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Faschingsakademiefest in München, 1954 / Julius Hüther

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Jugendstil-Kaffee-Set und -Tablett von Kayserzinn, um 1900 /

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Heinz Mack, Ohne Titel (N 9471), 2021 / Heinz Mack

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gemälde von Abel Grimmer und Gysbrecht Leytens sind die Höhepunkt der Kunstauktion von Neumeister in München

Hochmut



Abel Grimmer,  Der Turmbau zu Babel

Abel Grimmer, Der Turmbau zu Babel

Mächtig was los ist da im Schatten des riesigen Gebäudes, das sich wie von einem anderen Stern herabgesunken über den Häusern und Kirchen einer mittelalterlichen Stadt in einer Weltlandschaft auftürmt. Die obersten Geschosse dieses architektonischen Monstrums, das sich schneckenartig emporwindet und dabei einen Rundumschlag durch die Baukunst von Romanik und Gotik zu machen scheint, verschwinden bereits im Dunst eines wolkenverhangenen Himmels. Menschen und Tiere gleichermaßen beteiligen sich an der Aufrichtung dieses vielleicht berühmtesten Bauwerks der biblischen Geschichte: des Turmes von Babel.


Auch der Architekt ist zugegen: Auf einer Terrasse im linken Vordergrund präsentiert er seinem königlichen Herrn gerade einen großformatigen Plan der gigantischen Konstruktion. Die Holztafel selbst, auf die der Antwerpener Meister Abel Grimmer das Bild mit feinem Pinsel um die Wende vom 16ten zum 17ten Jahrhundert herum malte, besitzt eher mittlere Größe. Beim Münchner Auktionshaus Neumeister ist sie gleichwohl der Hingucker auf der Versteigerung Alter Kunst am 30. November. 220.000 bis 250.000 Euro sind für das Werk veranschlagt, das vor neun Jahren schon einmal für 170.000 Pfund bei Sotheby’s in London verkauft worden war.

Alte Meister

Noch einen zweiten bedeutenden Niederländer hat das Auktionshaus in seinem Altmeisterprogramm: Gysbrecht Leytens’ „Winterlandschaft mit Heiliger Familie auf der Flucht nach Ägypten“, nach Expertengutachten in den 1630er Jahren entstanden. Leicht wiederzuerkennen sind die Werke Leytens’ anhand der bizarren Formationen, die er stets den großen, prominent ins Bildzentrum hineinragenden Bäumen verleiht. Ein solches regelrechtes Gestrüpp entblätterter Äste prägt auch die vorliegende Tafel, die das neutestamentliche Geschehen in die Trostlosigkeit des winterlich verschlafenen Mitteleuropa verlegt. Mutige 60.000 bis 70.000 Euro werden hier erwartet.

Eine Version desselben Themas, diesmal aber in sommerlich blühender Waldlandschaft, wird Mattheus Molanus zugeschrieben. Der geringeren malerischen Qualität entsprechend stehen hier nur 5.000 bis 6.000 Euro auf dem Etikett. Neben weiteren Niederländern wie Jacob Adriaensz Bellevois’ fahnengeschmückten Segelschiffen vor einer holländischen Küstenstadt (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) und Cornelis Dusarts tanzenden Bauern im Wirtshaus wohl von 1687 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) kommt der Süddeutsche Johann Heiss mit zwei alttestamentlichen Szenen, darunter der Enthauptung des Holofernes durch Judith, bei 7.000 bis 8.000 Euro zum Aufruf.

Neuere Meister

Bei den Neueren Meistern kommt von Carl Spitzweg einmal mehr die interessanteste Offerte. Dabei handelt es sich um ein ziemlich selbstironisches Werk des Münchner Meisters: Statt sich gewissenhaft seinem Sujet – einer Waldlichtung in herrlich strahlendem Grün – zuzuwenden, hat ein junger Maler seine Gerätschaften kurzerhand auf weggelegt und sich selbst zu einem kleinen Schläfchen auf den Waldboden begeben. Ein Vogel sitzt bereits auf dem großen Sonnenschirm, der den Maler behütet, und schaut neugierig zu diesem herab. Mit fast fünfzig Zentimetern Höhe ist die Leinwand für Spitzweg recht groß, die malerische Ausführung sehr fein. 150.000 bis 170.000 Euro dürften daher gerechtfertigt sein.

Als weitere kleine Preziosen des Meisters stehen unter anderem eine „Stadtmauer im Mondschein“ und die schöne Momentaufnahme eines Bauernmädchens in Sonntagstracht aus dem Amper-Gebiet von etwa 1855 für jeweils 8.000 bis 9.000 Euro zur Verfügung. Gut bestückt ist die biedermeierliche Landschaftsmalerei mit Leopold Fertbauers „Wegkapelle im Salzkammergut“ von 1831 (Taxe 4.200 bis 4.500 EUR), mit András Markós 1843 datiertem Frühwerk einer idealen Landschaft mit bäuerlicher Figurenstaffage und antiken Bauten auf einem Fels im Hintergrund (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) sowie der herzlichen Genreszene „Bauern vor Wirtshaus in Marbach“ von Lorenzo Quaglio d.J. aus dem Jahr 1825 für 18.000 bis 20.000 Euro.

Ein bedeutendes Portrait dieser Epoche ist Josef Karl Stielers Bildnis der Therese Alexandra Freifrau von Tettenborn aus dem Jahr 1815: Die schöne junge Frau, im Jahr der Entstehung des Bildes in zweiter Ehe mit dem unter anderem als Befreier Hamburgs von der französischen Herrschaft 1813 gefeierten Friedrich Karl Freiherr von Tettenborn verheiratet, ist in orientalisch anmutende rote Gewänder gekleidet und außerordentlich fein wiedergegeben. Man kann gut verstehen, dass der bayerische König Ludwig II. Stieler später mit den Damenbildnissen seiner berühmten Schönheitengalerie beauftragte. Das Pendant zu diesem für 50.000 bis 55.000 Euro angeboten Gemälde ging 1863 an die Hamburger Kunsthalle. Ein weiteres Biedermeierbildnis zeigt drei eifrig um ihre Kaninchen besorgte Kinder und stammt von dem Schweizer Ulrich Steffen (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Auch aus der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts gibt es gute Landschaften wie Adrien Demonts etwas einsames Fischerboot an felsigem Strand von 1880 (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR), Karl Stuhlmüllers heitere Impression „Vor dem Dorfgasthaus“ (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR) sowie Ferdinand Kellers symbolistisch dräuender Blick auf „Böcklins Grab“ unter schlaglichtartig beleuchteten Pinien von 1903, das er vom protestantischen Friedhof Camposanto degli Allori bei Florenz kurzerhand an einen imaginären Küstenstreifen verlegt hat (Taxe 4.500 bis 5.000 EUR). Mit um die 2.000 Euro recht günstig taxiert ist ein mittelgroßes Ölbild Oswald Achenbachs mit einem „Begräbnis bei Forio auf Ischia“ bei untergehender Sonne. Fotografische Genauigkeit zeichnet Hans Dahls lustige Segeltruppe „Mit gutem Winde“ in einem norwegischen Fjord aus (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Etwas grauslicher geht es bei Carl Theodor von Pilotys Spätwerk „Memento mori“ zu. Auch die drei kleinen Damen sind wenig begeistert von dem Anblick, den ihnen ein Totengräber in ein aufgelassenes Grab präsentiert (Taxe 13.000 bis 15.000 EUR). Für die Gattung Stillleben stehen des Amerikaners William Michael Harnett lebensechte Abkonterfaktur einer erlegten Misteldrossel aus dem Jahr 1883 (Taxe 14.000 bis 15.000 EUR) und Anna Peters’ impressionistische Sommerblumen in einem Flechtkorb für 8.000 bis 9.000 Euro. Ein ungewöhnliches Angebot ist schließlich noch die Leinwand „Golgatha“ des griechischstämmigen Malers Nikolaus Gysis: Das Gemälde wird um 1895 datiert, als sein Schöpfer schon seit langem in München wirkte. Die mit dem Anspruch von Wahrhaftigkeit gezeigte Szene des von der Kreuzigung Christi nach Hause zurückkehrenden Volkes weist aber bereits auf die expressionistische Malerei voraus (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Zeichnungen, Kunsthandwerk und Skulpturen

Aus den Papierarbeiten ragen eine vierteilige Suite von in Tusche gezeichneten Landschaftsstudien Franz Kobells und Ferdinand Kobells für bis zu 800 Euro, die ebenso teuere, Cantius Dillis zugeschriebene Dünenlandschaft mit Landsstraße in alter Manier und das mit der Signatur Johan Barthold Jongkinds versehene Aquarell einer holländischen Kanallandschaft bei Nacht von 1869 für günstige 1.500 bis 1.600 Euro heraus. Alfred Haushofer ist mit mehreren Gouachen aus Oberbayern für bis zu 2.500 Euro zugegen, etwa dem Blick über den Chiemsee auf die Fraueninsel. Bildliche Aussagekraft besitzen auch mehrere Tapisserien unter anderem mit einer Versammlung weiser Herren in einer Bibliothek – Brüsseler Arbeit Anfang des 17ten Jahrhunderts (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR) – und zweier höfischer Damen mit einem spiegelhaltenden Pagen des späten Rokoko aus der Berliner Manufaktur Charles Vignes (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Rein ornamental ist die Dekoration eines klassizistischen Tafelaufsatzes aus dem frühen 19ten Jahrhundert. Die vergoldeten Büsten und Schwäne, die das verspiegelte Oval umzingeln, weisen auf den berühmten Pariser Meister Pierre Philippe Thomire hin (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Hohe Erwartungen verbindet Neumeister ferner mit einigen Skulpturen, darunter einer S-förmigen weiblichen Heiligen aus dem Alpenraum des ausgehenden 14ten Jahrhunderts (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR) und einer barocken Pieta des als Elfenbeinschnitzer berühmt gewordenen Wieners Matthias Steinl für 30.000 bis 32.000 Euro. Dem italienischen Hochbarock gehören die weißen Marmorbüsten eines Bacchus und einer Flora an. Ersterer entstammt der Werkstatt Pietro Barattas d.J. (Taxe 25.000 bis 28.000 EUR), letztere wird der Nachfolge des Wahlvenezianers Giusto Le Court zugewiesen (Taxe 37.000 bis 39.000 EUR). Ein Meisterwerk des Klassizismus ist Joseph Gotts „Schlafender Amor“ ebenfalls aus weißem Marmor für 13.000 bis 15.000 Euro. Beim Silber machen aus Augsburger Produktion eine kleine Schauplatte mit breitem Früchtekranz und einem Architekturcapriccio um 1700 vielleicht von Hans Jakob Schech (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR), eine elegante Kredenz mit Wappen von Johann Conrad Lotter (Taxe 3.000 bis 3.200 EUR) und das klassizistische Leuchterpaar mit Satyrhermen wohl von Jakob Balthasar Heckenauer von 1809/10 auf sich aufmerksam (Taxe 2.000 bis 2.200 EUR). Aus Nürnberg von Hans Christoph Hauch stammt ein Paar Häufebecher mit feinem barockem Blumendekor von etwa 1661/64 für 6.000 bis 6.500 Euro.

Die Auktion beginnt am 30. November um 9:30 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft noch bis zum 28. März täglich von 9 bis 17:30 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



24.11.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Oswald Achenbach,  Begräbnis bei Forio auf Ischia

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Taxe: 2.000 - 2.200 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 339

Matthias Steinl,  Pieta

Matthias Steinl, Pieta

Taxe: 30.000 - 32.000 EURO

Losnummer: 149

Lorenzo Quaglio d.J.,  Bauern vor dem Wirtshaus in Marbach, 1825

Lorenzo Quaglio d.J., Bauern vor dem Wirtshaus in Marbach, 1825

Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 402

Johann Conrad Lotter,  Kredenz, Augsburg um 1759/51

Johann Conrad Lotter, Kredenz, Augsburg um 1759/51

Taxe: 3.000 - 3.200 EURO

Losnummer: 68

Karl Stuhlmüller,  Vor dem Dorfgasthof

Karl Stuhlmüller, Vor dem Dorfgasthof

Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Losnummer: 426

Pierre Philippe Thomire, Pierre Philippe Thomire Umkreis, Tafelaufsatz, Paris 1. Viertel 19. Jahrhundert

Pierre Philippe Thomire, Pierre Philippe Thomire Umkreis, Tafelaufsatz, Paris 1. Viertel 19. Jahrhundert

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Losnummer: 192

Jakob Balthasar Heckenauer, wohl  Paar Leuchter, Augsburg 1809/10

Jakob Balthasar Heckenauer, wohl Paar Leuchter, Augsburg 1809/10

Taxe: 2.000 - 2.200 EURO

Losnummer: 70

Ferdinand Keller,  Böcklins Grab, 1903

Ferdinand Keller, Böcklins Grab, 1903

Taxe: 4.500 - 5.000 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 368

Anna Peters,  Sommerblumen in einem Korb

Anna Peters, Sommerblumen in einem Korb

Taxe: 8.000 - 9.000 EURO

Losnummer: 398

Pietro Baratta, Pietro Baratta d.J. Werkstatt, Bacchus

Pietro Baratta, Pietro Baratta d.J. Werkstatt, Bacchus

Taxe: 25.000 - 28.000 EURO

Losnummer: 141

Carl Spitzweg,  Maler auf der Waldlichtung, unter einem Schirm liegend

Carl Spitzweg, Maler auf der Waldlichtung, unter einem Schirm liegend

Taxe: 150.000 - 170.000 EURO

Zuschlag: 150.000,- EURO

Losnummer: 413

Ulrich Steffen,  Drei Kinder mit Kaninchen, 1846

Ulrich Steffen, Drei Kinder mit Kaninchen, 1846

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Losnummer: 420




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