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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse: Alte Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister in München

Fabelhaftes Jägerlatein



Albrecht Adam, Napoleon vor dem brennenden Smolensk, 1836

Albrecht Adam, Napoleon vor dem brennenden Smolensk, 1836

Wieder einmal war es die Kunst des 19ten Jahrhunderts, die bei der letzten Versteigerung des Münchner Hauses Neumeister für die besten Ergebnisse sorgte. Wie erwartet ritt Napoleon auf seinem Schimmel vor dem brennenden Smolensk des Jahres 1812 allen voran. Gemalt hat den müden, schon bekümmerten Feldherrn 24 Jahre später Albrecht Adam, der selbst Augenzeuge des Kampfes um die russischer Stadt war. Auf 80.000 bis 90.000 Euro angesetzt, konnte eindeutscher Sammler die dramatisch gegebene und gut gemalte Szene erst bei 145.000 Euro übernehmen. Mit 15.000 Euro wurde eine weitere Impression aus dem Russlandfeldzug bezahlt, die Adam selbst im Feldlager zeichnend wiedergibt. Auch dieses von Neumeister mit 10.000 bis 12.000 Euro bewertete Ölbild entstand allerdings viele Jahre später, 1858. Dankbar aufgenommen wurde auch eine dreiteilige Heinrich Bürkel-Offerte, darunter das „Wirtshaus auf der Alm mit Alpzug“ von 1842 zur unteren Taxe von 35.000 Euro und das „Gebirgsdorf mit Brunnen“ von 1843 zur oberen von 24.000 Euro.


Bei einer Gesamtzuschlagsquote von gut 60 Prozent nach Losen zeigten sich auch manche Lücken in der Zuschlagsliste. Auffällig war etwa die Zurückweisung der gesamten Carl Spitzweg-Offerte, allen voran seine hübsche Leinwand „Begegnung im Walde“ für geschätzte 85.000 bis 90.000 Euro. Auch Rudolf Epps „Hopfenernte“ von 1870, die Landschaft und Genre miteinander verbindet, hemmte mit 33.000 bis 38.000 Euro einen regen Bietwettbewerb. Dabei waren Landschaften durchaus gefragt, wie etwa August Lucas’ romantisch verklärter Blick auf das Heidelberger Schloss im Abendlicht von 1840 für 25.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) oder Adolf Dresslers biedermeierliche Kaffeegesellschaft in einer Parklandschaft bei einem Schloss für 10.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR) belegten. Unter den Zeichnungen hatte zuvor schon Johann Georg von Dillis’ stimmungsvoller Blick von der Praterinsel zum Gasteig aus dem Jahr 1826 bei 5.800 Euro reüssiert (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR).

Ebenso gut erging es dem Genre: Bei Eduard von Grützner blieb nichts liegen, angefangen von der Wirtshausszene mit „Jägerlatein“ fabulierendem Weidmann aus dem Jahr 1879 für 39.000 Euro (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR) bis hin zu dem nachdenklichen Kardinal in einem Meer von Rot aus dem Jahr 1915 für 14.000 Euro (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR). Auch drei charaktervolle Bauernportraits Franz von Defreggers, zwei Männer und eine Frau, kletterten mit bis zu 13.500 Euro zum Teil weit über ihre Schätzungen hinweg. Lediglich Hugo Kauffmanns gefährliche Situation aufgebrachter Männer „Nach der Rauferei“ von 1903 wollte sich für 17.000 bis 18.000 Euro niemand antun, dafür wurden aber auch von ihm die beiden schönen Bildnisse eines „Stillen Genießers“ und eines „Jungen Mädels“ von 1889 für 13.000 Euro und 4.500 Euro freundlich honoriert (Taxen zwischen 3.500 und 5.000 EUR).

Der besondere Klang berühmter Namen schien bei Tina Blaus kleiner impressionistischer Leinwand „Drei Mühlen“ in sommerlicher Landschaft von 1888 mit einer Steigerung von 7.000 bis 9.000 Euro auf 13.000 Euro und vor allem bei Julius Sergius Klevers sonniger Sommerfrische „Am Strand von Ahlbeck“ auf Usedom 1904 zu wirken, die von günstigen 8.000 bis 10.000 Euro auf 55.000 Euro schoss. Von Alexander Koester wurde das schon leicht expressionistisch anmutende Blumenstillleben „Mohn in brauner Vase“ für hervorragende 38.000 Euro übernommen (Taxe 20.000 bis 24.000 EUR), seine zehn „Enten in Herbststimmung (Entenidyll)“ fanden dagegen keine neue Bleibe (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Impressionistisches aus Deutschland erwies sich auch mit Otto Pippels Ausflüglern „Im Münchner Hofgarten“ für taxgerechte 16.000 Euro, Otto Strützels Teichlandschaft im Frühling des Jahres 1914 bei 2.200 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR) und Leopold von Klackreuths Leuchtturm in einer Deichlandschaft bei 1.500 Euro als recht gefragt (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Höhepunkt des Symbolismus wurde Hans Thomas sitzender Jungenakt „Endymion“ von 1886 in vom Künstler bemaltem Originalrahmen für aufsehenerregende 24.000 Euro (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Das deutlich schwächere Altmeister-Programm wurde entsprechend weniger heftig umworben. Einzig um eine Vierjahreszeitenfolge aus der Nachfolge Giuseppe Arcimboldos wurde auf bis zu 17.000 Euro etwas heftiger gerungen (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). 9.000 Euro gab es für eine Verbildlichung des berühmten Augsburger Turniers von 1080, das Hermann von Schwaben zum Ruhme seines Namens und seines Landes veranstalten ließ, von einem deutschen Maler wohl des 16ten Jahrhunderts (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Von Simon Johannes van Douw und August Querfurt wurde jeweils eine Reiterschlachtszene erworben, die des Niederländers aus dem Jahr 1660 für 8.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), die des Deutschen für 4.200 Euro (Taxe 2.000 bis 2.200 EUR). Die eigentlichen Toplose wie Johann Friedrich Sichelbeins manieristischer „Sturz des Saulus“ (Taxe 14.000 bis 16.000 EUR) und Johann Friedrich August Tischbeins klassizistisches „Bildnis des Grafen Jakob Dimitrijewitsch Lanskoi“ fanden dagegen keine Abnehmer (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Beim Kunsthandwerk glänzten neben einem teilvergoldeten, fast schmucklosen silbernen Deckelhumpen des Augsburgers Martin Heuglin II. um 1666/69 für 7.000 Euro leicht über der Schätzung vor allem zwei bemerkenswerte Dosen. Die eine, Mitte des 18ten Jahrhunderts von einem unbekannten Meister wohl aus dem sächsischen Raum in der Art des Porzellanmalers Johann Georg Heintze mit Rokokojagdszenen bemalt, konnte ihren Wert auf 12.000 Euro verdoppeln. Die andere weist in ihrer Gestaltung als Mopsdose auf einen freimaurerischen Kontext. In der Art von Johann Andreas Bechdolff um 1760/70 ebenfalls in Email bemalt, erzielte das originelle Stück aus Ellwangen 11.000 Euro (Taxen je 6.000 bis 6.500 EUR). Die Fayencen hielten einen Walzenkrug der nur von 1754 bis 1768 produzierenden Manufaktur im bayerischen Friedberg vor. Der Seltenheit dieser Produkte entsprechend, regte sich eifrige Bieterlaune, die den Krug mit zwei äsenden Hirschen auf 8.000 Euro Hob (Taxe 700 bis 800 EUR).

Rege Nachfrage herrschte auch bei den böhmischen Glaswaren in Zwischengoldtechnik aus dem frühen 18ten Jahrhundert. Bis auf einen beschädigten Becher wechselten alle dreizehn Positionen über den Schätzungen den Besitzer mit 7.000 Euro an der Spitze, die für ein Paar Deckelpokale mit der Darstellung eines Jägers bei der Bärenjagd in Rotlackmalerei bewilligt wurden (Taxe 1.200 bis 1.400 EUR). Die Sensation der Kunstkammerobjekte wurde ein süddeutsches „Memento mori“, das in Hinterglasmalerei eine junge Frau halbiert mit einem Totengerippe präsentiert. Statt 400 bis 500 Euro kostete das eindrückliche Bild schließlich 19.000 Euro, genauso viel wie das Hauptwerk der Skulpturen, Christoph Daniel Schencks Buchsbaumrelief des reuigen Petrus aus dem Jahr 1680 (Taxe 17.000 bis 19.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



13.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


06.07.2011, Alte Kunst

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

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Napoleon am Scheideweg

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August Lucas, Blick auf das Heidelberger Schloss, 1840
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Otto Strützel, Teichlandschaft im Frühling, 1914
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Christoph Daniel Schenck, Der reuige Petrus, 1680
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Julius Sergius Klever, Am Strand von Ahlbeck, 1904
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 Endymion, 1886
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Eduard von Grützner, Jägerlatein, 1879
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 Fayencemanufaktur Friedberg, Walzenkrug, Friedberg, 1754/68

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Taxe: 700 - 800 EURO

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Losnummer: 3

Heinrich Bürkel, Gebirgsdorf mit Brunnen, 1843

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Taxe: 22.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 480

August Lucas, Blick auf das Heidelberger Schloss, 1840

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Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 25.000,- EURO

Losnummer: 547

Julius Sergius Klever, Am Strand von Ahlbeck, 1904

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 55.000,- EURO

Losnummer: 524

Albrecht Adam, Der Künstler während des Russlandfeldzuges 1812, 1858

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Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 472

Hans Thoma, Endymion, 1886

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Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 588

Christoph Daniel Schenck, Der reuige Petrus, 1680

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Taxe: 17.000 - 19.000 EURO

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Losnummer: 323

August Querfurt, Reiterschlacht

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Johann Georg von Dillis, Blick von der Praterinsel zum Gasteig, 1826

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Taxe: 1.800 - 2.000 EURO

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Simon Johannes van Douw, Reiterschlacht, 1660

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

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Eduard von Grützner, Jägerlatein, 1879

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Taxe: 35.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 39.000,- EURO

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Otto Strützel, Teichlandschaft im Frühling, 1914

Otto Strützel, Teichlandschaft im Frühling, 1914

Taxe: 800 - 1.000 EURO

Zuschlag: 2.200,- EURO

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Heinrich Bürkel, Wirtshaus auf der Alm mit Alpzug, 1842

Heinrich Bürkel, Wirtshaus auf der Alm mit Alpzug, 1842

Taxe: 35.000 - 38.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 479




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