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Am 17.12.2019 Auktion 71: Alte und Moderne Kunst – Autographen und Manuskripte – Illustrierte Bücher

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Enten am Wehr / Alexander Koester

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spring swing, 2012 / Heinz Mack

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Grafik, Bücher und Kleinkunst von der Renaissance bis zur Gegenwart bei Venator & Hanstein in Köln

Malen für den Bürgermeister



Albrecht Dürer, Die Jungfrau mit der Birne, 1511

Albrecht Dürer, Die Jungfrau mit der Birne, 1511

Gegenüber den kostbaren Büchern, die das Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein in seiner kommenden Versteigerung unter die Leute bringen möchte, nehmen sich die Grafiken Alter und Neuerer Meister fast bescheiden aus. Mit Schätzpreisen wie den 30.000 Euro für den ersten Druck der Erstausgabe von Charles Baudelaire 1857 unterdrückten Gedichten „Les fleurs du mal“ oder gar 65.000 Euro für die 1483 bei Anton Koberger in Nürnberg verlegte und mit kostbaren Farbillustrationen geschmückte „Biblia germanica“ kann die Druckgrafik nicht dienen. Bei 10.000 Euro für Albrecht Dürers 1511 datierten Kupferstich „Die Jungfrau mit der Birne“ vor den Toren einer Stadt ist allmählich Schluss. Umso mehr Spielraum gibt es für schöne und interessante Entdeckungen. Vom Dürer-Zeitgenossen Lucas van Leyden beispielsweise gibt es eine aus dem Leben gegriffene Szene „Der Zahnarzt“ von 1523 für 1.600 Euro, Hanns Lautensack brilliert mit einer dicht schraffierten gotischen Stadtansicht an einem Fluss von 1553 bei 1.400 Euro. Ein anderes frühes Blatt dieser Zeit, entstanden laut Jahreszahl 1501, ist eine Darstellung der Jungfrau neben einem Springbrunnen. Das Monogramm MZ wird mit dem Münchner Meister Matthäus Zasinger in Verbindung gebracht. 4.000 Euro soll der Kupferstich einspielen.


Alte und Neuere Meister

Unverzichtbarer Bestandteil jeder Grafikauktion sind Arbeiten des niederländischen Zeichengenies Rembrandt. Seine gemäldehafte Radierung „Christus lehrend“, auch als „La petite Tombe“ bezeichnet und um 1652 geschaffen, gehört mit 6.000 Euro am 30. September zu den Spitzenlosen, ebenso der weitaus intimere „Kartenspieler“ von 1641 für 5.000 Euro. Als Meister des italienischen Frühbarock präsentiert sich Jusepe de Ribera mit seinem schonungslos grausamen Martyrium des heiligen Bartholomäus für 1.800 Euro. Agostino Carracci folgt ihm mit dem dramatisch zwischen Himmel und Erde inszenierten Martyrium der heiligen Justina von Padua, einem großformatigen Kupferstich von zwei Platten aus dem Jahr 1582 (Taxe 1.200 EUR). Ein Höhepunkt der nördlichen Renaissancegrafik ist Jan Sadelers d.Ä. komplette Folge der sieben Planeten, gestochen in Kupfer 1585 nach opulenten Vorlagen Marten de Vos’ (Taxe 5.000 EUR). Als ein weiterer Zyklus stechen Jan Saenredams „Vier Jahreszeiten“ von 1601 ebenfalls in einem vollständigen Exemplar für 4.000 Euro hervor.

Auffällig ist, dass diesmal mehrere Blätter um den Vanitas-Gedanken mit dem Sujet des Todes kreisen. Der Knochenmann hat seinen Auftritt in Hans Sebald Behams Kupferstich „Die Dame und der Tod“ von 1541 (Taxe 500 EUR), in den beiden Radierungen „Der Tod ein Kind entführend“ und „Der Tod auf dem Schlachtfeld“ von Stefano della Bella für bis zu 1.000 Euro, auf dem Kupferstich „Vornehmes Paar und Tod“ aus Allaert Claesz’ 1562 erschienener Totentanzfolge (Taxe 600 EUR), Jan Lievens’ Radierung „Die streitenden Spieler und der Tod“ (Taxe 750 EUR) oder den beiden 1612 aufgelegten Blättern „Junges Paar mit dem rasenden Tod“ und „Altes Paar und Tod“ von Werner van den Valckert (Taxe 1.000 EUR). In der jüngeren Kunst setzt sich dieses Thema etwa bei Johann Elias Ridingers Federzeichnung „Der Tod zu Pferde“, das ebenfalls nun noch ein knöchernes Klappergerüst ist, für 500 Euro fort.

Das 18te Jahrhundert beeindruckt einmal mehr durch eine Reihe von Arbeiten Giovanni Battista Piranesis, insbesondere seine römischen Veduten für bis zu 2.700 Euro. Der süddeutsche Barockmaler Melchior Steidl schickt die Federskizze „Die Unterweisung Mariens“, ein Entwurf für ein Altargemälde von 1706, für 1.000 Euro ins Rennen. Gelegentlich wird auch in die Aquarellkunst ausgegriffen wie in der Ansicht des Hafens von Neapel mit dem Vesuv am Horizont aus der Hand eines unbekannten Deutschen aus dem späten 18ten Jahrhundert, der sich dabei an Christoph Heinrich Kniep orientiert (Taxe 4.000 EUR), und vor allem Luigi del Giudices quirlige Marktszene in Foggia aus etwa derselben Zeit für 15.000 Euro. Das gilt auch für das 19te Jahrhundert, aus dem Venator & Hanstein als die bedeutendste Einlieferung ein 45 Blätter umfassendes Künstleralbum der Düsseldorfer Malerschule akquirieren konnte. Führende Maler ihrer Zeit wie die Brüder Oswald Achenbach und Andreas Achenbach, Caspar Scheuren oder Marc Louis Benjamin Vautier d.Ä. haben sich hier mit kleinen künstlerischen Dedikationen an den seinerzeitigen Düsseldorfer Oberbürgermeister Ludwig Hammers verewigt. Von dessen Nachfahren wird das Album nun bei ebenfalls 15.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Moderne und zeitgenössische Kunst

Eine eigene Auktion widmet sich einen Tag später, am 1. Oktober, der modernen und zeitgenössischen Kunst. Auch hier steht Grafisches im Mittelpunkt, aber nicht nur. Auch eine Reihe bemerkenswerter Ölgemälde wie Eberhard Viegeners späte abstrakte Komposition „Der Schauspieler“ von 1965 (Taxe 3.200 EUR), Friedrich Vordemberges ganz in suggestives Blau getauchter „Fischerjunge am Boot“ von 1974 (Taxe 3.000 EUR) oder Almir da Silva Mavigniers hochformatige, rasterartige Leinwand „Concave and convex“ von 1967 für 6.000 Euro gelangen zum Aufruf. Ferner plastische Arbeiten wie Thomas Virnichs postmoderne Mischtechnik „Mäusespeck“ für 2.000 Euro oder drei bronzene Grazien Paul Wunderlichs von 1982 für 3.600 Euro. Letztgenannter Künstler ist zudem mit einigen Papierarbeiten vertreten sowie dem surrealen Ölbild „Ohne Titel (weiblicher Akt)“ von 1963 für 7.000 Euro.

Unter den Drucken spielen die deutschen Expressionisten keine ganz unbedeutende Rolle. Karl Schmidt-Rottluffs 1917 entstandener Holzschnitt „Die heiligen drei Könige“ (Taxe 9.000 EUR) und Lyonel Feiningers „Rathaus von Zottelstedt 2“ von 1918/20 gehören zu den Hauptlosen (Taxe 4.000 EUR). Von Erich Heckel gibt es außer einer Reihe günstiger Druckgrafiken überdies das Kreideaquarell „Bäume im Herbst (Landschaft am Untersee, Bodensee)“, das 1948 von einem künstlerischen Neuaufbruch und zugleich einer Anknüpfung an Altbewährtes kündet (Taxe 10.000 EUR). Als weniger bekannte Meister dieser Künstlergeneration machen die 1944 im Konzentrationslager Auschwitz ermordete Friedl Dicker mit der Kohlezeichnung einer pessimistischen „Frau im Sessel“ um 1920 (Taxe 2.000 EUR), Georg Greskos karikaturhafte Straßenszene von 1946 (Taxe 300 EUR) und der 1988 im Alter von 102 Jahren verstorbene Ulrich Leman mit einem aquarellierten „Mädchen am Fenster“ von 1945 bei 4.000 Euro auf sich aufmerksam.

Der häufigste Name der Auktion ist derjenige Joseph Beuys’. Weit mehr als fünfzig Losnummern stammen von ihm, nicht nur Gängiges wie seine Flasche „Rhein water polluted“ von 1981 (Taxe 3.000 EUR) oder der in einer Auflage von 440 Stück verbreitete Messzylinder aus Glas „Rose für direkte Demokratie“ von 1973 (Taxe 1.200 EUR), sondern auch Unikate oder größere Konvolute: 14.000 und 10.000 Euro sollen dementsprechend sein neunteiliger Lithografiezyklus „Spur II“ von 1977 und sein drei Jahre zuvor von der Edition Staeck in Heidelberg verantwortetes „Testament“ kosten. Teuerster Künstler verspricht Roy Lichtenstein zu werden. Sein bekannter Siebdruck „Reverie“ aus der Serie „11 Pop Artists“ von 1965 steht trotz der hohen Auflage von zweihundert Blättern immer noch bei 30.000 Euro. Bei 20.000 Euro folgt das Werk eines ganz anderen Künstlers: Edvard Munchs freilich nicht zu den berühmtesten Grafiken des norwegischen Meisters zählende Lithografie „Asche II (Nach dem Sündenfall)“ von 1899.

Aus der jüngeren Generation gehen etwa Sigmar Polke mit drei hintergründigen Zeichnungen aus der Sammlung Carl Vogel für bis zu 7.500 Euro, Reiner Ruthenbeck mit dem minimalistischen Multiple „Diffuses Zentrum“ von 1988 (Taxe 1.200 EUR), der Fluxus-Pionier Tomas Schmit mit den beiden humorvollen Zeichnungen „Der grüne Durchschlupf vom Medium zur Message“ und „Der grüne Durchschlupf von der Wirkung zur Ursache“ von 1974 (Taxe je 600 EUR), Les Levine mit den beiden Aquarellen „Force Sight“ und „See your mind“ (Taxe 500 EUR) und Wolfgang Metzler mit einer naturbelassenen Eichenholzstele an den Start, die 1984 von Ferne an eine menschliche Gestalt erinnert. Inzwischen hat sich der 1943 geborene Bildhauer zu einem Vertreter der Figuration gewandelt und im Jahr 2000 einen überlängten nackten „Stehenden“ mit unsicherem Blick in die Zukunft gestaltet (Taxen je 600 EUR).

Die Auktion beginnt am 29. September um 9 Uhr, am 1. Oktober um 10 Uhr. Die Besichtigung ist noch bis 29. September täglich von 10 bis 17:30 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.venator-hanstein.de abrufbar.

Kontakt:

Venator & Hanstein KG

Cäcillienstraße 48

DE-50667 Köln

Telefax:+49 (0221) 257 55 26

Telefon:+49 (0221) 257 54 19



27.09.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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