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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ein voll besetzter Auktionssaal ließ bei Andreas Sturies so manche Arbeit der modernen und zeitgenössischen Kunst in die Höhe schnellen

Jacqueline schlägt alle



Es war eine folgenreiche Begegnung. Im Sommer 1953 lernte die bildhübsche, junge und geschiedene Jacqueline Roque in Perpignan den Maler Pablo Picasso kennen. Er war derart von ihr eingenommen, dass er bis Anfang 1955 allein 15 Ölporträts von ihr malte. Nach langem Zusammenleben heirateten sie am 2. März 1961 kurz vor Picassos 80stem Geburtstag. Noch viele Male taucht ihr markantes Antlitz in Gemälden und Drucken des großen Franzosen auf, so auch in der 1958 geschaffenen Lithografie „Femme au Corsage à Fleurs“ mit dem einprägsamen zusammengebundenen schwarzen Haarschopf und dem auffallenden Blumenpulli. Das wie bei allen Jacqueline-Porträts durch besonders aufmerksame Bearbeitung ausgezeichnete Blatt war schon aufgrund der 60.000 Euro hohen Bewertung das Highlight der Auktion „Moderne und zeitgenössische Kunst“ bei Andreas Sturies in Düsseldorf. Obwohl es dann mit 52.000 Euro die Erwartungen klar verfehlte, rangiert das Portrait mit weitem Abstand als teuerste und einzige fünfstellig verkaufte Arbeit an der Spitze der Zuschlagsliste. Alle vier von Picasso angebotenen Drucke gingen über das Auktionspult, darunter auch das neoklassische Porträt einer hockenden Frau mit Spiegel. Die Radierung aus dem Jahr 1925 auf leichtem und etwas getöntem Bütten der Auflage von 1961 erzielte mit 7.500 Euro den vierthöchsten Betrag der Auktion. Anvisiert waren 8.000 Euro.


Deutlich steigern konnte sich allerdings der Wert einer Arbeit des deutschen Malerstars Gerhard Richter. Mit dem Hammerschlag bei 9.500 Euro fuhr seine schwarz-rot-goldene Farbvariation aus dem Jahr 1998 das zweitbeste Ergebnis ein, das deutlich über den im Katalog angegebenen 8.000 Euro liegt. Die auf Karton fixierte Ölmalerei ist Teil einer aus 128 Vatianten bestehenden Serie, mit denen der Künstler die angemessene Farbmischung für sein auf die deutschen Nationalfarben Bezug nehmendes Bild im Foyer des Berliner Reichstagsgebäudes ausloten wollte. Unter den sieben Werken Richters war zudem ein im Februar 2010 in der „Rheinischen Post“ angedrucktes und signiertes „Pixelbild“, das von der Düsseldorfer Fifty-Fifty Galerie zu Wohltätigkeitszwecken nochmals in kleiner Auflage auf Aludibond abgezogen wurde. 6.500 Euro wurden dafür gezahlt (Taxe 8.000 EUR).

Zu deutschen Künstlern, die sich kontinuierlich immer breiterer Reputation erfreuen, gehört der früh verstorbene Blinky Palermo. Während eine Serie aus einem Dutzend Lithografien anlässlich der 1970 in München bei Heiner Friedrich veranstalteten Galerieausstellung „Wandzeichnungen“ unverkauft blieb (Taxe 20.000 EUR), konnten sich seine Blätter in den „Visuellen Gedichten“ Heinz Gappmayrs mit 8.500 Euro auf den drittbesten Rang vorschieben. Die Serie aus fünf Folienprägungen mit geometrischen Farbflächenverteilungen erschien 1972 und war mit 10.000 Euro angesetzt. Sein Lehrer Joseph Beuys hatte mehr Fortune. Sein Multiple der glänzenden „Ölkanne F.I.U.“ von 1980 mit etwas Olivenöl legte auf 5.500 Euro zu (Taxe 5.000 EUR), sein Faksimile einer zeichnerischen Collage unter dem Titel „90.000 DM“ von 1982 auf 3.400 Euro (Taxe 2.000 EUR).

Wirft man einen Blick auf die Bilanz, so summieren sich die Verkäufe auf 143 von 193 Positionen, so dass die losbezogene Zuschlagsquote bei guten 74 Prozent liegt. Von vorgenannten Stücken abgesehen rangieren alle Verkäufe im dreistelligen sowie unteren vierstelligen Bereich. Jirí Kolárs dreizehnblättrige, 1969 entstandene Serie mit dem tiefgründigem Titel „Hinaus und Hinunter. Tiefengedicht“ aus typografisch bedruckten, unterschiedlich ausgeschnittenen Blättern im Duktus minimalistischer Kunst der 1960er Jahre avancierte für 80 Euro zum wahren Schnäppchen, dem niedrigsten Wert in der Zuschlagsliste (Taxe 200 EUR). Dagegen war der Preis von 6.000 Euro für ein titelloses Gemälde des in Europa weniger bekannten Amerikaners Eugene von Bruenchenhein einkalkuliert, dessen stark farbige Komposition aus drei nach vorne auskragenden Rüsseln vor zerfließenden Hintergründen das Katalogcover einladend zierte.

Deutsche Positionen schlugen sich generell gut. Markus Lüpertz’ Gouache und Pastell „Alice im Wunderland“ aus dem Jahr 1981 steigerte sich um 200 Euro auf 3.200 Euro. Der von Sigmar Polke 1989 über Siebdruck gestanzte Lichtdruck „Samson und Delilah“, eines von nur 20 Exemplaren, konnte auf 4.600 Euro um 600 Euro zulegen. Auch Jürgen Klauke blieb gut im Rennen, denn eine simple abstrakte Tuschestiftzeichnung mit abstrakt-organischen Wellenformen aus dem Jahr 1992 kletterte von 300 auf 340 Euro. Von Kuno Gonschior, dem letztjährig verstorbenen, bekannten Farbfeldmaler aus dem Ruhrgebiet, war ein typisches, gedämpft türkisfarbenes „Punktbild“ in Tempera und Aquarell bei 550 Euro umkämpft (Taxe 300 EUR).

Zudem verzeichneten zwei von Walter Dexel gestaltete Holzschnitte Sprünge: Eine 1915 geschaffene, recht einprägsame Interpretation von Hochhauslandschaften war mit 3.600 Euro nahe daran, sich zu verdoppeln (Taxe 2.000 EUR), wahrend eine geometrische Komposition aus dem Jahr 1922 um 400 Euro auf 1.600 Euro emporstieg. Die positive Reihe lässt sich fortsetzten mit Carl Buchheisters informeller „Komposition Holvi“, einem dichten Netz verschiedener Tuschen von 1959, für 1.900 Euro (Taxe 1.000 EUR), Theo Lambertins ironischer Malerei „Mosel Saar Ruwer“ von 1982 aus der Reihe der „doofen Bilder“ für 1.700 Euro (Taxe 1.200 EUR), Jürgen Palmtags nicht minder hintergründigem Farbdruck eines unscheinbaren weiblichen Gesichts mit der Aufschrift „es ist heiß – und langweilig ist mir auch“ von 2007 für 620 Euro (Taxe 400 EUR) und Robert Rotars runder „Rotation No. B 2“ von 1970 in Öl auf Leinwand für 2.000 Euro (Taxe 1.500 EUR). Auch die österreichische Kunst konnte von dem guten Zuspruch profitieren, so Günter Brus’ lustiges Pastell eines Figur als „Digitalnonne“ von 1985 bei 4.200 Euro (Taxe 4.000 EUR).

Manches blieb hinter den Vorstellungen von Einlieferer und Auktionator zurück, so das „Montagetagebuch 12. 1. 65 – Birdslä“ von Rolf-Gunter Dienst. Die farblich interessante, formal recht eigenwillig aus geschwungenen, runden, gemusterten Bändern vor grünem Hintergrund bestehende Ölarbeit kam lediglich auf 700 Euro (Taxe 1.000 EUR). Mit 3.000 Euro war die schemenhafte Zeichnung eines weiblichen Porträts des ebenfalls an der Düsseldorfer Akademie tätigen Bruno Goller hoch bewertet. Doch die unbekannte Gestalt konnte einen Käufer nur bei 2.500 Euro für sich einnehmen. Mit seinen beständig neuen Form- und Farbkonstellationen sind die Bilder des Op-Art-Meisters Victor Vasarely immer wieder faszinierend. Der in zwei Blau- und zwei Rottönen gefasste Siebdruck „Composition à quatre Couleurs“ aus dem Jahr 1964 zog mit 520 Euro weit an der Schätzung von 200 Euro vorbei.

Beim großen Schlussakkord längten die gut gelaunten Bieter im voll besetzten Saal des Düsseldorfer Malkastens noch einmal kräftig zu. Es ging los mit Wolf Vostells Kreidezeichnung einer anthropomorphen Großform mit betonten Extremitäten auf einer Schiefertafel von 1973 bei 660 Euro (Taxe 500 EUR) und zwei frühen, informellen Schraffurzeichnungen Franz Erhard Walthers aus dem Jahr 1959, bei denen es kein Halten gab. Die Bieter stoppten ihre Scharmützel erst bei 2.200 Euro und 4.000 Euro (Taxe je 800 EUR). Der in Pforzheim beheimatete Richard Ziegler porträtierte 1926 in kräftigen Pastellfarben ein Mädchen, umhangen von einem reichlich mit Pelzen ausstaffierten violetten Mantel. Die sehr gewinnende, an Werbegrafiken erinnernde Arbeit legte um 400 Euro auf 1.400 Euro zu. Ganz am Ende der Auktion stand das abstrakte „Geologische Ballett“ aus dem Jahr 1953 von Mac Zimmermann. Der von Salvador Dalí beeinflusste Surrealist schuf hier eine Komposition aus skurrilen, amorphen, Knochen oder Wurzeln ähnelnden Strukturen, die im Nichts schweben. Welche Begeisterungsfähigkeit auch solche Darstellungen auslösen können, verdeutlicht das von 3.000 Euro auf 4.600 Euro verbesserte Ergebnis.

Die Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de

Startseite: www.sturies.de



07.11.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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