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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Jugendstil und Design bei Neumeister bei München

Noch nicht so arriviert



Ernst Ludwig Kirchner, Wildboden mit Kirchners Haus, 1925

Ernst Ludwig Kirchner, Wildboden mit Kirchners Haus, 1925

Da hat Ernst Ludwig Kirchner wieder einmal ein expressionistisches Meisterwerk geschaffen. 1925 schildert er zwei baumbestandene Bachläufe, die grade eben zusammenfließen, eingebettet in einer weiten Hügellandschaft. Der Kreidestrich und der Aquarellauftrag sind nicht mehr so nervös, wie in der Berliner Zeit, doch noch immer ist eine innere Spannung zu spüren. Kein Wunder, denn Kirchner hat auf dieser Papierarbeit sein Davoser Rückzugsgebiet niedergelegt. Klein scheint im Hintergrund sein Haus auf dem Wildboden auf. In den Schweizer Alpen fand er die innere Ruhe, die er in Großstadtmetropole Berlin vermisste und Mitschuld an seinem nervlichen Zusammenbruch war. Einst im Besitz des Arztes Fréderic Bauer, der in jenen Jahren zu Kirchners wichtigsten Freunden zählte, war der Karton nun eines der Hauptlose in der Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst bei Neumeister und bestätigte seine Rolle. 170.000 Euro zahlte ein kanadischer Sammler dafür und damit 20.000 Euro mehr als die obere Schätzung.


Trotz mancher Erfolge wird das Münchner Auktionshaus seine Versteigerung vom 26. Mai als sicher nicht ganz befriedigend verbuchen. Mit dem Nachverkauf lag die losbezogene Gesamtzuschlagsquote der mehr als sechshundert Losnummern an moderner und zeitgenössischer Kunst sowie Jugendstil und Design bei durchschnittlichen 53,6 Prozent. Bei den „Ausgewählten Werken“, die im Zentrum der Veranstaltung standen, wurden aber nur 19 von 56 Nummern zugeschlagen. Zwei späte Bronzegüsse nach Figuren Ernst Barlachs für bis zu 45.000 Euro, Claude-Emile Schuffeneckers zwischen Jugendstil, Neoimpressionismus und Symbolismus stehende Strandszene „Pêcheurs à Étretat“ von 1897 für bis zu 20.000 Euro sowie Druckgrafiken im preislichen Mittelfeld etwa von Wassily Kandinsky oder Roy Lichtenstein beglücken auch weiterhin ihre Vorbesitzer. Zu hoch gegriffen hatte Neumeister auch mit den 53.000 bis 55.000 Euro für Helmut Kolles mittelgroßes Ölbild „Spahi zu Pferde III“ um 1929. Der bereits 1931 in Frankreich gestorbene Deutsche ist auf dem Markt noch nicht derart arriviert, dass man solche Preise für Werke verlangen kann, die – wie das vorliegende – aus sich selbst heraus nicht vollkommen überzeugen. Ähnliches gilt für Arnold Topps „Nächtliche Stadt“ von 1917 für 45.000 bis 48.000 Euro, das erst vor anderthalb Jahren bei Nagel in Stuttgart für nur 30.000 Euro versteigert worden war.

Aus einer vierteiligen Lyonel Feininger-Offerte wurde lediglich die lavierte und weiß gehöhte Tuschfederzeichnung einer Karikatur von Autofahrern im Gebirge aus der Zeit um 1910, als der Künstler noch für verschiedene Zeitungen arbeitete, für 22.000 Euro im Rahmen der Taxe vergeben. Bei der Otto Mueller-Suite war es die Lithografie des vom Wald umschlungenen „Zigeuner-Liebespaares II“ von 1921/22, die auf 21.000 Euro leicht unterhalb der Schätzung kam. Und von den vier überwiegend farbigen, für bis zu 30.000 Euro angebotenen Papierarbeiten Georg Baselitz’ schaffte nur ein schemenhaft erkennbares, auf dem Kopf stehendes „Flaschenstillleben“ von 1978 bei 13.000 Euro den Absprung (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Steigern konnten sich im unteren Bereich Otto Dix mit einem 1944 aquarellierten, still wehmütigen „Blick in den Hegau“ von 8.000 bis 10.000 Euro auf 11.500 Euro und Arnulf Rainers übermaltes Schwarzweißfoto „Christuskopf“ aus dem Jahr 1981 von 4.000 bis 6.000 Euro auf 10.500 Euro sowie bei den Skulpturen Lothar Fischers kompakte Bronzefigur „Gesockelte Norne I“ aus dem Jahr 1978 von 10.000 bis 12.000 Euro auf 15.000 Euro. Unter den etwas teureren Ölgemälden wurde diese Ehre Maurice Utrillos charakteristischer, menschenfreier Ansicht des „Château de Pouilly“ zuteil: Ein Deutscher Bieter musste hier 65.000 Euro leicht über der Schätzung einsetzen.

Neben Kirchners Aquarell konnte von den insgesamt fünf hochgehandelten Werken nur noch Emil Noldes um 1930 datiertes Aquarell einer Marschlandschaft mit Bauernhof unter schweren Gewitterwolken weitervermittelt werden. Für die 90.000 Euro waren aber Nachverhandlungen nötig (Taxe 125.000 bis 150.000 EUR). Für Hannah Höchs gleich hoch eingestufte, collagenartige Szenenfolge „Rom“ aus dem Jahr 1921 und eine 1927 in Bleistift gezeichnete „Jeune femme assise dans un intérieur“ von Henri Matisse für 190.000 bis 220.000 Euro fanden sich dagegen keine Käufer, ebenso für Günther Ueckers Nagel-„Feld“ von 1997, das angesichts seiner späten Entstehung und geringen Formats von sechzig mal fünfzig Zentimetern mit 100.000 bis 120.000 Euro von vornherein überbewertet war.

Als wenig erfolgreich gestaltete sich der Versuch, den Leuten zeitgenössische chinesische Kunst schmackhaft zu machen. Von den aus einer Privatsammlung offerierten zwanzig Werken wurden fünf versteigert, darunter immerhin für 32.000 Euro aus der Schatulle eines chinesischen Sammlers Long Liyous nach westlichen Maßstäben fotorealistisch-neusachliches Ölbild von Kühe melkenden Bäuerinnen aus dem Jahr 1989 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Sun Liangs neoexpressionistischer „Albtraum I“ von 1987 dagegen gestaltete sich bei 130.000 bis 150.000 Euro zu einem ebensolchen. Unter den übrigen Offerten der modernen und zeitgenössischen Kunst, die sich bei einer Zuschlagsquote von 52 gut behauptete, sind Fritz Erlers fernöstliche Strandpromenade „Am Quai“ mit einem Bildnis des Dermatologen Albert Neisser für 6.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR) und zwei buntfarbige Feld-, Wald- und Wiesenlandschaften des 1950 in Herrsching geborenen Eckart Schädrich aus dem vergangenen Jahr für jeweils 4.000 Euro zu nennen (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Bei 2.600 Euro reüssierte Hermann Eulers spätimpressionistische „Frühlingslandschaft“ (Taxe 2.0000 bis 3.000 EUR), zum gleichen Wert Wilhelm Malys farbleuchtendes Gemälde einer Landschaft mit Brücke und einsamem Spaziergänger samt zweiter Naturschilderung auf der Rückseite (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR), bei 1.800 Euro Alexander von Salzmanns buntes Aquarell eines Pferdeschlitten in Russland zur Winterszeit (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR) und bei 5.000 Euro Gabriele Münters putziger Farbholzschnitt mit einem „Neujahrswunsch“ von 1909 (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Etwas mehr Engagement konnten auch Franz von Stucks Bildnis einer wohl südländischen Schönheit um 1898 bei 7.000 Euro und Joseph Wackerles kräftige Bronze eines Olympioniken mit Speer um 1928 bei 7.500 Euro den Bietern entlocken (Taxen je 3.000 bis 4.000 EUR). Gute Preise bei den Zeitgenossen gab es für die beiden aus Zigarettenstummeln auf Teppichen collagierten Venus-Gestalten von Al Hansen bei jeweils 2.400 Euro (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR), für Yannis Tsarouchis’ Aquarell eines zeittypisch gekleideten jungen Mannes von 1962 mit 3.300 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) und für Elvira Bachs exaltiertes Selbstportrait auf Erdbeere unter dem Titel „Maodo schreit“ von 1995 bei 8.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Bei der Angewandten Kunst konnte Neumeister mit knapp 59 Prozent verkaufter Objekte noch die meisten Kunden gewinnen, unter anderem mit einer Sammlung aus dem Nachlass des 1989 gestorbenen Travestiekünstlers Bob Lockwood. So fand sein mit einer Skyline von New York bemalter Paravent aus französischer Produktion der 1930er Jahre für 18.000 Euro einen neuen Liebhaber (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Beim Jugendstil- und Art Déco-Silber erfreute sich ein 1924 von Richard Scheibe als Unikat hergestellter Deckelbecher, den ein vollplastisch ausgearbeiteter Hund als Knauf ziert, großer Beliebtheit: Er kam auf 4.200 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR). Eine 140 Zentimeter hohe Tiffany-Stehlampe um 1900/10 ging für angemessene 8.500 Euro über die Bühne, Gudrun Baudischs bemalte Keramikbüste eines Frauenkopfes, ausgeführt um 1927 in der Wiener Werkstätte, kostete 6.000 Euro ebenfalls im Rahmen der Schätzung, und beim französischen Jugendstil gab es sogar noch eine handfeste Überraschung, als ein mit roten Fledermäusen auf blauem Grund bemalter Kupferkorpus in Messingfassung von 300 bis 400 Euro auf 19.000 Euro sprang. Das zur Tischlampe umfunktionierte, ursprünglich um 1900 entstandene Stück wird in die USA ausreisen.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



12.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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26.05.2011, Moderne - Jugendstil, Art Déco und Design - Afrika und Außereuropäische Kunst

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Bunte Mischung

Kunstwerk:

Tischlampe, Frankreich, um 1900
Tischlampe, Frankreich, um 1900

Kunstwerk:

Franz von Stuck, Weibliches Porträt, um 1898
Franz von Stuck, Weibliches Porträt, um 1898

Kunstwerk:

Louis Comfort Tiffany, Stehlampe, 1900/10
Louis Comfort Tiffany, Stehlampe, 1900/10

Kunstwerk:

Fritz Erler, Am
 Quai
Fritz Erler, Am Quai

Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Wildboden mit Kirchners Haus, 1925
Ernst Ludwig Kirchner, Wildboden mit Kirchners Haus, 1925

Kunstwerk:

Gudrun Baudisch, Frauenkopf, um 1927
Gudrun Baudisch, Frauenkopf, um 1927







Paravent, Frankreich, 1930er Jahre

Paravent, Frankreich, 1930er Jahre

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 254

Richard Scheibe, Deckelbecher, 1924

Richard Scheibe, Deckelbecher, 1924

Taxe: 800 - 1.000 EURO

Zuschlag: 4.200,- EURO

Losnummer: 12

Tischlampe, Frankreich, um 1900

Tischlampe, Frankreich, um 1900

Taxe: 300 - 400 EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 181

Alexander von Salzmann, Pferdeschlitten in Russland

Alexander von Salzmann, Pferdeschlitten in Russland

Taxe: 1.000 - 1.500 EURO

Zuschlag: 1.800,- EURO

Losnummer: 477

Gudrun Baudisch, Frauenkopf, um 1927

Gudrun Baudisch, Frauenkopf, um 1927

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 130

Louis Comfort Tiffany, Stehlampe, 1900/10

Louis Comfort Tiffany, Stehlampe, 1900/10

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 53

Fritz Erler, Am Quai

Fritz Erler, Am Quai

Taxe: 3.500 - 4.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 427

Franz von Stuck, Weibliches Porträt, um 1898

Franz von Stuck, Weibliches Porträt, um 1898

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 482

Otto Mueller, Zigeuner-Liebespaar II (Zigeunerpaar), 1921/22

Otto Mueller, Zigeuner-Liebespaar II (Zigeunerpaar), 1921/22

Taxe: 22.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 21.000,- EURO

Losnummer: 336




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