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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Auch Christie’s geht in London zur Frieze Art Fair mit Gegenwartskunst an den Start

Andere Schwerpunkte



Das bessere Angebot der Londoner Gegenwartskunstauktionen parallel zur Frieze Art Fair dürfte diesmal Christie’s haben. Mehr als fünfzig Lose bietet das Auktionshaus schon im Hauptprogramm auf, hinzu kommen noch einmal fast fünfzig Nummern nur mit italienischer Kunst. Auffällig sind diesmal besonders die anders gesetzten Schwerpunkte: Werke von Lucian Freud beispielsweise oder Andy Warhol, die bei Sotheby’s einige der führenden Positionen einnehmen, kommen bei Christie’s gar nicht vor. Gerhard Richter wiederum fehlt bei Sotheby’s, bei Christie’s dagegen stellt er sogar das Hauptlos: 6 bis 9 Millionen Pfund werden für Richters fotorealistische „Kerze“ aus dem Jahr 1982 erwartet, ein Motiv, das auf dem deutschsprachigen Kunstmarkt nur in Form zahlreicher autorisierter Reproduktionen gelegentlich in Erscheinung tritt. Eingeliefert wird das Werk mit der Nummer 513-2 aus einer skandinavischen Privatsammlung. Nicht weniger als vier weitere Werke Richters stammen aus seinem abstrakten Schaffen, darunter allerdings nur ein silbergrau schimmerndes Großformat von 1992 für entsprechend anspruchsvollere 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund.


Überhaupt stellen die Deutschen im Gegensatz zur Sotheby’s-Auktion nummerisch und pekuniär bei Christie’s am 14. Oktober einen der wichtigsten Parts. Auch Namen, die man lange nicht in den Abendauktionen las, sind hier wieder zu finden, zum Beispiel Matthias Weischer, dessen großformatige Interieurs „Erfundener Mann“ von 2003 und „Mobile“ von 2007 mit Schätzungen zwischen 100.000 und 180.000 Pfund an alte Glanzzeiten anzuknüpfen versuchen. Die absurde Genialität Martin Kippenbergers ist unverwechselbar in einer roten Stahllaterne, die sich in sieben Einzelteilen schlangenartig mit Stumpf und Stiel über Boden und Wand ausbreitet. Man braucht also neben den 250.000 bis 350.000 Pfund zum Erwerb auch viel Platz, um dieses Werk überhaupt angemessen präsentieren zu können.

Ebenfalls bei 250.000 bis 350.000 Pfund im mittleren Preissegment rangieren jeweils Sigmar Polkes auf Plastikfolie gemalter „Elch“ aus dem Beginn der Reifezeit 1981, sein doppelseitiges Vexierbild „Transparent #7“ mit allerlei menschlichen Gestalten von 1988 und Albert Oehlens abstrakt überarbeitetes, unter den überlagernden Malschichten aber noch erkennbares Stillleben „Geschmeidig“ von 1999. Während Anselm Reyle in seiner violetten hochglänzenden Skulptur „Life Enigma“ von 2005 auf die Abstraktion menschlicher Formen, hier wohl einer Schwangeren, setzt (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), arbeitet Ron Mueck hyperrealistisch und hat 1998 einen nackten Mann erschaffen, der scheu unter seiner Strickweste hervorschaut (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Ältere Briten und Amerikaner spielen kaum eine Rolle auf dieser Auktion. Breiter ist das Angebot aus der mittleren Generation wie Antony Gormleys im Verhältnis zum gigantischen Original noch überschaubare Version des „Angel of the North“ von 1996, der freilich auch auf über fünf Meter seine Flügelarme ausbreitet. Vor drei Jahren hatte ein gleich großes Exemplar aus einer anderen Auflage mit 2 Millionen Pfund den bis heute gültigen Auktionsrekord für Gormley aufgestellt. Mit der Schätzung über 1,5 bis 2 Millionen Pfund orientiert sich Christie’s an diesem Wert. Reich ist auch die Auswahl an jüngeren Briten wie Damien Hirsts in Formaldehyd eingelegter Stierkopf unter dem Titel „Judas Iscariot (The Twelve Disciples)“ von 1994 oder Glenn Browns barockartig im Queroval inszenierter Putto „Earth“ von 2004 für jeweils 500.000 bis 700.000 Pfund. Die 2008 entstandene, mit Schmuckdiamanten besetzte Schmetterlingsraute „Midas and the Infinite“ von Hirst, der neben Richter übrigens die meisten Arbeiten der Veranstaltung stellt, ist mit 600.000 bis 800.000 Pfund bewertet.

Auf amerikanischer Seite steht für die ältere Generation nur Tom Wesselmann mit seinem kleinen querovalen „Still Life #23“ mit Äpfeln und Zigarettenschachtel von 1962 für 400.000 bis 600.000 Pfund. Teurer wird es mit Jean-Michel Basquiats zähnezeigenden „Pedestrian 2“ auf blutrotem Grund von 1984 für 1 bis 1,5 Millionen Pfund, ein Werk, das vor vier Jahren bei Sotheby’s schon einmal für 650.000 Pfund netto über den Tresen ging. Ausnahmsweise scheinbar ohne karikaturistischen Einschlag ist ein nah aufgenommenes Damenportrait John Currins aus dem Jahr 2006, wenn auch der Titel „The Pillow“ weniger auf die tagträumende Dargestellte als auf den Gegenstand verweist, auf den sie ihren Kopf gebettet hat (Taxe 650.000 bis 850.000 GBP). Von Richard Prince steht einmal mehr eine seiner Krankenschwestern aus Schundromanen, diesmal als „Nurse Forrester’s Secret“ betitelt und mit 2,1 bis 3 Millionen Pfund ausgezeichnet, sowie sein Marlboro -Cowboy von 1999 für 1 bis 1,5 Millionen Pfund zur Verfügung. Anders als Currin und Prince ist deren Landsmännin Karen Kilimnik noch nicht in die himmlischen Sphären der Millionenpreise vorgedrungen. Mit ihrem Kinderbildnis „Prince Albrecht at Home at the Castle on School Break“ von 1998 für geschätzte 200.000 bis 300.000 Pfund ist aber zumindest ein neuer Auktionsrekord zu erwarten.

Jeweils 400.000 bis 600.000 Pfund sollen die besten Werke der spanischen Künstler kosten: Miquel Barcelós dick aufgetragene Stierkampfarena „Paseillo negro“ von 1990 und eine betont ärmliche Darstellung von „Matèria de les sabates“ seines gut eine Generation älteren Kollegen Antoni Tàpies aus dem Jahr 1987. Selten genug findet auf die Londoner Abendauktion auch einmal ein Werk der österreichischen Gegenwartskunst den Weg: Maria Lassnigs nackte Fußballspieler in „Competition I“ von 1999 soll 100.000 bis 150.000 Pfund kosten, wird aber den bisherigen, 2007 im Wiener Kinsky aufgestellten Auktionsrekord damit aber wohl nicht übertreffen. Die beiden jüngsten Künstler der Auktion entstammen dem Jahrgang 1975. Das Renommee, das der gebürtige Iraker Ahmed Alsoudani schon erlangt hat und ihm wohl auch für die bunt-verspielte Hommage an seine Heimatstadt „Baghdad I“ von 2008 zum Erfolg verhelfen wird (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), muss sich Joe Bradley allerdings erst noch erwerben. Seine siebenteilige Wandplastik „Double Runner“ von 2006, die an die Konkrete Kunst anzuknüpfen scheint, ist noch recht bescheiden mit 25.000 bis 35.000 Pfund taxiert.

Für die Kunst aus dem asiatischen Raum stehen zwei Werke von Yoshitomo Naras bekanntem Manga-Mädchen, einmal zufrieden und in sich ruhend unter dem Titel „Well“ von 199 (Taxe 300.000 bis 400.000 GBP), das andere Mal ein wenig traurig und wehmütig blickend als bemalte runde Collage „Nowhere Land/Milky Sea“ von 2004 (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP), sowie Zhang Dalis kopfüber hängende nackte Menschen in der Skulptureninstallation „Chinese Offspring“, mit der 2005 die Lebensumstände der chinesischen Leiharbeiter thematisiert (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Eine Kindspuppe, von Maurizio Cattelan 2004 makaber an einem neun Meter hohen Fahnenmast aufgehängt, markiert den Übergang zur italienischen Offerte (Taxe 900.000 bis 1,2 Millionen GBP).

Lucio Fontana ist auf dieser Auktion, die der Post-War & Contemporary Art nachfolgt, der häufigste Gast, unter anderem mit zwei weißen „Concetto spaziale, Attese“ für bis zu 1,5 Millionen Pfund sowie einer weiteren durchlöcherten Leinwand fast ganz in Schwarz, nur mit einem kopfartigen weißen Umriss, von 1962 für 1,6 bis 2 Millionen Pfund. Zum Standard gehören ferner zwei der streifigen Kaolin-„Achrome“ Piero Manzonis aus den späten 1950er Jahren, davon die größere, rund einen Meter breite für 2,2 bis 2,8 Millionen Pfund. Die schönsten Stillleben stellt Giorgio Morandi, unverwechselbar durch die zarte Wiedergabe zerbrechlicher Gefäße, geschaffen zwischen 1941 und 1958, ausgestattet mit Schätzungen zwischen 250.000 und 700.000 Pfund.

Für die Arte Povera stehen Jannis Kounellis’ großes Hinweisschild mit schwarzen Buchstaben von 1960 (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP), Giovanni Anselmos Steinblock „Direzione“ mit eingebautem Kompass von 1967/68 (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP) und Pino Pascalis bunte Raupen aus Bürstenköpfen „Baco da setola“ von 1968 für jeweils 80.000 bis 120.000 Pfund. Ein breitformatiger Bildteppich Alighiero Boettis von 1988, dem schier unerschöpflichen Motivreichtum entsprechend mit „Tutto“ betitelt (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP), sowie Domenico Gnolis gegenstandsbetonte und typisch ausschnitthafte „Busto femminile di dorso“ von 1965 bereichern diese anspruchsvoll besetzte Sparte (Taxe 500.000 bis 800.000 GBP). Als jüngster Italiener tritt Francesco Vezzoli mit zwei überarbeiteten Playboy-Covern unter den Titel „La regina di Rio (Dancin’ Days vs. Amália Traïda)“ von 2004 für 40.000 bis 60.000 Pfund an.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



11.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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