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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Skandinavisches Design und ein wenig Kunst bei Quittenbaum

Aus Tynells reichem Lampenladen



Paavo Tynell, Paar Tischlampen, um 1950

Paavo Tynell, Paar Tischlampen, um 1950

Spezialauktionen, wie sie Askan Quittenbaum in schöner Regelmäßigkeit stattfinden lässt, haben einen besonderen Anspruch, es aber auch nicht immer leicht. So konnte man bei der Versteigerung ausschließlich skandinavischen Designs sowie einiger Werke der bildenden Kunst am 31. Mai in München nicht mit Sensationen rechnen. Doch dürfte Quittenbaum auch jetzt wieder auf eine treue Gruppe von Freunden nordeuropäischer Möbel, Lampen und sonstiger Einrichtungsgegenstände der vergangenen hundert Jahre hoffen. So wurden die gut 330 Losnummern des Hauptprogramms zu rund 35 Prozent zugeschlagen, eine geschlossene Privatsammlung, in eigenem Katalog vorgestellt, brachte es auf knapp 37 Prozent. Mit den Nachverkäufen erhöhten sich die Werte auf 42 Prozent beziehungsweise gute 53 Prozent und bescherten Quittenbaum einen Nettoumsatz von gut 400.000 Euro.


In der Tat sind ja mit Alvar Aalto oder Paavo Tynell auch illustre Namen mit internationalem Bekanntheitsgrad aus der skandinavischen Designschule hervorgegangen. Diese beiden vor allem garantierten einen gewissen Erfolg. Aaltos „Folk Senna“-Stuhl, der 1929 eigentlich in Serie gehen sollte, wegen geringer Nachfrage jedoch nur etwa zehnmal in Umlauf kam, blieb bei horrenden 35.000 bis 45.000 Euro zwar stehen, sein Paar geschwungener Armlehnstühle aus Schichtholz von 1932 mit der Nummer 42 für das Paimio Sanatorium für 5.000 Euro (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR) und eine Kirchenbank, 1926 für die von Aalto selbst entworfene Kirche in Muurame geschaffen, für 3.000 Euro standen aber doch auf der Haben-Seite (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Dazu gesellten sich seine zwölf schwarzen, kantigen Stapelstühle mit der Modellnummer 611 von 1929 bei 3.300 Euro (Taxe 3.300 bis 4.200 EUR), der teils schwarz lackierte Beistelltisch „Closed frame“, 1932 ebenfalls für Paimio entworfen, für gute 2.100 Euro (Taxe 1.500 bis 1.700 EUR) und im Nachverkauf das gemütliche Sofa „544“ für die dortigen Gesundheitssuchenden bei 2.500 Euro (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR).

Von Tynell gab es vor allem Lampen, die sogar recht regen Absatz fanden. Die für Taito Oy oder Idman Oy in Helsinki entworfenen Stücke wurden für bis zu 10.000 Euro häufig oberhalb der Schätzungen übernommen. Fällig wurde dieser Betrag für die beiden elegant-funktionalistischen Tischlampen aus Messing mit lederumwickelten Schaft um 1950 (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR). Dass sich das gute Lampengeschäft jedoch nicht nur auf Tynell beschränkte, bewies auch wiederum Aalto mit einigen erfolgreichen Stücken, darunter der eleganten Deckenleuchte „Bienenkorb“, 1951 von Valaistustyö Ky in Helsinki vervielfältigt, für 6.200 Euro (Taxe 2.700 bis 3.200 EUR). Andere Designer schafften es nur gelegentlich ansatzweise in diese Höhen, darunter Ilmari Tapiovaara mit dem Hocker „Wilhelmiina“ von 1959 für 3.000 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR) und Nanny Still mit einem Satz von sieben bunten flaschenförmigen Vasen von 1964 für 3.500 Euro (Taxe 1.500 bis 1.700 EUR). Acht „Oxford“-Stühle, die sich Arne Jacobsen für das dortige St. Catherine’s College 1962 ausdachte, mussten bis nach der Auktion warten, um zur unteren Schätzung von 3.800 Euro erlöst zu werden.

Alvar Aalto reüssierte auch im Hauptprogramm der Auktion mit seinen sachlich-funktionalen Arbeiten, etwa einem Beistelltisch und zwei Servierwägen aus den 1930er Jahren taxgerecht für bis zu 3.500 Euro. Die Lampenfreunde kamen hier mit Poul Henningsen auf ihre Kosten. Seine Stehlampe „PH 4,5/3“ aus dem Jahr 1936 beispielsweise, charakterisiert durch einen pilzförmig, gestaffelten Schirm, schaffte die untere Taxe von 3.800 Euro. Arne Jacobsen steuerte hier die kleine, dunkelgraue Tischleuchte aus der schon bekannten Serie „Oxford“ von 1962 für 2.400 Euro bei (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), Verner Panton unter anderem sechs „Ringlampen“ in knalligem Pop-Design, deren Entwurf für die Kölner Messe „Visiona II“ schon 1970 datiert, die aber in vorliegender Fassung 2000 von Vitra neu hergestellt wurden. Sie kosteten 8.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Indes gelangten mit Greta Magnusson Grossmans Schreibtisch samt Drehstuhl in Kontrast zwischen kompakter Fülligkeit und filigraner Offenheit aus dem Jahr 1952 für 4.400 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), Eero Saarinens sechs „Pedestal 151“-Stühlen aus weißem Kunststoff mit orangefarbenen Sitzkissen von 1956 für 3.000 Euro (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR) und Børge Mogensens sechs ausladenden, halbrund geschlossenen „Conference Chairs“ von 1962 für 2.600 Euro auch wieder einige Möbel sicher in neue Hände (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Aus der kleinen Kunstofferte pickten sich die Bieter unter anderem zwei abstrakte Kompositionen des 86jähringen polnischen Malers und Kunstprofessors Stefan Gierowski für bis zu 11.000 Euro (Taxen zwischen 6.000 und 9.000 EUR) und die serielle schwarzweiße Quadratspielerei „Chance in game for one“ seines polnischen Kollegen Ryszard Winiarski von 1989 für 5.000 Euro heraus (Taxe 2.000 bis 2.200 EUR). Ein 1968 in dreihundert Exemplaren verbreitetes kinetisches vibrierendes Objekt Jesús Rafael Sotos verbesserte sich auf 8.500 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Der Preisboom für südamerikanische Kunst kam auch den zwei schablonenartigen grünen Bäumen vor himmelblauem Hintergrund des Argentiniers Nicolás García Uriburu zugute. Ein deutscher Sammler setzte sich gegen internationale Konkurrenz erst bei 18.000 Euro durch und verhalf dem Ölgemälde aus dem Jahr 1963 sogar zum Hauptlos der Auktion (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR).

Von Pablo Picasso reüssierten zwei Keramikteller aus den 1950er Jahren, einmal mit Ziegenkopf, das andere Mal mit Faungesicht, für jeweils 7.000 Euro (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Diesen Betrag gab es zudem für Fritz Winters dunkle abstrakte Komposition „Farbige Quadrate“ (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Die von Quittenbaum höher veranschlagten Werke wie Thomas Langes „Fauster“ von 1981 für 15.000 bis 18.000 Euro oder den „Stürzenden Engel“ von Salomé aus dem Jahr 1982 für 18.000 bis 20.000 Euro ließen die Bieter dagegen im Auktionshaus hängen. Gut fünfzig in einem Sonderkatalog versammelte Arbeiten des Wiener fantastischen Realisten Richard Matouschek wurden inklusive Nachverkauf schließlich zu rund 54 Prozent mit Preisen bis zu 350 Euro weitergereicht.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



08.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


31.05.2011, Skandinavisches Design - Richard Matouschek. Gemälde und Grafiken aus einer Hamburger Privatsammlung

Bei:


Quittenbaum Kunstauktionen

Bericht:


Teurer Stuhl

Kunstwerk:

Paavo Tynell, Paar Tischlampen, um 1950
Paavo Tynell, Paar Tischlampen, um 1950

Kunstwerk:

Nanny Still, 7
 Vasen, 1964
Nanny Still, 7 Vasen, 1964

Kunstwerk:

Arne Jacobsen, 8 Stühle „Oxford“, 1962
Arne Jacobsen, 8 Stühle „Oxford“, 1962

Kunstwerk:

Ilmari Tapiovaara, Hocker „Wilhelmiina“, 1959
Ilmari Tapiovaara, Hocker „Wilhelmiina“, 1959

Kunstwerk:

Alvar Aalto, Deckenlampe „A 331 – Bienenkorb“, 1951
Alvar Aalto, Deckenlampe „A 331 – Bienenkorb“, 1951

Kunstwerk:

Paavo Tynell, Stehlampe „Chinese Hat“, 1950er Jahre
Paavo Tynell, Stehlampe „Chinese Hat“, 1950er Jahre







Nanny Still, 7 Vasen, 1964

Nanny Still, 7 Vasen, 1964

Taxe: 1.500 - 1.700 EURO

Zuschlag: 3.500,- EURO

Losnummer: 186

Arne Jacobsen, 8 Stühle „Oxford“, 1962

Arne Jacobsen, 8 Stühle „Oxford“, 1962

Taxe: 3.800 - 4.200 EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 183

Verner Panton, Sechs Ringlampen für die Visiona II, 1970

Verner Panton, Sechs Ringlampen für die Visiona II, 1970

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 199

Alvar Aalto, Paar Armlehnstühle „42“, 1932

Alvar Aalto, Paar Armlehnstühle „42“, 1932

Taxe: 5.500 - 6.500 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 43

Paavo Tynell, Stehlampe, 1940er Jahre

Paavo Tynell, Stehlampe, 1940er Jahre

Taxe: 3.600 - 4.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 67

Alvar Aalto, 12 Stapelstühle „611“, 1929

Alvar Aalto, 12 Stapelstühle „611“, 1929

Taxe: 3.300 - 4.200 EURO

Zuschlag: 3.300,- EURO

Losnummer: 11

Paavo Tynell, Stehlampe „Chinese Hat“, 1950er Jahre

Paavo Tynell, Stehlampe „Chinese Hat“, 1950er Jahre

Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

Zuschlag: 5.800,- EURO

Losnummer: 110

Paavo Tynell, Deckenleuchter, 1940er Jahre

Paavo Tynell, Deckenleuchter, 1940er Jahre

Taxe: 1.400 - 1.800 EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 69

Alvar Aalto, Kirchenbank, 1926

Alvar Aalto, Kirchenbank, 1926

Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 8

Alvar Aalto, Sofa „544“, 1932

Alvar Aalto, Sofa „544“, 1932

Taxe: 4.000 - 4.500 EURO

Zuschlag: 2.500,- EURO

Losnummer: 41

Paavo Tynell, Stehlampe, 1945

Paavo Tynell, Stehlampe, 1945

Taxe: 2.200 - 2.500 EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 74

Ilmari Tapiovaara, Hocker „Wilhelmiina“, 1959

Ilmari Tapiovaara, Hocker „Wilhelmiina“, 1959

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 172

Paavo Tynell, Deckenleuchter, 1940er Jahre

Paavo Tynell, Deckenleuchter, 1940er Jahre

Taxe: 3.500 - 4.000 EURO

Zuschlag: 3.600,- EURO

Losnummer: 68




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