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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Angebot moderner und zeitgenössischer Kunst bei Andreas Sturies lädt in Düsseldorf wieder zu mannigfachen Entdeckungen ein und hält Werke vieler prominenter und auch weniger bekannter Künstler bereit

Mit dem Bollerwagen geht’s los



Auf zur neuen Runde! Zwischen Lokalkolorit und internationalem Geschehen pendelt auch diesen Herbst das Programm beim Düsseldorfer Auktionator Andreas Sturies. Das Auf und Ab zwischen Taxen von 100 Euro bis 60.000 Euro, zwischen unterschiedlichen Namen, Gattungen und Charakteren der 211 Positionen startet wie immer streng neutral alphabetisch und bleibt unabgehoben bodenständig. Der rheinisch-bergische Maler Rudolf Werner Ackermann, wohl eher regionalen Kunstkennern ein Begriff, schuf um 1950 im Stil der Zeit das erdfarben abgetönte Motiv eines Bollerwagens mit liegender Puppe unter einem blühendem Strauch in Öl auf Holz. Wer das anmutig-heimelige Motiv liebt, muss mit 1.000 Euro kalkulieren.


Zwischen lokalem und internationalem Geschehen oszilliert das Schaffen von Joseph Beuys, von dem vier Lithografien, Objekte und Drucke das Angebot bereichern, darunter das Multiple „Ölkanne F.I.U.“ von 1980 für 5.000 Euro. Zu den preiswertesten Angeboten zählt ein Farbsiebdruck des in Breslau gebürtigen, in Berlin beheimateten Grafikers Alexander Camaro. Dass der Schüler Otto Muellers vom Expressionismus kommt, kann sein mit 150 Euro angesetztes Blatt „Papageieninsel“ von 1968 nicht unbedingt verbergen, ist aber als abstrakte Farbgestaltung ausgeführt. Zudem offenbart es auf der Rückseite eine Widmung an den Münchener Architekten Sep Ruf. Möchte man jedoch eine der sieben Druckgrafiken des für seine ineinander verschränkten Hand- und Gesteinsformationen geachteten Spaniers Eduardo Chillida erwerben, muss man zwischen 1.500 und 3.000 Euro kalkulieren.

Zurück in die spezifische Gemütlichkeit der Kriegs- und Nachkriegsjahre fallen die handwerklich brillanten, aber unter politischem Druck entstandenen Zeichnungen des Düsseldorfer Akademielehrers Otto Coester, von dem eine 21 Radierungen umfassende Sammlung surrealer Hinterhofrealitäten für 2.000 Euro sowie eine weitere aus elf Radierungen für 1.000 Euro offeriert wird. Bleiben wir in Düsseldorf: Der derzeitig amtierende Akademiedirektor Tony Cragg ist mit von der Partie. Eine seiner in der Hamburger Griffelkunst-Vereinigung erschienenen Radierungen mit umsponnenen Gefäßen steht bei 200 Euro zur Auswahl. Auch der bekannte Maler Peter Doig lehrt in Düsseldorf. Von ihm liegt die komplette sechsblättrige Serie farbiger Radierungen „Black Palms“ mit Motiven der Südsee für 2.000 Euro bereit. Zu den berühmten Lehrern an der Düsseldorfer Akademie des letzten Jahrhunderts zählt Bruno Goller. Seine großformatige Atelierzeichnung einer weiblichen Figur gibt sich entindividualisiert, schemenhaft und alterslos (Taxe 3.000 EUR).

Immer schon als eigenwillig offenbarte sich der Maler, Kunstschriftsteller und Theoretiker der Gruppe SYN, Rolf-Gunter Dienst, von dem ein ebenso ausgesprochen eigensinnig-bizarres Bild für 1.000 Euro zum Verkauf steht. „Momentetagebuch 12. 1. 65 – Birdslä“ nennt er das in grellen Farben gehaltene abstrakte Ölbild, dessen formale Ausprägungen aus gemusterten und geschwungenen Linienbändern mit Kreisen vielleicht entfernt an eine Frau erinnern mag. Zu den wenigen Plastiken gesellen sich zwei kleinere in Eisen, Polyester und Aluminium gefertigte, die vom Berliner Bildhauer Bernhard Heiliger stammen. Für 5.000 Euro und 4.000 Euro kann man die zwischen abstrakter Statuarik und Naturformen oszillierenden, aufstrebenden Konstruktionen erstehen.

Wie sehr high and low selbst bei prominenten Künstlern zusammenfallen, zeigt der weitere Verlauf: Eine Tintenstiftzeichnung mit Blattformen von 1992 des bekannten Kölners Jürgen Klauke ist mit 300 Euro, ein aquarellierter Holzschnitt mit bedrängt wirkenden Personendarstellungen des Berliner Professors Carl-Heinz Kliemann von 1947 mit 400 Euro, die elfblättrige, geometrisch-abstrakte, serielle Dispersionsfolge über Bleistift des Beuys-Schülers Imi Knoebel von 1971 mit 6.000 Euro gelistet. Wieder gegenständlich geht es bei zwei farblich kräftigen Aquarellen mit stimmungsvollen menschenleeren Stadtansichten aus den unmittelbaren Nachkriegsjahren des 1971 in Schweinfurt verstorbenen Malers Wilhelm Kohlhoff (Taxen 1.200 und 1.500 EUR).

Zu einer Collage von 16 Quadraten verarbeitete der in Oberbayern lebende Maler Heinz Kreutz im Duktus konkret-konstruktiver Kunst bemalte Papiere, deren Arrangement von vertikalen Streifen gegliedert wird (Taxe 500 EUR). Auch wenn Markus Lüpertz nun nicht mehr wirkungskräftig als Akademiedirektor der Düsseldorfer Kunsthochschule amtiert, gehört er zu den bekanntesten deutschen Vertretern seiner Zunft. Mit „Alice im Wunderland“ betitelt ist ein Aquarell von 1981, dessen figürlich kaum lesbare, aber dennoch als zum Künstler passende, ausgesprochen gebieterische Geste mühelos herauszulesen (Taxe 3.000 EUR).

Mit fünfstelligen Summen stoßen dann Arbeiten von Blinky Palermo in die Spitzengruppe der Bewertungen vor. Zur Ausstellung „Wandzeichnungen“ in der renommierten Münchener Galerie Heiner Friedrich des Jahres 1968 schuf der Düsseldorfer Akademieabsolvent ein Dutzend Lithografien mit Zahlenspielen, die zusammen auf 20.000 Euro geschätzt werden. 1972 erschienen von ihm fünf Farbfolienprägungen in Heinz Gappmayrs Band „Visuelle Gedichte“, die im originalen Schuber für mindestens 10.000 Euro abgegeben werden sollen. Mit Pablo Picasso ist dann auch der Gipfel der Bewertungen erreicht. „Femme au Corsage à Fleurs“, eine Lithografie aus dem Jahr 1958, soll 60.000 Euro einbringen. Nicht mehr als sechs Exemplare dürften vom zweiten, daher seltenen, aber vielleicht gelungensten Druckzustand des Porträts von Jacqueline Roque abgezogen worden sein, an dessen Entwicklung Picasso mit besonderer Aufmerksamkeit gearbeitet hat.

Nach dem spanischen Genie folgen deutsche Größen: Sechs Grafiken des letztjährig verstorbenen Sigmar Polke registrieren zwischen 600 Euro und 4.000 Euro, bevor es bei sechs Offerten Gerhard Richters noch einmal hoch geht, wenn auch nicht in mehrstelligen Millionenzonen. Hervorzuheben ist das 1998 in Öl auf Karton gestaltete Bild „Schwarz, Rot, Gold I“. In jeweils abweichenden Mischtönen gestaltete der berühmte Maler insgesamt 128 unikate Exemplare im Vorfeld des großen gleichartigen Kunstwerkes im Foyer des Berliner Reichstagsgebäudes, für das er die Farben der Nationalfahne künstlerisch interpretierte (Taxe 8.000 EUR). Auf internationaler Seite macht sie Fred Sandback mit seinen minimalistischen Raumkonstruktionen aus wenigen Linien bemerkbar. Die drei Umkehrlithografien von 1986 aus der Serie „Twenty-two Constructions from 1967“ listet der Katalog für jeweils 1.000 Euro.

Schon zuvor ragen einige Werke amerikanischer Künstler heraus. Dazu gehören Eugene von Bruenchenheins Gemälde mit drei pflanzenhaften Motiven, das in seinen kräftigen Farben und der Monumentalität der Formen an Max Ernst erinnert (Taxe 6.000 EUR), oder John Newmans seltsam und etwas unheimliche Dingwelt, die er in den 1990er Jahren in zwei Mischtechniken mit tropfendem Wasserhahn und wurmartigem Gebilde niedergelegt hat (Taxen 1.200 und 1.500 EUR). Aus Frankreich gesellen sich Marie Laurencins Radierung ihrer bekannten Frauenfigur als „La Belle Ecossaise“ von 1913 und Maurice Estèves kräftige Farbkomposition „Aladin“, 1958 als farbige Lithografie erschienen (Taxen je 2.000 EUR), aus Österreich Günter Brus’ nervöses Pastell einer „Digitalnonne“ von 1985 für 4.000 Euro hinzu.

Bevor es mit Theodor Werners gestisch bewegter „Komposition 39/59“ von 1959 (Taxe 3.000 EUR), Paul Wunderlichs schemenhaften Gestalten „David und Goliath“ von 1961 aus einer Reihe mit alttestamentlichen Kampfesszenen (Taxe 4.000 EUR) und mit den ebenso surrealen Formen eines „Geologischen Balletts“ von Mac Zimmermann aus dem Jahr 1953 dem Ende zugeht (Taxe 3.000 EUR), steht noch ein sammlungsgeschichtlich bemerkenswertes Aquarell an, das 1918 von dem weniger bekannten Kubofuturisten Fritz Stuckenberg gemalt wurde. Das Blatt mit dem als „Auge Gottes“ bekannten Motiv aus Dreiecken mit innen liegenden Kreisen erwarb der Großindustrielle Heinrich Stinnes in der Berliner Sturm-Galerie Herwarth Waldens am 14. Dezember 1918. Auf dem Weg dahin gibt Andreas Sturies dem Kunstfreund nicht ohne Hintergedanken noch die Aufforderung „Kunst ist überflüssig – Gehen Sie nach Hause“ mit, die 1970 als einer von 26 Matrizendrucken in Ben Vautiers „A little Book of Ben“ erschien (Taxe 200 EUR).

Die Auktion beginnt am 29. Oktober um 14 Uhr im Künstlerverein Malkasten, Jacobistraße 6, 40211 Düsseldorf. Die Besichtigung der Objekte ist noch zum 27. Oktober von 10:30 bis 20 Uhr in den Räumen des Auktionshauses möglich, der Katalog im Internet unter www.sturies.de abrufbar.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



26.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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