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Walde Huth gestorben

Sie gehörte zu den Größen der deutschen Modefotografie der Nachkriegszeit. Mit ihren Aufnahmen in führenden deutschen Zeitschriften zog Walde Huth auch international die Aufmerksamkeit auf sich und schon bald fotografierte sie für die Haute Couture in Paris und Florenz. Nun ist sie tot. Auf tragische Weise kam die zierliche und quirlige Grande Dame der deutschen Fotografie am vergangenen Freitag bei einem Brand ihrer Kellerwohnung in Köln ums Leben. Das teilte das Kölner Auktionshaus Lempertz mit.

Zur Welt kam Walde Huth am 29. Januar 1923 in Stuttgart. Mit 17 Jahren ging sie nach Weimar, um an der Hochschule für angewandte Kunst und Handwerk in Weimar bei Walter Hege Architekturfotografie zu studieren. Bis 1945 arbeitete die junge Frau in der damals weltweit führenden Entwicklungsabteilung für Farbfotografie bei Agfa in Wolfen. In diesem Jahr gründete Huth ihr erstes eigenes Studio, die „Künstlerische Lichtbildwerkstätte“ in Esslingen. Das Angebot umfasste Portrait-, Kunst- und Theaterfotografie. Ab 1953 entstehen die ersten Werbe- und Modeaufnahmen.

Mit der großen Welt der Haute Couture eines Christian Dior, Jacques Fath, Givenchy oder Maggy Rouff stieg auch der Ruhm Walde Huths. Den Schöpfungen der berühmten Modemacher verlieh Walde Huth internationale Aufmerksamkeit und brachte den Lesern auflagenstarker Modemagazine durch ihr Auge die neuesten Kreationen nahe. Dafür fotografierte Huth die Mannequins nicht mehr im Studio, sondern ging mit ihnen ins Freie – zur damaligen Zeit ein Novum – und positionierte sie und die Kreationen in einen spannungsreichen Kontrast zur umgebenden Architektur.

Als die Vogue sie 1955 fest unter Vertrag nehmen wollte, lehnte sie ab. Grund war die Hochzeit mit dem Architekturfotografen Karl Hugo Schmölz in Köln. In der Domstadt gründeten die beiden dann 1958 das gemeinsame Fotostudio „studio schmölz + huth“, das bis zum Tod ihres Mannes im Jahr 1986 bestand. Hier realisierten sie die Werbeauftritte großer deutscher, insbesondere rheinischer Firmen und Marken. Seit den 1970er Jahren beschäftigte sich Walde Huth auch mit freien, abstrakten Themen. In diesem Zusammenhang entstanden verschiedene Fotoserien, unter anderen „Hundert ungeschriebene Briefe“, „100 festgehaltene Schritte“ und „100 unwirkliche Wirklichkeiten“.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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