Pierre Bonnard in der Fondation Beyeler  |  | Pierre Bonnard, La Partie de croquet, 1892 | |
Für einige Jahre war er eine avantgardistische Künstlerpersönlichkeit par excellence und ein Wegbereiter der Moderne in Frankreich, der 1867 bei Paris geborene Maler und Grafiker Pierre Bonnard. Kaum zwanzigjährig und erst kurz nachdem er sein Jurastudium geschmissen hatte, um sich ganz seiner Kunst zu widmen, schloss er 1888 Freundschaft mit Kapazitäten wie Maurice Denis und Paul Sérusier. Zwei Jahre später hob er mit ihnen die Künstlergruppe „Nabis“ aus der Taufe. In den Augen dieser jungen Leute gehörten auch die Errungenschaften der eben noch so aktuellen und endlich auch in breiteren Gesellschaftkreisen arrivierten Impressionisten bereits zum alten Eisen, der verpönte Paul Gauguin war ihr Idol. Ihr Vorgehen war nicht radikal neu, verschob aber die Schwerpunkte doch beträchtlich: Die Motive aus dem Alltag wie Stillleben und Bildnisse, auch eine Vielzahl von Frauenakten, werden in Form klarer Bildstrukturen festgehalten, die kraftvollen Farben hart gegeneinandergesetzt, teilweise auch verfremdet. Bis zu seinem Tod 1947 blieb Bonnard seinem einmal gefundenen Stil treu.
Eine große Ausstellung im Wuppertaler Von der Heydt-Museum hat diesen Meister der Farbe erst vor einem Jahr groß gefeiert. Nun legt die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel nach: Über sechzig Gemälde aus bedeutenden Museen und Privatsammlungen geben Einblick in alle seine Schaffensphasen. Besonderen Wert legt die Ausstellung auf das persönliche Umfeld des Künstlers, etwa seine ländlichen Wohnsitze in der Normandie ganz in der Nähe von Claude Monets Seerosengarten und später an der Côte d’Azur. Hier entstand ein großer Teil seines umfangreichen Werkes. Wie in einem computergenerierten virtuellen Rundgang sind die Gemälde so gehängt, als spaziere man selbst in Pierre Bonnards Haus und im Garten umher. Dass dieses Leben auch tragische Seiten hatte, geht im Angesicht der gewaltigen Farbenpracht seiner Bilder gelegentlich ein wenig unter: Renée Monchaty, die Geliebte des Künstlers, nahm sich nach dessen Verheiratung mit Maria Boursin das Leben.
Die Ausstellung „Pierre Bonnard“ läuft bis zum 13. Mai. Die Fondation Beyeler hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 25 Franken. Der Katalog kostet 68 Franken.
Fondation Beyeler
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CH-4125 Riehen
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