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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die letzte Auktionsrunde bei Koller in Zürich war ein Fest für die Schweizer Kunst

Anker in Millionenpreisen



Albert Anker, Mädchenbildnis

Albert Anker, Mädchenbildnis

Die Versteigerung Schweizer Kunst war eine der besten, die das Zürcher Auktionshaus Koller in seiner bisherigen Geschichte abhalten konnte. Kapitale Stücke der wichtigsten Künstler um und in den drei Jahrzehnten nach 1900 erzielten Höchstpreise und zum Teil sensationelle Preissteigerungen. Allen voran stand der Realist Albert Anker. Mit besonderem Andrang war schon im Vorfeld für sein Bildnispaar eines Mädchen und eines Knaben zu rechnen. Vom Künstler einst als Pendants geschaffen, wurden die anmutigen Kinderbildnisse später durch Erbgang für Jahrzehnte voneinander getrennt. Unabhängig voneinander bei Koller eingeliefert, kletterten die beiden kleinen Leinwände nun weit über ihre Schätzungen zwischen 450.000 und 700.000 Franken hinaus und wurden schließlich für insgesamt 6,3 Millionen Franken einem Schweizer Privatsammler zugeschlagen. Mit Aufgeld kostete diese geglückte Wiedervereinigung fast 7,3 Millionen Franken, wobei das Mädel mit 3,3 Millionen Pfund erwartungsgemäß noch etwas stärker abschnitt als der Bub. Zusammen sorgte das Paar für einen neuen Anker-Auktionsrekord.


Schweizer Kunst

Einen weiteren Millionenpreis von 1,2 Millionen Franken gab es am 24. Juni für Albert Ankers äußerst sensible Momentaufnahme eines konzentriert über seine Papiere gebeugten „Schaffners“, des Vermögensverwalters einer Dorfgemeinschaft, aus dem Jahr 1899. Auch hier wurde die Schätzung von 650.000 bis 900.000 Franken weit übertroffen. 180.000 Franken für einen „Zeitungslesenden Mann“, vom Meister 1903 nach seinem Schlaganfall allein mit der linken Hand in Aquarell auf Papier gebracht (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR), und 850.000 Franken für das posthume Bildnis des Philosophen und Theologen Johann Caspar Lavater, etwas kränklich am Fenster sitzend (Taxe 400.000 bis 600.000 SFR), prägten ferner den vollständigen Abgang einer mehr als ein Dutzend Arbeiten umfassenden Anker-Offerte. Mit 1,4 Millionen Franken honorierte die engagierte Bieterschar auch die Farbenpracht einer expressionistischen Landschaft Giovanni Giacomettis, aufgenommen 1921 an „Haus und Weg in Capolago“, der geliebten Wahlheimat des 1933 gestorbenen Künstlers (Taxe 480.000 bis 550.000 SFR). Seine etwas blassere „Paesaggio d’inverno“ aus dem Jahr 1927 blieb dagegen bei 350.000 bis 500.000 Franken unveräußert – als einziges Hauptlos der Auktion.

Denn auch Ferdinand Hodlers landschaftliches Frühwerk „Die Arve am Bois de la Bâtie“ von circa 1880 wanderte bei 480.000 Franken, dem Doppelten der unteren Schätzung, in eine Schweizer Privatsammlung. Gar nicht weit von der Kunst Hodlers entfernt scheint Clara Porges’ jugendstilig-symbolistische „Ansicht der Berninagruppe“, der höchsten Berggruppe der Ostalpen, aus dem Jahr 1913. Die relativ große Leinwand spielte mit 65.000 Franken überraschend einen neuen Auktionsrekord für diese neben Anna Maria Tobler wohl berühmteste Schweizer Künstlerin ihrer Generation ein (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Cuno Amiet steuerte eine farblich ungewöhnlich zwischen Gelb und Blaugrün stehende Sommerlandschaft für 42.000 Franken bei (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), Augusto Giacometti ein koloristisch ebenso aufreizendes Stillleben mit Datteln von 1927 für 40.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Unter den ältesten Meistern machte sich Alexandre Calame mit zwei spätromantischen Landschaften aus den 1850er Jahren bemerkbar. Sowohl der umwölkte Blick auf das Well- und Wetterhorn von der Rosenlaui aus um 1858 als auch eine 1852 entstandene Uferlandschaft übertrafen bei 46.000 Franken und 62.000 Franken die Schätzungen. Johann Gottfried Steffans ebenfalls idyllische Alpenlandschaft mit Ziegenhirte und See im Hintergrund von 1879 kam auf gute 30.000 Franken (Taxe 16.000 bis 24.000 SFR), François Didays diesiger Tag „Au bord du lac“ von 1867 auf 11.500 Franken (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR) und Otto Frölichers unspektakuläre sommerliche Feldlandschaft mit aufziehender Wolkenfront auf taxgerechte 10.000 Franken. Für 38.000 Franken ging Frank Buchsers nordamerikanische Reiseimpression einer „Stromschnelle bei St. Marie am Lake Superior“ weg (Taxe 16.000 bis 26.000 SFR), 22.000 Franken schaffte sein Halbakt eines Schwarzhäutigen (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR).

Unter den etwas jüngeren Werken reüssierten Gustave Buchets doppelseitig mit kubistischen Häusern um 1927/30 und einem Stillleben mit Büchern von 1941 bemalte Leinwand sowie Adolf Dietrichs neusachlicher Blick über die Dächer von Berlingen auf den Bodensee im Sommer 1929 bei 70.000 Franken und 60.000 Franken jeweils zur unteren Schätzung. Je 40.000 Franken im Rahmen der Schätzungen erzielten mit Max Gublers „Landschaft mit Gaswerk“ um 1938 und Varlins Küstenbild „St. Angelo, Ischia“ von 1961 Werke von Künstlern der zweiten Expressionistengeneration. Ungehörig war der kleine Junge, der seiner älteren Schwester im Treppenhaus den Rock lüftet. Emile Chambons magisch-realistische „Le petit curieux“ von 1957 spielte mit 30.000 Franken die obere Taxe ein, ebenso wie Martin Dislers weitaus wildere, abstrakte Farbschlacht „Love at Mayday“ von 1984 zu gleichen Preis. Teuerste Skulpturen wurden mit jeweils 130.000 Franken Alberto Giacomettis „Coupe ovale“, in Bronze gegossen ab 1954 nach einem Gipsmodell von 1935 (Taxe 130.000 bis 180.000 SFR), und die „Table aux hiboux et aux grenouilles“ seines Bruders Diego Giacometti. Der bisherige Inhaber hatte das markante Bronzegestell noch selbst im Pariser Atelier des Künstlers abgeholt (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Moderne und zeitgenössische Kunst

Hatte die losbezogene Zuschlagsquote bei der Schweizer Kunst, die zum Gesamtumsatz von 22 Millionen Franken über 14 Millionen Franken beisteuerte, um die 65 Prozent gelegen, konnte Koller von den übrigen Modernen und Zeitgenossen nur 54 Prozent zuschlagen. Auch Millionenpreise kamen hier nicht zustande, doch immerhin eine beachtliche Steigerung von 200.000 bis 300.000 Franken auf 460.000 Franken für Henri Lebasques um 1923 in Saint-Tropez an der Riviera entstandene „Hamac sous les Pins“ mit einem entspannten Bildnis wohl der Tochter des Künstlers bei der Siesta. Die gut neunzig Zentimeter breite Leinwand wird künftig in einer arabischen Sammlung zu finden sein. Zur unteren Schätzung von 150.000 Franken verließ Pierre-Auguste Renoirs kleine Landschaftsölskizze „Clocher d’Essoyes“ von 1895 den Saal, ebenso wie Gustave Loiseaus weit aufgelöste Pariser Straßenszene am „Arc de Triomphe, Avenue de Friedland“ für 70.000 Franken. Mit diesem Werk sowie Jean-Baptiste Armand Guillaumins Panorama über eine merkwürdige Schlucht im mittelfranzösischen „Crozant“ um 1898 für 55.000 Franken (Taxe 40.000 bis 50.000 SFR) und Arthur Segals schon konstruktivistisch angehauchter „Brücke in Rügenwaldermünde“ von 1925 für 95.000 Franken (Taxe 55.000 bis 70.000 SFR) und seiner „Königin von Saba“ aus dem Jahr 1918 für 46.000 Franken waren Impressionisten und Moderne auch im preislichen Mittelfeld gut auf gestellt (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR).

Unveräußert blieb allerdings Gino Severinis pointillistisches Pariser Frühwerk „Angler“ aus dem Jahr 1908 (Taxe 180.000 bis 250.000 SFR), und an 75.000 Franken etwas unterhalb der Erwartungen blieb Nicolas Tarkhoffs „Le manège à Montparnasse. Fête de foraine“ hängen, das ähnlich wie Loiseau einen Aufblick auf das Pariser Volksleben bietet. Von Maurice de Vlaminck wanderte die sichtlich an Paul Cézanne geschulte „Seine à Chatou“ um 1910 bei 130.000 bis 160.000 Franken an den deutschen Einlieferer zurück. Gute 80.000 Franken und 100.000 Franken schafften dagegen die schwermütigen späteren Arbeiten „Mentes – La – Jolie“ (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR) und „La mer“ in der für den Künstler so typischen Düsternis eines Schlechtwettertages (Taxe 90.000 bis 120.000 SFR). Keinen Käufer fand eine nicht ganz so suggestive Marschlandschaft Emil Noldes: Die Gebote blieben hier schon bei 95.000 Franken aus (Taxe 160.000 bis 220.000 SFR). Dafür durfte sich der deutsche Expressionismus über 13.000 Franken für Lyonel Feiningers Kreidestudie mit einer Windmühle von 1911 freuen (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Die zeitgenössische Kunst kam über fünfstellige Zuschlagsergebnisse nicht hinaus. Dabei folgten die Kunden nicht immer den Preisvorstellungen des Hauses. So spielte Martin Barrés abstraktes Ölbild „57_58_30_F4“, das einen Plakatabriss zu imitieren scheint, mit 62.000 Franken den höchsten Wert ein (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Auch zwei neoexpressionistische Leinwände Helmut Middendorfs, die „Hexen nach Baldung Grien“ von 1982 und der „Sänger“ von 1981, übertrafen mit 26.000 Franken und 24.000 Franken deutlich ihre Taxen. Ihm folgte Karl Horst Hödicke mit einem nächtlichen Stau auf einer Zickzackstraße bei 16.000 Franken (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR). Intellektueller ging es dann bei Joseph Beuys zu. Die beiden Schiefertafeln, der er 1972 während der fünften Documenta in Kassel in seinem „Büro für die direkte Demokratie“ zu den Themen „Hausfrauengehalt“ und „Parteienherrschaft“ beschriftete, machten sich zur unteren Taxe von 40.000 Franken davon.

Die skulpturalen Arbeiten von César oder Arman dagegen, für bis zu 70.000 Franken gehandelt, blieben allesamt unveräußert. Das eigentliche Hauptlos der Zeitgenossen indes lag in der Grafikabteilung bereit. Es war eines der zwölf Künstlerexemplare von Roy Lichtensteins farbigem Reliefdruck „Nude with blue hair“ aus dem Jahr 1994, angeboten für 150.000 bis 250.000 Franken und verkauft für 200.000 Franken. Hier gab es zudem bei Andy Warhols Siebdruck „Grapes“ von 1979 mit 18.000 Franken, Marc Chagalls fröhlicher Farblithografie „Le jeu de Arlequins“ von 1968 mit 18.000 Franken, bei Paul Klees bekanntem „Seiltänzer“ von 1923 mit 54.000 Franken oder Pablo Picassos heiterem Tonkrug mit dem „Visage aux yeux rieurs“ von 1969 mit 15.000 Franken gute Zuschläge im Rahmen der Taxen oder darüber.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



07.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Pierre-Auguste Renoir, Clocher d’Essoyes, 1895

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Giovanni Giacometti, Haus und Weg in Capolago, 1921

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Albert Anker, Der Schaffner, 1899

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Taxe: 650.000 - 900.000 SFR

Zuschlag: 1.200.000,- SFR

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Taxe: 450.000 - 600.000 SFR

Zuschlag: 3.000.000,- SFR

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Henri Lebasque, Saint-Tropez. Le Hamac sous les Pins, um 1923

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Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Zuschlag: 460.000,- SFR

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