Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 14.11.2020 Auktion 1160: Alte Kunst und 19. Jahrhundert

© Kunsthaus Lempertz

Anzeige

Winterlandschaft in Schreiberhau in Schlesien / Hans Purrmann

Winterlandschaft in Schreiberhau in Schlesien / Hans Purrmann
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

Amazone, nach 1906 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Das Ernst Barlach Haus in Hamburg präsentiert Seestücke, Stadt- und Landschaftsbilder der jüdischen Malerin Alma del Banco

Starke Frau in schwierigen Zeiten



Alma del Banco, Blick von der Süllbergterrasse in Blankenese auf die Elbe, 1918

Alma del Banco, Blick von der Süllbergterrasse in Blankenese auf die Elbe, 1918

Frauen, die um 1900 ein Kunststudium anstrebten, hatten es denkbar schwer. Der Zugang zu den staatlichen Akademien war ihnen weitgehend verwehrt. So blieb in der Regel nur die autodidaktische Ausbildung, der Weg ins Ausland oder der Besuch einer privaten Kunstschule. Die Hamburgerin Alma del Banco (1862-1943), eine Tochter aus einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie, entschied sich für letzteres. Allerdings war sie da schon jenseits der 30. Del Banco besuchte die private Damenmalschule Valeska Röver. Die galt als vergleichsweise fortschrittlich und vermittelte mehr als das üblicherweise den Damen vorbehaltene Repertoire der dekorativen Pflanzenmalerei. Unterrichtet wurde sie dort von Lehrern, die sogar noch einige Jahre jünger waren als sie selbst: Arthur Illies und Ernst Eitner. Beide standen zu dieser Zeit dem Impressionismus nahe und vermittelten Alma del Banco ein avantgardistisches Rüstzeug, das ihr Frühwerk ausgezeichnet und ihre spätere Bedeutung innerhalb der Hamburger Künstlerschaft begründet hat.


Die Ausstellung „Alma del Banco – Elbe, Alster, Mittelmeer“ im Hamburger Ernst Barlach Haus begibt sich jetzt auf die Spuren dieser ungewöhnlichen Frau, die stets den Kontakt mit Jüngeren suchte, sich und ihre Kunst mehrmals neu erfand und nicht davor zurückschreckte, ihr tatsächliches Alter um ganze 16 Jahre nach unten zu manipulieren. Im Fokus der von der freien Kuratorin und 1920er Jahre-Spezialistin Friederike Weimar zusammengestellten Schau stehen Stadtansichten, Seestücke und Landschaftsbilder del Bancos. Die von Weimar vorgelegte erste umfangreiche Monografie zu Leben und Werk Alma del Bancos bildet den Anlass dieser Ausstellung.

Die Künstlerin sucht schon bald nach ihrer Malausbildung nach neuen Herausforderungen und Anregungen. Ein zweijähriger Parisaufenthalt verändert ihren Stil. Beeinflusst von Paul Cézanne, Henri Matisse und dem jungen Fernand Léger, bei dem sie nachweislich studiert, wird ihre Malerei „französischer“. Deutlich sichtbare Pinselstriche geben den Bildern jetzt Struktur und lassen sie flächiger erscheinen. Dass sie sich von der pastos-dunklen Palette des deutschen Impressionismus abwendet, eröffnet Alma del Banco neue Spielräume. Bilder wie „Blick von der Süllbergterrasse in Blankenese auf die Elbe“ von 1918 wirken plötzlich leicht und beschwingt, fast mediterran. Das dichte Häusermeer entsteht durch die Modulation harmonisch aufeinander abgestimmter Farben. Die Illusion von Raumtiefe wird durch eine gekrümmte Horizontlinie und einen quer über den Bildhintergrund ragenden Ast erzeugt. Im Zusammenspiel mit dem weißen Wolkenhimmel entsteht so nahezu die Illusion eines schneebedeckten Bergzuges.

Kleinere Schiffe, Fischer- und Segelboote im Zentrum des Bildes deuten bereits ein Sujet an, dem del Banco sich bis zum Ende ihres Lebens widmen wird. Die klare grafische Struktur von Schiffskörpern, Masten, Segeln und Takelagen fordert sie zu immer neuen Bildern heraus, auch wenn del Bancos Malstil sich nochmals ändern soll: Inspiriert von den bis zu 40 Jahre jüngeren Künstlern der von ihr mitgegründeten Künstlervereinigung „Hamburgische Sezession“, die aus Elementen des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und der Bildauffassung Edvard Munchs einen eigenen Stil entwickelt, beginnt sie Anfang der 1930er Jahre, wieder umrisshafter, weicher und in dunklerer Farbpalette zu arbeiten.

Alma del Banco gehörte zu den zentralen Figuren des Hamburger Kulturlebens. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 änderte sich dies schnell. Del Banco darf nicht mehr ausstellen, ihre Bilder werden aus der Kunsthalle entfernt. Durch ihre Familie wirtschaftlich abgesichert, unternimmt sie jetzt Reisen nach Spanien, Sizilien und auf den Balkan. Zahlreiche Bilder in der Hamburger Ausstellung zeugen davon. Im März 1943, die drohende Deportation nach Theresienstadt unmittelbar vor Augen, setzt die 81jährige Künstlerin ihrem Leben mit einer Morphiuminjektion ein Ende.

Die Ausstellung „Alma del Banco – Elbe, Alster, Mittelmeer“ ist bis zum 8. Januar 2012 zu sehen. Das Ernst Barlach Haus hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. An Heiligabend und Silvester bleibt es geschlossen. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, die Familienkarte kostet 7 Euro. Der Katalog ist im Wachholtz Verlag erschienen und kostet 28 Euro.

Kontakt:

Ernst Barlach Haus

Baron-Voght-Straße 50a

DE-22609 Hamburg

Telefon:+49 (040) 82 60 85

Telefax:+49 (040) 82 64 15



29.10.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 11

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (4)Variabilder (4)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


23.10.2011, Alma del Banco - Elbe, Alster, Mittelmeer

Bei:


Ernst Barlach Haus

Bericht:


Ernst Barlach Haus zeigt Kanzlers Kunst

Bericht:


Malen ohne Perspektive

Bericht:


Kunst statt Kochtopf

Bericht:


Die Große Freiheit vor der Katastrophe

Variabilder:

Alma del Banco, Blick von der Süllbergterrasse in Blankenese auf die Elbe, 1918
Alma del Banco, Blick von der Süllbergterrasse in Blankenese auf die Elbe, 1918

Variabilder:

Alma del Banco, Lotsenschiffe Cuxhaven, 1926
Alma del Banco, Lotsenschiffe Cuxhaven, 1926

Variabilder:

Alma del Banco, Boote im Elbehafen, um 1912
Alma del Banco, Boote im Elbehafen, um 1912







Alma del Banco, Lotsenschiffe Cuxhaven, 1926

Alma del Banco, Lotsenschiffe Cuxhaven, 1926

Alma del Banco, Boote im Elbehafen, um 1912

Alma del Banco, Boote im Elbehafen, um 1912

Alma del Banco, Hafen von Tarragona, um 1932

Alma del Banco, Hafen von Tarragona, um 1932




Copyright © '99-'2020
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce