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Alte Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Madonna am Fass



Abraham Daniëlsz Hondius, Wildschweinjagd

Abraham Daniëlsz Hondius, Wildschweinjagd

Mit einem gewohnt umfangreichen, an wirklich Aufsehenerregenden aber überschaubaren Angebot alter Kunst und Antiquitäten startet das Münchner Auktionshaus Neumeister am 21. September in die Herbstsaison. So ist bei den alten Meistern Abraham Daniëlsz Hondius’ dramatisch inszenierte Wildschweinjagd in raffiniertem Spiel aus Licht und Schatten mit 25.000 bis 28.000 Euro bereits eines der Hauptlose des Tages. Ein weiteres verbirgt sich im Kunsthandwerk: 20.000 bis 30.000 Euro soll ein deutscher Kabinettschrank kosten, der unter Verwendung älterer Teile des 17ten und 18ten Jahrhunderts wohl erst im 19ten Jahrhundert seine heutige turmfassadenartige Gestalt erhielt. Eingearbeitet ist eine Uhr, über der eine weibliche Personifikation der Zeit mit Stundenglas und Sense thront. Mit 30.000 bis 35.000 Euro ist ein gut erhaltenes Exemplar aus der nach Entwürfen François Bouchers hergestellten Tapisseriefolge „La noble pastorale“ aus der Manufaktur Beauvais ausgewiesen. Bei den Skulpturen schließlich gibt es eine stehende Margarete aus dem mittel- oder norddeutschen Raum des 14ten Jahrhunderts für 24.000 bis 26.000 Euro.


Kunsthandwerk

Insgesamt gut die Hälfte des Angebots bestreitet das Kunsthandwerk. Beim Silber glänzen eine teilvergoldete, mit Blumen geschmückte, sechseckige Barockschale des Augsburger Meisters David Bessmann um 1651/54 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) und ein Paar Leuchter seines gut zwei Generationen jüngeren Landsmanns Johann Erhard Heuglin II. um 1715/19 mit Regence-Ornamenten (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Der Pariser Meister Henri Delobel ist für eine vergoldete Tabatiere um 1749/50 verantwortlich, auf deren Deckel Amor in einer Palastarchitektur vor zahlreichen mythologischen Figuren seinen Triumph auskostet (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Älteste Stücke sind ein vergoldeter Buchdeckel mit einer thronenden Madonna und eine Reliquienkapsel mit der Anbetung der Könige, die als typische Arbeiten aus Limoges mit Emailplaketten und Glassteinen besetzt sind (Taxe je 3.500 bis 4.000 EUR). Als Zeremonienstab weisen die Experten einen aus Bein geschnitzten und gravierten, 156 Zentimeter hohen Stock des 17ten Jahrhunderts aus, der mit Szenen aus dem Leben Christi geschmückt ist (Taxe 1.200 bis 1.400 EUR).

Mit dem Namen des Tiroler Holzschnitzers Hans Klocker verbindet sich ein arg beschädigtes Relief der Heimsuchung Mariae (Taxe 11.000 bis 13.000 EUR), mit dem des Rokokomeisters Ignaz Günther ein farbig gefasster Apostel Bartholomäus ebenfalls in kleinem Flachrelief, gedacht als ein Glockengussmodell (Taxe 5.000 bis 5.400 EUR). Für die Liebhaber dekorativer Bronzen der Salonkunst des 19ten Jahrhunderts listet der Katalog ein Scharmützel zwischen einem berittenen Orientalen und einem französischen Soldaten von Théodore Gechter für 800 bis 1.000 Euro. Eines der bemerkenswertesten Möbelstücke, ein Schreibschrank in Pyramidenform, stammt wohl aus dem Jahr 1847 und wurde von dem skandinavischen, in Helsinki und St. Petersburg tätigen Möbelschreiner Carl Johan August Berglund im Stil des späten Empire geschaffen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Nach Mainfranken ins mittlere 18te Jahrhundert weist eine Tabernakelaufsatzschreibkommode mit reichem Dekor an Rocaillen, die von drei Vasen bekrönt werden sollte (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR).

Kunst des 19ten Jahrhunderts

Die Neueren Meister bieten wieder einen repräsentativen Querschnitt insbesondere durch die klassische Landschafts- und Genremalerei. Letztere wird beispielsweise durch Felix Schlesingers „Zwei Kinder beim Füttern von Hasen im Stall“ für 15.000 bis 20.000 Euro und Otto Piltz’ nur von Männern bevölkerte „Oberbayerische Wirtshausszene“ für 12.000 bis 15.000 Euro vertreten. Ein Frühwerk Franz von Lenbachs wohl aus dem Jahr 1858 zeigt, durchaus mit sozialkritischem Unterton, eine arme „Taglöhnerfamilie am Mittagstisch“ (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Unter den gefälligen Landschaften ragen Edmund Berningers italienisch-sonniger Blick vom Posilippo auf die Bucht von Neapel und den rauchenden Vesuv im Hintergrund für 15.000 bis 18.000 Euro und mit Heinrich Bürkels winterlichem Bergbauernhof mit zahlreicher Figurenstaffage ein typisches Werk der Münchner Malerschule heraus (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Hier schließt sich Johann Adam Kleins mit Aquarell und Deckfarben gemalter vierspänniger Frachtwagen im Gebirge von 1847 an (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR).

Romantisch geht es in dem 1817 datierten „Eibsee mit Zugspitze“ von Johann Jakob Dorner d.J. zu (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), dem sich Richard Freytags melancholische Ruinen über Olevano im Mondschein aus dem Jahr 1860 hinzugesellen könnten (Taxe 15.000 bis 16.000 EUR). Eine der wenigen Historienszenen unter den Offerten widmet sich demonstrativ der Kunst der Frührenaissance: Der große Maler Raffael ist hier zu sehen, wie er inmitten des einfachen, unverbildeten Volkes seine berühmte „Madonna della Sedia“ auf ein Fass zeichnet. Auch im zeichnerischen Stil und in der Farbigkeit ist das Gemälde Nazarenertum pur, wenn auch von Johann Michael Wittmer erst in dessen Spätphase 1859 gemalt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Zu bieten hat Neumeister übrigens auch einen echten Ferdinand Georg Waldmüller, wenn auch nur eine modifizierte Kopie mit einem Reitertrunk nach einem Gemälde Pieter van Laers in der Galleria Spada in Rom. Bei 6.000 bis 8.000 Euro ist das Gemälde, das wie viele Werke der Auktion die Provenienz Georg Schäfer ausweist, allerdings auch entsprechend bescheiden ausgezeichnet.

Ebenfalls ehemals bei dem Schweinfurter Kugellagerfabrikanten aufbewahrt war mit Wilhelm Leibls Bildnis des Kameraden Dahlmeyer aus dem Jahr 1864 eines der wenigen herausragenden Portraits der Auktion (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Carl Spitzwegs feine Bleistiftzeichnung eines Orientalen ist dann schon wieder eine Typenstudie zu einem seiner Gemälde (Taxe 500 bis 700 EUR). Mit seinem Gemälde „Nach des Tages Arbeit“ war Hubert von Herkomer 1872 auf der Ausstellung der Royal Academy so erfolgreich, das er sich von Erlös ein Haus kaufen konnte. Danach schuf er die nun offerierte Tuschfederzeichnung, die als Reproduktionsvorlage für den Katalog der Ausstellung diente (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Ein kleinformatiges Frühwerk des neben Alfons Walde wohl beliebtesten und heute teuersten österreichischen Bergweltmalers Oskar Mulley aus der Zeit um 1920 mit einer Bachlandschaft samt Steinbrücke offeriert Neumeister ebenfalls für 1.000 bis 1.200 Euro.

Nur gelegentlich blitzt bei jüngeren Künstlern auch Modernes auf, so bei Ludwig von Herterichs „Bacchant“ von 1902 eine lukullische Derbheit, die an Lovis Corinth gemahnt (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR), oder bei den „Bauernmädchen mit weidenden Ziegen“ des 1886 nicht dreißigjährig verstorbenen Max Hammerl ein französisch-impressionistischer Zug (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Diese Richtung vertreten in der Folge zudem Eugen Brachts flott gemaltes „Keitum-Kliff auf Sylt“ (Taxe 2.500 bis 2.800 EUR), Karl Buchholz’ „Landschaft mit Kartoffelernte“ von 1885 mit Anklängen an den Realismus (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), Edward Harrison Comptons späte „Kirschblüte bei Gastein“ von 1941 (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR), Franz Skarbinas schwermütiger „Friedhof in Schenna“ (Taxe 1.300 bis 1.500 EUR), Albert Staguras wieder heiterer „Vorfrühling in den bayerischen Vorbergen“ mit Schafherde von 1929 (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR) oder Heinrich von Zügel schon weit im Licht- und Schattenspiel farblich aufgelöstes Ölgemälde „Hüter mit zwei Rindern am Wasser“ von 1902 (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Gemälde Alter Meister und Rahmen

Früher Frans Francken II., nun aber etwas vorsichtiger einem seiner Epigonen zugeschrieben wird eine Holztafel mit einem wilden Gemetzel, das die Kentauren unter einer Festgesellschaft der Lapithen anrichten. Die buntfarbige Schlachtenszene ist neben der Wildschweinjagd Hondius’ das Hauptstück der Alten Meister und soll 15.000 bis 18.000 Euro kosten. Auch sonst dominieren Niederländer, unter anderem mit dem Bildnis eines behäbigen 66jährigen Herrn aus der Hand Jan van Bijlerts von 1662 (Taxe 4.000 bis 4.400 EUR) und Daniel Vertangens etwas schwammige, badenden Nymphen in einer Felslandschaft aus etwa der gleichen Zeit für 2.800 bis 3.000 Euro.

Die passenden Rahmen liefert Neumeister übrigens in einem Anhang an die Gemälde, der unter anderem schöne und seltene Stücke aus der in rund zehn Jahren aufgebauten Sammlung der Münchner Kunstmarktjournalistin Sabine Spindler enthält, die 2007 über die Rahmenkunst des Klassizismus und der Romantik eine lesenswerte Publikation veröffentlicht hat. Höhepunkte sind hier ein südwestdeutscher Hohlkehlrahmen mit Palmetten und Floralelementen mit einer Provenienz aus dem hohenlohischen Schloss Eschenau, dem sich ein stilistisch ähnliches Exemplar aus Schloss Karlsruhe anschließt (Taxe je 5.000 bis 6.000 EUR), ein rechteckiger Rahmen mit neogotischer Zinnenkrone nach einem Entwurf Friedrich von Gärtners um 1845/50 (Taxe 3.800 bis 4.200 EUR) oder ein Architekturrahmen aus dem frühen 19ten Jahrhundert, der sich den gotischen, krabbenbestückten Wimperg am Kirchenportal von Madonna dell’Orto in Venedig zum Vorbild nimmt (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 21. September um 9:30 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist vom 12. bis 19. September täglich von 9 bis 17:30 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr möglich.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



11.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 15.000 - 18.000 EURO

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Otto Piltz, Oberbayerische Wirtshausszene

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Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 526

Felix Schlesinger, Zwei Kinder beim Füttern von Hasen im Stall

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

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Tapisserie „La vendange ou le déjeuner“, Manufacture de Beauvais, Mitte 18. Jahrhundert

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Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 378

Johann Jakob Dorner d.J., Der Eibsee mit Zugspitze, 1817

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Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

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 Mitteldeutschland, Heilige Margarete, Mittel- oder Norddeutschland, 14. Jahrhundert

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Taxe: 24.000 - 26.000 EURO

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Johann Adam Klein, Vierspänniger Frachtwagen in Gebirgslandschaft, 1847

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Zuschlag: 9.000,- EURO

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Johann Erhard Heuglin II., Paar Leuchter, Augsburg um 1715/19

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Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 38

Henri Delobel, Tabatière, Paris um 1749/50

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Taxe: 5.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 55




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