Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Alte Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister in München

Bärtige und Mohren bezaubern



Johann Michael Wittmer, Raffael, die Madonna della Sedia auf ein Fass zeichnend, 1859

Johann Michael Wittmer, Raffael, die Madonna della Sedia auf ein Fass zeichnend, 1859

Die größten Erfolge konnte das Münchner Auktionshaus Neumeister in seiner vergangenen Versteigerung alter Kunst wieder bei den Malern des 19ten Jahrhunderts verbuchen. Dabei reüssierten allerdings nicht primär die Gemälde, die Neumeister selbst ausgezeichnet hatte: Heinrich Bürkels winterlicher Bauernhof mit Fuhrwagen und einer Menschengruppe beispielsweise, Richard Freytags spätromantische Nachtstimmung „Olevano im Mondschein“ von 1860, eine sonnendurchflutete Neapel-Impression Edmund Berningers oder Felix Schlesingers niedliche zwei Kinder beim Füttern von Hasen im Stall, allesamt zwischen 15.000 und 20.000 Euro angeboten, blieben ohne Abnehmer. Zum Hauptlos avancierte dagegen das meisterliche, wenn auch mit der Entstehung 1859 schon recht späte Nazarenerbild „Raffael, die Madonna della Sedia auf ein Fass zeichnend“ des Oberbayern Johann Michael Wittmer. Selbstverständlich hatte sich der Künstler in jungen Jahren selbst vor Ort während eines Romaufenthalts, welchen ihm ein Stipendium des bayerischen Königs ermöglichte, von der italienischen Frührenaissance inspirieren lassen. In Süddeutschland scheint das Gemälde richtig angeboten gewesen zu sein, denn in einer dortigen Privatsammlung bleibt es nun auch, mit 44.000 Euro weit über der Schätzung von 8.000 bis 10.000 Euro.


Kunst des 19ten Jahrhunderts

Weit auseinander lagen am 21. September oft die Schätzungen des Hauses und die Bereitschaft der Kunden zum Bieten. Ein weiterer Überraschungsgast war beispielsweise Ferdinand Georg Waldmüllers Ölbild „Der Reitertrunk“, entstanden in des Künstlers Jugendjahren nach einem Original Pieter van Laers in der Galleria Spada in Rom. Von 6.000 bis 8.000 Euro schoss das mit Georg Schäfer-Provenienz ausgestattete Gemälde auf 24.000 Euro. Blieben die hochgehandelten Landschaften, wie Bürkel, Berninger und Freytag schon zeigten, diesmal meist liegen, so gab es im unteren Preisbereich doch einige beachtliche Wertsteigerungen. Von einer ganzen Reihe an Ölgemälden Otto Pippels wurde beispielsweise nur eine teils in winzigen Farbpunkten aufgelöste Venedig-Vedute mit 8.500 Euro wirklich gut honoriert (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Karl Raupps gewittrige Chiemsee-Stimmung mit Mutter und Kind in einem Kahn aus dem Jahr 1896 vervierfachte ihren Wert auf 4.000 Euro. Den selben Ort wählte sich Ludwig Sckell für seinen Blick vom Ufer des Sees auf das Kloster Herrenchiemsee. Auch hier standen schließlich 8.500 Euro auf der Rechnung (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Leicht von 4.000 Euro auf 5.000 Euro verbesserte sich eine naturalistische Feld-, Wald- und Wiesenlandschaft bei Heidelberg von Bernhard Fries. Sogar Hermann Stockmanns Dachauer Natur „Am Moosrand“ mit schmalem Landschafts- und riesigem Wolkenhimmelstreifen, trotz seiner Entstehung im Jahr 1928 noch spätromantisch angehaucht, wurde locker auf 4.500 Euro gehoben (Taxe 2.000 bis 2.300 EUR). Albert Stagura präsentierte ein Jahr später einen weitaus impressionistischer aufgefassten „Vorfrühling in den bayrischen Vorbergen“ und war mit 2.500 Euro ebenfalls erfolgreich (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Ihm folgten Eugen Bracht mit dem ausschnitthaft und flott gemalten „Keitum-Kliff auf Sylt“ bei 3.300 Euro (Taxe 2.500 bis 2.800 EUR) oder Gustav Schönleber mit seiner Studie eines trüben Tages am Pier in Cuxhaven bei 1.200 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Auch beim Genre waren diesmal nicht die geläufigen Namen an der Reihe. Sepp Hilz zum Beispiel, mit seinem „Mädchen aus Aibling“ im Defregger-Stil aus dem Jahr 1938 reichlich retrospektiv, dennoch sehr erfolgreich mit 9.500 Euro statt nur 1.000 bis 1.200 Euro. Johann Sperls „Unbewachter Augenblick“, den ein junges Bauernmädchen dazu nutzt, mit ihrem Liebsten zu flirten, brachte es auf 8.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Gefragt waren nicht zuletzt Tierdarstellungen. Heinrich von Zügels rasch gemaltes Ölbild „Hüter mit zwei Rindern am Wasser“ mit Licht- und Schattenspielen für 6.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR), Anton Weiß’ feinmalerisches Stillleben mit erlegten Vögeln und Muscheln von 1842 für 5.500 Euro (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR) und Friedrich Voltz’ Bauernmädchen mit zwei Kühen und Kalb am Waldteich von 1862 für 8.500 Euro belegten dies eindrucksvoll (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Gemälde Alter Meister

Eine kleine Steigerung legte auch bei den Alten Meistern eine Tierdarstellung hin: Das Gemälde eines Jagdfalken mit Beute aus der Hand eines unbekannten Flamen des 17ten Jahrhunderts, das Neumeister auf den Titel des Katalogs platziert hatte, brachte es auf 5.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Ansonsten fehlte bei den Alten Meistern diesmal der große Knüller. Die Werke überwiegend unbekannter Meister, darunter eine Bologneser Madonna mit Johannesknaben der Barockzeit, die Sauhatz eines Deutschen des 18ten Jahrhunderts oder die Holztafel eines Oberitalieners der Frührenaissance mit einer weiteren Madonna bewegten sich alle um die 6.500 bis 8.500 Euro, allerdings häufig über den bescheidenen Schätzungen. Zwei chinoise Szenen aus der Nachfolge des französischen Rokokovertreters Jean-Baptiste Pillement fanden bei 7.000 Euro einen Abnehmer (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und ein sächsisches Prinzenportrait aus dem Umkreis Anton Graffs bei 7.500 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Abraham Daniëlsz Hondius’ dramatisch inszenierter Wildschweinjagd in raffiniertem Spiel aus Licht und Schatten war indes kein Erfolg vergönnt (Taxe 25.000 bis 28.000 EUR).

Arbeiten auf Papier

Für gute Einzelergebnisse trotz einer eher durchschnittlichen Zuschlagsquote nach Losen von 52,5 Prozent sorgte auch die kleine Grafikabteilung. Schon das erste Los, ein dem Venezianer Giorgio Anselmi zugeschriebenes Martyrium des heiligen Laurentius, konnte seine untere Schätzung auf 3.000 Euro verfünffachen. Bei den jüngeren Werken setzte sich Johann Adam Kleins Deckfarbenaquarell eines vierspännigen Fuhrwerks in einer Gebirgslandschaft von 1847 bei 9.000 Euro an die Spitze (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR). Wohl nicht zuletzt dem ähnlichen Sujet sind die Steigerungen von jeweils 500 Euro auf 3.300 Euro respektive 1.300 Euro für Zeichnungen des Münchners Carl Spitzweg und des Italieners Leonardo de Mango zuzuweisen: Beide beschäftigten sich mit dem besonderen Aussehen bärtiger älterer Herren aus orientalischen Gefilden. Wie Raupp und Sckell hielt sich im September 1929 auch Albert Stagura am Chiemsee auf. Ein Pastell als Zeugnis dieses Aufenthalts kostete jetzt 3.500 Euro (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR).

Kunsthandwerk

Im Kunsthandwerk hatte Neumeister, wie bereits häufiger, vor allem mit Keramik und Silber Erfolg. Ein Crailsheimer Walzenkrug der sogenannten „Gelben Familie“ mit einer Datierung 1796 wurde als Eröffnungslos von 600 bis 800 Euro auf 3.600 Euro gehoben. Zwei Harlekine, die sich seit ihrer Herstellung in der Straßburger Manufaktur Peter Anton Hannongs in der zweiten Hälfte des 18ten Jahrhunderts als Wandvasen betätigen, schossen von jeweils 400 bis 450 Euro auf 3.300 Euro und 2.800 Euro. Bei 9.500 Euro landete eine teilvergoldete Barockschale in sechseckiger Form des Augsburger Meisters David Bessmann um 1651/54 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Sogar erst bei 15.000 Euro schlug der Hammer für zwei klassizistische Weinkühler um 1819 mit Schwanenhenkeln und Weinlaub aufs Pult. Sie sind ein Werk des Pariser Meisters Gabriel-Jacques-André Bompart (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Zweites Rokoko aus der St. Petersburger Werkstatt Pawel Fedorowitsch Sasikow ist ein innen vergoldeter Deckelhumpen aus dem Jahr 1851, der für 4.600 Euro weiterzog (Taxe 500 bis 700 EUR).

Einige der bemerkenswertesten Offerten hatte Neumeister aus dem mittelalterlichen Kunstgewerbe im Programm. Auch sie wurden, bei verhältnismäßig zaghaften Schätzungen, gut bedacht wie ein Limosiner Buchdeckel mit einer thronenden Muttergottes im Kern aus dem 13ten oder 14ten Jahrhundert für 14.000 Euro (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR) und ein aus Teilen der gleichen Zeit zusammengesetzter Reliquienschrein, der es sogar auf 24.000 Euro schaffte (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). In der Asiatikaabteilung durfte man sich über 16.000 Euro für eine sinotibetische „Weiße Tara“, die Göttin der Reinheit, aus dem 19ten Jahrhundert freuen, die nach Osteuropa ging (Taxe 4.400 bis 4.800 EUR). Bei den Skulpturen und Einrichtungsgegenständen machten drei Mohren auf sich aufmerksam: als Einzelstück die Herme eines fränkischen Bildhauers des mittleren 18ten Jahrhunderts für 6.500 Euro (Taxe 700 bis 900 EUR) und als Paar zwei neuere Guéridons im alten Stil für 5.000 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Ein im 19ten Jahrhundert unter Verwendung älterer Bestände kombinierter Kabinettschrank mit Turmuhr erzielte schließlich seine untere Taxe von 20.000 Euro.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



06.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 32

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (29)

Veranstaltung vom:


21.09.2011, Alte Kunst

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Madonna am Fass

Kunstwerk:

Jagdfalke mit Beute, Flandern, 17. Jahrhundert
Jagdfalke mit Beute, Flandern, 17. Jahrhundert

Kunstwerk:

Leonardo de
 Mango, Osmane, 1925
Leonardo de Mango, Osmane, 1925

Kunstwerk:

Giorgio Anselmi, Das Martyrium des heiligen Laurentius
Giorgio Anselmi, Das Martyrium des heiligen Laurentius

Kunstwerk:

Weiße Tara, Sino-Tibetisch, 19. Jahrhundert
Weiße Tara, Sino-Tibetisch, 19. Jahrhundert

Kunstwerk:

Mohrenherme, Franken, Mitte 18. Jahrhundert
Mohrenherme, Franken, Mitte 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

In der Art von Jean-Baptiste Pillement, Chinoise Szenen
In der Art von Jean-Baptiste Pillement, Chinoise Szenen







Bernhard Fries, Landschaft bei Heidelberg

Bernhard Fries, Landschaft bei Heidelberg

Taxe: 4.000 - 4.500 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 485

Reliquienschrein, Limoges

Reliquienschrein, Limoges

Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 246

Kabinettschrank mit Uhr, Deutschland, wohl 19. Jahrhundert

Kabinettschrank mit Uhr, Deutschland, wohl 19. Jahrhundert

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 20.000,- EURO

Losnummer: 326

In der Art von Jean-Baptiste Pillement, Chinoise Szenen

In der Art von Jean-Baptiste Pillement, Chinoise Szenen

Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 442

Gustav Schönleber, Pier in Cuxhaven, 1885

Gustav Schönleber, Pier in Cuxhaven, 1885

Taxe: 800 - 1.000 EURO

Zuschlag: 1.200,- EURO

Losnummer: 552

Ferdinand Georg Waldmüller, Der Reitertrunk

Ferdinand Georg Waldmüller, Der Reitertrunk

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 583

Carl Spitzweg, Orientale

Carl Spitzweg, Orientale

Taxe: 500 - 700 EURO

Zuschlag: 3.300,- EURO

Losnummer: 411

Hermann Stockmann, Am Moosrand, 1928

Hermann Stockmann, Am Moosrand, 1928

Taxe: 2.000 - 2.300 EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 569

Giorgio Anselmi, Das Martyrium des heiligen Laurentius

Giorgio Anselmi, Das Martyrium des heiligen Laurentius

Taxe: 600 - 700 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 381

Karl Raupp, Junge Mutter mit Kind im Kahn vor dem Ufer der Fraueninsel, 1896

Karl Raupp, Junge Mutter mit Kind im Kahn vor dem Ufer der Fraueninsel, 1896

Taxe: 1.000 - 1.200 EURO

Zuschlag: 4.000,- EURO

Losnummer: 537

Weiße Tara, Sino-Tibetisch, 19. Jahrhundert

Weiße Tara, Sino-Tibetisch, 19. Jahrhundert

Taxe: 4.400 - 4.800 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 270

Anton Weiß, Stillleben mit erlegten Vögeln und Muscheln, 1842

Anton Weiß, Stillleben mit erlegten Vögeln und Muscheln, 1842

Taxe: 4.000 - 4.500 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 587




Copyright © '99-'2019
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce