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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gerhard Richter dominiert die Gegenwartskunst bei Sotheby’s in London

Geldsegen zum Geburtstag



Nicht weniger als viermal taucht er auf der Top Ten-Liste auf: Gerhard Richter, der gerade seinen 80sten Geburtstag gefeiert hat. Mit seinen „Abstrakten Bildern“ und einer Landschaft hat er die Auktion zeitgenössischer Kunst bei Sotheby’s in London nachgerade bestimmt. Position eins ging an seine Werknummer 768-4 aus dem Jahr 1992, eine zweihundert mal hundertundsechzig Zentimeter große Leinwand in rasterförmiger Struktur mit dominierendem Weiß-Grau und einigen zarten roten Anteilen. Von 3 bis 4 Millionen Pfund kletterte sie auf 4,3 Millionen Pfund. An zweiter Stelle landete seine verschwommene Farbaufnahme „Eis“ von 1981 auf nur etwa halb so großem Format. Dennoch wurde mit einem Zuschlag bei 3,8 Millionen Pfund auch hier die Taxe von 2 bis 3 Millionen Pfund deutlich überschritten. 3,6 Millionen Pfund und 2,7 Millionen Pfund gab es für zwei weitere Abstraktionen, einmal in Blutrot über grau schimmerndem Grund von 1991 und dann in dominierendem Weiß mit locker gruppierten Farbklecksen von 1989 unter dem Titel „Kind“. Die Schätzungen lagen hier zwischen 2 und 3,5 Millionen Pfund. Mit allen sechs Arbeiten, die bei der Auktion zur Position standen, kam Gerhard Richter brutto immerhin auf gut 17,6 Millionen Pfund.


Zu den Glanzlichtern der Londoner Abendauktionen gehörte diese Veranstaltungen vom 15. Februar nicht. Doch eine losbezogene Zuschlagsquote von rund neunzig Prozent und ein Bruttogesamtergebnis von fast 50,7 Millionen Pfund können als Bestätigung der soliden Offerte gewertet werden. Die Gesamttaxe hatte zwischen 35,8 und 49,7 Millionen Pfund gelegen. Die beiden einzigen neuen Preisrekorde erzielten Arbeiten deutscher Künstler: A.R. Pencks frühe, reduziert figurale Strichmännchen unter dem Titel „Methode, Fertigzuwerden“ von 1965 für 270.000 Pfund (Taxe 90.000 bis 120.000 GBP) und eine unbetitelte Abstraktion Albert Oehlens mit ausholenden gelben Farbbögen von 1989 für 370.000 Pfund (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Auch Anselm Kiefers fast drei Meter große Materialschlacht „Die Ordnung der Engel“ mit applizierten Baumwollkleidchen von 2007 für 450.000 Pfund (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP) und ein unbetiteltes Rasterbild Sigmar Polkes auf schwarzem Grund mit verlaufenden Farbschlieren in Blauweiß von 2004 ebenfalls für 450.000 Pfund dokumentierten ein teils erstaunliches Interesse an führenden deutschen Positionen neben Richter (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Auf 600.000 Pfund verdoppelte sich die untere Schätzung für Andreas Gurskys digital nachbearbeitetes, surreal anmutendes Felsenatollpanorama „James Bond Island I“ von 2007. Den 250.000 bis 350.000 Pfund für Georg Baselitz’ auf den Kopf gestellten „Adlerkopf“ von 1986 wollte dann aber niemand mehr folgen.

Ebenfalls großes Begehren weckte die Kunst mit fernöstlichem Einschlag: Während Takashi Murakamis Flower-Power-Bild „Open Your Hands Wide, Embrace Happiness!“ von 2010 noch bei ordentlichen 700.000 Pfund verharrte (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP), wurden zwei kaligrafische Landschaften des 1921 in Peking geborenen, aber schon seit mehr als sechzig Jahren in Paris lebenden Zao Wou-Ki mit 1,4 Millionen Pfund und 1,6 Millionen Pfund überraschend hoch bezahlt. Die Schätzungen für die poetischen Abstraktionen, die ganz unpoetisch nur mit ihren Entstehungsdaten „10.01.91“ und „28.12.99“ betitelt sind, hatten zwischen 500.000 und 800.000 Pfund gelegen. Hier kamen die kaufkräftigen Asiaten zum Zug. Meisterwerke der radikalen Avantgarde der 1950er und 1960er Jahre vorwiegend italienischer Herkunft waren Alberto Burris reliefartige „Nero Plastica“ aus schwarzem, verbranntem Kunststoff von 1965 für 1,8 Millionen Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP), Lucio Fontanas grauweißes, siebenfach vertikal geschlitztes „Concetto Spaziale, Attese“ von 1965 für 680.000 Pfund (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP) und Yves Kleins deutlich weiblichen Köperabdruck „ANT 59“ von 1960 für 800.000 Pfund (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP).

Demgegenüber erwiesen sich die angloamerikanischen Klassiker als gar nicht so beliebt. Bei Francis Bacons 1951 datierter „Figure with Monkey“ in einem Käfig beispielsweise verebbten die Gebote bereits bei 1,6 Millionen Pfund mindestens 200.000 Pfund unterhalb der Schätzung. Von Lucian Freud wurden zwar einige teils noch aus den 1940er Jahren stammende frühe Zeichnungen positiv aufgenommen, darunter das Bildnis des auf ein Kissen gebetteten „Lord Goodman“ von 1985 für 620.000 Pfund (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), nicht aber sein in Öl gemaltes „Portrait of a Man“ von circa für geschätzte 1,5 bis 2 Millionen Pfund. Die amerikanische Pop Art, ohnehin äußerst schwach auf der Brust, kam über 800.000 Pfund für Roy Lichtensteins „Nude in Apartment“ in Comicmanier von 1995 (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP) und magere 620.000 Pfund für ein grünes „Diamond Dust Shoes“-Bild Andy Warhols aus den Jahren 1980/81 nicht hinaus (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP). Einzig Jean-Michel Basquiats ganzflächig bemaltes und mit anderthalb Metern eher mittleres Format mit der Fratze „Orange Sports Figure“ von 1982 ragte bei 3,6 Millionen Pfund sichtbar aus diesen preislichen Niederungen hervor und schob sich in die Richter-Suite hinein (Taxe 3 bis 4 Millionen GBP).

Von den kleineren Preisen sind 400.000 Pfund für Howard Hodgkins spätes abstrakt-expressives „Gossip“ von 1994/95, immerhin ein Rekord, wenn man in Pfund Sterling rechnet (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), und 210.000 Pfund für R.B. Kitajs souverän-spielerisch auf die Leinwand gebannte Vorstadtszene „The Old Vic“ von 1986 zumindest einer Erwähnung wert, auch weil diese beiden Künstler auf den großen Abendauktionen nicht gerade als Stammgäste figurieren (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Auch Bridget Rileys bunte, vertikale Streifenleinwand „Tabriz“ von 1984 aus dem Zyklus „Egyptian Palette“ legte auf 380.000 Pfund zu (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), ebenso Damien Hirsts explosiver Farbkreis „Beautiful Strummerville Spin, The Future is Unwritten Painting“ von 2010 auf 370.000 Pfund, worüber sich nun die Joe Strummer Foundation for new Music freut (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Über die obere Taxgrenze von 150.000 Pfund kam Gary Humes flächiges Portrait von „Cerith“ nicht hinaus.

Teuerste plastische Arbeit des Tages war Eduardo Chillidas komplex verschachtelte Stahlskulptur „Leku II“ von 1969 für 750.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP), gefolgt von Anish Kapoors parabolartig gewölbter Wandscheibe mit einem umgedrehten Meereshorizont in Grau von 2010 bei 640.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Christian Marclays Standkreuz aus nicht allzu frommen Plattencover unter dem Titel „Skin Mix I“ von 1990 gab es schon zur unteren Schätzung von 70.000 Pfund. Der jüngste Künstler und zugleich erster Gastgaber des Abends war Jacob Kassay. Eines seiner derzeit so schicken Silberbilder aus dem Jahr 2009, im vergangenen Jahr im White Cube in London ausgestellt, kletterte leicht von 70.000 bis 90.000 Pfund auf 100.000 Pfund.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



17.02.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


15.02.2012, Contemporary Art Evening Auction

Bei:


Sotheby's

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