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Am 17.12.2019 Auktion 71: Alte und Moderne Kunst – Autographen und Manuskripte – Illustrierte Bücher

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Winterberg bietet in einer Sonderauktion in München Arbeiten auf Papier der modernen und zeitgenössischen Kunst an

Die Geliebte des Künstlers



Arbeiten auf Papier, so heißt es gemeinhin, seien in ihrem Wert gegenüber Gemälden und Skulpturen eher nachrangig zu veranschlagen. Die zweite Sonderauktion, die das Auktionshaus Winterberg am 17. Februar in München ausschließlich mit Zeichnungen und Druckgrafiken abhalten wird, möchte uns dagegen eines Besseren belehren. Manche Offerten sind vielleicht etwas hoch angesetzt, beispielsweise Lyonel Feiningers 1912 entstandene Kaltnadelradierung „The Gate (Das Tor)“ für 21.500 Euro, die man andernorts schon für um die 10.000 Euro gesehen hat. Doch listet der Katalog Schätzpreise von einer Höhe, die das Heidelberger Unternehmen in dieser Dichte sonst eher selten zu bieten hat, wenngleich diesmal nur 180 Losnummern zum Aufruf gelangen. Aufgenommen sind ausschließlich Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst.


Da finden sich zunächst Ausläufer des französischen Impressionismus wie Pierre-Auguste Renoirs Portraitlithografie des Künstlerkollegen Auguste Rodin von 1910 (Taxe 2.800 EUR) und auf deutscher Seite Lovis Corinths radierter Doppelakt „Zwei Menschen“ in Dunkelbraun von 1908 für 280 Euro. Die moderne Avantgarde meldet sich in Form von Georges Braques kubistischen Radierungen „Pal (Bouteille de Bass et Verre sur une Table)“ von 1911 und „Composition, Nature morte aux Verres“ von 1912 (Taxen 13.800 und 11.500 EUR) sowie mit Henri Matisses selbstbewusst gegenständlichen Lithografien „Nu auf Fauteuil au Fond moucharabieh“ von 1925 und „Danseuse reflétée dans la Glace“ von 1927 (Taxen 28.500 und 22.500 EUR).

Aus dem deutschen Expressionismus gibt es vor allem charakteristische Druckgrafiken wie Conrad Felixmüllers Holzschnitt „der Sohn“, eine künstlerische Geburtsanzeige seines Sohnes Luca vom Herbst 1918 (Taxe 4.800 EUR), Erich Heckels 1910 datierte Lithografie „Szene im Wald“ mit vier nackten für 19.800 Euro, Karl Schmidt-Rottluffs hoch aufragende „Stralsunder Türme“ von 1912 (Taxe 23.500 EUR) oder Hermann Max Pechsteins Holzschnitt „Fischer am Ufer (Sonntag der Fischer)“ von 1923 für 3.800 Euro. Einmal mehr sozialgeschichtlich eindrucksvoll sind Käthe Kollwitz’ radierte Szenen „Die Pflüger“ aus der „Bauernkrieg“-Folge von 1906/21 und „Arbeitslosigkeit“ mit einer kranken Familie in einer dumpfen Stube von 1909 (Taxen je 7.400 EUR). Ihre seltene Lithografie „Gefangene Musik hörend“ von 1925 gehört mit 17.800 Euro zu den kostbarsten Stücken der Auktion.

Zugleich findet sich aus der Zwischenkriegszeit manch schöne Arbeit weniger bekannter Künstler, etwa von Charles Crodel der in seiner perspektivischen Verzerrung mutige Holzschnitt „Kurve bei Probstzella“ von 1920 oder der zweifarbige Holzschnitt zweier Männer „Am Tisch“ von 1922. Hier werden nicht mehr als 480 Euro verlangt, ebenso wie für Carl Thiemanns noch jugendstiligen Farbholzschnitt „Windmühle I“ von 1916 und Josef Eberz’ zwei Kaltnadelradierungen „Menschenpaar – Salzburg“ von 1921/22 für zusammen nur 250 Euro. Mit 1.250 Euro liegt Richard Janthurs Farblithografie „Mädchen mit Kanufahrer im Sturm“ aus der „Exotischen Mappe“ von 1920 um einiges höher. Unter den Unikaten aus dieser Epoche sind Carl Grossbergs Aquarell eines wackligen Gründerzeitmietshauses in Berlin-Jungfernheide aus dem Jahr 1922 (Taxe 3.800 EUR) und Ernst Ludwig Kirchners rasche Bleistiftzeichnung dreier Passanten auf der Straße aus einem Skizzenbuch der Zeit um 1928 für 4.500 Euro zu nennen.

Eine der umfangreichsten Offerten stellt Pablo Picasso. Aus dem guten Dutzend Grafiken ragen das siebte Blatt aus der 1905 geschaffenen Folge „Saltimbanques“ in der Ausgabe von 1913 für 5.400 Euro, das Blatt neun aus der Suite Vollard unter dem Titel „Le Viol“ zwischen Mann und Frau von 1931 für 11.500 Euro und zwei farbige Linolschnitt-Plakate für die Association des Potiers de Vallauris aus den Jahren 1959 und 1961 für jeweils 5.400 Euro hervor. Dass auch Françoise Gilot, Picassos Geliebte der 1940er und frühen 1950er Jahre, künstlerisch tätig ist, beweisen ihre Blätter einer einsamen Frau am „La Plage“ von 1992 und ihr „Zeus“, der unter dem Einfluss Jean Cocteau steht (Taxen 280 und 380 EUR). Natürlich darf auch Marc Chagall nicht fehlen, der mit seiner Lithografie „Bonheur“ eines schwebenden Liebespaares aus dem Jahr 1969 ebenfalls einige zurückhaltende Farbakzente setzt (Taxe 14.800 EUR). Die ältere Nachkriegskunst im deutschsprachigen Raum ist durch Otto Dix’ „Christuskopf (nach rechts blickend, Haare schulterlang, dunkel auf hellem Grund)“ von 1957 für 4.800 Euro und die in blauer und roter Wachskreide gezeichneten „Parallelbewegungen“ des Informellen Siegfried Reich an der Stolpe von 1956 für 950 Euro vertreten.

Eine der wenigen gemäldehaften Arbeiten ist Horst Antes’ „Kopffüßler und blauer Vogel“, ein einschließlich des Künstlerrahmens nicht mehr als sechzehn Zentimeter in der Höhe messendes Deckfarbenaquarell aus der frühen Kopffüßlerzeit um 1963 (Taxe 8.500 EUR). Auch Rudolf Schlichters surrealistische Mischtechnik zweier affenartiger Wesen „Auf der Wippe“ in einer schroffen Felsgegend von 1954 für 2.400 Euro wäre hier zu erwähnen. Fotografisches hat Winterberg in Gestalt der beiden 1937 in Griechenland aufgenommenen Männerakte „Am Morgen/Athen“ und „Unter dem Poseidontempel/Sunion“ von Herbert List für jeweils 1.350 Euro zu bieten. Als weibliche Gegenstücke sind Günter Blums furchteinflößende Frauenakte „Räderwerk II“ von 1989 und „Atlanta I“ von 1991 für jeweils 680 Euro zu haben.

Die Auktion beginnt am 17. Februar um 15 Uhr. Die Besichtigung ist vom 14. bis zum 16. Februar jeweils von 11 bis 18 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.winterberg-kunst.de einsehbar.

Kontakt:

Galerie Winterberg

Barer Straße 46

DE-80799 München

Telefon:+49 (089) 287 555 41

Telefax:+49 (089) 287 555 72

E-Mail: galerie@winterberg-kunst.de



14.02.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Kunstwerk:

Carl Grossberg, Berlin, Haus in Jungfernheide, 1922
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Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Drei Passanten auf der Straße, um 1928
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Lovis
 Corinth, Zwei Menschen, 1908
Lovis Corinth, Zwei Menschen, 1908

Veranstaltung vom:


17.02.2012, Sonderauktion II (München): Arbeiten auf Papier







Lovis Corinth, Zwei Menschen, 1908

Lovis Corinth, Zwei Menschen, 1908

Taxe: 280,- EURO

Zuschlag: 250,- EURO

Losnummer: 30

Carl Grossberg, Berlin, Haus in Jungfernheide, 1922

Carl Grossberg, Berlin, Haus in Jungfernheide, 1922

Taxe: 3.800,- EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 77

Ernst Ludwig Kirchner, Drei Passanten auf der Straße, um 1928

Ernst Ludwig Kirchner, Drei Passanten auf der Straße, um 1928

Taxe: 4.500,- EURO

Losnummer: 91




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