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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Münchner Auktionshaus von Zezschwitz feiert sein zehnjähriges Bestehen am 1. Dezember mit einem feinen Querschnitt durch Kunst und Kunsthandwerk

Geld für’n Papierkorb



Patriz Huber, Vitrinenschrank, um 1902

Patriz Huber, Vitrinenschrank, um 1902

Mit seiner kommenden Versteigerung begeht das Münchner Auktionshaus von Zezschwitz ein Jubiläum: Zehn Jahre ist es her, dass sich Graham Dry und seine Frau Beate Dry-von Zezschwitz sowie die heutige alleinige Inhaberin Carolin Bergner im Herbst 2001 von dem drei Jahre zuvor gegründeten Auktionshaus Quittenbaum lossagten und auf eigene wirtschaftliche Füße stellten. Seitdem hat man sich vor allem im Kunsthandwerk aus Jugendstil und Art Déco profiliert – immer in enger Konkurrenz zum früheren Brotgeber. Auf dem weiten Feld der modernen und zeitgenössischen Kunst setzt von Zezschwitz vor allem auf Dekoratives und scheut sich – auch hier in gewisser Parallele zu Quittenbaum – nicht, gelegentlich auch verpönte oder zumindest gewagte Positionen zu präsentieren. Allerdings waren diese Versuche auch nicht jedesmal von demselben Erfolg gekrönt.


Kunst

Die Auktion am 1. Dezember bietet entsprechend einen Querschnitt durch Kunst und Kunsthandwerk des 20sten Jahrhunderts. Los geht es mit rund fünfzig Arbeiten der bildenden Kunst und hier wiederum mit Impressionisten wie Hans Christiansens Küsten-„Studie von Capri“ aus dem Jahr 1906 (Taxe 5.000 EUR) oder Fritz Osswalds winterliche Landschaft „Aumeister“ mit einem verschneiten Garten von 1909 für 4.000 Euro. Irgendwo zwischen den Zeiten anzusiedeln – halb Avantgarde, halb Tradition – ist Leopold Durms recht stattliche Leinwand mit zwei Frauenakten in einem düster inszeniertem Interieur. Durm war als Künstler eigentlich ein Spätzünder, brachte es aber auch in vorliegendem, um 1912 entstandenem Werk zu beachtlicher Fertigkeit (Taxe 3.500 EUR).

Natürlich hat man sich auch einige kapitale Stücke für die Auktion aufgehoben. Das wichtigste, mit 70.000 Euro zumindest am höchsten bewertete ist Andy Warhols fünfzehn Zentimeter im Quadrat messende Farbserigrafie „Marilyn Monroe“ von 1967 – deswegen so teuer, weil es sich um eines der wenigen Künstlerexemplare handelt. Mit 28.000 Euro rangiert auch Josef Scharls hieratisch aufragendes Frauenbildnis „Midinette“ recht weit oben. Das 1930 datierte Gemälde war seit seiner Entstehung schon mehrmals zu Gast in öffentlichen Ausstellungen. 36.000 Euro soll Max Peiffer Watenphuls vor wesenlosem Blau gruppiertes Stillleben mit allerlei Gefäßen und einem Blumenstrauß von 1929 kosten. Passend zur Jahreszeit gibt es für 10.000 Euro ein Stillleben mit „Weihnachtsengeln“ von Arnold Balwé aus der Zeit um 1950.

Manches war schon einmal zu haben wie Gustav Gildemeisters manieriert auf einer violetten Wolke „Sitzender weiblicher Akt“ von 1909 im Jahr 2004, damals für 15.000 Euro. Jetzt ist der Preis auf 12.000 Euro etwas reduziert. Aus der jüngeren Szene ragen ein schlieriges Feuerbild auf gelbem Grund Otto Pienes, 1975 in Zusammenarbeit mit dem Drucker Herbert Geyer entstanden (Taxe 12.000 EUR), ein 1996 von Günther Uecker mit Tuschpinsel und schwarzen Klecksen bemalter japanischer „Rokkaku“-Drachen (Taxe 15.000 EUR) und eine unbetitelte, abstrakt aufzufassende, wilde Farbkomposition Markus Lüpertz’ ebenfalls von 1996 für 12.000 Euro hervor. Seine scheinbar roh behauene Bronze „Bundesadler“ hat Lüpertz 2009 frech mit bunten Farbtupfern in Rot, Gelb, Blau und Grün versehen (Taxe 7.000 EUR). An Skulpturen listet der Katalog zudem Renée Sintenis’ unschuldig blickendes „Stehendes Fohlen“ aus Bronze von 1917 für 9.000 Euro, einen schleichenden Leoparden Fritz Behns von circa 1920 für 3.000 Euro und Johannes Schiffners Akt „Kniender Jüngling“ um 1921 mit langen schlanken Gliedmaßen, der in der Tradition George Minnes steht (Taxe 5.800 EUR).

Unter den Grafiken dominiert die Pop Art auch mit Alex Katz’ farbigem cool-distanziertem Linolschnitt „Big Red Smile“ von 1995 für 20.000 Euro und Roy Lichtensteins „Shipboard Girl“ von 1965 in einer mittelgroßen Fassung für 19.000 Euro. Von Tom Wesselmann gibt es gleich drei mit Alkydharzfarbe übergangene Aluminiumschnitte, die wieder das Lieblingsthema des amerikanischen Künstlers – unbekleidete junge Damen in erotischen Haltungen – zeigen. Die Suite ist für jeweils 24.000 Euro zu haben. Die gleiche Vorliebe dokumentiert auch Mel Ramos’ frühe Kohlezeichnung einer gedreht liegenden „Supine Figure“ von 1957 (Taxe 20.000 EUR). Ferner sind Hermann Max Pechsteins seltener Holzschnitt „Dampfer und Kahn“ aus der Hochzeit des Expressionismus von 1911 (Taxe 5.000 EUR) und Eduardo Chillidas vierteilige Holzschnittmappe „Aischylos: Die Perser“ von 1978 für 12.000 Euro zu nennen. Von Jörg Immendorff hängt der zwei Meter breite Linolschnitt „Heuler“ aus dem Jahr 1990 mit einer Widmung zu Ringos Geburtstag für 11.000 Euro bereit.

Kunsthandwerk

Das Kunsthandwerk beginnt zeitlich etwa mit den schönen ornamentalen Gartenmöbeln, die der preußische Architekt Karl Friedrich Schinkel um 1830 für eine nicht bekannte Eisenhütte entwarf. Als Ensemble sind sie circa 17.000 Euro wert, als Einzelstück beginnen sie bei 2.500 Euro. Unverkennbar die maurisch-mittelalterlichen Stilmischung Carlo Bugattis zeigt ein auf 6.500 Euro geschätzter Hocker. Er dürfte dementsprechend in das ausgehende 19te Jahrhundert fallen. Aus dieser Zeit und wenig später hat von Zezschwitz auch eine einige Glasarbeiten ins Programm aufgenommen, darunter eine mit stilisierten Blüten der Tränenden Herzen geschmückte, frühe unikate Vase Emile Gallés von 1889 für 18.000 Euro und eine etwa gleichzeitige Hängeleuchte der Tiffany Studios in New York aus kleinen, beinahe quadratischen, hellgrün und weiß marmorierten Opalglasplättchen für 12.000 Euro.

Die Möbel des deutschen Jugendstil führen ein dezent mit Blumen verzierter Vitrinenschrank Patriz Hubers aus der Zeit um 1902, ein mit Hornintarsien geschmückter Schreibtisch der Münchner Hofmöbelfabrik Moritz Ballin um 1904 und eine zwei Meter hohe Bodenstanduhr von Paul Haustein um 1903/04 preislich zwischen 8.000 und 11.500 Euro an. Letzterer ist zudem mit einem runden Deckelgefäß aus „Ikora“-Metall von WMF vertreten. Das versilberte und amonschwarz gefärbte Messingprodukt von 1928 weist einen umlaufenden geometrischen Dekor auf (Taxe 1.600 EUR). Reich ist zudem die Auswahl an Einrichtungsgegenständen Richard Riemerschmids, der diesmal neben Beistelltischen, Stühlen, Schränken und einem Sofatisch mit Perlmutteinlagen für bis zu 4.500 Euro auch einen Teppich mit zentralem Medaillon aus vielen kleinen Kreisen in verschiedenen Rottönen von 1903 beisteuert (Taxe 10.000 EUR).

Aus Österreich kommen mit einer „Sitzmaschine“ von circa 1905 und einem formal ähnlich streng gegliederten Schreibtisch um 1901 zwei Meisterstücke nach Entwürfen Josef Hoffmanns für jeweils 18.000 Euro. Zu ihm tritt Gustav Siegel mit einem auf zwei Tranchen aufgeteilten Ameublement aus Tisch, Stuhlpaar, zwei Fauteuils und einer Sitzbank von etwa 1905/06, bei dem die ovale Gestaltung der Lehnen auffällt (Taxe je 6.500 EUR). Auf französischer Seite beeindruckt ein reich mit floralen Intarsien geschmückter Serviertisch – unverkennbar Louis Majorelle um 1900 (Taxe 9.500 EUR). Nach einem Entwurf des 1934 verstorbenen Architekten Paul Ludwig Troost entstand 1937 in den Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk in München eine zweieinhalb Meter breite Anrichte in einer für die Zeit charakteristischen Mischung aus Monumentalität und Biederkeit (Taxe 11.000 EUR).

Unter die Möbel hat Zezschwitz die Keramik, die Silberwaren, das Porzellan und sonstigen Hausrat eingestreut. Von Albin Müller stammt eine seiner Tischuhren als Zinnguss in kompakter Form mit Marmorstützen um 1905/06 (Taxe 3.000 EUR), von den Wiener Hofjuwelieren Rozet & Fischmeister ein elegantes Tee- und Kaffeeservice des Art Déco um 1920 (Taxe 5.000 EUR). Der Architekt und Maler Erich Kleinhempel gestaltete 1903 für die Porzellanmanufaktur Meißen die Kerzenleuchterfolge „Die heiligen drei Könige“. Den Mohren in Stelenform mit dem aufgesteckten Leuchterkranz aus Messing gibt es für 6.000 Euro. Um 1900 setzte Alexandre Bigot den Entwurf für eine hellblau glasierte Bodenvase mit zwei alten bärtigen Maskarons und zwei jungen weiblichen Gesichtern des kaum bekannten Malers Louis Félix Bigaux um (Taxe 6.000 EUR). In der Staatlichen Majolika Manufaktur Karlsruhe entstand um 1923 eine weitere Bodenvase, die Ludwig König mit expressiv vereinfachten Formen aus der Tier- und Pflanzenwelt in kräftigem Blau bemalte (Taxe 3.800 EUR).

Design

Die nicht weniger qualitätvolle Designabteilung enthält unter anderem ein Exemplar von Max Bills „Dreirund-Tisch“ von 1949/50, dessen Platte als Sternenhimmel aus goldenen und schwarzen Mosaiksteinen gebildet ist (Taxe 12.000 EUR), sowie ein zweiteiliges Ensemble aus äußerlich identischem Barschrank und Sideboard mit Musikanlage von Osvaldo Borsani um 1950 (Taxen 6.000 und 4.500 EUR). Fürs maurische Schlafzimmer eignet sich Mathieu Matégots Tischlampe „Bagdad“ aus schwarzem gelöchertem Metallblech um 1954 für 6.500 Euro. Das jüngere Design vertreten Peter Dreisers blau getönte Glasvase „A city remembered“ von 1984 mit einer Darstellung der im Zweiten Weltkrieg bombardierten Städte Köln und Coventry (Taxe 8.000 EUR) sowie Borek Sipeks fantastischer neobarocker Sessel „Pro J. P.“ von 1992 für 5.000 Euro. Wer übrigens wirklich unter der seltenen Krankheit des Geldüberflusses leidet, der stecke seine redundanten Papiere einfach in einen hölzernen Papierkorb, den Marcel Kammerer 1906 für die Firma Gebrüder Thonet in Wien als Säulenstumpf entwarf. Um die 5.500 Euro kann er bequem schlucken.

Die Auktion beginnt am 1. Dezember um 18 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 29. November täglich von 11 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr sowie am 30. November von 11 bis 14 Uhr möglich. Der Katalog im Internet listet die Objekte unter www.von-zezschwitz.de

Kontakt:

Von Zezschwitz - Kunst und Design

Friedrichstraße 1a

DE-80801 München

Telefon:+49 (089) 330 366 46

Telefax:+49 (089) 330 366 47

E-Mail: info@von-zezschwitz.de



27.11.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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01.12.2011, Jubiläumsauktion - 10 Jahre Von Zezschwitz

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Der Teure aus dem Norden

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 Félix Bigaux, Bodenvase, um 1900
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Hängeleuchte, Tiffany Studios, New York um 1905
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Josef Hoffmann, Schreibtisch, um 1901

Josef Hoffmann, Schreibtisch, um 1901

Taxe: 18.000,- EURO

Losnummer: 106

Borek Sipek, Sessel „Pro J. P.“, 1992

Borek Sipek, Sessel „Pro J. P.“, 1992

Taxe: 5.000,- EURO

Losnummer: 193

Richard Riemerschmid, Paar Stühle, um 1903

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Taxe: 4.500,- EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 130

Richard Riemerschmid, Beistelltisch, 1902/03

Richard Riemerschmid, Beistelltisch, 1902/03

Taxe: 1.500,- EURO

Zuschlag: 2.200,- EURO

Losnummer: 127

Paul Ludwig Troost, Büffet, 1937

Paul Ludwig Troost, Büffet, 1937

Taxe: 11.000,- EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 154

Kaffee- und Teeservice, Rozet & Fischmeister Hofjuweliere, Wien um 1920

Kaffee- und Teeservice, Rozet & Fischmeister Hofjuweliere, Wien um 1920

Taxe: 5.000,- EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 105

Richard Riemerschmid, Schrank, 1902/03

Richard Riemerschmid, Schrank, 1902/03

Taxe: 3.000,- EURO

Zuschlag: 32.000,- EURO

Losnummer: 129

 Jacob & Josef Kohn, Gustav Siegel, Tisch mit Paar Stühlen, um 1905/06

Jacob & Josef Kohn, Gustav Siegel, Tisch mit Paar Stühlen, um 1905/06

Taxe: 6.500,- EURO

Losnummer: 118

Erich Kleinhempel, Kerzenleuchter, 1903

Erich Kleinhempel, Kerzenleuchter, 1903

Taxe: 6.000,- EURO

Losnummer: 78

Marcel Kammerer, Papierkorb, 1906

Marcel Kammerer, Papierkorb, 1906

Taxe: 5.500,- EURO

Zuschlag: 4.500,- EURO

Losnummer: 116

Gustav Siegel, 2 Fauteuils und Sitzbank, um 1905/06

Gustav Siegel, 2 Fauteuils und Sitzbank, um 1905/06

Taxe: 6.500,- EURO

Losnummer: 117

Ludwig König, Bodenvase, um 1923

Ludwig König, Bodenvase, um 1923

Taxe: 3.800,- EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 148




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