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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Marktfrische allein genügt nicht, um die Sammler in Kauflaune zu versetzten, auch das Motiv ist wichtig. Das zeigte Sotheby’s auf seiner Auktion mit Impressionismus und klassischer Moderne in London

Neue Bleibe für altes Mädchen



Gustav Klimt, Seeufer mit Birken, 1901

Gustav Klimt, Seeufer mit Birken, 1901

Es dauerte bis zum Ende der Auktion, bis Gustav Klimts „Seeufer mit Birken“ an den Mann gebracht werden konnte. Während der Londoner Versteigerung von Impressionisten und klassischer Moderne am 8. Februar bei Sotheby’s erwärmte sich für die 1901 entstandene Leinwand niemand so recht. Schon bei 3,8 Millionen Pfund waren die Gebote verebbt. Trotz hervorragender Provenienz und Marktfrische – mehr als hundert Jahre seit seiner ersten Ausstellung 1902 in Wien und Düsseldorf war die geheimnisvolle Abendlandschaft in Privatbesitz, ohne je wieder ausgeliehen oder über den Handel weitervermittelt zu werden – hatte das Auktionshaus mit seiner Schätzung von 6 bis 8 Millionen Pfund also doch zu hoch gegriffen. Erst im Nachhinein, aber noch am selben Abend, wie Sotheby’s mit gewisser Erleichterung mitteilte, wurde die neunzig mal neunzig Zentimeter große Seelandschaft mit ihren zwei rhythmisierenden Birkenstämmen für 5 Millionen Pfund an Privat verkauft.


Mit seinen Hauptlosen hatte Sotheby’s diesmal ohnehin recht wenig Fortune. Nicht nur der Klimt blieb während der Auktion unveräußert, sondern auch ein poetisches, zeichenhaftes „Peinture“ Joan Mirós von 1933 für 7 bis 10 Millionen Pfund und Salvador Dalís Frauen- und Wüstenlandschaft „Oasis“ von 1946 für 4 bis 6 Millionen Pfund – immerhin die beiden Hauptlose der umfangreichen Surrealistenofferte. So fiel das Gesamtergebnis durchwachsen aus: Von 53 angebotenen Kunstwerken wurden zwölf liegengelassen. Kein einziger neuer Auktionsrekord wurde aufgestellt. Dennoch entsprach der Umsatz von knapp 78,9 Millionen Pfund, die Aufgelder eingerechnet, ziemlich genau der unteren Schätzpreissumme, was vor allem einer Reihe bedeutender Steigerungen im preislichen Mittelfeld zuzuschreiben ist.

So hatten die französischen Impressionisten endlich einmal wieder Chancen auf die oberen Ränge und besetzten mit Claude Monets klirrend kalter und doch anheimelnder Abendstimmung „L’Entrée de Giverny en hiver“ von 1885 bei 7,3 Millionen Pfund denn auch den ersten Platz (Taxe 4,5 bis 6,5 Millionen GBP). Zwei weitere Monet-Landschaften erzielten ebenfalls gute Preise, darunter die buschigen „Berges de la Seine près de Vétheuil“ von 1881 für 2,2 Millionen Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Alfred Sisley folgte ihm mit seiner unbeschwerten Sicht auf „Les Coteaux de la Celle-sous-Moret, vus de Saint Mammès“ von 1884 bei 1 Million Pfund (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Die untere Taxe von 3 Millionen Pfund schafften Edouard Vuillards „Les Couturières“ aus dem Jahr 1890 – dennoch ein übles Geschäft für den Verkäufer, da er die beiden schneidernden Damen erst vor drei Jahren für nicht weniger als 4,5 Millionen Pfund, mit Aufgeld sogar über 5 Millionen Pfund, zu sich geholt hatte.

Von 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund auf 2,4 Millionen Pfund steigerte sich Chaïm Soutines expressives Stillleben „Poissons et tomates“ aus der Zeit um 1924. Das fauvistische, bewegte Frühwerk „L’Oliveraie“ Georges Braques aus dem Jahr 1907 spielte mit 4,5 Millionen Pfund etwa das Doppelte der Schätzung ein, und derselbe Künstler machte später noch mit dem kubistischen Stillleben „Mandoline, Fruits, Pichets“ von 1927 für 1,7 Millionen Pfund auf sich aufmerksam (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Ansonsten war die klassische Moderne erstaunlich schwach besetzt. Fernand Légers „La Jeune fille à l’échelle“ von 1949 blieb mit 3,5 Millionen Pfund etwas hinter den Erwartungen von mindestens 3,8 Millionen Pfund zurück, und von drei Arbeiten Pablo Picassos wanderten zwei an die Einlieferer zurück. 400.000 Pfund brachte sein fast gänzlich in der Fläche verharrendes Stillleben „Verre et compotier“ von 1927 ein (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP).

Mit seinen Hauptlosen gescheitert, konnte das surrealistische Programm hauptsächlich in der Breite punkten, was mit René Magrittes großem grau-steinernem Apfel „Souvenir de voyage“ von etwa 1962/63 für 1,9 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP), Max Ernsts blutrotem Tier- und Pflanzenknäuel „La Comédie de la soif“ von 1941 für 1,4 Millionen Pfund (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP) und Yves Tanguys in einer grauen Landschaft herumstehenden Formen „Deux fois du noir“ von 1941 für 2,2 Millionen Pfund auch einigermaßen gelang (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Steigerungen wie die von 700.000 bis 900.000 Pfund auf 1,3 Millionen Pfund bei Paul Delvaux’ mondbeschienener Strandhausszene „Les Adieux“ von 1964 blieben aber die Ausnahme. Mit 2,5 Millionen Pfund für Giorgio de Chiricos „Ettore e Andromaca“ aus den späten 1920er Jahren war das Ende der Skala bereits erreicht (Taxe 2,8 bis 4 Millionen GBP).

Den zweiten Platz der Ergebnisliste nahm mit Ernst Ludwig Kirchners „Das Boskett: Albertplatz in Dresden“ aus dem Jahr 1911 für 6,5 Millionen Pfund das Gemälde eines deutschen Künstlers ein (Taxe 5 bis 7 Millionen GBP). Auch sonst kamen die hiesigen Expressionisten an, wie 1,8 Millionen Pfund für Emil Noldes feurigen „Blumengarten, ohne Figur“ von 1908 (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP), 790.000 Pfund für Kirchners kaum weniger dynamischen „Galgenberg in Jena“ von 1915/16 (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP) und vor allem unerwartete 2,6 Millionen Pfund für Otto Dix’ materialreiche, ausgesprochen experimentell anmutende Collage „Die Elektrische“ von 1919 belegten (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP).

Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren fand Alexej von Jawlenskys „Mädchen mit roter Schleife“ von 1911 nun eine neue Bleibe: Nach 2,6 Millionen Pfund im Februar 2008 bei Christie’s und mageren 1,7 Millionen Pfund ein Jahr später wurden nun 2,7 Millionen Pfund für das bockig dreinschauende Gör bezahlt (Taxe 3 bis 5 Millionen GBP). Max Liebermanns spätimpressionistisches „Gartenlokal am Wannsee“ aus der Zeit um 1933, das die Auktion eröffnete, gab sich mit 750.000 Pfund etwas bescheidener, übertraf die obere Erwartung aber dennoch um 50.000 Pfund – anders als Henry Moore: Den britischen Bildhauer, der einen Tag zuvor bei Christie’s so überraschende Höhenflüge machte, hielt es auch bei Sotheby’s nicht auf seinem Posten. Zwar kamen keine 17 Millionen Pfund dabei heraus, doch seine zweieinhalb Meter lange Bronze „Three Piece reclining Figure No. 2: Bridge-Prop“ von 1963 machte immerhin einen Satz von 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund auf 2,9 Millionen Pfund.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



13.02.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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08.02.2012, Impressionist & Modern Art Evening Sale

Bei:


Sotheby's

Bericht:


Jüngst versteigert oder nie gezeigt

Kunstwerk:

Max Liebermann, Gartenlokal am Wannsee (Haus am See), um 1933
Max Liebermann, Gartenlokal am Wannsee (Haus am See), um 1933

Kunstwerk:

Alfred Sisley, Les Coteaux de la Celle-sous-Moret, vus de Saint Mammès, 1884
Alfred Sisley, Les Coteaux de la Celle-sous-Moret, vus de Saint Mammès, 1884

Kunstwerk:

Claude Monet, Berges de la Seine près de Vétheuil, 1881
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Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Galgenberg in Jena, 1915/16
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Kunstwerk:

Claude Monet, L’entrée de Giverny en hiver, 1885
Claude Monet, L’entrée de Giverny en hiver, 1885

Kunstwerk:

Edouard Vuillard, Les Couturières, 1890
Edouard Vuillard, Les Couturières, 1890







Claude Monet, L’entrée de Giverny en hiver, 1885

Claude Monet, L’entrée de Giverny en hiver, 1885

Taxe: 4.500.000 - 6.500.000 GBP

Zuschlag: 7.300.000,- GBP

Losnummer: 5

Max Liebermann, Gartenlokal am Wannsee (Haus am See), um 1933

Max Liebermann, Gartenlokal am Wannsee (Haus am See), um 1933

Taxe: 500.000 - 700.000 GBP

Zuschlag: 750.000,- GBP

Losnummer: 1

Claude Monet, Berges de la Seine près de Vétheuil, 1881

Claude Monet, Berges de la Seine près de Vétheuil, 1881

Taxe: 800.000 - 1.200.000 GBP

Zuschlag: 2.200.000,- GBP

Losnummer: 2

Alfred Sisley, Les Coteaux de la Celle-sous-Moret, vus de Saint Mammès, 1884

Alfred Sisley, Les Coteaux de la Celle-sous-Moret, vus de Saint Mammès, 1884

Taxe: 600.000 - 800.000 GBP

Zuschlag: 1.000.000,- GBP

Losnummer: 4

Edouard Vuillard, Les Couturières, 1890

Edouard Vuillard, Les Couturières, 1890

Taxe: 3.000.000 - 5.000.000 GBP

Zuschlag: 3.000.000,- GBP

Losnummer: 9

Ernst Ludwig Kirchner, Galgenberg in Jena, 1915/16

Ernst Ludwig Kirchner, Galgenberg in Jena, 1915/16

Taxe: 800.000 - 1.200.000 GBP

Zuschlag: 790.000,- GBP

Losnummer: 37

Ernst Ludwig Kirchner, Das Boskett: Albertplatz in Dresden, 1911

Ernst Ludwig Kirchner, Das Boskett: Albertplatz in Dresden, 1911

Taxe: 5.000.000 - 7.000.000 GBP

Zuschlag: 6.500.000,- GBP

Losnummer: 39

Alexej von Jawlensky, Mädchen mit roter Schleife, 1911

Alexej von Jawlensky, Mädchen mit roter Schleife, 1911

Taxe: 3.000.000 - 5.000.000 GBP

Zuschlag: 2.700.000,- GBP

Losnummer: 36




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