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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Österreichisches Design im Wiener Dorotheum

Die Zeit im Zentrum



Alfons Hetmanek und Franz Kaym, Kommode, Wien um 1920/24

Alfons Hetmanek und Franz Kaym, Kommode, Wien um 1920/24

Ein volles Jahrhundert lang kündete Sie den Wienern die Zeit: Mitten auf dem Stock im Eisen Platz, dem belebtesten Raum des innerstädtischen Wien im Schatten des „Steffl“, stand die von Emil Schauer 1906 entworfene Uhr, Wind und Wetter, Schnee, Regen und Hitze ausgesetzt, doch so robust, dass sie erst im Jahr 2007 zusammen mit ihren Kolleginnen ausrangiert und ersetzt wurde. Nun gibt es ein Wiedersehen mit dem gut einen Meter hohen, annähernd würfelförmigen und nur an den Kanten abgeschrägten Zeitmesser: Das Wiener Dorotheum bietet ihn am 29. Februar in seiner Versteigerung von österreichischem Design zum Kauf an. Mit einer Schätzung von 12.000 bis 13.000 Euro ist sie eines der teuersten Stücke der Veranstaltung.


Eine Versteigerung ausschließlich mit österreichischem Design hat es im bedeutendsten österreichischen Auktionshaus bislang noch nicht gegeben. Mit fast 170 Losnummern ist die Auswahl aber keineswegs schmal. Hinter der Veranstaltung steckt, so die unternehmerische Begründung, das Bestreben, dieser Sparte des Kunsthandwerks als einem „bedrohten Teil unseres kulturellen Erbes eine neue Öffentlichkeit zu garantieren und damit wieder zu einer Sprache zu verhelfen“. In der Tat handelt es sich gerade beim frühen Design der 1920er und 1930er Jahren oft um Schöpfungen wenig bekannter Entwerfer und Firmen, die gleichwohl typisch für die Zeit und allein in der Materialverwendung von ausgesuchter Qualität sind.

Zu diesen frühen Arbeiten zählt beispielsweise ein elfenbeinfarben lackierter, mit Eisen beschlagener und mit vernickelten Holzknäufen versehener Küchenschrank der Firma Erdö um 1930, der in seiner schlichten praktischen Kastenform das nüchterne Bauhaus-Design dieser Zeit verkörpert (Taxe 4.000 bis 4.500 EUR). Einer Stilrichtung, der sich nicht einmal der Jugendstil-Altmeister Josef Hoffmann entziehen konnte, da er als Mitsiebziger um 1945/46 einen kantigen Tisch entwarf. Die Notzeit kurz nach Kriegsende diktierte ihm allerdings die Verwendung einfachen Sperrholzes, das er schwarz und weiß lackieren respektive streichen ließ (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Noch ein wenig vom österreichischen Jugendstil angehaucht ist eine Anrichte der Zeit um 1919/20 von Hugo Gorge, die durch ihren reizvollen Gegensatz von wuchtigem Unterteil und filigranem Regalaufsatz besticht (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR). Auch bei einem Paar Stühle des Architekten Oskar Wlach, entworfen 1920 und später in der ebenfalls unter Wlachs Mitwirkung errichteten Villa Beer in Wien-Hietzing aufgestellt (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), und in einem eleganten Schreibsekretär Heinrich Irmlers mit eingelegten Porzellanplatten, auf denen Vögel zu sehen sind, klingt der alte Wiener Jugendstil auf vereinfachte Weise nach (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Ausgesprochen kantig sind die Formen bei einer zebraartig furnierten Aufsatzkommode, die Alfons Hetmanek und Franz Kaym in den frühen 1920er Jahren entwarfen (Taxe 2.400 bis 3.500 EUR).

Viele der angebotenen Einzelstücke oder umfangreicheren Ensembles wurden aus alten Wiener Hauseinrichtungen ausgesondert, so etwa Couchtisch und Barschrank mit ausziehbarem Tischteil von Karl Hofmann und Felix Augenfeld aus dem Haus Eisenschmidt in der Grinzingerstraße im 19. Wiener Bezirk (Taxen 2.200 bis 2.800 und 4.500 bis 5.200 EUR) oder ein umfangreiches Ameublement aus dreiseitigem Wandverbau, zwei unterschiedlich großen Liegen, einem Armstuhl und drei Lichtkörpern aus dem Haus Beran in der Stadlergasse wiederum in Wien-Hietzing. Die in den mittleren 1930er Jahren von Fritz Reichl entworfenen Stücke sind insgesamt mit etwa 15.000 bis 20.000 Euro bewertet.

Das Design der zweiten Jahrhunderthälfte beginnt erstaunlich progressiv und frei mit Oskar Riedels Bar-Ensemble aus Wandkonsole, Vitrine, zwei Tischen und drei Hockern aus unterschiedlichsten Materialien, die mitunter fast wie Fundstücke wirken (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Passend dazu gibt es eine Art Raumteiler, bestehend aus drei unterschiedlich farbig lackierten Lampen, die zum Teil an Bambusstöcken befestigt sind. Dieses Stück lässt sich genau auf das Jahr 1957 datieren, stammt aber aus einer anderen Wohnung als die Bar (Taxe 1.400 bis 2.200 EUR). Sehr viel formstrenger, wenn auch in der Konstruktion ähnlich leicht ist Roland Rainers eiserner Kleiderständer, 1956 für die Wiener Stadthalle entworfen (Taxe 3.400 bis 4.500 EUR).

Aus der bekannten und äußerst produktiven Werkstatt Franz Hagenauers kommt unter anderem eine zweiteilige Lampe von 1954 mit rotem und blauem Aluminiumschirm ebenfalls für 3.400 bis 4.500 Euro. Weitere Leuchtkörper der 1950er Jahre stellt in großer Fülle Julius Theodor Kalmar zur Verfügung, wobei die unterschiedlich gestalteten Schirme auf filigranen Ständern ruhen (Taxen zwischen 500 und 1.800 EUR), ferner die Glasfirma J. & L. Lobmeyr in Form eines zwei Meter langen, rechteckigen Deckenlusters um 1950 mit hochrechteckigen Glasprismen für 4.500 bis 5.500 Euro. Wuchtig, fast plump kommt Günther Domenigs Prototyp-Stapelstuhl aus gelb gefärbtem Fiberglas daher, hergestellt 1968 anlässlich einer Umgestaltung der Hauskirche der Schulschwestern in Graz – für das aus dem späten 19ten Jahrhundert stammende Baudenkmal nicht gerade die passende Form (Taxe 5.000 bis 5.500 EUR).

In jüngerer Zeit diversifizieren sich die Formen zusehends: Anna-Lülja Prauns gelb lackierter Fernsehschrank von 2000 greift den Bauhaus-Stil um 1930 wieder auf (Taxe 5.000 bis 8.000 EUR), Franz Wests aus Baustahl geschmiedete Bank von 2008 das pragmatische Design der frühen 1960er Jahre (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Betont Werkbankcharakter hat ein schwarz lackierter, auf roten Böcken ruhender Tisch Heimo Zobernigs von 2004, der dennoch bei 7.000 bis 10.000 Euro steht. Gefährlich spitz sind die Eisenstäbe, die die Designergruppe B.R.A.N.D. von Boris Brochard und Rudolf Weber 1985 zu einer „Raumdezvous“-Bank gebogen haben – mehr Skulptur als Funktionsmöbel (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Die wohl schrägste Erfindung ist das „Vodööl“-Sitzobjekt des renommierten Architektenbüros Coop Himmelb(l)au aus dem Jahr 1989 – im Wortsinne: Denn der mintgrüne Ledersessel ruht auf einem schrägen blauen Eisenträger. Der Sitzer selbst sitzt aber gerade (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 29. Februar um 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich außer sonntags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 von 17 Uhr möglich. Der Katalog ist im Internet unter www.dorotheum.com einsehbar.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



23.02.2012

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


29.02.2012, Austrian Design

Bei:


Dorotheum

Bericht:


Aufgewertet

Kunstwerk:

Fritz
 Reichl, Armsessel, Wien um 1935
Fritz Reichl, Armsessel, Wien um 1935

Kunstwerk:

Fritz
 Reichl, Hocker, Wien um 1935
Fritz Reichl, Hocker, Wien um 1935

Kunstwerk:

Fritz
 Reichl, Liege, Wien um 1935
Fritz Reichl, Liege, Wien um 1935

Kunstwerk:

Fritz Reichl, Dreiseitiger Wandverbau
 mit integrierter Bar und integriertem Klappsekretär, Wien um 1935
Fritz Reichl, Dreiseitiger Wandverbau mit integrierter Bar und integriertem Klappsekretär, Wien um 1935

Kunstwerk:

Karl Hofmann und Felix Augenfeld zugeschrieben, Barschrank, Österreich
 1930er Jahre
Karl Hofmann und Felix Augenfeld zugeschrieben, Barschrank, Österreich 1930er Jahre

Kunstwerk:

Karl Hofmann und Felix Augenfeld zugeschrieben, Couchtisch, Österreich
 1930er Jahre
Karl Hofmann und Felix Augenfeld zugeschrieben, Couchtisch, Österreich 1930er Jahre







 Uhrenfabrik Emil Schauer, Wiener Würfeluhr, Werksentwurf Emil Schauer, Wien 1906

Uhrenfabrik Emil Schauer, Wiener Würfeluhr, Werksentwurf Emil Schauer, Wien 1906

Taxe: 12.000 - 13.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 13

Stehlampe „Fliegenbein“ Mod. 2116, J.T. Kalmar, Wien 1950er Jahre

Stehlampe „Fliegenbein“ Mod. 2116, J.T. Kalmar, Wien 1950er Jahre

Taxe: 1.200 - 1.800 EURO

Zuschlag: 2.400,- EURO

Losnummer: 113

Karl Hofmann und Felix Augenfeld zugeschrieben, Couchtisch, Österreich 1930er Jahre

Karl Hofmann und Felix Augenfeld zugeschrieben, Couchtisch, Österreich 1930er Jahre

Taxe: 2.200 - 2.800 EURO

Losnummer: 38

Anna-Lülja Praun, TV-Schrank für das Haus Delphin, 2000

Anna-Lülja Praun, TV-Schrank für das Haus Delphin, 2000

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 153

Oskar Riedel, Paar Polstersessel, um 1950

Oskar Riedel, Paar Polstersessel, um 1950

Taxe: 600 - 900 EURO

Zuschlag: 2.000,- EURO

Losnummer: 73

Hugo Gorge zugeschrieben, Bartisch, Wien um 1920/25

Hugo Gorge zugeschrieben, Bartisch, Wien um 1920/25

Taxe: 1.200 - 1.800 EURO

Losnummer: 24

Roland Rainer, Kleiderständer, 1956

Roland Rainer, Kleiderständer, 1956

Taxe: 3.400 - 4.500 EURO

Zuschlag: 6.500,- EURO

Losnummer: 98

Roland Rainer, Sofa „System 880“, 1956

Roland Rainer, Sofa „System 880“, 1956

Taxe: 2.800 - 3.500 EURO

Losnummer: 97

Günther Domenig, Prototyp-Stapelstuhl, 1968

Günther Domenig, Prototyp-Stapelstuhl, 1968

Taxe: 5.000 - 5.500 EURO

Zuschlag: 5.500,- EURO

Losnummer: 105

Oskar Riedel, Bar-Ensemble, um 1950

Oskar Riedel, Bar-Ensemble, um 1950

Taxe: 5.500 - 6.500 EURO

Losnummer: 76

Franz Hagenauer, Tischlampe, 1954

Franz Hagenauer, Tischlampe, 1954

Taxe: 3.400 - 4.500 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 99

Tischlampe „Stilfix“ Mod. 1257, J.T. Kalmar, Wien um 1950/55

Tischlampe „Stilfix“ Mod. 1257, J.T. Kalmar, Wien um 1950/55

Taxe: 600 - 900 EURO

Zuschlag: 900,- EURO

Losnummer: 116




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