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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Zeitgenössische Kunst lief bei Lempertz in Köln exzellent

Wettstreit der Farbkleckse



Mit zeitgenössischer Kunst scheinen derzeit auch auf dem deutschen Auktionsmarkt hervorragende Geschäfte möglich zu sein. Lempertz in Köln jedenfalls erzielte mit seiner Auktion insgesamt die besten Ergebnisse mit Kunst in diesem Herbst. Schon die Zuschlagsquote von knapp 68 Prozent nach Anzahl der Lose lag höher als bei der klassischen Moderne und bei den Alten Meistern sowieso. Im Hochpreissegment gab es fast keine Absatzschwierigkeiten, von zwei Arbeiten der italienischen Arte Povera von Fabrizio Plessi und Michelangelo Pistoletto für Preise zwischen 110.000 und 180.000 Euro abgesehen blieb hier kein Los unveräußert. Insbesondere die ungegenständliche Kunst reüssierte: Alle drei Hauptlose Emil Schumachers, „Siles“ von 1959, „Merz“ von 1963 und das 1989 entstandene Spätwerk „Kerim“, wurden für 160.000 Euro und 190.000 Euro im Rahmen der Schätzungen vom Schweizer Kunsthandel und einer deutschen Privatsammlung übernommen. Von 90.000 bis 100.000 Euro auf 230.000 Euro mächtig steigern konnte sich ein kleines, aber strukturtiefes „Abstraktes Bild“ Gerhard Richters mit der Werknummer 862-5 von 1999. Es ging zugunsten der Deutschen Krebshilfe an einen deutschen Sammler.


Auch Richters Lichtatmosphäre „Blech“, erschienen als eine von dreißig unikaten Jahresgaben des Bonner Kunstvereins 1988, verbesserte sich deutlich von 30.000 bis 40.000 Euro auf 62.000 Euro, eine mit roten Farbzungen übermalte Landschaftsfotografie aus dem Jahr 1994 von 15.000 bis 20.000 Euro auf 31.000 Euro. An der Spitze der Rangliste stand am 3. Dezember mit Ernst Wilhelm Nays Gemisch bunter Farbflecken, die eifrig um die Aufmerksamkeit des Betrachters wetteifern, unter dem Titel „Jota“ von 1959 bei 300.000 Euro ebenfalls ein Werk der Abstraktion (Taxe 280.000 bis 360.000 EUR). Nicht ganz die anvisierten 130.000 bis 160.000 Euro schaffte Josef Albers’ ebenfalls der traditionelleren Abstraktion zuzurechnende „Homage to the Square“ von 1966 in verschiedenen Rotstufen: Hier endeten die Gebote schon bei 120.000 Euro.

Eine der unverwechselbaren Mischungen aus gemustertem Stoff, Rasterbild und verlaufender Farbe von Sigmar Polke aus dem Jahr 1993 setzte sich über die Schätzung von 120.000 bis 150.000 Euro hinweg erst bei 180.000 Euro in deutschen Kunsthandel ab. 150.000 Euro erzielte Heinz Macks atmosphärisches „Schwarzes Sternbild. Chromatische Konstellation“ von 1995: Die drei sich überlappenden Rauten erinnern in ihrer schwebenden Erscheinung an die seltsamen Gegenstände, die in Stanley Kubricks „2001“ schwerelos im All herumschweben (Taxe 140.000 bis 180.000 EUR). Das die ZERO-Kunst derzeit gesucht ist, machte zudem Macks Aluminium-Flügelplastik „Teil der Energie“ von 1978 deutlich. Sie steigerte sich auf 34.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auch Otto Pienes Feuerbilder setzten sich überwiegend bei jeweils 10.000 Euro über den Schätzungen ab. Die gestische Mischtechnik „Pols de marbre“ in erdigen Farben des Spaniers Antoni Tàpies von 1985 erreichte die untere Grenze von 100.000 bis 150.000 Euro.

Auch im preislichen Mittelfeld gab es eine Reihe erfolgreicher Abstrakter. Drei bewegte informelle Leinwände Peter Brünings aus den Jahren 1959 bis 1961 wurden für bis zu 38.000 Euro im Rahmen oder oberhalb der Schätzung komplett abgesetzt. Rupprecht Geigers langsam von Orange in Rot übergehendes Querformat „827/91“ schaffte 32.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), Imi Knoebels Farbschichtung „Ohne Titel“ mit zentralem Ultramarinblau von 1993 aus der Hand eines amerikanischen Sammlers 38.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR) und Bernard Schultzes kosmisch schillernder „Phönix“ von 1955 64.000 Euro – überraschenderweise ein Auktionsrekord (Taxe 40.000 bis 45.000 EUR). Etwas enttäuschend waren die 75.000 Euro für Gerhard Hoehmes materialreiche „Hommage à Mozart“ von 1959. Mit Blick auf vergleichbare Arbeiten hatte Lempertz für dieses mehr als zwei Meter breite Format, das zu den ersten Zahlen-, Buchstaben- und Chiffrebildern zählt, durchaus realistische 100.000 bis 120.000 Euro angesetzt.

Aufmerksamkeit erregte auch einmal mehr eine zeichnerische Arbeit Joseph Beuys’, wenn auch für seine vier unbetitelten Bleistiftskizzen zu einer künstlerischen Konzeption 1972 die hohen Erwartungen schon in 45.000 Euro fixiert worden waren. Eine süddeutsche Sammlung gewährte immerhin 43.000 Euro. Dem kürzlich gestorbenen Roman Opalka erwies ein französischer Kunde mit unerwarteten 57.000 Euro für sein manisches Zahlenbild „Opalka 1965/1- ∞ Detail-1321805-1324784“ die Ehre (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Leicht von 30.000 bis 35.000 Euro auf 36.000 Euro verbesserte sich A.R. Pencks Strichmännchenbild „Das blaue Huhn“ aus der Wendezeit um 1990. Auf dem deutschen Kunstmarkt weniger bekannte Positionen waren dagegen auch weniger gefragt, wie eine unbetitelte Erinnerung an eine menschliche Gestalt aus Jean-Michel Atlans vorletztem Lebensjahr 1959, die schon bei 55.000 Euro in die Schweiz abwanderte (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Bei den Skulpturen hielten sich die Kunden bei Lempertz merklich zurück. Einzig Günter Haeses aus dünnen Messingdrähten aufgebaute, filigrane „Debütantin“ von 1963 konnte kräftig auf 17.000 Euro zulegen (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Die jüngere Künstlergeneration vertrat Neo Rauch mit einer bemerkenswerten frühen Mischtechnik von 1992, die bereits die surrealen Werke der reiferen Schaffenszeit des Künstlers anzukündigen scheint, bei 35.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Daniel Richters vor einer Mauer kniender Mann in scheckigem Pullover von 2005 schloss mit 23.000 Euro etwas bescheidener ab (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Sinn für farbliche Stimmigkeit bewies 2005 die koreanische Künstlerin SEO in ihrem „Salon II“ mit einer ruhenden Frau, der jetzt mit 28.000 Euro von einem deutschen Händler honoriert wurde (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). 12.500 Euro und 13.000 Euro fuhr Lempertz mit zwei der unterkühlten Gegenstandsabbildungen Thomas Hubers ein, einem mit „dichter“ und „dünner“ beschrifteten, grauen Karton unter dem Titel „Aus dem Bilderlager“ von 1988 und einer bunten „Bilderbüchse“ von 1989 (Taxen je 6.000 EUR). Im Rahmen der Schätzungen platzierten sich etwa Frank Bauers fotorealistische Partymalerei „Emelie und Doug“ von 1998 bei 8.000 Euro, Sylvie Fleurys fransiges Stoffbild „Cuddly Painting“ von 1994 in knalligem Pink bei 6.600 Euro, Katharina Grosses viergeteilte Farbuntersuchung von 1996 bei 7.000 Euro, Stefan Hoenerlohs gespenstische Nachtszene „Invalidenstraße 50-51“ von 1997/98 bei 8.100 Euro oder Gert und Uwe Tobias’ großer Farbholzschnitt „Wohin der Hase läuft“ bei 14.000 Euro.

Bei den Fotografen zog erwartungsgemäß das schwule Künstlerpaar Pierre et Gilles einige Blicke auf sich, sei es wegen der erotischen Inszenierung des Sängers Rupert Everett in „Sur la plage abandonné“ von 1994 oder wegen der Drastik der Selbstportraits „Le diable Pierre, la mort Gilles“ von 1997. Mit 20.000 Euro und 30.000 Euro wurden diese Arbeiten allerdings deutlich unterhalb der Schätzung versteigert. Auch die drei Aufnahmen aus dem leeren Museum für Völkerkunde in Dresden von Candida Höfer aus dem Jahr 1999 ereichten mit 9.500 Euro und 9.000 Euro die Erwartungen nicht ganz (Taxen je 10.000 bis 12.000 EUR). Taxgerecht bei 4.000 Euro kam dann Tracey Moffatts bitterböse Bilderserie „Scarred for Live II“ von 1999 ans Ziel. Mit 11.000 Euro schnitt die vierteilige, von Charles Baudelaire inspirierte Fotoarbeit „A fleur du Mal“ Marie-Jo Lafontaines aus dem Jahr 1990 besser ab (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Auch Beat Streulis nun 7.000 Euro teuere Großaufnahme von Menschen auf der Straße aus der Serie „Sydney“ lag 1.000 Euro über dem Schätzpreis.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



30.12.2011

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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