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Irlands erste Documenta: Dublin Contemporary 2011

Sie soll eine der größten Kunstausstellungen werden, die je in Irland stattgefunden haben: Die erste Dublin Contemporary 2011, die am 6. September ihre Pforten öffnet. Während acht Wochen werden unter der Leitung eines internationalen Kuratorenteams die Museen Dublins ein Ausstellungskonzept von Rang präsentieren. Das gemeinsame Thema lautet nach dem berühmten Gedicht „Easter, 1916“ von William Butler Yeats „Terrible Beauty – Art, Crisis, Chance & the Office of Non-Compliance“. Nach dem Willen der Hauptkuratoren Jota Castro und Christian Viveros-Fauné soll das „Office of Non-Compliance“ als eine Art Agentur arbeiten, um kreative Lösungen für reale oder symbolische Fragestellungen zu finden, welche die Grenzen konventioneller Kunsterfahrung erweitern. Künftig soll die Dublin Contemporary alle fünf Jahre stattfinden. Das Ziel ist, Dublin als führenden Standort für zeitgenössische Kunst im großen internationalen Ausstellungsreigen zu verankern.

In einer Abkehr von üblichen Kulturereignissen will Dublin Contemporary den Charakter und Stellenwert der Biennale in Venedig oder der Documenta Kassel erreichen. Die Ministerin für Tourismus, Kultur und Sport, Mary Hanafin, betonte bei der Vorstellung des Projektes, dass Dublin bereits eine bedeutende Position als Kulturreiseziel genießt. Zur Dublin Contemporary 2011 erwartet die irische Hauptstadt mehr als 150.000 Besucher, davon rund 62.000 aus Übersee.

Die Kunstschau erstreckt sich vom Hauptausstellungsort, der Earlsfort Terrace, wo auch das „Office of Non-Compliance“ angesiedelt ist, durch die Stadt und in die vier größten Galerien: Die Douglas Hyde Gallery, die Dublin City Gallery – The Hugh Lane, die National Gallery of Ireland und die Royal Hibernian Academy. Mit eingeschlossen sind die Iveagh Gardens. Die Earlsfort Terrace wird als Kunstraum wieder in Anspruch genommen. Der neoklassizistische Komplex gehörte 124 Jahre als Lehrgebäude zum University College Dublin, beherbergte aber schon 1865 eine internationale Ausstellung und während der 1970er und 1980er Jahre viele internationale Kunstschauen. 1980 fand hier die „ROSC 80“ mit 150 Werke von 50 internationalen Künstlern statt, darunter Pionierarbeiten der Konzept- und der Videokunst. Teil des Ausstellungskonzepts ist es, die 68 alten Hörsäle und Büroräume nicht zu verändern. Sie werden zu Parzellen mit Einzelpräsentationen wie einer Titanic-Skulptur des Schweizer Künstlers Thomas Hirschhorn, Installationen des Griechen Jannis Kounellis, Fotografien der Amerikanerin Nina Berman und Videoshows des israelischen Künstlers Omer Fast. In Korridoren, Treppenaufgängen oder in einer früheren Tennishalle gesellen sich irische Nachwuchskünstler mit ihren Werken zu den bekannten Größen.

Insgesamt versammelt die Dublin Contemporary über 100 Künstler. Dazu gehören etwa Tania Bruguera (Cuba), Lisa Yuskavage (USA), Chen Chieh-Jen (Taiwan), Dexter Dalwood (Großbritannien), Wang Du (China), der Düsseldorfer Hans-Peter Feldmann, die aus Augsburg stammende Videokünstlerin Carola Mücke, der in Paris lebende Israeli Assaf Gruber, der italienische mehrfache Biennale-Teilnehmer Claudio Parmiggiani sowie die Iren Ella Burke, Alan Butler, Mark Clare, Declan Clarke, Anne Cleary und Denis Connolly, James Coleman, Amanda Coogan, Mark Cullen, Willie Doherty, Brian Duggan, Katie Holten, Patrick Jolley, Nevan Lahart, Brian Maguire, Siobhan McGibbon, Richard Mosse, Liam O’Callaghan, Gavin O’Curry, Brian O’Doherty, Mairead O’hEocha, Eamon O’Kane, Niamh O’Malley, Ciara Scanlan und Corban Walker – eine Mischung aus Nachwuchs und etablierten Künstlern, die zum Teil im Ausland arbeiten.

Die Dublin Contemporary 2011 läuft vom 6. September bis zum 31. Oktober. Earlsfort Terrace ist von Montag bis Mittwoch von 11 bis 19 Uhr, am Donnerstag und Freitag bis 21 Uhr und am Wochenende bis 20 Uhr geöffnet. Die Dublin City Gallery – The Hugh Lange ist von Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag und Samstag von 10 bis 17 Uhr und Sonntag von 11 bis 17 Uhr offen. Die Royal Hibernian Academy ist voraussichtlich Montag bis Freitag von 11 bis 17 Uhr geöffnet; neue Öffnungszeiten zur Dublin Contemporary sind unter www.royalhibernianacademy.ie zu erfahren. Die National Gallery of Ireland öffnet montags bis samstags um 9:30 Uhr, sonntags um 12 Uhr; sie schließt um 17:30 Uhr, am Donnerstag um 20:30 Uhr. Die beteiligten Galerien liegen nur kurze Fußwege voneinander entfernt im Stadtzentrum um Trinity College, Merrion Square und St. Stephen’s Green.


Infos: www.dublincontemporary.com

Quelle: Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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