diwan mit kräftiger Aquarellierung von 1909 (Taxe 150.000 SFR), und selbst der späte Farbholzschnitt „Drei Akte im Wald“ in neuer schablonenartiger Malweise legte auf 190.000 Franken zu (Taxe 100.000 SFR). Albert Müllers grünviolettes Ölbild „Waldstück in Davos“ von 1925, das in enger Verwandtschaft mit Kirchners mittlerer Schaffensperiode steht, blieb mit 180.000 Franken knapp unterhalb der Schätzung hängen.

Alexej von Jawlenskys besonders farbharmonischer „Abstrakter Kopf: Afrika“ von 1933 wurde für 690.000 Franken an einen Saalbieter verkauft (Taxe 600.000 SFR), sein farblich etwa fades Blumenstillleben ebenfalls von 1933 musste allerdings an den Schweizer Einlieferer zurück (Taxe 300.000 SFR). Emil Noldes spätimpressionistische Uferpartie „Norburg (Auf der Insel Alsen)“ von 1904 schaffte gerade eben 360.000 Franken (Taxe 400.000 SFR). Seine düstere Lithografie „Mann im Zylinder“, die niemanden Geringeres als den bedeutenden Hamburger Juristen und Kunstsammler Gustav Schiefler zeigt, kletterte dagegen von 40.000 Franken auf 110.000 Franken. Zu den größten positiven Überraschungen der Auktion gehörten die 330.000 Franken, die Alfred Kubins gespritzte Tuschzeichnung „Angst“ von circa 1902/03 erzielte. Einmal mehr hat der österreichische Künstler und Schriftsteller hier mit einer ebenso originellen wie einprägsamen Bilderfindung zugeschlagen, die seinem Ruf als bedeutender Buchillustrator alle Ehre macht. Die Schätzung hatte lediglich bei 40.000 Franken gelegen.

Eine gewisse Zurückhaltung gegenüber den Angeboten aus Frankreich schlug sich im Rückgang der kompletten Maurice de Vlaminck-Offerte (Taxen bis 350.000 SFR), des Ölbildes „La Rue Montalant et l’église de Marizy-Sainte-Geneviève (Aisne)“ von Maurice Utrillo von 1912/14 (Taxe 250.000 SFR) und von Georges Rouaults biblisch inspirierter Malerei „Au Pressoir le raisin fut foulé“ um 1948 für 350.000 Franken nieder. Vollständig übernommen wurde dagegen eine Dreiergruppe abstrakter Kompositionen in Blau, Rot und Mischfarben von Serge Poliakoff für bis zu 200.000 Franken überwiegend oberhalb der Schätzungen. Für einen Erfolg der gegenstandslosen Malerei sorgte auch Hans Hartungs schon im Titel datiertes Strichbild „T 1950-16“ bei einem Hammerpreis von 225.000 Franken (Taxe 130.000 SFR).

Akzeptablen Absatz fanden die Druckgrafiken Pablo Picassos wie die Aquatinta der statischen „L’Egytienne“ von 1953 für 170.000 Franken (Taxe 150.000 SFR), die farbige Lithografie „Nature morte au verre sous la lampe“ von 1962 für 280.000 Franken (Taxe 250.000 SFR) oder die vierzehn Kaltnadelradierungen „Les Saltimbanques“ von 1904/05, die Ambroise Vollard nochmals 1913 als Mappe auflegte, für 300.000 Franken (Taxe 350.000 SFR). Aber auch bei Picasso musste die mit 500.000 Franken teuerste Arbeit, die aquarellierte Zeichnung „Joueur de flûte et gazelle“ von 1946, wieder ins Depot zurück. Dafür verbesserte sich sein zartes Blatt mit elegant geschwungenen „Fleurs“ von 1948 auf 85.000 Franken (Taxe 40.000 SFR). Einen guten Zuwachs gab es schließlich noch bei der Outsider-Kunst Adolf Wölflis. Seine dichte Farb- und Bleistiftzeichnung „Die heilige Erittera: Gross=Gross=Göttin“ von 1916 ging erst bei 105.000 Franken weg (Taxe 40.000 SFR).

Als eher enttäuschend muss die Versteigerung von Selbstbildnissen Max Beckmanns aus dem Besitz des Chicagoer Kunsthistorikers James N. Elesh angesehen werden. Für eine so geschlossene Spezialsammlung ist der Rückgang von 19 der 40 angebotenen Grafikblätter kein sehr freundliches Signal. Wenigstens das Hauptlos, das berühmte „Selbstbildnis mit steifem Hut“ von 1921 aber war unter den Zuschlägen, wenngleich mit 140.000 Franken die Schätzung nicht ganz erreicht werden konnte. Die 1916 entstandene Kaltnadelradierung eines eher grüblerischen, den Kopf in die Hand gelegten Beckmann stieg im Wert von 75.000 Franken auf 105.000 Franken, der ebenfalls noch etwas unsicher Beckmann, wie er sich selbst 1914 sah, von 40.000 Franken auf 74.000 Franken. Auf der Rückgangliste steht unter anderem „Der Raucher“ von 1916, nochmal erschienen 1918 bei Paul Cassirer, was insofern verwundert, als sich Kornfeld mit seiner Schätzung von 125.000 Franken an zum Teil weitaus höheren Zuschlagspreisen etwa 2007 bei Grisebach in Berlin orientierte und augenscheinlich dasselbe Blatt vor sechs Jahren bei Lempertz schon 86.000 Euro gekostet hatte. Indes war man diesmal in Bern doch stets ein bisschen wählerisch.

Einige herausragende Preise vor allem für die etwas jüngere Kunst hielt die erste, mit günstigeren Arbeiten bestückte Auktion am 16. Juni bereit. An erster Stelle ist hier Georg Baselitz zu nennen, dessen insgesamt 13 Grafiken umfassende Mappe „Adler 1974“ hervorragende 90.000 Franken einspielte (Taxe 50.000 SFR). Eine abstrakte zackige Komposition namens „Angles rassemblés“ von Alberto Magnelli aus dem Jahr 1962 erlöste 53.000 Franken (Taxe 30.000 SFR), Wifredo Lams nur schemenhaft mit einigen Strichmännchen bemaltes und ansonsten in einen suggestiven Farbklang gehülltes Pastell von 1944 kam auf 60.000 Franken (Taxe 50.000 SFR). Auch die Kunst des fernen Ostens machte sich bemerkbar, wenn auch nur punktuell mit einem ebenfalls unbetitelten Aquarell Zao Wou-Kis in wabernden Blau- und Brauntönen von 1967 für 55.000 Franken (Taxe 35.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Kornfeld

Laupenstrasse 41

CH-3008 Bern

Telefon:+41 (031) 381 46 73

Telefax:+41 (031) 382 18 91

E-Mail: galerie@kornfeld.ch



05.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bei:


Galerie Kornfeld

Bericht:


Großes von Kirchner, Hodler, Munch

Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Sitzender Akt auf Diwan, 1909
Ernst Ludwig Kirchner, Sitzender Akt auf Diwan, 1909

Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Junkerboden, 1919
Ernst Ludwig Kirchner, Junkerboden, 1919

Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz, 1913
Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz, 1913

Kunstwerk:

Albert Anker, Schnapstrinker III, 1900
Albert Anker, Schnapstrinker III, 1900

Kunstwerk:

Giovanni Giacometti, Winterlandschaft in der Oberalpina, 1913
Giovanni Giacometti, Winterlandschaft in der Oberalpina, 1913

Kunstwerk:

Ferdinand Hodler, Vue de Montana vers le Val d’Hérens et le Val
 d’Hérémence, 1915
Ferdinand Hodler, Vue de Montana vers le Val d’Hérens et le Val d’Hérémence, 1915

Kunstwerk:

Albert Müller, Waldstück in Davos, 1925
Albert Müller, Waldstück in Davos, 1925







Ernst Ludwig Kirchner, Sitzender Akt auf Diwan, 1909

Ernst Ludwig Kirchner, Sitzender Akt auf Diwan, 1909

Taxe: 150.000,- SFR

Zuschlag: 350.000,- SFR

Losnummer: 78

Ernst Ludwig Kirchner, Junkerboden, 1919

Ernst Ludwig Kirchner, Junkerboden, 1919

Taxe: 300.000,- SFR

Zuschlag: 900.000,- SFR

Losnummer: 88

Giovanni Giacometti, Winterlandschaft in der Oberalpina, 1913

Giovanni Giacometti, Winterlandschaft in der Oberalpina, 1913

Taxe: 400.000,- SFR

Zuschlag: 350.000,- SFR

Losnummer: 46

Albert Müller, Waldstück in Davos, 1925

Albert Müller, Waldstück in Davos, 1925

Taxe: 200.000,- SFR

Zuschlag: 180.000,- SFR

Losnummer: 119

Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz, 1913

Ernst Ludwig Kirchner, Potsdamer Platz, 1913

Taxe: 300.000,- SFR

Zuschlag: 680.000,- SFR

Losnummer: 85

Albert Anker, Schnapstrinker III, 1900

Albert Anker, Schnapstrinker III, 1900

Taxe: 600.000,- SFR

Zuschlag: 410.000,- SFR

Losnummer: 9




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce