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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Für exzellente Stücke des Jugendstil und Art Déco gab es bei Quittenbaum hervorragende Preise

Griechenland schreitet voran



René Lalique, Henkelvase „Cattleya“, 1898/1900

René Lalique, Henkelvase „Cattleya“, 1898/1900

Der Name René Lalique steht für ausgefallene Glaskreationen des Art Déco. Vor allem mit seinen Vasen in stilisierten Formen der Natur ist er auf dem deutschen Auktionsmarkt häufig zugegen. In der Regel wandern diese Stücke im dreistelligen oder unteren und mittleren vierstelligen Eurobereich über das Auktionspult; selten wird die Marke von 10.000 Euro übertroffen. So war es auch, als Quittenbaum in seiner letzten regulären Auktion mit Kunstgewerbe des frühen 20sten Jahrhunderts die gelbbraun patinierte Vase „Palmes“ von 1923 mit reliefierten Palmblättern bei 500 Euro, die Vase „Chamarande“ von 1926 mit Henkel aus Heckenrosen für 1.500 Euro und die Vase „Bacchantes“ von 1927 mit tanzenden Bacchantinnen auf leicht grün getöntem Grund bei 4.300 Euro verkaufte. Als dann aber in der Silberabteilung Laliques frühe Henkelvase „Cattleya“ zum Aufruf kam, gab es bei den Kunden kein Halten mehr. Das florale Jugendstilobjekt von 1898/1900 mit einer exaltierten Orchideenblüte als Mündung war schon recht ansehnlich mit 20.000 bis 24.000 Euro und damit tendenziell richtig bewertet. Als dann schließlich 55.000 Euro daraus wurden, war die Überraschung bei Quittenbaum perfekt.


Dass die Kunden ausgefallene Stücke lieben, konnte das Münchner Auktionshaus am 25. Oktober noch häufiger feststellen. Zu der schon für Waren des Jugendstil und Art Déco recht hohen Zuschlagsquote von über 60 Prozent und dem anständigen Netto-Umsatz von knapp 950.000 Euro kamen also einige schöne Wertsteigerungen. Betroffen war davon etwa Adolph Amberg. Nach den guten Vorgaben aus der Mai-Auktion von Van Ham für seine Tischzier aus dem „Hochzeitszug“, galt nun auch seine dazugehörige, farbig staffierte Gruppe „Griechinnen“ von 1910 als eine Favoritin der Auktion. Doch 26.000 Euro wurden für die beiden Wasserträgerinnen bis dato noch nicht gezahlt (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR); bisheriger Höchstpreis waren die 15.000 Euro vom März 2011 im Bremer Auktionshaus Bolland & Marotz.

Ein weiterer Glückspilz bei Quittenbaum war Louis Comfort Tiffany. Taxgerecht bei 14.000 Euro ging seine blauviolette Vase „Peacock“ von 1908 mit Pfauenfederzier an einen deutschen Sammler; doch bei „Jack in the Pulpit“, einer dem Aronstab nachgeahmten Vasenform von 1913, musste ein amerikanischer Kunde 16.000 Euro aufwenden (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Seine zarte Paperweight-Vase „Millefiori“ mit kleinen Blüten zwischen grünen Blättern und Zweigen wurde mit 8.500 Euro umworben (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Seltenheitscharakter hatte die erste umfassende Publikation über Leben und Werk von Tiffany. 1914 brachte Charles de Kay „The Art Work of Louis C. Tiffany“ als üppig ausgestatten Band mit Farbdrucken, golden geprägtem Umschlag und in 429 Exemplaren heraus. Ein Schweizer bewilligte für die mit einer Widmung des Künstlers versehene, 90ste Ausfertigung 3.700 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Auch die Offerte an französischen Gläsern stieß auf reges Interesse. Schon zu Beginn der Auktion machte sich die kleine Pâte de verre-Vase mit zwei „Masques“ zwischen Efeuranken von Gabriel Argy-Rousseau aus dem Jahr 1914 erst bei 4.300 Euro davon (Taxe 2.000 bis 2.400 EUR). Ihre folgte sein größeres Exemplar „Faunes et Nymphes“ von 1923 bei 7.800 Euro im oberen Bereich der Schätzung oder aus der Pâte de verre-Gruppe noch Amalric Walters Schale mit einem halbplastischen Krebs von 1925 nach einem Entwurf Henri Bergés bei 5.500 Euro (Taxe 4.200 bis 5.000 EUR).

Von der regen Nachfrage profitierten ebenso die Vasen aus der Manufaktur Daum Frères. Den höchsten Zuschlag erzielte die schlanke Balusterform mit „Primevères“ von 1919, für die ebenfalls Henri Bergés oder auch Emile Wirtz verantwortlich zeichnen. Ein Schweizer Sammler hob sie von 8.000 Euro auf 17.000 Euro. Über den Erwartungen wurden zudem eine als fünf wachsende Blüten ausgeprägte Deckenlampe um 1905 mit einer Montierung von Louis Majorelle bei 10.000 Euro (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR) und die Intercalaire-Vase mit einer rot leuchtenden Heidelandschaft von 1903/04 bei 8.400 Euro vergeben (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Bei Emile Gallé war wieder eine frühe Arbeit gefragt. Für das auf 3.000 bis 4.000 Euro geschätzte Saftservice „Jean Hemau“ mit Spielkartendekor um 1880 spendierte ein Sammler aus England schließlich 9.800 Euro. Zu den anvisierten Preisen gingen seine Bodenvase „Lys tigre“ von 1900/02 mit mehreren weinroten Lilienzweigen bei 4.500 Euro und die Tischlampe „Hellebore“ von 1904/06 bei 7.500 Euro weg, für die Peter Tereszczuk den Bronzefuß mit zwei unter einem Baum spielenden Mädchen gestaltet hat. Einer der bedeutenderen Rückgänge der Auktion war Gallés „Coprins, araignée“ um 1898/1900. Die mit einer Spinne im Netz und Schopftintlingen verzierte, bernsteinfarbene und braune Vase wollte sich bei 15.000 bis 20.000 Euro doch niemand ins Zimmer stellen. Preislicher Höhepunkt beim böhmischen Glas war eine grünfarbige Phänomen-Vase von Johann Lötz Witwe mit aufsteigenden und hängenden silbergelben Blattzweigmotiven bei 9.000 Euro zur unteren Taxgrenze.

Neben Adolph Amberg konnten beim Porzellan zudem Fried Heuler mit der für Hutschenreuther entworfenen Figurengruppe „Frühlingslust“, ein lüsterner Faun mit Nymphe auf den Schultern von 1912, bei 1.400 Euro (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR) und Theodor Eichler mit der ein wenig melancholisch blickende „Dame mit Cape“ von 1910 punkten. Die immerhin 43,5 Zentimeter große Statue, die vor 1924 in der Meißner Manufaktur produziert wurde, brachte es auf 9.000 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Auch Walter Schott hat sich 1913 für Rosenthal des beliebten und sexuell konnotierten Themas Faun und Nymphe angenommen. In seiner nun 3.900 Euro teueren Gruppe tritt der Waldgott aber eher als feister Sir John Falstaff auf, den die holde Weiblichkeit um die Nase wickelt (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). 1.800 Euro gingen auf das Konto von Constantin Holzer-Defanti für seinen „Lustigen Marsch“, den die Varietégröße Lena Amsel 1919 ebenfalls für Rosenthal exzentrisch ausführte (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Die beste Steigerung im Bereich der Keramiken erschnatterte sich eine kleine Ente von Joseph-Théodore Deck um 1880, die erst bei 2.400 Euro davonschwamm (Taxe 400 bis 500 EUR). Auf 2.900 Euro kletterte Pierre Adrien Dalpayrats hohe, schlichte Bodenvase mit grün ausblühender Oxidglasur von etwa 1900 (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR). Deutlichen Zuspruch erfuhren auch die Produkte aus der Manufaktur Vilmós Zsolnay. Zwei auf 600 bis 800 Euro taxierte Henkelvasen in dunklen Eosinglasuren brachten es auf 6.800 Euro und 3.400 Euro. Ein Sammler aus Ungarn bestätigte mit 12.000 Euro den Schätzpreis einer besonders dekorativen Zsolnay-Vase um 1900 in den kräftigen Farben Rot, Grün und Blau einer stilisierten Landschaft.

Bei den Metallarbeiten erfreuten sich die schillernd bunten Gefäße von Camille Fauré großer Beliebtheit. Die von fernöstlicher Kunst inspirierte Vase „Pfauen“ um 1925, die neben den namensgebenden Vögeln noch üppig mit Pfingstrosen bemalt ist, legte auf 4.800 Euro zu (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR), ein hohes Deckelgefäß aus den 1930er Jahren, dessen organisch-geometrischer, orphistischer Dekor wohl von seiner Tochter Andrée Fauré stammt, auf 13.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Teuerstes Stück bei den Bronzefiguren wurde Agathon Léonards als wallend weibliche Tänzerin ausgestaltete Lampe „le Jeu de l’Echarpe“ von 1898 zur oberen Schätzung von 12.000 Euro, und bei den Möbeln eine fünfteilige französische Schlafzimmereinrichtung von 1900/05, auf deren rotbraunem Mahagoniholz wirkungsvoll Schwertlilien wuchern, für 14.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Den Abschluss bildete eine kleine Abteilung mit älteren Waren aus Barock, Klassizismus und Historismus, in der sich ein Flügel der Leipziger Pianofortefabrik Julius Blüthner von 1893/94 bei taxgerechten 8.000 Euro hervortat.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



15.01.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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25.10.2011, Jugendstil - Art Déco - Moderne Kunst

Bei:


Quittenbaum Kunstauktionen

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René Lalique, Vase „Chamarande“ oder „Oreills églantines“, 1926
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Theodor Eichler, Dame mit Cape, 1910
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Joseph-Théodore Deck, Ente, Sèvres um 1880
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Vilmós Zsolnay, Vase mit Montierung, Pécs um 1900
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Vilmós Zsolnay, Henkelvase, Pécs um 1900
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Vilmós Zsolnay, Henkelvase, Pécs um 1900
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Andrée Fauré zugeschrieben, Deckelgefäß, 1930er Jahre
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Schlafzimmereinrichtung, Frankreich, um 1900/05

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Taxe: 10.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 809

René Lalique, Vase „Bacchantes“ Wingen-sur-Moder 1927

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Taxe: 2.800 - 3.200 EURO

Zuschlag: 4.300,- EURO

Losnummer: 170

René Lalique, Vase „Chamarande“ oder „Oreills églantines“, 1926

René Lalique, Vase „Chamarande“ oder „Oreills églantines“, 1926

Taxe: 1.500 - 1.800 EURO

Zuschlag: 1.500,- EURO

Losnummer: 168

Charles De Kay, The Art Work of Louis C. Tiffany, New York, 1914

Charles De Kay, The Art Work of Louis C. Tiffany, New York, 1914

Taxe: 2.000 - 2.500 EURO

Zuschlag: 3.700,- EURO

Losnummer: 257A

Emile Gallé, Service mit Spielkarten „Jean Hemau“, Nancy um 1880

Emile Gallé, Service mit Spielkarten „Jean Hemau“, Nancy um 1880

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 9.800,- EURO

Losnummer: 79

Henri Bergé und Emile Wirtz, Vase „Primevères“, 1919

Henri Bergé und Emile Wirtz, Vase „Primevères“, 1919

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

Losnummer: 71

Theodor Eichler, Dame mit Cape, 1910

Theodor Eichler, Dame mit Cape, 1910

Taxe: 6.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 404

René Lalique, Vase „Palmes“, Wingen-sur-Moder 1923

René Lalique, Vase „Palmes“, Wingen-sur-Moder 1923

Taxe: 500 - 700 EURO

Zuschlag: 500,- EURO

Losnummer: 167

Adolph Amberg, Zwei Griechinnen aus dem „Hochzeitszug“, 1910

Adolph Amberg, Zwei Griechinnen aus dem „Hochzeitszug“, 1910

Taxe: 9.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 356

Andrée Fauré zugeschrieben, Deckelgefäß, 1930er Jahre

Andrée Fauré zugeschrieben, Deckelgefäß, 1930er Jahre

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 596

Vilmós Zsolnay, Henkelvase, um 1900

Vilmós Zsolnay, Henkelvase, um 1900

Taxe: 600 - 700 EURO

Zuschlag: 6.800,- EURO

Losnummer: 565

Henri Bergé, Vide poches „Crabe“, um 1925

Henri Bergé, Vide poches „Crabe“, um 1925

Taxe: 4.200 - 5.000 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 226




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