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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London

Rekord für Schiele



Egon Schiele, Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II), 1914

Egon Schiele, Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II), 1914

Von den drei großen Londoner Kunstauktionen, die Sotheby’s in diesem Frühsommer abgehalten hat, war diejenige mit Impressionisten und Modernen wohl die prägnanteste. Blieb von den Alten Meistern eine stattliche Reihe angebotener Werke unveräußert und konnten sich die Gegenwartskünstler am 29. Juni nicht in außergewöhnliche Preishöhen hinaufschwingen, so war die schmale, aber qualitätvoll besetzte Versteigerung von durchwegs hohen Ergebnissen geprägt. Nur drei der 35 angebotenen Werke fanden keinen Abnehmer, fast 97 Millionen Pfund Umsatz konnte generiert werden. In den meisten Fällen konnten die Schätzpreise erreicht oder übertroffen werden. Das Hauptlos allerdings ging auf recht unspektakuläre Weise über die Bühne: Egon Schieles „Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II)“ aus dem Jahr 1914 wanderte für 22 Millionen Pfund zur unteren Erwartung an einen anonymen Telefonbieter. Er hatte diese Summe bereits im Vorfeld garantiert, womit zugleich ein Auktionsrekord für den österreichischen Expressionisten vorprogrammiert war. Einlieferer war das Leopold Museum in Wien, das mit dem Erlös einige durch Restitutionsfälle der jüngeren Vergangenheit entstandene Finanzlücken zu füllen beabsichtigt und wohl auch noch weitere Werke aus seinem Bestand verkaufen muss.


Besonders die moderne Kunst konnte am 22. Juni mit hohem Interesse rechnen. Zwar blieb Pablo Picassos spätes Figurenbild „Couple, le baiser“ von 1969 mit 5,8 Millionen Pfund knapp unterhalb der Schätzung hängen, dafür steigerte sich jedoch sein ebenso flott gemalter „Homme à la pipe et nu couché“ aus dem Jahr 1967 von 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund überraschend auf 4,25 Millionen Pfund. Rasch über seine Schätzung von 650.000 bis 850.000 Pfund hinaus schoss auch Marc Chagalls frühe Gouache „Au-dessus de la ville“ mit einem fliegenden Liebespaar von 1914/22 auf 1,6 Millionen Pfund. Über die Erwartung von 2,2 bis 3,2 Millionen Pfund und wohl auch über ein schon im Vorfeld abgegebenes unwiderrufliches Gebot kletterte zudem Tamara de Lempickas sinnliche „La dormeuse“ aus dem Jahr 1930 auf starke 3,6 Millionen Pfund. Jeweils etwas unterhalb der anspruchsvollen Taxe blieben lediglich die beiden heiteren Arbeiten Joan Mirós „Vipère exaspérée devant l’oiseau rouge“ von 1955 bei 1,65 Millionen Pfund und „Femme à la voix de rossignol dans la nuit“ von 1971 bei 4,2 Millionen Pfund.

Von den Werken französischer Impressionisten landete nur Henri de Toulouse-Lautrecs eindrucksvolles Bildnis „La liseuse“ von 1889 mit der unteren Schätzung von 5 Millionen Pfund auf einem der vorderen Ränge. Paul Cézannes duftige Landschaft „La rivière“ von circa 1881 für 2,2 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen GBP) und Pierre-Auguste Renoirs Rückenansicht eines liegenden Frauenaktes am Seeufer von 1892 für 2 Millionen Pfund waren weitere Höhepunkte dieser Offerte (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Von 1,2 bis 1,8 auf 2,3 Millionen Pfund steigerte sich die Ansicht „Les tours vertes, La Rochelle“, ein besonders charakteristisches Post-Impressionismus-Werk Paul Signacs aus dem Jahr 1913. Bedeutendster deutschsprachiger Künstler neben Schiele war Paul Klee mit seinem filigranen Flächenmuster „Stadtburg Kr.“ von 1932 für taxgerechte 2,3 Millionen Pfund.

Das nach wie vor hohe Interesse an repräsentativen Gemälden des Surrealismus äußerte sich in guten Preisen für René Magritte: Seine beiden taghellen, dennoch nächtlich verschatteten Vorstadtlandschaften mit demselben Titel „L’empire des lumières“ von 1955 und 1953 wurden bei 2,1 Millionen Pfund und 2,05 Millionen Pfund zum Teil deutlich über den Schätzungen übernommen. Teuerste Skulptur des Abends wurden Alberto Giacomettis ausgezehrte und überlängte „Trois hommes qui marchent II“ aus dem Jahr 1948 für 9,5 Millionen Pfund (Taxe 10 bis 15 Millionen GBP), gefolgt von Auguste Rodins „Ève, petit modèle“ von 1883 in einem Guss von 1913 bei 1,7 Millionen Pfund (Taxe 1,3 bis 2,2 Millionen GBP) und Marino Marinis „Piccolo cavallo“ aus bemalter Bronze von 1950 für 1,25 Millionen Pfund (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Wilhelm Lehmbrucks Steinguss „Torso eines jungen Weibes“ von 1910 fiel dagegen bei 400.000 bis 600.000 Pfund durch.

Weitere 14,6 Millionen Pfund trug noch die Tagesauktion am 23. Juni zur Gesamtbilanz der Impressionisten und Moderne bei. Die Preisliste dominierten auch hier überwiegend die Stars der Abendauktion wie Chagall, Picasso oder Giacometti. Von Fernand Léger wurden „Deux femmes“ aus dem Jahr 1930 in den gewohnt gerundeten, vereinfachten Formen für 320.000 Pfund übernommen (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), von Salvador Dalí das stolze Portrait der amerikanischen Gesellschaftslöwin C. Z. Guest aus dem Jahr 1958 für 360.000 Pfund (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Den französischen Nationalfeiertag feierte André Lhote 1913/14 mit seinem Ölgemälde „14 Juillet, Port de Bordeaux-Poincré“ für 170.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Raoul Dufys Aktdarstellung „La Musique“ nach Jacopo Tintorettos Renaissance-Gemälde „Concerto di giovani donne“ aus der Dresdner Gemäldegalerie von 1555/56 verbesserte sich auf 175.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 110.000 GBP), ebenso Louis Marcoussis’ kubistische „Composition à l’oiseau“ von 1926 auf 135.000 Pfund (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP) und Henri Haydens recht buntes Stillleben „L’As de Trèfle“ von 1917 auf 130.000 Pfund (Taxe 70.000 bis 90.000 GBP).

Eher selten auf großen Auktionen in London ist der australische Impressionist Rupert Bunny anzutreffen. Seine entspannt auf dem Kanapee liegende „Femme lisant“ schaffte zumindest die untere Schätzung von 250.000 Pfund. Die Kunst aus deutschsprachigen Ländern steuerte hier mehrere Arbeiten bei, etwa Lovis Corinths „Flieder im Glaskrug“ von 1923 für 130.000 Pfund (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP), Georg Tapperts „Sängerin“ um 1917 für 72.000 Pfund (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP) oder Gustav Klimts Zeichnung eines stehenden Akts für 90.000 Pfund (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Paul Klees hübsches Aquarell „Côte de Provence 7“ von 1927 kletterte von 150.000 bis 200.000 Pfund auf 270.000 Pfund. Da Alexej von Jawlenskys frühe, noch pointillistisch geprägte „Landschaft mit rotem Dach – Wasserburg“ keinen Abnehmer fand, wurde Hermann Max Pechsteins „Rauchende“ von 1921 für 300.000 Pfund das teuerste Werk eines deutschen Künstlers (Taxen je 300.000 bis 500.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



25.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Gustav
 Klimt, Stehender Akt, 1906/07
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Lovis Corinth, Flieder im Glaskrug, 1923
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Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse allongée de dos avec un chapeau de paille (Femme couchée sur l’herbe), 1892
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Paul Klee,
 Côte de Provence 7, 1927
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Gustav Klimt, Stehender Akt, 1906/07

Gustav Klimt, Stehender Akt, 1906/07

Taxe: 50.000 - 70.000 GBP

Zuschlag: 90.000,- GBP

Losnummer: 301

Paul Signac, Les tours vertes, La Rochelle, 1913

Paul Signac, Les tours vertes, La Rochelle, 1913

Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 GBP

Zuschlag: 2.300.000,- GBP

Losnummer: 3

Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse allongée de dos avec un chapeau de paille (Femme couchée sur l’herbe), 1892

Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse allongée de dos avec un chapeau de paille (Femme couchée sur l’herbe), 1892

Taxe: 800.000 - 1.200.000 GBP

Zuschlag: 2.000.000,- GBP

Losnummer: 18

Auguste Rodin, Ève, petit modèle, 1883

Auguste Rodin, Ève, petit modèle, 1883

Taxe: 1.300.000 - 2.200.000 GBP

Zuschlag: 1.700.000,- GBP

Losnummer: 8

Paul Klee, Stadtburg Kr., 1932

Paul Klee, Stadtburg Kr., 1932

Taxe: 2.000.000 - 3.000.000 GBP

Zuschlag: 2.300.000,- GBP

Losnummer: 13

Henri de Toulouse-Lautrec, La liseuse, 1889

Henri de Toulouse-Lautrec, La liseuse, 1889

Taxe: 5.000.000 - 8.000.000 GBP

Zuschlag: 5.000.000,- GBP

Losnummer: 19

Lovis Corinth, Flieder im Glaskrug, 1923

Lovis Corinth, Flieder im Glaskrug, 1923

Taxe: 120.000 - 180.000 GBP

Zuschlag: 130.000,- GBP

Losnummer: 302

Paul Klee, Côte de Provence 7, 1927

Paul Klee, Côte de Provence 7, 1927

Taxe: 150.000 - 200.000 GBP

Zuschlag: 270.000,- GBP

Losnummer: 141




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