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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Möbel und Antiquitäten, Skulpturen, Glas, Silber und Porzellan im Wiener Dorotheum

Von Königin zu Kaiserin



Frans van den Hecke, Tapisserie „Sieg des eucharistischen Opfers über das heidnische Christentum“, um 1630

Frans van den Hecke, Tapisserie „Sieg des eucharistischen Opfers über das heidnische Christentum“, um 1630

Fürstliche Provenienzen hat das Wiener Dorotheum auf seiner kommenden Antiquitätenauktion zu bieten. Aus dem Dessauer Schloss der Fürsten von Anhalt beispielsweise stammt eine Brüsseler Tapisserie mit der seltenen Darstellung des „Sieges des eucharistischen Opfers über das Heidentum“. Das Gebäude selbst ging im Zweiten Weltkrieg weitgehend zugrunde, der Teppich aber überlebte in einem Kellergewölbe. Die Werkstatt Frans van den Hecke schuf das Werk um 1630 nach einem Entwurf Peter Paul Rubens’. 50.000 bis 70.000 Euro hat das Dorotheum für die insgesamt gut erhaltene, nur farblich etwas verblasste Seidenwirkerei veranschlagt. Auf die selbe Familie Eduard von Anhalts geht ein Fassadenschrank der späten Renaissance zurück. Ein wohl Nürnberger Schreiner hat das mit 12.000 bis 15.000 Euro angesetzte Möbel in der ersten Hälfte des 17ten Jahrhunderts reich mit Schnitzwerk und Intarsien verziert. Im Besitz der Berliner Baronin Franziska Todesco befand sich einst ein prächtiger barocker Schreibaufsatzschrank des böhmischen oder süddeutschen Raumes mit einer schier überbordenden Fülle an Blumenranken sowie einigen figürlichen Darstellungen. 1922 bis 1938 in Wien aufgestellt, wird das behäbige Stück nun von den Nachfahren der Baronin aus New York für geschätzte 20.000 bis 30.000 Euro eingeliefert.


Möbel

Die Möbel bilden den ersten bedeutenden Schwerpunkt der zweitägigen Auktion am 12. und 13. Oktober. Die Offerte aus dem 18ten Jahrhundert bereichern noch eine breite Régence-Konsole aus dem Umkreis des Pariser Meisters Gilles-Marie Oppenord für 35.000 bis 45.000 Euro und ein venezianischer Schreibaufsatzschrank des mittleren 18ten Jahrhunderts mit einem exaltierten Giebel für 25.000 bis 35.000 Euro. Ebenso beachtlich ist im Dorotheum stets das 19te Jahrhundert. Ein Satz mit zwei Fauteuils und zwei Stühlen des Empire ist mit „Jacob D.R. Meslée“ gestempelt, was für die Zusammenarbeit zwischen Georges Jacob I und seinem Sohn François Honoré Georges Jacob-Desmalter in den Jahren 1803 bis 1813 steht, und lässt sich mit sehr ähnlichen Arbeiten im Schloss Fontainebleau in Verbindung bringen (Taxe 22.000 bis 30.000 EUR). Noch die letzten Ausläufer des Louis XVI vertritt ein kastenförmiger Klappsekretär, dessen unterer Teil einen Tresor beherbergt. Adam Weisweiler als Kunstschreiner und Piat Joseph Sauvage als Schöpfer der Grisaillemalereien auf drei rautenförmigen Marmorplaketten werden vom Dorotheum in Anspruch genommen (Taxe 38.000 bis 45.000 EUR). Als „Wien um 1810“ ist ein von zwei leicht bekleideten Allegorien bekrönter Damensekretär klassifiziert. Genauere Angaben scheinen nicht möglich, doch immerhin der Vergleich mit einem Toilettentisch im Wiener Hofmobiliendepot (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Wieder fürstliche Provenienz ziert ein Hammerklavier von Anton Walter & Sohn in Wien um 1815/19. Franz Ferdinand von Habsburg selbst sowie Karl I., dem letzten Kaiser der Doppelmonarchie, gehörte das im Originalzustand erhaltene Instrument einst (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Eine Spezialität des Wiener Biedermeier waren die sogenannten Globustischchen, in denen oft Nähzeug untergebracht war und die innen mit Miniaturarchitekturen geschmückt sind. Gleich zwei dieser Arbeiten hat das Dorotheum im Angebot, zu Schätzpreisen zwischen 12.000 und 25.000 Euro. Aus dem Historismus gibt es unter anderem ein Paar kleine Anrichten mit chinoisen Lacklandschaften von Henry Dasson für 50.000 bis 60.000 Euro oder für etwas schmalere Geldbeutel ein um 1872 immerhin von dem Architekten Theophil von Hansen entworfenes Tabouret mit zwei Putten als Träger für 3.000 bis 5.000 Euro.

Skulpturen

Bei den Skulpturen sind vor allem die älteren Stücke hoch taxiert. Für eine lebensgroße, gelegentlich wohl ziemlich rigide abgebeizte Holzmadonna, die dem Ulmer Hans Multscher um 1440/60 zugeschrieben wird, sind 40.000 bis 60.000 Euro berechnet, eine Matthäus Kreniß ,dem Meister der Altöttinger Türen, zugewiesene Madonna des beginnenden 16ten Jahrhunderts sollen es 60.000 bis 70.000 Euro sein. Mit 80.000 bis 90.000 Euro am teuersten ist eine Folge von dreizehn Nothelfer-Reliefs, deren gedrungene Proportionen auf eine Verwendung in der Predella eines spätgotischen Altars schließen lassen. In den Umkreis des Württembergers Jörg Kändel gehört wohl die strenge Standfigur einer heiligen Magdalena mit dem Salbgefäß um 1520. Im Faltenwurf kündigt sich schon die beginnende Renaissance an (Taxe 55.000 bis 65.000 EUR). Qualitätvolle Stücke sind auch eine ausladende Anna Selbdritt vielleicht aus der Hand des Meisters von Rabenden um 1520 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und die einen Meter hohe Figur des stehenden Florian in ritterlicher Anmut, gefertigt im fränkischen Raum Ende des 15ten Jahrhunderts (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Die Barockofferte ist weniger reich, enthält aber immerhin die gute Schnitzerei einer Maria lactans des Augsburgers Ignaz Verhelst um 1760 für 28.000 bis 30.000 Euro.

Eine der interessantesten Arbeiten ist die toskanische Frührenaissancebüste der Zeit um 1500, die bereits das Christusbild des 19ten Jahrhunderts mit halblangen Haaren und kranzförmigem Bart präsentiert. Die heutige Fassung ist allerdings neu (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR). Eher in den volkskundlichen Bereich gehören eine neapolitanische Krippe des 18ten Jahrhunderts mit klassizistischem Holzgehäuse und ein von meisterlicher Hand geschnitztes Wickelkind aus Elfenbein um 1830 für jeweils 8.000 bis 10.000 Euro. Für 40.000 bis 60.000 Euro gibt es einen Tafelaufsatz, der mit vergoldeter Bronzearbeit, Pietra-Dura-Platte und Marmorfiguren gleich mehrere Techniken in sich vereint. Er wurde ebenfalls um 1830 im Umkreis des römischen Architekten Giuseppe Valadier geschaffen. Mit 50.000 bis 60.000 Euro ist ein Wedgwood-Portrait Zar Peters des Großen in vergoldetem Prunkrahmen wohl vor allem auf osteuropäische Kundschaft zugeschnitten, ebenso eine St. Petersburger Tazza mit Eidechse um 1840/45 wohl von Felix Chopin für 30.000 bis 38.000 Euro. Den zeitlichen Abschluss bildet eine Suite mit sechs Gipsbüsten österreichischer Künstler und Sammler, die Gustinus Ambrosi in den 1910er und 1920er Jahren als Modelle für Bronzeausführungen schuf. Die Schätzungen liegen jeweils zwischen 800 und 1.800 Euro.

Silber, Glas und Porzellan

Während im Silber vor allem Historistisches zum Aufruf gelangt, wie ein Paar Londoner Kandelaber der noch heute tätigen Firma Barnard um 1876/77 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) oder vier Platten der Pariser Silberschmiede Odiot aus etwa der gleichen Zeit (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), kommt beim Glas wieder das Wiener Biedermeier zum Zug: Gottlob Samuel Mohn und August Heinrich zeichnen für einen Becher mit einer Darstellung der Gothenburg im Prater und der Datierung 1812 verantwortlich (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Zusammen mit einem Ranftbecher Anton Kothgassers samt einer mondbeschienen Waldlandschaft, in der zwei Turteltauben schnäbeln (Taxe 10.000 bis 16.000 EUR), befand er sich einst in der Sammlung Rudolf Leopolds.

Groß wie immer ist die Auswahl an Porzellan, insbesondere aus Wien und Meißen. Frühe Wiener Ware ist etwa Dose mit vergoldetem Deckel um 1725 von Claudius Innocentius du Paquier (Taxe 3.500 bis 6.000 EUR), aus kaiserlicher Zeit der Ära Conrad Sörgel von Sorgenthals dann eine Tasse mit Untertasse, auf deren roten Fond Chinoiserien in Gold glänzen (Taxe 6.000 bis 9.000 EUR). Ein Kavalier mit Mops nach Entwurf Johann Joachim Kändlers um 1745 und eine Jägerin der selben Zeit nach Johann Friedrich Eberlein sind bei Meißen wohl die schönsten Stücke (Taxen je 14.000 bis 18.000 EUR). Teurer aber jedenfalls ist ein Paar Parfumvasen von KPM in Berlin, das niemand Geringeres als Königin Luise 1805 Kaiserin Joséphine Bonaparte als diplomatisches Geschenk zukommen ließ und die Ansichten des königlichen Parks in Malmaison zeigen. 80.000 bis 120.000 Euro werden für diese bislang verschollen geglaubten Kostbarkeiten erwartet.

Die Auktion startet am 12. Oktober um 14 Uhr mit den Möbeln und Silberwaren. Am 13. Oktober stehen dann ab 14 Uhr die Skulpturen und Antiquitäten, Glas und Porzellan auf dem Programm. Die Besichtigung ist jeweils bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Kunstwerke unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



08.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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