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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Halb erfolgreiche Sitzmöbelauktion bei Zezschwitz in München

Ausgesessen



Shiro Kuramata, Sessel „How High the Moon“, 1986

Shiro Kuramata, Sessel „How High the Moon“, 1986

Die Werke bekannter Designer waren es hauptsächlich, mit denen das Münchner Auktionshaus von Zezschwitz mit seiner Versteigerung ausgewählter Sitzgelegenheiten am 30. Juni reüssierte. Denn eine losbezogene Zuschlagsquote von gut 25 Prozent lässt schon vermuten, dass das Interesse der Kundschaft an dieser speziellen Zusammenstellung nicht gerade in die Breite ging. So blieb beispielsweise fast die gesamte ältere Offerte einschließlich eines Paares Armlehnsessel von Carlo Bugatti für 15.000 Euro unveräußert stehen, lediglich zwei ungewöhnliche Dreibeinstühle der Firma Gebr. Thonet in Wien um 1890 brachte mit 1.300 Euro auf das Doppelte der Schätzung. Besser sah es beim Jugendstil aus. Zwar musste ein komplettes Ameublement des Franzosen Eugène Gaillard, bestehend aus Tisch und zehn Stühlen, bei 40.000 Euro die Heimreise wieder antreten, dafür aber wurde auf Wiener Seite die Abnahme unter den Spitzenstücken etwas höher.


An einer der ersten Stellen stand hier schon im Vorfeld Josef Hoffmanns runder Armlehnstuhl aus dem Jahr 1899, ausgestellt noch im selben Jahr in Wien sowie ein Jahr darauf auf der Weltausstellung in Paris. 19.000 Euro waren veranschlagt, 19.000 Euro wurde zuletzt auch geboten. Für 15.000 Euro etwas unterhalb der Schätzung ging eine dreiteilige Sitzgruppe Koloman Mosers mit geschlossenen Wangen und hohen Lehnen weg, um 1901 bei Jacob & Josef Kohn in Wien hergestellt und europaweit in allen möglichen Werbemagazinen angepriesen. Taxgerechte 3.000 Euro sowie 6.000 Euro für ein Paar erzielten drei Positionen eines Armlehnstuhls von Adolf Loos aus dem Jahr 1899, hinter dessen Anfertigung sich mit F. O. Schmidt eine weitere berühmte Wiener Firma verbirgt. Lediglich ein Postsparkassensessel Otto Wagners, das sich wie die anderen Stühle einer subtilen Mischung aus Holz und Metall – hier Aluminium – bedient, fand bei 19.000 Euro keinen Abnehmer.

Vergleichsweise hoch blieb die Zuschlagsquote auch bei den teuren Stücken des deutschen Jugendstil. Ein Paar elegante Armlehnsessel mit feinen Ornamenten um 1905 vermutlich von Joseph Maria Olbrich für 4.700 Euro (Taxe 4.900 EUR) und ein eher rustikaler Stuhl Otto Pankoks von 1901 mit Korbgeflecht für 3.200 Euro sind hier zu nennen (Taxe 2.800 EUR). Kompletten Absatz fand eine dreiteilige Richard Riemerschmid-Offerte, wobei vor allem ein auf den ersten Blick recht unscheinbarer, eher kantiger Stuhl aus den Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst mit einem Sprung von 1.200 Euro auf 4.000 Euro überraschte. Riemerschmid hatte ihn ursprünglich für die Villa Haus in Feldafing entworfen, die Nürnberger Firma J. Fleischauer’s Söhne ihn ausgeführt. Auch der Bremer Jugendstilmaler und -grafiker Heinrich Vogeler tat sich um 1910 mit dem Entwurf für einen schwarz gebeizten Stuhl mit Flechtsitz aus hellbraunem Binsen hervor, der jetzt 2.200 Euro einspielte (Taxe 1.200 EUR).

Sehr dünn beboten wurde die Abteilung Bauhaus und Funktionalismus, doch immerhin das Hauptlos, Erich Dieckmanns kastenartiger, blau und weiß bemalter Armlehnstuhl um 1927 aus den Tischlerwerkstätten der Burg Giebichenstein, wurde für 8.000 Euro vergeben (Taxe 9.000 EUR). Als unverwüstlicher Dauerbrenner erwies sich einmal mehr Charles und Ray Eames’ „Lounge Chair mit Ottoman“ von 1956 für 4.500 Euro (Taxe 2.800 EUR). Die sechs Exemplare von Roland Rainers bekanntem Stapelstuhl aus der Wiener Stadthalle von 1956 mit der durchlöcherten Lehne kamen auf 2.400 Euro (Taxe 2.600 EUR). Die einzige wirklich außergewöhnliche Steigerung und insofern der Höhepunkt der Auktion bot eine dreiteilige Sitzgruppe mit Tisch, die der Maler Rupprecht Geiger im Jahr 1953 für Freunde entworfen und durch eine Münchner Schreinerei hat herstellen lassen. Die formal durchaus wunderlichen Stücke konnten ihren angenommenen Wert von 8.000 Euro auf 18.000 Euro mehr als verdoppeln.

Postmodernes und zeitgenössisches Design bestritten des letzte Viertel der Auktion unter anderem mit einem der barock-bunten Armlehnsessel „Proust“ Alessandro Mendinis von 1979 für 5.000 Euro (Taxe 5.500 EUR), Eckhard Schichtels „Y-Chair“ von 1985 in titelgebender Form für 1.800 Euro (Taxe 700 EUR) und zwei der drei Fantasiemöbel von Mark Brazier-Jones, die an „Herr der Ringe“ und sonstige Spukwelten erinnern, für bis zu 4.000 Euro. Die Zugkraft vornehmlich bekannterer Entwerfer zeigte sich auch hier durch den Abgang des bekannten Drahtgeflechtsessels „How High the Moon“ von Shiro Kuramata aus dem Jahr 1986 für 5.000 Euro (Taxe 5.000 EUR) und Ron Arads „Bad Tempered Chair“ ganz in Schwarz von 2002 für 6.200 Euro (Taxe 6.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Von Zezschwitz - Kunst und Design

Friedrichstraße 1a

DE-80801 München

Telefon:+49 (089) 330 366 46

Telefax:+49 (089) 330 366 47

E-Mail: info@von-zezschwitz.de



30.07.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Stühle für die Himmelsrichtungen

Kunstwerk:

Alessandro Mendini, Armlehnsessel „Proust“, 1978
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Kunstwerk:

Rupprecht Geiger, Sitzgruppe mit Tisch, 1953
Rupprecht Geiger, Sitzgruppe mit Tisch, 1953

Kunstwerk:

Erich Dieckmann, Armlehnstuhl, um 1927
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Kunstwerk:

Eugène Gaillard, Ausziehtisch mit zehn Stühlen, um 1899
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Kunstwerk:

Otto
 Wagner, Armlehnsessel, um 1905
Otto Wagner, Armlehnsessel, um 1905

Kunstwerk:

Koloman Moser, Dreiteilige Sitzgruppe, um 1901
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Kunstwerk:

Josef
 Hoffmann, Armlehnstuhl, 1899
Josef Hoffmann, Armlehnstuhl, 1899







Rupprecht Geiger, Sitzgruppe mit Tisch, 1953

Rupprecht Geiger, Sitzgruppe mit Tisch, 1953

Taxe: 8.000,- EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 180

Erich Dieckmann, Armlehnstuhl, um 1927

Erich Dieckmann, Armlehnstuhl, um 1927

Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 126

Otto Wagner, Armlehnsessel, um 1905

Otto Wagner, Armlehnsessel, um 1905

Taxe: 19.000,- EURO

Losnummer: 72

Ron Arad, Bad Tempered Chair, 2002

Ron Arad, Bad Tempered Chair, 2002

Taxe: 6.000,- EURO

Zuschlag: 6.200,- EURO

Losnummer: 270

Josef Hoffmann, Armlehnstuhl, 1899

Josef Hoffmann, Armlehnstuhl, 1899

Taxe: 19.000,- EURO

Zuschlag: 19.000,- EURO

Losnummer: 37

Eugène Gaillard, Ausziehtisch mit zehn Stühlen, um 1899

Eugène Gaillard, Ausziehtisch mit zehn Stühlen, um 1899

Taxe: 40.000,- EURO

Losnummer: 34

Alessandro Mendini, Armlehnsessel „Proust“, 1978

Alessandro Mendini, Armlehnsessel „Proust“, 1978

Taxe: 5.500,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 208

Koloman Moser, Dreiteilige Sitzgruppe, um 1901

Koloman Moser, Dreiteilige Sitzgruppe, um 1901

Taxe: 16.500,- EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 58




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