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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Ohne viel Aufsehen ging bei Sotheby’s die Schweizer Kunst über die Bühne

Freudiger Tanz



Ferdinand Hodler, Fröhliches Weib, um 1909

Ferdinand Hodler, Fröhliches Weib, um 1909

Da tanzt sie freudig in die Natur hinein, die „Femme Joyeuse“. Kraftvoll und energiegeladen tut sie einen Schritt in eine nicht näher bestimmte, dafür symbolhafte Landschaft. Die energische Drehbewegung der Frau klingt sanft in den erhobenen Händen und den in der Luft spielenden Fingerspitzen aus. Der gelbe Hintergrund, der einen Kontrast zu ihrem blauen Kleid und zur violetten Konturierung ihrer Gliedmaßen bildet, kann für seine Sonnenscheibe stehen. Um 1909 schuf Ferdinand Hodler das „Fröhliche Weib“ als erste von fünf Varianten. Seine Muse Valentine Godé-Darel stand ihm für das Ganzfigurenbild Modell, mit dem er, wie so oft, die Einheit von Mensch und Natur eindrücklich beschwor. Als Favoritin zog die traumwandlerische Tänzerin in Auktion „Schweizer Kunst“ bei Sotheby’s ein und behauptete ihren Rang. Zur unteren Schätzung von 2,5 Millionen Franken wandert sie nach 26 Jahren von einer Schweizer Sammlung zur nächsten und erfreut nun dort ihre Besitzer. Noch eher dem Realismus zugetan war Hodlers in eine Tracht gekleidete Frau beim „Spaziergang am Waldrand“ um 1885, bei der wiederum ein Schweizer Privatkunde ebenfalls schon am unteren Schätzrahmen von 380.000 bis 450.000 Franken zuschlagen konnte.


Die Bilanz der Versteigerung vom 30. Mai in Zürich fiel gut, aber keineswegs überschwänglich aus. Sotheby’s konnte losbezogen 60 Prozent des Angebots absetzen, wertbezogen waren es 70 Prozent. Lag der Umsatz vor einem Jahr bei fast 16 Millionen Franken, kamen jetzt nur knapp 9,5 Millionen Franken zusammen. Wie Hodlers Arbeiten erreichten viele der hoch gehandelten Kunstwerke gerade ihre untere Taxe, Preissteigerungen waren eher selten. Einem, dem letzteres widerfuhr, war Ernest Biéler. Seine formal stilisierten Gemälde aus dem Wallis fanden beim Publikum Anklang, sowohl seine waldige, warme „Paysage Valaisan“ von 1940 für 360.000 Franken (Taxe 180.000 bis 250.000 SFR) oder seine Landfrauen „Deux Valaisannes au paysage d’hiver“ beim Kirchgang für 260.000 Franken (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Formal wie thematisch arbeitete Raphy Dallèves ähnlich, so dass auch seine „Jeune Valaisanne“ von 1915 erst bei 170.000 Franken ihren Abschied aus dem Auktionssaal nahm (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Die Auktion startete hoffnungsvoll mit François Bocions in tiefes Abendrot getauchter Seelandschaft „Les feux du soir“ von 1885 bei 140.000 Franken (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR). Doch schon bei den Gemälden des 19ten Jahrhunderts gab es einige Ausfälle, wie Rudolf Kollers stürmische „Pferde während eines Gewitters“ von 1846 (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR) oder Robert Zünds stimmungsvoller Morgen der „Landschaft bei Luzern mit Blick auf Rigi“ (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Anderes wie Alexandre Calames ebenso pittoreskes Gemälde „Lac de Lucerne“ von 1851 mit einer kleinen Hirtengruppe blieb an der unteren Erwartung von 80.000 Franken kleben. Und selbst bei Albert Anker wollte der Funke nicht so richtig zünden. Zwar kamen seine einfühlsam geschilderten „Geschwister Zaeslin“, ein Portraitauftrag einer wohlhabenden Basler Familie von 1896, auf 760.000 Franken (Taxe 600.000 bis 800.000 SFR), aber seine beiden Aquarelle „Lesendes Mädchen“ und „Sitzender Bauer vor Landschaft“ mussten unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten (Taxen zwischen 65.000 und 130.000 SFR).

Nachdem Sotheby’s schon im vergangenen Dezember eine umfangreiche Suite mit Arbeiten Félix Vallottons recht erfolgreich absetzen konnte, blieben auch diesmal nur vier seiner dreizehn Lose liegen. Da seine dunkle, farblich wenig ansprechende Landschaft „Vue d’Honfleur, le soir“ von 1912 ein Rückgang war (Taxe 650.000 bis 750.000 SFR), positionierte sich der aggressive Akt „Femme nue agenouillée devant un canapé rouge“ von 1915 bei 560.000 Franken an erster Stelle (Taxe 500.000 bis 700.000 SFR). Dann folgten die ruhigen Naturschilderungen „La Dordogne à Vitrac“ von 1925 bei 420.000 Franken (Taxe 4000.000 bis 600.000 SFR) und der Spaziergang zweier Herren im „Bois de Boulogne“ von 1921 bei 300.000 Franken (Taxe 300.000 bis 500.000 SFR). Gut schnitt auch Vallottons zweite kühl-sachliche Aktdarstellung ab. Seine „Femme à la rose“ aus dem Jahr 1914 kletterte auf 250.000 Franken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Auch im unteren Preissegment waren einige Werke der Neuen Sachlichkeit gefragt, darunter Niklaus Stoecklins fast schon naives „Kloster Schöntal“ von 1927 bei 65.000 Franken (Taxe 45.000 bis 55.000 SFR), Adolf Dietrichs 1926 aufgenommener Blick auf „Berlingen vom Untersee aus“ bei 50.000 Franken (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR) und Aimé Barrauds sparsame „Nature morte aux cerises“ von 1934 bei 14.000 Franken (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR).

Wie Hodler beschäftigte sich auch Giovanni Segantini mit dem Einklang von Natur und Mensch. Ein entsprechendes Werk in der Auktion war seine um 1886/88 gefertigte Kohlezeichnung „Pastorale“, für die die Bieter die untere Erwartung von 100.000 Franken bewilligten. Völlig ohne menschliches Personal kommt sein Sohn Gottardo Segantini normalerweise bei seinen pointillistischen Bergwelten aus. „Cavloccio: Spiegelung/Abendstimmung“ von 1951 ließ bei 140.000 Franken etwa die Schönheit der Engadiner Bergwelt aufblühen (Taxe 140.000 bis 180.000 SFR). Walter Ropélé führt diesen thematischen Ansatz bis in die Gegenwart fort. Seine farbintensive „Schneezeit bei Silvaplana“ von 2010 verbesserte sich auf 38.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR).

Bei der Familie Giacometti musste Sotheby’s diesmal einige Enttäuschungen hinnehmen. Sowohl Giovanni Giacomettis zwischen Hellgrün, Gelb und Rosa angesiedelter, lesender Akt „Theodora“ von 1914 (Taxe 1,2 bis 1,6 Millionen SFR) als auch Augusto Giacomettis entpersonifizierte weibliche Liegefiguren in „Contemplazione“ um 1907 wanderten ins Depot zurück (Taxe 600.000/800.000 Franken). Anders erging es Alberto Giacomettis schnell mit Kugelschreiber aufs Papier skizziertem Figurenfries „Die Ballspielenden“. Die Studie von 1960 schnellte von 25.000 Franken auf 70.000 Franken. Bei Cuno Amiet fiel die Nachfrage ebenfalls unterschiedlich aus. Während sein üppig leuchtendes „Stillleben mit Pfingstrosen“ aus dem Jahr 1914 bei 200.000 bis 300.000 Franken und sein verhalteneres „Stillleben mit Früchten“ von 1937 bei 50.000 bis 70.000 Franken keine Interessenten fanden, kam das etwas steife „Selbstbildnis mit Gattin“ auf 32.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR) und das frische „Bildnis einer jungen Frau (Greti)“ von 1914 auf 20.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Expressionistisches gab es zudem mit Hans Brühlmanns Stillleben „Früchte in zwei Schalen“ von 1909 für 21.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Für den Art Brut-Künstler Louis Soutter konnten in letzter Zeit hohe Preise registriert werden. Das bestätigte sich auch bei Sotheby’s mit der kraftvollen, archaisch anmutenden Fingermalerei „Filet et pneu“ bei einem Zuschlag von 200.000 Franken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Ohne größeres Aufsehen schlossen die kubistischen Kunstwerke ab: Otto Morachs „Zwei Männer auf der Straße“ von 1918 bei 38.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), Gustave Buchets Gouache „Composition Cubiste“ mit Krug und Kanne bei 26.000 Franken (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR).

Prominentes Stück der Konkreten Kunst war Max Bills Messingskulptur „Endloses Band aus einem Ring II“ von 1947/48 für gute 75.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR), dann traten noch Gottfried Honeggers origamiartige Faltungen auf einer monochrom schwarzen Leinwand„P. 654“ von 1971/72 für taxgerechte 22.000 Franken an. Eine kleine Suite mit Schweizer Fotokunst beschloss die Auktion. Auf 6.000 Franken kam dabei Daniele Buettis tätowiertes Topmodel Kate Moss bei „Looking for Love“ (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR), auf jeweils 7.000 Franken René Burris Klassiker „Im Gesundheitsministerium, Rio de Janeiro“ von 1960 und der selbstbewusst Pfeife rauchende „Ernesto Che Guevara“ von 1963 (Taxe je 8.000 bis 12.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s Zürich

Talstrasse 83

CH-8001 Zürich

Telefax:+41 (044) 226 22 01

Telefon:+41 (044) 226 22 00



18.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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30.05.2011, Schweizer Kunst / Swiss Art

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Sotheby's

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Zum Frühstück nur Kännchen

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Félix Vallotton, La Dordogne à Vitrac, 1925
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Hans Brühlmann, Früchte in zwei Schalen, 1909
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Ferdinand Hodler, Fröhliches Weib, um 1909
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François Bocion, Les feux du soir, 1885
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Ferdinand Hodler, Spaziergang am Waldrand, um 1885
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Raphy Dallèves, Jeune Valaisanne, 1915
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Félix Vallotton, Bois de Boulogne, 1921

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Taxe: 300.000 - 500.000 SFR

Zuschlag: 300.000,- SFR

Losnummer: 38

Hans Brühlmann, Früchte in zwei Schalen, 1909

Hans Brühlmann, Früchte in zwei Schalen, 1909

Taxe: 20.000 - 30.000 SFR

Zuschlag: 21.000,- SFR

Losnummer: 17

Giovanni Segantini, Pastorale, um 1886/88

Giovanni Segantini, Pastorale, um 1886/88

Taxe: 100.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 100.000,- SFR

Losnummer: 24

Raphy Dallèves, Jeune Valaisanne, 1915

Raphy Dallèves, Jeune Valaisanne, 1915

Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 170.000,- SFR

Losnummer: 23

François Bocion, Les feux du soir, 1885

François Bocion, Les feux du soir, 1885

Taxe: 70.000 - 90.000 SFR

Zuschlag: 140.000,- SFR

Losnummer: 1

Félix Vallotton, La Dordogne à Vitrac, 1925

Félix Vallotton, La Dordogne à Vitrac, 1925

Taxe: 400.000 - 600.000 SFR

Zuschlag: 420.000,- SFR

Losnummer: 62

Ferdinand Hodler, Spaziergang am Waldrand, um 1885

Ferdinand Hodler, Spaziergang am Waldrand, um 1885

Taxe: 380.000 - 450.000 SFR

Zuschlag: 380.000,- SFR

Losnummer: 15

Félix Vallotton, Femme nue agenouillée devant un canapé rouge, 1915

Félix Vallotton, Femme nue agenouillée devant un canapé rouge, 1915

Taxe: 500.000 - 700.000 SFR

Zuschlag: 560.000,- SFR

Losnummer: 37

Alexandre Calame, Lac du Lucerne, 1851

Alexandre Calame, Lac du Lucerne, 1851

Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 80.000,- SFR

Losnummer: 5

Félix Vallotton, Femme à la rose, 1914

Félix Vallotton, Femme à la rose, 1914

Taxe: 100.000 - 150.000 SFR

Zuschlag: 250.000,- SFR

Losnummer: 27




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