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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Trotz hoher Erwartungen war die Jubiläumsauktion bei Fischer in Heilbronn erfolgreich

Indianerin für Leipzig



Johann Philipp Stenglin I., Humpen mit Elfenbeinwandung, Augsburg um 1670

Johann Philipp Stenglin I., Humpen mit Elfenbeinwandung, Augsburg um 1670

Nachdem die Vorbehaltszuschläge nun geklärt, die Nachverkäufe abgeschlossen sind und die Bilanz bereinigt ist, kann das Heilbronner Auktionshaus Fischer seine 200. Jubiläumsauktion nun insgesamt als Erfolg verbuchen: 56,5 Prozent der genau zweihundert Losnummern fanden einen Abnehmer, rund 2,3 Millionen Euro brutto wurden umgesetzt. Was Fischer selten schafft, kam nun gleich mehrmals vor: das Erreichen der 100.000er-Marke. Seine obere Schätzung von 70.000 bis 100.000 Euro traf ein Augsburger Deckelhumpen, dessen vergoldete Silbermontierung von Johann Philipp Stenglin I. um 1670 eine reiche Elfenbeinschnitzerei mit einer Darstellung des barmherzigen Samariters umschließt. Aus der qualitätvollen Gemäldeabteilung setzte sich Hermann Max Pechsteins expressionistischer „Waldweg“ von 1927 noch über die anvisierten 80.000 bis 100.000 Euro hinaus bei 120.000 Euro ab. Unerreichbar aber waren die 260.000 Euro, die ein monumentales Glasbild namens „Fire and Glass I“ von Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová einspielte und nun von Prag in die USA wanderte. Für das zweite dieser 1960/61 für die Eingangshalle einer Glasexportfirma in Gablonz an der Neiße angefertigten abstrakten Kompositionen reichte es dann aber nicht mehr zu den erhofften 200.000 bis 300.000 Euro.


Ohnehin war die Abnahmequote in Fischer ureigenster Domäne, dem Glas, am 24. September 2011 besonders dicht. Hier blieb kaum ein Stück unveräußert. Ein sogenannter Krautstrunk aus dem Rheinland des 15ten Jahrhunderts mit charakteristischem Nuppendekor schaffte ebenso mit 25.000 Euro die obere Schätzung wie mit 12.000 Euro ein Alabastron, ein längliches, marmoriertes Salbölgefäß aus antik römischer Zeit. Auf 10.000 Euro brachte es eine Sechskantflasche aus Goldrubinglas um 1700, die in Potsdam oder dem süddeutschen Raum produziert und in Nürnberg mit Blattranken, Ähren, Fruchtbündeln und Vögel kunstvoll in Glasschnitt dekoriert wurde (Taxe 3.500 bis 5.500 EUR), auf 13.000 Euro eine achtpassige hellblaue Milchglasflasche aus dem Alpenraum mit schräg gekämmten dunkelblauen Glasfäden (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR).

Auch das 19te Jahrhundert punktete mit einem Becher Johann Joseph Mildners von 1806 mit einer Darstellung der heiligen Rosalia für ebenfalls 12.000 Euro (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR). Stark gefragt war das Steinglas. Hier taten sich ein grün, blau und golden leuchtender Agatinbecher der südböhmischen Buquoyschen Glashütten um 1835 für 16.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und ein von Friedrich Egermann geschaffener Lithyalinbecher in marmoriertem Rot und prachtvollem Pariser Blau für 17.000 Euro besonders hervor (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Ein mit dem Brustbild einer biedermeierlich gekleideten Dame geschnittener Becher Dominik Biemanns schaffte 29.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Das Hauptstück des alten Glases allerdings, ein drachengeschmückter Glaspokal des Kasseler Meisters Franz Gondelach um 1700 blieb bei 60.000 bis 90.000 Euro liegen.

Beim französischen Jugendstilglas avancierte Emile Gallés schlanke Vase mit einer Schar von Krokussen um 1897/98 bei 45.000 Euro zum Hauptlos. Sie blühen nun in seiner deutschen Sammlung (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Von 8.000 bis 12.000 Euro konnte sich ein Art Déco-Pokal Maurice Marinots aus dem Jahr 1922 leicht auf 13.000 Euro steigern, der seinen besonderen Reiz aus einer Vielzahl kleiner Blaseneinschlüsse im dickwandigen Glas bezieht. Die insgesamt etwas bescheidener auftretende Murano-Offerte kürte in Ercole Baroviers Vase „Dorico Corniola“ von 1960 bei taxgerechten 14.500 Euro ihre Königin. Teuerstes Porzellan wurde Joseph Wackerles Entwurf einer „Indianerin“, ausgefertigt 1921 und bei Fischer in einem besonders schön erhaltenen Exemplar für 20.000 Euro versteigert. Hier neue Heimat hat sie nun im Grassi Museum für angewandte Kunst in Leipzig gefunden (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Neben dem Pechstein-Gemälde hatte Fischer für diese Jubiläumsauktion auch sonst auffällig viele Schmuckstücke der bildenden Kunst akquirieren können. Schon die alte Malerei glänzte mit einer süddeutschen Altartafel von 1505, das gleichsam ein Familienbild die Heilige Sippe in einer Frührenaissancearchitektur präsentiert, bei 35.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). 30.000 Euro erzielte ein Portrait des jungen Kaisers Ferdinand II. von 1605 aus der Hand des spanischen Meisters Juan Pantoja de la Cruz, der für die künstlerische Entwicklung Diego Velázquez’ eine gewisse Rolle spielte (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Aus der jüngeren Abteilung sind noch eine atmosphärische Tiroler Landschaft Artur Nikodems von 1912/13 für 28.000 Euro (Taxe 12.000 bis 17.000 EUR) und Hermann Max Pechsteins Tuschfederaquarell mit etlichen Booten „An der Kurischen Nehrung“ von 1919 für 22.000 Euro zu nennen (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Teuerste Plastik wurde Käthe Kollwitz’ Bronzerelief einer ruhenden Mutter, geschaffen 1935/36 für das eigene Grab der Künstlerin. Auf 35.000 Euro konnte sich der Wert der quadratischen Platte fast verdoppeln. Trotz der Ausformung in rötlichem Ton zu Lebzeiten des Künstlers war für Wilhelm Lehmbrucks „Büste der Knienden“ von 1912/14 der Schätzpreis von 350.000 bis 450.000 Euro dagegen etwas zu hoch gegriffen, und auch Niki de Saint Phalles bunter, drolliger „Serpent Chair“ aus den 1990er Jahren, der bei 70.000 bis 90.000 Euro den Schlusspunkt der Auktion bilden sollte, fand keinen Abnehmer.

Ebenfalls nicht durchgehend Erfolg hatte Fischer mit einer Anzahl russischer Ikonen, die entweder gar nicht oder wie eine Darstellung Johannes des Täufers als Prophet Christi aus dem 16ten Jahrhundert für 35.000 Euro unterhalb der Taxen landeten (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Beim Kunsthandwerk erfreute Russland mit einem spätbarocken Messkelch des ausgehenden 18ten Jahrhunderts bei 17.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und einer emailbemalten Dose von Fedor Rückert aus der letzten Zarenzeit um 1908/17 bei 28.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Teurer war aber das mitteleuropäische Kunsthandwerk: Neben dem Stenglin-Humpen ist hier ein weiterer virtuos gestalteter Humpen von Sebastian Hann oder dessen Werkstattnachfolger Michael Hossmann im siebenbürgischen Hermannstadt um 1715 zu nennen, der zur unteren Grenze von 80.000 bis 120.000 Euro den Besitzer wechselte. 65.000 Euro erlöste ein spätgotisches Marienheftel, das um 1500 der bisher nicht identifizierte Meister „HC“ im siebenbürgischen Schäßburg anfertigte (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



22.01.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


24.09.2011, Jubiläumsauktion: 200 Meisterwerke

Bei:


Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Bericht:


Museale Qualitäten

Kunstwerk:

Milchglasflasche, Alpenländisch, 18. Jahrhundert
Milchglasflasche, Alpenländisch, 18. Jahrhundert

Kunstwerk:

Johann Joseph Mildner, Becher mit der heiligen Rosalia, Gutenbrunn 1806
Johann Joseph Mildner, Becher mit der heiligen Rosalia, Gutenbrunn 1806

Kunstwerk:

Agatinbecher, Buquoysche Glashütten, Georgenthal oder Silberberg um 1835
Agatinbecher, Buquoysche Glashütten, Georgenthal oder Silberberg um 1835

Kunstwerk:

Carl Hans Bernewitz, Vase mit Iris, 1898
Carl Hans Bernewitz, Vase mit Iris, 1898

Kunstwerk:

Rudolf Hentschel, Vase mit Pâte-sur-pâte-Dekor, Meißen um 1896
Rudolf Hentschel, Vase mit Pâte-sur-pâte-Dekor, Meißen um 1896

Kunstwerk:

Emile Gallé, Vase „Crocus“, Nancy 1897/98
Emile Gallé, Vase „Crocus“, Nancy 1897/98







 Gräflich Buquoysche Glashütten, Agatinbecher, Buquoysche Glashütten, Georgenthal oder Silberberg um 1835

Gräflich Buquoysche Glashütten, Agatinbecher, Buquoysche Glashütten, Georgenthal oder Silberberg um 1835

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 14

Emile Gallé, Vase „Crocus“, Nancy 1897/98

Emile Gallé, Vase „Crocus“, Nancy 1897/98

Taxe: 30.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 84

Johann Joseph Mildner, Becher mit der heiligen Rosalia, Gutenbrunn 1806

Johann Joseph Mildner, Becher mit der heiligen Rosalia, Gutenbrunn 1806

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 13

Juan Pantoja de la Cruz, Porträt des jungen Ferdinand II., 1605

Juan Pantoja de la Cruz, Porträt des jungen Ferdinand II., 1605

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 174

Dominik Biemann, Becher mit Damenporträt, Franzensbad um 1830

Dominik Biemann, Becher mit Damenporträt, Franzensbad um 1830

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 29.000,- EURO

Losnummer: 27

 Gräflich Harrachsche Glasfabrik, Friedrich Egermann, Lithyalinbecher „Pariser Blau“, um 1830/35

Gräflich Harrachsche Glasfabrik, Friedrich Egermann, Lithyalinbecher „Pariser Blau“, um 1830/35

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 17.000,- EURO

Losnummer: 21

Artur Nikodem, Tiroler Landschaft, 1912/13

Artur Nikodem, Tiroler Landschaft, 1912/13

Taxe: 12.000 - 17.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 181

Passglas, Hessen, Kaufunger Wald um 1700

Passglas, Hessen, Kaufunger Wald um 1700

Taxe: 6.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 1

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Fire and Glass I, 1960/61

Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Fire and Glass I, 1960/61

Taxe: 200.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 260.000,- EURO

Losnummer: 109

Milchglasflasche, Alpenländisch, 18. Jahrhundert

Milchglasflasche, Alpenländisch, 18. Jahrhundert

Taxe: 6.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 7

Ikone mit Johannes dem Vorläufer, Russland, 16. Jahrhundert

Ikone mit Johannes dem Vorläufer, Russland, 16. Jahrhundert

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 126

Rudolf Hentschel, Vase mit Pâte-sur-pâte-Dekor, Meißen um 1896

Rudolf Hentschel, Vase mit Pâte-sur-pâte-Dekor, Meißen um 1896

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

Losnummer: 67




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