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Geheimnissen auf der Spur: Die Bremer Kunsthalle zeigt eine große Ausstellung zum mitunter rätselhaften Werk des norwegischen Malers und Grafikers Edvard Munch

Krankheit, Tod und zerbrechliche Frauen



Genaues Hinschauen bringt manchmal verborgene Schätze zum Vorschein. So im Jahre 2005 in der Kunsthalle Bremen. Das Osloer Munch Museum hatte die Bremer Kollegen gebeten, das 1899 entstandene Gemälde „Das Kind und der Tod“ einmal genauer zu untersuchen. Man benötige gewisse Angaben für das Werkverzeichnis des Künstlers. Was sich bei der Untersuchung des Bildes durch eine Bremer Restauratorin herausstellte, glich einer kunsthistorischen Sensation. Unter der bereits 1918 für 20.000 Mark erworbenen Leinwand befand sich nämlich noch eine Zweite. Und auf dieser versteckte sich ein zwar undatiertes und unsigniertes, eindeutig aber Edvard Munch zuzuordnendes Gemälde. Das „Mädchen und drei Männerköpfe“, so der sachlich beschreibende Titel, den die Bremer ihrer Neuentdeckung gegeben haben, und „Das Kind und der Tod“ bilden jetzt den Nukleus einer großen Munch-Schau in der Kunsthalle Bremen. Dorothee Hansen, die Kuratorin der Schau „Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand“, versammelt 76 Werke, darunter 36 Gemälde sowie 40 Arbeiten auf Papier. Munchs zentrale Werkgruppe „Lebensfries“ steht im Fokus der Schau, die durchaus keine leichte Kost für genüsslich schwelgende Kunsttouristen bereithält. Vielleicht ist sie gerade deshalb so sehenswert.


Munch war im Leben vom Tod umgeben. Seine Mutter starb, als er fünf war, an Tuberkulose; und wenige Jahre später – Munch war jetzt 14 – wurde auch seine Schwester Sophie von der damals kaum beherrschbaren Infektionserkrankung dahingerafft. Er selbst litt unter manisch-depressiven Schüben, die einerseits seine Lebensgier entfachten, andererseits aber auch seinen Lebenswillen permanent auf die Probe stellten. Dass sein Werk auch heutzutage jüngere Künstler fasziniert, spricht für seine Modernität und Zeitlosigkeit. Maler wie Daniel Richter, Tal R oder André Butzer jedenfalls outen sich gerne als Fans des melancholischen Norwegers.

Munchs „Lebensfries“ ist keine klar definierte, auf eine bestimmte Zahl von Werken festgelegte Bilderfolge. Vielmehr handelt es sich um Arbeiten, auf denen sich der Maler über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren hinweg mit Ereignissen aus der eigenen Biografie auseinandergesetzt hat. „Genau genommen sind die Bilder meist Notizen – Dokumente – Skizzen – Themen. Darin liegt ihre Stärke“, so Munch über sein Langzeitprojekt. Pubertät, Begierde, Masken, Liebe, Tod, Trauer, Angst und immer wieder die Kindheit. Diese acht Kapitel gliedern den Rundgang durch die Bremer Ausstellung. Ein schwarzes Farbband, auf das die Arbeiten gehängt sind, dient als visuelle Klammer.

Im Mittelpunkt steht das fast 100 Jahre lang übersehene, für Munchs symbolistische und innovative Bildsprache so typische, in gedeckten Erdtönen gemalte Bild „Mädchen und drei Männerköpfe“. Ein junges unbekleidetes Mädchen an der Schwelle zur Frau sitzt in der rechten Bildecke. Vor ihr schweben, verbunden von einer schlauchartigen, geheimnisvollen grünen Linie, die Köpfe dreier Männer in verschiedenen Lebensaltern. Wie so oft greift Edvard Munch auch hier die Themen weibliche Pubertät und männliches Begehren wieder auf. Die den männlichen Blicken ausgesetzte Femme fragile, charakterisiert durch eine Mischung aus verhaltener Erotik, Kränklichkeit und Morbidität, geistert prominent durch seinen Bilderkosmos. Ebenso der Tod. Und nicht selten treffen sich die beiden.

Die Bremer Ausstellung gruppiert etliche Darstellungen fiebriger Todesängste, Verstorbener und Trauernder rund um das in der Kunsthalle beheimatete Bild „Das Kind und der Tod“. Das weltberühmte Werk „Der Schrei“, auf dem die Ohnmacht des Menschen vor seinen Urängsten in einer eindrucksvollen Geste eingefroren wird, ist natürlich auch zu sehen – allerdings als Lithografie, nicht als Gemälde. Eine wissenschaftlich hervorragend erarbeitete Ausstellung, die dem Betrachter einiges abverlangt, ihn dafür aber auch mit den selten in dieser Fülle ausgestellten, faszinierenden Werken eines der bis heute einflussreichsten Maler der frühen europäischen Moderne belohnt.

Die Ausstellung „Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand“ ist bis zum 26. Februar 2012 zu sehen. Die Kunsthalle Bremen täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. An Heiligabend und Silvester bleibt sie geschlossen, am 1. und 2. Weihnachtstag ist von 10 bis 18 Uhr, an Neujahr von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 9 bzw. 4 Euro. Der Katalog ist im DuMont Buchverlag erschienen und kostet 29 Euro im Museum, 34,95 Euro im Buchhandel.

Kontakt:

Kunsthalle Bremen

Am Wall 207

DE-28195 Bremen

Telefon:+49 (0421) 32 90 80

Telefax:+49 (0241) 32 90 84 7



19.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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